Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Fußball-Weltmeisterschaft 1990 – Wikipedia Zum Inhalt springen

Fußball-Weltmeisterschaft 1990

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Fußball-WM 1990)
Fußball-Weltmeisterschaft 1990
Italia 90 - Campionato Mondiale Di Calcio
Datei:WM-Logo 1990.svg
Anzahl Nationen 24 (von 112 Bewerbern)
Weltmeister Deutschland Bundesrepublik[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  BR Deutschland (3. Titel)
Austragungsort Vorlage:ITA-1946
Eröffnungsspiel 8. Juni 1990 (Mailand)
Endspiel 8. Juli 1990 (Rom)
Spiele 52
Tore 115 (⌀: 2,21 pro Spiel)
Zuschauer 2.516.215 (⌀: 48.389 pro Spiel)
Torschützenkönig Vorlage:ITA-1946 (6 Tore)
Bester Spieler Vorlage:ITA-1946
Datei:Yellow card.svg Gelbe Karten 163 (⌀: 3,13 pro Spiel)
Datei:Red card.svg Rote Karten 16 (⌀: 0,31 pro Spiel)
Strafstöße 18 (⌀: 0,35 pro Spiel)
← WM 1986
WM 1994 →

Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 (italienisch Campionato Mondiale di Calcio, kurz Italia novanta) war die 14. Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Fußballnationalmannschaften und fand vom 8. Juni bis zum 8. Juli 1990 zum zweiten Mal nach 1934 in Italien statt.

Die WM-Favoriten Brasilien und Argentinien sowie Deutschland und die Niederlande trafen bereits im Achtelfinale aufeinander. Deutschland kam zum dritten Mal in Folge ins Finale und konnte, in einer einmaligen Wiederholung der Finalpaarung der vorherigen WM 1986 gegen Argentinien<ref name="focus-515041">Alexis Mirbach: WM 1990: Die kaiserlichen Helden von Rom. In: Focus Online. 9. Juni 2010, abgerufen am 7. September 2015.</ref><ref name="SPON-980513">Benjamin Knaack: Die großen WM-Duelle mit Argentinien: Als Andreas Brehme unten links den letzten Titel holte. In: Spiegel Online. 12. Juli 2014, abgerufen am 7. September 2015.</ref>, nach den Niederlagen von 1982 und 1986 den insgesamt dritten Weltmeister-Titel feiern. Erstmals gelang es damit einer europäischen Mannschaft, ein WM-Finale gegen eine südamerikanische Mannschaft zu gewinnen. Deutschland wurde durch diesen Erfolg mit drei WM-Titeln sowie drei zweiten Plätzen vorübergehend die erfolgreichste Fußballnation vor Brasilien und Italien, die beide bis dahin ebenfalls drei WM-Titel gewonnen hatten. Gastgeber Italien schied im Halbfinale gegen Argentinien aus.

Vergabe

Über den Austragungsort hatte die FIFA am 19. Mai 1984 auf ihrem Kongress in Zürich entschieden. Italien setzte sich mit 11:5 Stimmen gegen Mitbewerber Sowjetunion durch. England und Griechenland hatten ihre Bewerbungen zurückgezogen.

Spielorte

Die Spiele der Weltmeisterschaft wurden in zwölf italienischen Städten ausgetragen, in Stadien, die erstmals nur Sitzplätze anbieten durften. Dazu waren Neu- und Umbauten in Höhe von ca. 800 Millionen D-Mark notwendig. In Bari und Turin entstanden neue Stadien, acht andere Spielstätten wurden renoviert. OK-Präsident Hermann Neuberger äußerte im März 1990 vor seiner Inspektionsreise skeptisch: „Ihr Italiener müsst wirklich sehr tüchtig sein, wenn ihr in drei Monaten das fertig bringt, wozu wir Deutsche mindestens zwei Jahre nötig hätten.“ Unter großem Druck wurden die Stadien fertig, doch die große Hast forderte 24 Tote auf den Baustellen. Noch am Morgen des Eröffnungsspiels stürzte in Palermo ein Gerüst ein, fünf Männer starben dabei.

