Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Trittsiegel – WikipediaZum Inhalt springen
Datei:Passêyes tchén et rnåd.jpgDas Trittsiegel eines Hundes (1) ist im Verhältnis zu seiner Breite kürzer als das eines Rotfuchses (2), sodass die hinteren Enden der Abdrücke der mittleren Zehen beim Fuchs weiter vorn liegen, als die vorderen Enden der Abdrücke der beiden äußeren Zehen (gestrichelte Linie).
Ein Trittsiegel ist der Abdruck der Extremität eines Wirbeltieres in weichem Untergrund. Es kann sich, je nach Anatomie der Extremität, um den Abdruck eines kompletten Fußes (bei Sohlengängern) oder nur des vorder(st)en Teils des Fußes (bei Zehen- und Spitzengängern) handeln. Anhand von Trittsiegeln lässt sich im günstigen Falle die Tierart bestimmen, anhand des Zustands des Trittsiegels auch der Zeitpunkt, an dem das Tier dort gelaufen ist.
In der Jägersprache ist Trittsiegel der Fachausdruck für einen Abdruck der Extremitäten (Läufe) verschiedener Arten von Wild, insbesondere der des Schalenwildes.<ref>Ilse Haseder, S. 796</ref>
Mehrere Trittsiegel hintereinander ergeben eine Fährte, wobei auch dieser Ausdruck in der Jägersprache vor allem für das Schalenwild gilt (bei anderen Wildarten entsprechend Spur oder Geläuf).
Allgemeinsprachlich wird ein Trittsiegel auch Fußabdruck genannt, speziell dann, wenn es sich um den Abdruck eines menschlichen Fußes handelt. Als Fußspur werden allgemeinsprachlich sowohl einzelne Trittsiegel als auch Fährten bezeichnet.
Trittsiegel geben die Anatomie des Fußes ihrer Erzeuger im belasteten Zustand wieder. So lässt sich jede Spur einer bestimmten Tierart zuordnen. Beispielsweise unterscheiden sich Trittsiegel von Huftieren deutlich von z. B. denen der Raubsäuger, indem die meisten Huftiere zu den Spitzengängern gehören und nur eine oder zwei dominante Zehenabdrücke hinterlassen, während es bei Raubsäugern, von denen die meisten Zehengänger sind, in der Regel vier Zehen- sowie ein Ballenabdruck sind. Innerhalb der Raubsäuger kann weiter danach unterschieden werden, ob Krallen vorhanden sind sowie nach Stellung der Zehen zueinander und zum Ballen.
Der Abdruck entsteht aus dem Zusammenwirken von Gewichtskraft pro Fläche und der Art des Untergrundes (auch Substrat genannt, z. B. Erde, reiner Sand, Schnee). Je weicher das Substrat, desto tiefer ist der Abdruck, je feinkörniger das Substrat, desto deutlicher und scharf umrissen ist der Abdruck. Je nach Umweltbedingungen (z. B. Niederschläge und Temperatur) verändert sich ein Abdruck. Nur unter günstigen Bedingungen bleiben Trittsiegel über längere Zeit erhalten.
Mit einem Gipsabdruck kann ein Trittsiegel dreidimensional abgebildet und konserviert werden.
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Auswahl von Trittsiegeln mit ihren Merkmalen
Anmerkungen: Bei den Maßangaben ist die Vorderpfote mit VP, die Hinterpfote mit HP abgekürzt. Die Länge wird von der Spitze des Ballens der längsten Zehe bis zum hinteren Rand des Sohlenballens bzw. Fersenballens gemessen. Die Breite ist der breiteste Teil des Trittsiegels zwischen den äußersten Rändern der Zehenballen.