Stadt Stadion Spiele Kapazität* Gesamt-
zuschauerzahl
Schnitt Spiel mit den meisten Zuschauern Spiel mit den wenigsten Zuschauern
Rom Olympiastadion Rom 6 73.603 440.238 73.373 Deutschland - Argentinien
Finale 73.603
2 Vorrundenspiele, Achtel- und Viertelfinale mit Italien
73.303
Neapel Stadio San Paolo 5 74.090 273.701 54.740 Italien - Argentinien
Halbfinale 59.978
Kamerun - Kolumbien
Achtelfinale 50.026
Turin Stadio delle Alpi 5 71.000 307.146 61.429 Brasilien - Schweden
Vorrunde
und Deutschland - England
Halbfinale 62.628
Brasilien - Costa Rica
Vorrunde 58.007
Bari Stadio San Nicola 5 56.875 218.000 43.600 Italien - England
Spiel um Platz 3 51.426
Kamerun - Sowjetunion
Vorrunde 37.307
Florenz Stadio Comunale 4 41.300 146.056 36.514 Jugoslawien - Argentinien
Viertelfinale 38.971
USA - ČSFR
Vorrunde 33.266
Mailand Giuseppe-Meazza-Stadion 6 76.398 440.130 73.355 Deutschland - Jugoslawien
Vorrunde 74.765
Deutschland - VAE
Vorrunde 71.169
Genua Stadio Luigi Ferraris 4 35.921 124.731 31.183 Schweden - Schottland
Vorrunde 31.823
Schweden - Costa Rica
Vorrunde 30.223
Bologna Stadio Renato Dall’Ara 4 37.825 125.401 31.350 England - Belgien
Achtelfinale 34.520
Jugoslawien - VAE
Vorrunde 27.833
Verona Stadio Marcantonio Bentegodi 4 40.976 137.999 34.500 Belgien - Spanien
Vorrunde 35.950
Belgien - Südkorea
Vorrunde 32.790
Udine Stadio Friuli 3 38.685 097.485 32.495 Uruguay - Spanien
Vorrunde 35.713
Südkorea - Uruguay
Vorrunde 29.039
Cagliari Stadio Sant’Elia 3 40.117 105.464 35.155 England - Niederlande
Vorrunde 35.267
England - Ägypten
Vorrunde 34.959
Palermo Stadio La Favorita 3 36.982 099.864 33.288 3 Vorrundenspiele: 33.288
* zum Zeitpunkt der Weltmeisterschaft 1990

Qualifikation

112 Nationen meldeten ihre Teilnahme an der Qualifikation zur WM 1990. Italien als Gastgeber und Argentinien als Titelverteidiger waren bereits automatisch qualifiziert, wodurch 110 Nationen um die 22 freien Plätze spielten. Neulinge bei dieser Weltmeisterschaft waren die Mannschaften aus Irland, Costa Rica und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Erwähnenswert ist außerdem das Fehlen des Gastgebers von 1986, Mexiko. Dem mexikanischen Fußballverband wurde nachgewiesen, die Geburtsdaten von einigen Spielern für die Qualifikation zur U20-WM 1989 manipuliert zu haben. Deshalb wurde das Land von der FIFA von 1988 bis 1990 für alle internationalen Spiele gesperrt.

14 aus Europa BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien Deutschland Bundesrepublik[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  BR Deutschland EnglandDatei:Flag of England.svg England Irland Irland Italien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Italien
JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich RumänienDatei:Flag of Romania.svg Rumänien SchottlandDatei:Flag of Scotland.svg Schottland
Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Schweden Sowjetunion[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Sowjetunion Spanien Spanien Tschechoslowakei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Tschechoslowakei
4 aus Südamerika Argentinien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Argentinien Brasilien 1968Datei:Flag of Brazil (1968-1992).svg Brasilien KolumbienDatei:Flag of Colombia.svg Kolumbien UruguayDatei:Flag of Uruguay.svg Uruguay
2 aus Nord-, Mittelamerika und der Karibik Costa Rica[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Costa Rica Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  USA
2 aus Afrika AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten KamerunDatei:Flag of Cameroon.svg Kamerun
2 aus Asien Vorlage:KOR-1984 Vereinigte Arabische EmirateDatei:Flag of the United Arab Emirates.svg V.A. Emirate
Datei:1990 world cup.png
Weltkarte der Teilnehmer mit deren Platzierungen

Auslosung

Die Auslosung fand am 9. Dezember 1989 in Rom statt.

  • Die gesetzten Gruppenköpfe:   Italien (A) • Argentinien (B) • Brasilien (C) • BR Deutschland (D) • Belgien (E) • England (F)
  • Topf 1: Ägypten • Kamerun • Südkorea • V.A. Emirate • Costa Rica • USA
  • Topf 2: Kolumbien • Uruguay • Irland • Rumänien • Schweden • Tschechoslowakei
  • Topf 3: Jugoslawien • Niederlande • Österreich • Schottland • Spanien • Sowjetunion

Zuerst wurden in allen sechs Gruppen die Gruppenköpfe an erster Position gesetzt.
Die Mannschaften aus den Töpfen 1 und 3 wurden zu allen Gruppenköpfen frei zugelost.
Aus Topf 2 wurden Kolumbien und Uruguay gezielt europäischen Gruppenköpfen zugelost. Somit kam Kolumbien in die deutsche Gruppe.

Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D Gruppe E Gruppe F
Vorlage:ITA-1946 Argentinien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Argentinien Brasilien 1968Datei:Flag of Brazil (1968-1992).svg Brasilien Deutschland Bundesrepublik[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  BR Deutschland BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien EnglandDatei:Flag of England.svg England
OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich KamerunDatei:Flag of Cameroon.svg Kamerun Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Schweden JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien Vorlage:KOR-1984 Irland Irland
Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigte Staaten Sowjetunion[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Sowjetunion Costa Rica[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Costa Rica Vereinigte Arabische EmirateDatei:Flag of the United Arab Emirates.svg V.A. Emirate UruguayDatei:Flag of Uruguay.svg Uruguay NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande
Tschechoslowakei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Tschechoslowakei RumänienDatei:Flag of Romania.svg Rumänien SchottlandDatei:Flag of Scotland.svg Schottland KolumbienDatei:Flag of Colombia.svg Kolumbien Spanien Spanien AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten

Für Infos zu den einzelnen WM-Gruppen und Kadern der Mannschaften auf den jeweiligen Link klicken.

Eröffnung

Bei der Zeremonie am 1. Juni weihte Papst Johannes Paul II. das neue Olympiastadion ein; in Anwesenheit von FIFA-Präsident João Havelange nahm Ministerpräsident Giulio Andreotti die Eröffnung vor.<ref>„Papst weihte das Olympiastadion ein“ in «Tiroler Tageszeitung» Nr. 127 vom 2./3./4. Juni 1990, Seite 43; POS.: Kasten oben rechts</ref>

Modus

Der Spielmodus der WM-Endrunde war der gleiche wie der der vorherigen WM: Die 24 qualifizierten Mannschaften wurden in sechs Gruppen mit je vier Mannschaften eingeteilt. 16 Mannschaften qualifizierten sich für die K.-o.-Runde: Die sechs Gewinner der Gruppen, die sechs Zweitplatzierten und die vier besten Drittplatzierten erreichten das Achtelfinale. Ab dem Achtelfinale wurde das Turnier im K.-o.-System ausgetragen. Nur acht Mannschaften schieden nach der Vorrunde aus.

Vorrunde

Die Weltmeisterschaft begann mit einer Überraschung. Der Favorit Argentinien verlor sein Auftaktspiel gegen Kamerun mit 0:1. Kamerun erreichte mit attraktivem Fußball als erste afrikanische Nation ein WM-Viertelfinale. Dort scheiterten sie erst in der Verlängerung mit 2:3 an England. Kameruns Stürmer Roger Milla, damals bereits 38 Jahre alt, wurde berühmt.

Gruppe A

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Vorlage:ITA-1946 Italien  3  3  0  0 004:000  +4 06:00
 2. Tschechoslowakei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: ČSFR  3  2  0  1 006:300  +3 04:20
 3. OsterreichÖsterreich Österreich  3  1  0  2 002:300  −1 02:40
 4. Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: USA  3  0  0  3 002:800  −6 00:60

Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Die große Entdeckung der Vorrunde war der fast unbekannte sizilianische Stürmer Salvatore Schillaci, der gegen Österreich wenige Minuten nach seiner Einwechslung den Siegtreffer erzielte und auch gegen die ČSFR traf. Österreich und die USA schafften es nicht, gegen die in dieser Gruppe dominierenden Italiener zu gewinnen, während sich die ČSFR gegen Italien im letzten Gruppenspiel einige Chancen herausarbeitete und ein regelgerechtes Tor nicht anerkannt wurde. Ein Tor nach gelungenem Solo des jungen italienischen Stürmers Roberto Baggio brachte in diesem Spiel die Entscheidung zugunsten der Gastgeber. Österreich kam trotz des Sieges über die USA nicht mehr unter die vier besten Gruppendritten, die US-Amerikaner, die erstmals seit 40 Jahren wieder an einer Weltmeisterschaft teilnahmen, verloren alle drei Spiele und wurden Gruppenletzter.

Gruppe B

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. KamerunDatei:Flag of Cameroon.svg Kamerun  3  2  0  1 003:500  −2 04:20
 2. RumänienDatei:Flag of Romania.svg Rumänien  3  1  1  1 004:300  +1 03:30
 3. Argentinien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Argentinien  3  1  1  1 003:200  +1 03:30
 4. Sowjetunion[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Sowjetunion  3  1  0  2 004:400  ±0 02:40

Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Diese Gruppe verlief unerwartet, denn nicht die Favoriten Titelverteidiger Argentinien und Vize-Europameister UdSSR, sondern Kamerun und Rumänien belegten die ersten beiden Plätze. Kamerun besiegte Argentinien bereits im Eröffnungsspiel, so dass Argentinien nach 1982 zum zweiten Mal das Eröffnungsspiel als Titelverteidiger verlor. Argentinien schaffte den Sprung ins Achtelfinale aber ebenfalls noch, da es zu den vier besten Teams unter den Drittplatzierten (von insgesamt sechs) gehörte. Der 4:0-Sieg der Sowjetunion gegen Kamerun blieb indes für die Platzierung beider Teams bedeutungslos.

Gruppe C

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Brasilien 1968Datei:Flag of Brazil (1968-1992).svg Brasilien  3  3  0  0 004:100  +3 06:00
 2. Costa Rica[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Costa Rica  3  2  0  1 003:200  +1 04:20
 3. SchottlandDatei:Flag of Scotland.svg Schottland  3  1  0  2 002:300  −1 02:40
 4. Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Schweden  3  0  0  3 003:600  −3 00:60

Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Die Brasilianer schafften es mit einer für sie ungewöhnlich defensiven Spielweise, die Vorrunde schadlos zu überstehen. Die Überraschungsmannschaft Costa Rica besiegte beide favorisierten europäischen Mannschaften und erreichte das Achtelfinale. Schottland schied nach 1974, 1978, 1982 und 1986 zum fünften Mal in Folge in der Vorrunde aus. Zehn Minuten vor Schluss sorgte ein Tor des Brasilianers Müller für das vorzeitige Aus der Schotten.