kräftige Krallenabdrücke (gerade ausgerichtet und in der Spur deutlich zu erkennen)
HP meist weniger deutlich (da HP weniger belastet)
ca. 1 cm länger als breit, Abdruck HP kleiner
Länge (gemessen ohne Krallenabdrücke) 8–12 cm (VP), 7–11 cm (HP), Breite 6,5–10,5 cm (VP), 5,5–9 cm (HP)<ref>Spurenbeobachtung | CHWOLF.org. Abgerufen am 16. Dezember 2023.</ref>
Sohlengänger mit Abdrücken von fünf Zehenballen mit deutlich erkennbaren Krallen
rechte und linke Pfote können problemlos unterschieden werden
VP: kurzer, breiten Abdruck (Fersenballen fehlt fast immer), HP: länger als breit, bei adulten Bären Länge bis 22 cm (häufig ganze Fußsohle abzeichnet)
Größe altersabhängig (kann bei einem sehr jungen Bären sogar im Bereich einer Dachsspur liegen.)<ref>Kora: KOMMUNIKATIONSPROJEKT WOLF II. Abgerufen am 16. Dezember 2023.</ref>
am Vorderfuß 5 Zehen, von denen im Abdruck meist jedoch nur 4 sichtbar sind
Abdrücke der spitzen Krallen meist sichtbar (bei sehr festem Boden sind häufig nur die Krallen zu erkennen, da die Fußsohlen mit einer dicken Schicht kräftiger, elastischer Haare versehen sind)
Länge etwa 5 cm (Vorderfuß), 6 cm (Hinterfußspur); Breite 3 cm (Vorderfuß), 3,5 cm (Hinterfußspur). Maße können aber stark abweichen, da im Schnee und auch wenn der Hase die Zehen spreizt, die Abdrücke viel größer werden können.<ref>Wildtiere in der Stadt | Wildkaninchen und Feldhase | Trittsiegel und Fährten. 13. Mai 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Mai 2018; abgerufen am 16. Dezember 2023.</ref>
Pfotenabdrücke ähneln denen des Feldhasen (allerdings sind die Abstände zwischen den Spurgruppen und auch die Abdrücke selbst wesentlich kleiner)
Länge (Hinterlaufspur) etwa 4 cm, Breite 2,5 cm (Vergleich mit einer Streichholzschachtel: Breite der Feldhasenspur entspricht der Breite einer normalen Streichholzschachtel, Kaninchenspur ist deutlich schmaler)<ref>Wildtiere in der Stadt | Wildkaninchen und Feldhase | Trittsiegel und Fährten. 13. Mai 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Mai 2018; abgerufen am 16. Dezember 2023.</ref>
in deutlichen Abdrücken sieht man 2 Schalen und dahinter sehr oft 2 Afterklauen
Abdruck des Geäfters (Afterklauen) ist breiter als der der Schalen (liegen außerhalb der Schalen)
Oft ergeben die zusammenlaufenden Schalen eine Kerbe vorn
Länge 3–8 cm (ohne Afterklauen), Breite 2,5–7,6 cm<ref>Wurzeltrapp: Das Wildschwein - Wildtiere und Fährtenkunde. In: Wurzeltrapp Wildnisschule. 3. Oktober 2017, abgerufen am 16. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Anteil der Ballen im Siegel macht etwa 50–60 Prozent aus
Länge ca. 7–8 cm (Damhirsch), ca. 5–6 cm (weibl. Tier); Breite 4–5 cm (Damhirsch), 3–4 cm (weibl. Tier)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 30. Januar 2018 im Internet Archive)</ref>
Schalen auf weichem Untergrund leicht gespreizt, bei Flucht tritt eine starke Spreizung auf
hintere Hälfte der Schalen steht geschlossen zusammen
Schalen sind länglich ausgeformt
ein Geäft wird nicht sichtbar<ref>Tiersteckbrief – das Muffelwild. In: Wildes Wissen. 17. März 2017, abgerufen am 16. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Schalen stehen weiter auseinander als beim Reh (verhindert im Winter das allzu tiefe Einsinken im Schnee)
Sohle ist wie beim Alpensteinbock weich wie Gummi
bei ziehenden Gämsen Afterklauen im Trittsiegel nicht sichtbar (erst bei der fliehenden Gämse erscheinen sie mit einigem Abstand zu den Klauen)<ref>Gämse. Abgerufen am 16. Dezember 2023.</ref>
Winkel 2. zu 3. Zehe sowie 3. zu 4. Zehe jeweils 45 Grad
Füße beim Laufen sowie Krallen nach innen gedreht, Verbindung der Schwimmhäute zu den Zehenspitzen gerade<ref>Graugans - Spurenjagd Forum. 28. April 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 16. Dezember 2023.</ref>
an langen Hinterzehenabdrücken leicht von Störchen unterscheidbar
Drei Zehen zeigen nach vorn, eine nach hinten. Die hintere Zehe ist etwas nach innen Richtung Körperinnenseite versetzt. Das Trittsiegel ist insgesamt 15 bis 17 cm lang.
Auf Schichtflächen von auf dem Festland abgelagerten Sedimenten oder vielmehr den daraus hervorgegangenen Sedimentgesteinen können Trittsiegel aus vergangenen erdgeschichtlichen Zeitaltern überliefert sein, die von ausgestorbenen Tieren (z. B. Dinosauriern) stammen. Solche fossilen Trittsiegel fallen unter den Oberbegriff Spurenfossilien (siehe dazu auch → Fährtensandstein).