Gruppe D

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Deutschland Bundesrepublik[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: BR Deutschland  3  2  1  0 010:300  +7 05:10
 2. JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien  3  2  0  1 006:500  +1 04:20
 3. KolumbienDatei:Flag of Colombia.svg Kolumbien  3  1  1  1 003:200  +1 03:30
 4. Vereinigte Arabische EmirateDatei:Flag of the United Arab Emirates.svg V. A. Emirate  3  0  0  3 002:110  −9 00:60

Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Die deutsche Auswahl erwischte einen grandiosen Start beim 4:1-Erfolg gegen den hoch eingeschätzten Gruppengegner Jugoslawien. Vor allem Lothar Matthäus, der später als FIFA-Weltfußballer des Jahres 1990 ausgezeichnet wurde, brillierte in dieser Partie. Außerhalb des Stadions kam es in Mailand während des Spiels Deutschland gegen Jugoslawien zu Ausschreitungen hunderter Fußballanhänger, darunter viele aus Deutschland. Gegen zwei beteiligte Deutsche wurden Gefängnisstrafen ausgesprochen, 43 Deutsche wurden des Landes verwiesen und mit einem dreijährigen Einreiseverbot belegt.<ref>Die Nacht der Gewalt. In: Hamburger Abendblatt. 12. Juni 1990, abgerufen am 7. November 2022.</ref> Kolumbien mit seinen beiden Kultfiguren Carlos Valderrama und René Higuita erreichte durch einen späten Treffer im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland die Achtelfinalteilnahme, die Emirate besaßen nur eine Statistenrolle in dieser Gruppe.

Gruppe E

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. SpanienSpanien Spanien  3  2  1  0 005:200  +3 05:10
 2. BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien  3  2  0  1 006:300  +3 04:20
 3. UruguayDatei:Flag of Uruguay.svg Uruguay  3  1  1  1 002:300  −1 03:30
 4. Vorlage:KOR-1984 Südkorea  3  0  0  3 001:600  −5 00:60

Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Die Partie Belgien-Uruguay gilt als eines der besten Spiele dieses Turniers. Vor allem die Belgier um ihr Mittelfeld-Ass Enzo Scifo spielten eine Klassepartie, obwohl Routinier Eric Gerets vom Platz gestellt wurde. Spanien hatte einen holprigen Start, kam aber dann besser ins Turnier und schlug auch Belgien, den damals amtierenden WM-Vierten. Im Spiel gegen Südkorea traf Michel von Real Madrid dreimal ins Netz. Der zweifache Weltmeister Uruguay erreichte durch ein Tor in der Nachspielzeit gegen Südkorea doch noch das Achtelfinale.

Gruppe F

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. EnglandEngland England  3  1  2  0 002:100  +1 04:20
 2. Irland Irland  3  0  3  0 002:200  ±0 03:30
 3. NiederlandeNiederlande Niederlande  3  0  3  0 002:200  ±0 03:30
 4. AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten  3  0  2  1 001:200  −1 02:40
Irland durch Losentscheid Gruppenzweiter

Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Europameister Niederlande war die Enttäuschung der Vorrundengruppe F. Nur im letzten Gruppenspiel gegen Irland blitzte die Klasse der Mannschaft zeitweise auf, ein Torwartfehler von Hans van Breukelen bescherte den Iren aber doch noch das wichtige Unentschieden, so dass erstmals in der WM-Geschichte das Los über den 2. und 3. Gruppenplatz entscheiden musste. Außenseiter Ägypten schlug sich überraschend gut, war im entscheidenden Gruppenspiel gegen England aber doch knapp unterlegen.

Rangliste der Gruppendritten

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. KolumbienDatei:Flag of Colombia.svg Kolumbien  3  1  1  1 003:200  +1 03:30
 2. Argentinien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Argentinien  3  1  1  1 003:200  +1 03:30
 3. NiederlandeNiederlande Niederlande  3  0  3  0 002:200  ±0 03:30
 4. UruguayDatei:Flag of Uruguay.svg Uruguay  3  1  1  1 002:300  −1 03:30
 5. OsterreichÖsterreich Österreich  3  1  0  2 002:300  −1 02:40
 6. SchottlandDatei:Flag of Scotland.svg Schottland  3  1  0  2 002:300  −1 02:40

Finalrunde

Spielplan

Vorlage:Turnierplan16-Platz3-Datum-ohneV Sieg nach Verlängerung
E Sieg im Elfmeterschießen

Achtelfinale

Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Kamerun und Kolumbien waren absolute Exoten im Achtelfinale, und lange war auch nicht abzusehen, welche Mannschaft hier die Oberhand behalten würde. Erst in der Verlängerung entschied der eingewechselte Roger Milla die Partie, begünstigt u. a. durch einen Fehler des kolumbianischen Torhüters René Higuita, der bei einem seiner Ausflüge den Ball an Milla verlor und so das 0:2 verschuldete. Für die costa-ricanische Nationalmannschaft, eine weitere große Überraschung, endete das Turnier gegen die ČSFR. Costa Rica konnte wie schon im Spiel gegen Schweden einen Rückstand egalisieren, wurde aber in der letzten halben Stunde von der ČSFR überrannt.

Brasilien zeigte im Achtelfinale seine beste Turnierleistung, vergab aber zu viele Chancen und musste sich so dem Erzrivalen Argentinien geschlagen geben. Eine Kombination von Maradona und Caniggia neun Minuten vor dem Ende sorgte für den knappen Sieg der Blau-Weißen.

Im Spiel der Bundesrepublik Deutschland gegen die Niederlande gelang der deutschen Mannschaft die Revanche für die Halbfinal-Niederlage bei der EM 1988. Die Niederländer konnten nicht an die Leistung der Vorjahre anknüpfen, und Marco van Basten konnte sich gegen Jürgen Kohler im Spiel nicht durchsetzen. Größter Skandal und ein prägender Moment der niederländisch-deutschen Rivalität waren die Platzverweise für Frank Rijkaard und Rudi Völler, der von Rijkaard angespuckt wurde, aber ebenfalls die rote Karte erhielt.<ref name="focus-515041"/> Jürgen Klinsmann, der sein bestes Spiel im Verlauf des Turniers absolvierte, und Andreas Brehme sorgten für die deutschen Siegtore, ein Elfmeter für die Niederlande brachte nur noch den Anschlusstreffer. Brehmes Tor war für die deutsche Mannschaft das letzte, das aus dem Spiel heraus erzielt wurde. Alle späteren Treffer im Lauf des Turniers entstanden aus Standardsituationen wie Frei- oder Strafstößen.

Das Spiel Rumänien gegen Irland erlebte recht ausgeglichene 120 Minuten, mit leichten Feldvorteilen für die Iren, die vor allem in der Zuschauergunst weit vorn lagen. Auch im Elfmeterschießen war lange keine Entscheidung abzusehen. Erst der neunte Schütze Daniel Timofte vergab den entscheidenden Elfmeter. Die Republik Irland erreichte also bei ihrer ersten WM-Endrunden-Teilnahme das Viertelfinale. Die italienischen Fans mussten sich über eine Stunde gedulden, bis Salvatore Schillaci im Spiel des Gastgebers gegen Uruguay erneut traf. Danach hatte der Außenseiter Uruguay im Duell der ersten beiden Weltmeister der Geschichte keine Chance mehr, ins Spiel zurückzukommen, und schied aus.

Das Spiel Spanien gegen Jugoslawien war ein weiteres hart umkämpftes Match dieser Spielrunde, mit dem besseren Ende für Jugoslawien. Der Mittelfeld-Star Dragan Stojković war mit zwei Treffern, darunter einem sehenswerten Freistoßtor, der spielentscheidende Mann. In der abschließenden Achtelfinalpartie der belgischen Mannschaft gegen England erzielte der Engländer David Platt in der letzten Minute der Verlängerung das entscheidende Tor zum Viertelfinale.

Viertelfinale

Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Argentinien konnte sich gegen Jugoslawien erst im Elfmeterschießen durchsetzen. Es war ein Elfmeterschießen mit vielen Fehlschüssen, unter anderem verschossen mit Maradona und Stojkovic auch die jeweiligen Stars der beiden Mannschaften. Der Mythos des „Elfmeterkillers“ Sergio Goycochea wurde in diesem Spiel geboren. Die Iren erreichten das Viertelfinale, ohne ein Spiel nach regulärer Spielzeit gewonnen zu haben. Wieder war es Schillaci, der den entscheidenden Treffer für Italien erzielte.

Die deutsche Mannschaft gewann durch ein Elfmetertor von Lothar Matthäus mit 1:0 gegen die ČSFR. Dieses Spiel ist vor allem dadurch in Erinnerung geblieben, dass Teamchef Franz Beckenbauer an der Seitenlinie fluchte, weil er nicht mit der Art und Weise einverstanden war, wie seine Elf nach dem Platzverweis von Lubomír Moravčík durch Schiedsrichter Helmut Kohl mit der Führung gegen die dezimierten Tschechoslowaken umging. Die Überraschungsmannschaft Kamerun führte auch gegen England zwischenzeitlich mit 2:1, ein Elfmeter von Gary Lineker rettete die Engländer in die Verlängerung. In dieser bekamen die Briten einen weiteren Elfmeter zugesprochen, den erneut Gary Lineker zum ersten Halbfinaleinzug Englands seit 1966 verwandelte.

Halbfinale

Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Erstmals nach 1970 standen wieder vier Verbände im Halbfinale, die zuvor schon mindestens einmal Weltmeister geworden waren. Beide Halbfinals hatten, nach dem Turnierverlauf zu urteilen, einen klaren Favoriten. Im ersten Halbfinale aber kassierte Gastgeber und Favorit Italien seinen ersten Gegentreffer im Turnier, was eine Entscheidung im Elfmeterschießen zur Folge hatte. Dort blieb erneut Argentinien siegreich.

Im anderen Halbfinale verursachte Pearce in der 60. Minute einen Freistoß, den Brehme ausführte. Der Ball wurde von Parker abgefälscht und senkte sich hinter Shilton ins Tor. Zehn Minuten vor Schluss schoss Lineker aus kurzer Distanz den Ball an Illgner vorbei ins Tor. In der Verlängerung sah Gascoigne die gelbe Karte. Hätte England gewonnen, hätte er im Finale gefehlt. Die Verlängerung blieb torlos, Waddle und Buchwald trafen lediglich den Pfosten. Letztendlich ging das Spiel ins Elfmeterschießen. Bis zu Pearce, dem vierten Schützen für England, waren alle Schützen erfolgreich. Dieser scheiterte jedoch dann an Illgner. Thon traf daraufhin wieder für Deutschland und Waddle schoss den letzten Elfmeter über die Latte, woraufhin Deutschland zum dritten Mal in Folge nach 1982 und 1986 im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft stand. Dies war bis dato noch keinem Land in der WM-Geschichte gelungen.

Spiel um Platz drei

Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Im Spiel um Platz drei sicherte sich Salvatore Schillaci mit dem Siegtreffer zum 2:1 den Titel des WM-Torschützenkönigs.

Finale

Argentinien BR Deutschland Aufstellung
Argentinien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:
Finale
Sonntag, 8. Juli 1990 um 20:00 Uhr in Rom (Olympiastadion)
Ergebnis: 0:1 (0:0)
Zuschauer: 73.603
Schiedsrichter: Edgardo Codesal Méndez (MexikoDatei:Flag of Mexico.svg Mexiko)
Spielbericht
BR Deutschland[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:
Aufstellung Argentinien gegen BR Deutschland
Aufstellung Argentinien gegen BR Deutschland
Sergio GoycocheaJuan SimónRoberto Sensini, José Serrizuela, Oscar Ruggeri (46. Pedro Monzón) – Pedro Troglio, Jorge Burruchaga (53. Gabriel Calderón), José Basualdo, Néstor LorenzoGustavo Dezotti, Diego Maradona (C)ein weißes C in blauem Kreis
Cheftrainer: Carlos Bilardo
Bodo IllgnerKlaus AugenthalerThomas Berthold (73. Stefan Reuter), Guido Buchwald, Jürgen Kohler, Andreas BrehmeThomas Häßler, Lothar Matthäus (C)ein weißes C in blauem Kreis, Pierre LittbarskiJürgen Klinsmann, Rudi Völler
Teamchef: Franz Beckenbauer
Strafstoß 0:1 Brehme (85., Foulelfmeter)
Gelbe Karten Dezotti (5.), Troglio (84.), Maradona (87.) Gelbe Karten Völler (52.)
Rote Karten Monzón (65.), Dezotti (87.)

Das Finale der WM 1990 wird im Allgemeinen als fußballerisch enttäuschend beurteilt.<ref>Cricket Soccer: As a person Maradona was one of the worst I’ve gotten to know in my life, says Edgardo Codesal. In: Medium. 7. Juli 2020, abgerufen am 26. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Erstmals kam es zu einer Finalrevanche, da sich beide Mannschaften im WM-Endspiel 1986 bereits gegenübergestanden hatten.<ref name="focus-515041"/> Wie im Viertel- und Halbfinale verließen sich die Argentinier auf ihren Elfmeterkiller Sergio Goycochea. Die ersatzgeschwächte Mannschaft – vier Spieler waren gesperrt – hatte im ganzen Spiel keine einzige Torchance. Insbesondere Diego Maradona konnte – von Guido Buchwald in Manndeckung genommen – nicht an die Leistungen bei der WM in Mexiko anknüpfen. Der Argentinier Pedro Monzón wurde in der 64. Minute wegen eines groben Fouls an Jürgen Klinsmann des Feldes verwiesen. Nachdem die deutsche Mannschaft ihre Torchancen nicht hatte nutzen können, brachte ein Elfmeter in der 85. Minute die Entscheidung. Während vorher der Schiedsrichter ein klares Foul im Strafraum an Klaus Augenthaler nicht gepfiffen hatte (59. Minute), entschied er nun nach einer umstrittenen Attacke gegen Rudi Völler auf Strafstoß, was viele Beobachter als Konzessionsentscheidung auffassten. Hatte im Viertelfinale noch Lothar Matthäus den entscheidenden Strafstoß verwandelt, so war es diesmal Andreas Brehme, der die Verantwortung übernahm. Matthäus hatte in der Halbzeit seine Schuhe wechseln müssen und fühlte sich in den neuen Schuhen nicht sicher.

Es war das erste WM-Finale, das durch einen Elfmeter entschieden wurde. Unrühmliches Ende des Spiels war die zweite Rote Karte der Partie, die der argentinische Spieler Gustavo Dezotti nach einer Tätlichkeit an Jürgen Kohler erhielt. Mit dem dritten Titel konnte Deutschland in der Zahl der Titel mit Brasilien und Italien gleichziehen. Franz Beckenbauer gelang es als zweitem Fußballer nach dem Brasilianer Mário Zagallo, sowohl als Spieler (bei der WM 1974) wie auch als Trainer („Teamchef“) Weltmeister zu werden.

In Deutschland sahen das WM-Endspiel Argentinien-Deutschland in der ARD rund 24,7 Millionen Zuschauer und die anschließende Siegerehrung 25,5 Millionen Zuschauer.

Ehrungen der Platzierten

Die deutsche Nationalmannschaft wurde in Deutschland zur ersten Mannschaft des Jahres des wiedervereinigten Deutschlands, Lothar Matthäus zum Fußballer des Jahres in Deutschland und Europa sowie zum letzten inoffiziellen Weltfußballer des Jahres gewählt. Diego Maradona wurde bei der von El Mundo veranstalteten Wahl als Südamerikas Fußballer des Jahres gewählt. Sergio Goycochea wurde als Argentiniens Fußballer des Jahres, Franco Baresi als Italiens Fußballer des Jahres und John Barnes bei der Journalisten-Wahl sowie David Platt bei der Spielerwahl als Englands Fußballer des Jahres und Paul Gascoigne zum Sportler des Jahres in Großbritannien gewählt.

Beste Torschützen

Rang Spieler Tore
1 Vorlage:ITA-1946 6
2 Tschechoslowake[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Tomáš Skuhravý 5
3 EngländerDatei:Flag of England.svg Gary Lineker 4
Deutscher[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Lothar Matthäus 4
KamerunerDatei:Flag of Cameroon.svg Roger Milla 4
Spanier Míchel 4
7 Deutscher[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Andreas Brehme 3
Deutscher[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Jürgen Klinsmann 3
EngländerDatei:Flag of England.svg David Platt 3
Deutscher[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Rudi Völler 3
11 Vorlage:ITA-1946 2
Rang Spieler Tore
11 RumäneDatei:Flag of Romania.svg Gavril Balint 2
Tschechoslowake[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Michal Bílek 2
Argentinier[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Claudio Caniggia 2
BrasilianerDatei:Flag of Brazil (1968-1992).svg Careca 2
JugoslaweDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Davor Jozić 2
RumäneDatei:Flag of Romania.svg Marius Lăcătuș 2
BrasilianerDatei:Flag of Brazil (1968-1992).svg Müller 2
JugoslaweDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Darko Pančev 2
KolumbianerDatei:Flag of Colombia.svg Bernardo Redín 2
JugoslaweDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Dragan Stojković 2

Darüber hinaus gab es 54 Spieler mit einem Treffer.

Schiedsrichter

Die FIFA nominierte insgesamt 41 Schiedsrichter für die 52 WM-Spiele. Darunter war eine lokale Reservegruppe, bestehend aus fünf italienischen Schiedsrichtern, die lediglich bei Bedarf als Linienrichter eingeplant waren. Dies war die letzte WM ohne spezialisierte Schiedsrichter-Assistenten, auch wenn einige der Nominierten keine Einsätze als Hauptschiedsrichter verzeichnen konnten. Für 11 Offizielle war dies bereits die zweite WM-Endrundenteilnahme, für den Schweden Erik Fredriksson sogar die dritte.

Das Eröffnungsspiel leitete der Franzose Michel Vautrot, für das Finale wurde Edgardo Codesal Méndez aus Mexiko angesetzt.

Verband Land Schiedsrichter Spiele Spiele als SRA Bemerkung
AFC Vorlage:SYR-1980 style="text-align:left" 1 3
JapanDatei:Flag of Japan.svg Japan style="text-align:left" 1 3
Bahrain 1972Datei:Flag of Bahrain (1972-2002).svg Bahrain style="text-align:left" 0 5
CAF AlgerienDatei:Flag of Algeria.svg Algerien style="text-align:left" 0 4
TunesienDatei:Flag of Tunisia.svg Tunesien style="text-align:left" 1 5
GabunDatei:Flag of Gabon.svg Gabun style="text-align:left" 0 3
CONCACAF MexikoDatei:Flag of Mexico.svg Mexiko style="text-align:left" 3 3 Finale
Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  USA style="text-align:left" 1 5
Costa Rica[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Costa Rica style="text-align:left" 0 5
CONMEBOL UruguayDatei:Flag of Uruguay.svg Uruguay style="text-align:left" 1 2
KolumbienDatei:Flag of Colombia.svg Kolumbien style="text-align:left" 0 6
EcuadorDatei:Flag of Ecuador.svg Ecuador style="text-align:left" 1 2
Argentinien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Argentinien style="text-align:left" 3 1
ParaguayDatei:Flag of Paraguay.svg Paraguay style="text-align:left" 1 3
Chile Chile style="text-align:left" 1 1
BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Brasilien style="text-align:left" 1 1 Halbfinale
OFC Australien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Australien style="text-align:left" 0 3
UEFA Italien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Italien style="text-align:left" 1 0
Italien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Italien style="text-align:left" 3 1
Spanien Spanien style="text-align:left" 1 1
EnglandDatei:Flag of England.svg England style="text-align:left" 2 2
Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Schweden style="text-align:left" 1 1
Deutschland Demokratische Republik 1949[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  DDR style="text-align:left" 2 2
OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich style="text-align:left" 3 1
Polen[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Polen style="text-align:left" 0 8
Danemark[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Dänemark style="text-align:left" 2 4
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikDatei:Flag of Yugoslavia (1946–1992).svg Jugoslawien style="text-align:left" 2 4
FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich style="text-align:left" 3 2 Spiel um Platz 3
FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich style="text-align:left" 3 2 Eröffnungsspiel; Halbfinale
Schweiz[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Schweiz style="text-align:left" 3 4
Deutschland[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  BR Deutschland style="text-align:left" 2 1
Portugal[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Portugal style="text-align:left" 2 1
SchottlandDatei:Flag of Scotland.svg Schottland style="text-align:left" 1 1
NordirlandDatei:Flag of Northern Ireland.svg Nordirland style="text-align:left" 1 4
Sowjetunion[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Sowjetunion style="text-align:left" 1 2
BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien style="text-align:left" 1 2
Italien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Italien style="text-align:left" 2 Lokale Reservegruppe
Italien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Italien style="text-align:left" 1 Lokale Reservegruppe
Italien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Italien style="text-align:left" 1 Lokale Reservegruppe
Italien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Italien style="text-align:left" 1 Lokale Reservegruppe
Italien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Italien style="text-align:left" 1 Lokale Reservegruppe

Statistik

Der italienische Stürmer Salvatore Schillaci gewann den goldenen Schuh für den besten Torschützen. Er erzielte in sieben Partien sechs Treffer für die Gastgeber.

Die Weltmeisterschaft 1990 war letztlich wenig spektakulär und doch rekordverdächtig. Es fielen die wenigsten Tore pro Spiel bei einer WM, dafür gab es 16 rote Karten. Die meisten Spiele waren hart umkämpft: 8 der 16 Spiele ab dem Achtelfinale gingen in die Verlängerung und 4 davon endeten erst nach Elfmeterschießen. Die Defensive und harte Attacken prägten die Spiele der WM. So schoss Finalist Argentinien in sieben Spielen lediglich fünf Tore in der regulären Spielzeit. Irland schaffte es ohne Sieg und mit nur zwei geschossenen Toren bis ins Viertelfinale. Dagegen war Deutschland noch eine der attraktiven Mannschaften mit einem offensiven Fußballspiel, obgleich die deutsche Mannschaft nach dem Achtelfinale nur noch Tore aus Standardsituationen erzielte.

Auch im Finale spielte Argentinien von Anfang an auf Elfmeterschießen - offenbar in der Hoffnung, „Elfmetertöter“ Goycochea, der im Viertel- und Halbfinale für das Weiterkommen gesorgt hatte, werde ihnen den Titel bescheren. So hatten die Argentinier im Endspiel nicht eine Torchance, während sich die deutsche Mannschaft gut ein Dutzend Chancen erarbeitete. Vom Glanz der argentinischen Mannschaft, der diese vier Jahre zuvor zum Weltmeister gemacht hatte, war im gesamten Turnier nichts mehr zu erkennen.

Kultur

1990 gab es erstmals bei einer Fußball-WM einen offiziellen WM-Song. Un’estate italiana („Ein italienischer Sommer“) von Gianna Nannini und Edoardo Bennato (Melodie von Giorgio Moroder) wurde in vielen Ländern ein Hit.

Der deutsche Spielfilm Good Bye, Lenin! nimmt immer wieder Bezug auf die Fußball-WM 1990. In der britischen Filmkomödie Fisch & Chips wird das gute Abschneiden der irischen Mannschaft bei der Fußball-WM 1990 thematisiert.

Seither wird die Brotsorte Weltmeisterbrot auf dem deutschen Nahrungsmittelmarkt angeboten.

Die deutsche Mannschaft nahm gemeinsam mit Udo Jürgens wieder eine Schallplatte auf, die sich aber kaum verkaufte.<ref>Die Geschichte der WM-Lieder - Am Anfang war "Fußball ist unser Leben". Abgerufen am 21. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Literatur

  • Bedürftig, Friedemann (Hrsg.): WM Italien 1990 (Fußball Weltmeisterschaft), Verlag Carlsen, 1991 Hamburg, ISBN 3-551-45304-7.
  • Valérien, Harry: Fußball-WM: '90 Italien, 1990, Verlag Südwest, ISBN 3-517-01191-6.
  • Unbekannt: Internationaler Trainer-Kongress 1990. Analyse der WM Italia '90, 1991, 112 Seiten, ISBN 3-89001-033-4.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein