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Fronde

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(Weitergeleitet von Frondeur)

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Schlacht im Faubourg Saint-Antoine unter den Mauern der Bastille von Paris (1652)

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Datum bis 3. August 1653}}
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Casus Belli

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Ausgang Sieg der Krone
Friedensschluss

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Territoriale Änderungen

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Folgen

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Die Fronde war eine Reihe von Bürgerkriegen und politischen Aufständen in Frankreich, die zwischen 1648 und 1653 stattfanden. Die Fronde entstand als Reaktion auf die Politik der Regierung, die in den letzten Jahren des Dreißigjährigen Krieges auf höhere Steuern und Zentralisierung abzielte. In verschiedenen Teilen der französischen Gesellschaft wuchs der Unmut, da diese Maßnahmen als Bedrohung für traditionelle Privilegien, wirtschaftliche Interessen und lokale Autonomie empfunden wurden. Spannungen zwischen der Krone und dem Parlement von Paris, das sich gegen neue Steuerverordnungen und eine stärkere Einschränkung politischer Befugnisse wandte, führten zur Fronde parlementaire und einem vorübergehenden Zugeständnis seitens der königlichen Regierung. In der zweiten Phase, der Fronde des Princes, kam es zur militärischen Auseinandersetzung des Hochadels, darunter Louis II. de Bourbon, Fürst von Condé, mit der Krone. Ihre Beweggründe reichten von persönlichem Ehrgeiz und Misstrauen gegenüber Mazarin bis hin zu einer umfassenderen Opposition gegen die Art und Weise, wie die königliche Macht ausgeübt wurde.

Der Ausgang der Fronde führte letztendlich zu einer Stärkung der königlichen Autorität. Bis 1653 waren die Aufstände und der bewaffnete Widerstand niedergeschlagen.

Der Begriff fronde entstand um das Jahr 1648. Ursprünglich bezeichnete er eine Wurfschleuder, mit der Kinder spielten. Davon leitete sich das Verb fronder ab, das in der Politik verwendet wurde, um gegen den königlichen Hof oder die Regierung gerichtete Meinungsäußerungen zu beschreiben. In den späten 1640er Jahren wurden dann allgemein alle Angehörigen der Parlements, die gegen die Regierung opponierten, als frondeurs bezeichnet.

Ende des Jahres 1651 erschienen schließlich Flugblätter, in denen die politischen Ereignisse seit 1648 insgesamt mit dem Wort fronde beschrieben wurden, und bis zum Ende des 17. Jahrhunderts etablierte sich der Begriff fest in der Historiographie. Heute versteht man neben den historischen Ereignissen zwischen 1648 und 1653 unter fronde auch eine Gruppe unorganisierter Oppositioneller gegen eine Regierung oder allgemein die Ablehnung einer Autorität.

Vorgeschichte

Seit Oktober 1635 befand sich Frankreich zusammen mit Schweden im Krieg gegen den römisch-deutschen Kaiser und der katholischen Liga. Gleichzeitig führte Frankreich seit Mai Krieg gegen Spanien.<ref>Chevallier: 1979, S. 495, 504.</ref> Die steigenden Kriegskosten führten zu einer immer höheren Steuerlast. Im Vergleich zu 1626 hatte sich die Höhe der Taille<ref group="A">Diese Steuer entfiel fast ausschließlich auf die Bauernschaft und machte im Jahr 1639 bereits 54 Prozent des königlichen Gesamthaushaltes aus. Yves-Marie Bercé: 1996, S. 136.</ref> bis 1636 verdoppelt und einschließlich der militärischen Zuschläge bis 1639 mehr als verdreifacht. Die Ausgaben für den Krieg stiegen im gleichen Zeitraum von 17 Millionen Livres 1610 auf 39 Millionen 1635 und 44 Millionen Livres im Jahr 1642.<ref>Cooper: 2008, S. 47.</ref>

Seit dem ausgiebigen Einsatz der Intendanten, Vertreter der Krone, die unabhängig von den lokalen Beamten agierten, gab es einen anhaltenden Konflikt zwischen dem Adel und der königlichen Regierung in Paris, über die gerechte Erhebung und Verteilung der Steuern.<ref>Tapié: 1984, S. XVII.</ref><ref>Cooper: 2008, S. 79.</ref> Der König allein hatte die Autorität über die Intendanten. Kam es zu Konflikten mit den lokalen Parlementen hob der König deren Dekrete wieder auf. Dank dieser Vertreter war der König nicht mehr von Beamten abhängig, die sich ihre Ämter erkauft hatten.<ref>Mousnier: 2008, S. 482.</ref> Um neue Steuern zu erheben, brauchte der König die Zustimmung des Parlements.<ref>Tapié: 1984, S. XVII.</ref> Um diese Abhängigkeit zu durchbrechen, versuchte Richelieu bis zu seinem Tod die Rechte des Parlements immer weiter einzuschränken.<ref>Hamscher: 1976, S. XVII f., 8.</ref>

Neuer Erster Minister und Regentschaft von Anna von Österreich

Nach dem Tod von Richelieu am 4. Dezember 1642 übernahm Kardinal Mazarin das Amt des Principal Ministre d’État.<ref>Treasure: 1997, S. 57.</ref><ref>Perkins: 1886, S. 230.</ref> Fünf Monate später starb Ludwig XIII. Da der Dauphin Ludwig noch minderjährig war, übernahm seine Mutter Anna von Österreich die Regentschaft.<ref>Wolf: 1970, S. 37, 40.</ref> Mazarin gelang es schnell das Vertrauen der Königinmutter zu gewinnen. Dadurch war er in der Lage seine aggressive Außenpolitik gegenüber dem Reich und Spanien fortzusetzen, wobei er sich im inneren weiteren Problemen mit den Parlementen und der Finanzierung des Krieges ausgesetzt sah.<ref>Goubert: 1993, S. 56, 96 f.</ref> Darüber hinaus sah sich Mazarin wiederholt mit Aufständen gegen zu hohe Steuern konfrontiert. 1643 in Rovergue und Tours 1644 in Montpellier und 1645 und 1646 in Paris.<ref>Treasure: 1997, S. 103–107.</ref> Der Widerstand im Parlement von Paris, neue Steuern rechtlich zu bestätigen, hatte sich bis September 1645 so weit verstärkt, dass Mazarin gezwungen war, zu einem lit de justice zu greifen. In dieser feierlichen, vom König selbst geleiteten Sitzung wurde das Parlement, die umstrittenen Edikte und Steuerbeschlüsse offiziell zu registrieren.<ref>Levi: 2004, S. 51 f.</ref><ref>Goubert: 1993, S. 193.</ref>

Verlauf

Datei:François André Vincent - President Mole Manhandled by Insurgents - 78.39 - Detroit Institute of Arts.jpg
Unruhen in Paris: Der Präsident des Parlements, Molé, bedrängt von Aufständischen

Auftakt

Anfang 1648 stand eine Reihe von Steuermaßnahmen zur Protokollierung an, darunter die erneute Ausweitung des Ämterkaufs sowie die Erhöhung des Franc-fief und der Censive-Abgaben. Um den Widerstand des Parlaments gegen diese Edikte zu brechen, berief Mazarin für den 15. Januar erneut ein Lit de justice ein. Während der Sitzung übten Vertreter des Parlements, unter ihnen der Generaladvokat Omer Talon, jedoch scharfe Kritik an der Regierungspraxis. Die zentralen Argumente waren die unzulässige Anwendung des Lit de justice während einer Minderjährigkeit des Königs sowie die verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Steuerlast für die Provinzen. Talon forderte die Regentin Anna von Österreich ausdrücklich zur moralischen Prüfung dieser Politik auf, was von dieser als persönlicher Affront zurückgewiesen wurde. Bereits am folgenden Tag demonstrierte das Parlement seine Opposition, indem es das Lit de justice für rechtlich nichtig erklärte. Die Richter nahmen die eigenständigen Beratungen über die vorgelegten Edikte wieder auf, was einen direkten Übergriff auf die königliche Autorität darstellte.<ref>Goubert: 1993, S. 198 f.</ref>

Die Vereinbarung, wonach die Amtsträger des Parlements und der souverain courts alle neun Jahre die Paulette entrichteten, war im vorangegangenen Dezember 1647 ausgelaufen.<ref>Levi: 2004, S. 52.</ref> Da diese Steuer den Richtern die Erblichkeit ihrer Ämter – und damit ihr Familienvermögen sowie ihren Status in der Noblesse de Robe – sicherte, war deren Erneuerung für die Justizelite existenziell. Mazarin erkannte diese Abhängigkeit und versuchte im Frühjahr 1648, die Erneuerung des Privilegs für ein riskantes finanzielles Manöver zu nutzen.<ref name="Perkins399." /> Zunächst wurden die Edikte, deren Registrierung vom Parlement verweigert worden war, den drei anderen souveränen Gerichten vorgelegt.<ref>Goubert: 1993, S. 198.</ref> Anschließend forderte als Gegenleistung für die Paulette, den Verzicht auf vier Jahresgehälter.<ref name="Perkins399." />

Um den zu erwartenden Widerstand zu brechen, nahm er das Parlement von Paris von dieser Forderung aus. Dieser Versuch, die Institutionen durch „Teile und herrsche“ gegeneinander auszuspielen, erwies sich jedoch als schwerer politischer Fehlkalkulation. Die Richter der verschiedenen Höfe waren durch Verwandtschaft, Heiratsallianzen und gemeinsame Standesinteressen so eng miteinander verflochten, dass das Parlement von Paris das Angebot der Krone als durchschaubaren Bestechungsversuch ablehnte.<ref name="Perkins399." /> Am 13. Mai 1648 entschieden die einzelnen Höfe Vertreter in die Chambre de Saint-Louis zu entsenden. Dort sollte erörtert werden, ob ein Ausländer Mazarin das Amt des Ersten Ministers ausüben dürfe, ferner sollte Surintendant des Finances Michel Particelli d’Émery Rechenschaft über seine Misswirtschaft abzulegen. Um dem entgegenzuwirken, ließ Anna am 18. Mai alle Edikte bezüglich der Paulette aufheben was den Richtern ihre wirtschaftliche Grundlage entzog.<ref name="Levi54." />

Von Mitte Mai bis Ende Juni war die Regierung bemüht die Kontrolle wieder zu erlangen; die Versammlung wurde für illegal erklärt, und es kam zu Festnahmen. Zu den Schwierigkeiten, die durch den weit verbreiteten Aufruhr in den Provinzen entstanden, kam noch die Fehleinschätzung über das Verhalten der lokalen Beamten. In der Annahme, dass die örtlichen Parlemente und Gerichtshöfe Delegierte nach Paris entsenden würden, verschwendete die Regierung in Paris Zeit und Energie damit, jegliche Verbindung zwischen der Hauptstadt und den Provinzen zu blockieren. Diese Verbindung wurde von den lokalen Höfen und Parlementen gar nicht angestrebt. In Paris hatten Anna und Mazarin den Provinzialismus nicht erkannt. Die regionalen Parlemente waren zwar durchaus bereit, die Schwierigkeiten der Regentin in der Hauptstadt auszunutzen, doch vermieden sie größtenteils jede formelle Bindung, die ihre Verhandlungsfreiheit bei lokalen Reformen einschränken und sie möglicherweise zu bloßen Marionetten der Pariser Richter gemacht hätte.<ref>Moote: 1972, S. 128 f.</ref>

Die lokalen Finanzbeamten reagierten wohlwollender als die Abgeordneten der Provinzen, da sie neben ihren lokalen Strukturen auch ständige Vertreter in der Hauptstadt hatten. Am 23. Mai entsandten sie ein öffentliches Schreiben an das Parlement in Paris. Darin forderten sie die rechtliche Handhabe, eine Summe von fünf Millionen Livres von den privaten Steuereinnehmern, den sogenannten Traitants, einzuziehen. Der Vorwurf lautete, dass diese Beamten Gelder unterschlagen hatten, die eigentlich für die Auszahlung von Gehältern bestimmt waren. Gleichzeitig wurden die örtlichen Finanzbeamte aufgefordert, sich mit den anderen Beamten in ihren Gemeinden zusammenzuschließen und alle Dokumente, die das Fehlverhalten der Intendanten und Traitants belegten, nach Paris weiterzuleiten.<ref>Moote: 1972, S. 129.</ref> Ende Juni sah sich die Regentin gezwungen der Forderung des Parlements auf Versammlung nachzugeben. Zwischen dem 30. Juni und dem 9. Juli verabschiedete das Parlament 27 Artikel, in denen die Abschaffung der Intendanten, die strafrechtliche Verfolgung der Steuerpächter und Finanziers, die Einführung des Habeas-Corpus-Prinzips sowie die Kontrolle über die Finanzen der Monarchie gefordert wurden.<ref>Goubert: 1993, S. 200–203.</ref><ref name="Levi54." />

Fronde parlementaire

Am 20. August hatte die französische Armee unter Condé die Spanier besiegt. Die Meldung des Sieges gab Anne die Möglichkeit, gegen das Parlement vorzugehen. Nach einer Zeremonie in Notre-Dame am 26. August wurden die führenden Köpfe des Widerstands, René Potier de Blancmesnil, Nicolas Charton und Pierre Broussel, verhaftet. Die Nachricht von der Verhaftung verbreitete sich rasch in ganz Paris und führte zu Unruhen unter der Pariser Bevölkerung. Die Regentin ignorierte zunächst die Warnungen, wurde jedoch durch den gewaltsamen Widerstand des Volkes gegen Kanzler Séguier und die Vermittlung Mazarins zur Freilassung von Pierre Broussel gedrängt. Nach Verhandlungen mit dem Parlement stimmte sie der Entlassung zu, um die angespannte Lage in der Hauptstadt zu entschärfen. Trotz der Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung hielten die Spannungen zwischen der Regierung und dem Parlement an. Mazarin riet zu einer versöhnlichen Haltung, um Zeit zu gewinnen und auf künftige Gelegenheiten zur Wiedererlangung der Staatsgewalt zu warten. Infolgedessen fügte sich Anne widerwillig den Forderungen des Parlements und bereitete sich darauf vor, Paris zu verlassen. Am 13. September zogen sich Ludwig XIV. und seine Mutter nach Ruel zurück.<ref>Perkins: 1886, S. 423, 424 ff, 432–437.</ref>

Die politische Krise erreichte im Spätsommer und Herbst 1648 einen kritischen Wendepunkt, es koam zu weiteren Verhaftungen die eine Welle der Empörung auslösten und die Entschlossenheit des Parlements, festigten weitreichende konstitutionelle Garantien gegen die absolutistische Praxis der Lettres de Cachet einzufordern. Um den drohenden Machtverlust und den drohenden Staatsbankrott abzuwenden sowie die Unterstützung der vermittelnden Prinzen zu sichern, kehrte Anna von Österreich im Oktober von Ruel nach Paris zurück und willigte gezwungenermaßen in weitreichende Reformen ein. Diese Zugeständnisse, die am 24. Oktober 1648 besiegelt wurden, erfolgten jedoch auf Anraten Mazarins nur zum Schein, um bis zum Eintreffen loyaler Truppen Zeit zu gewinnen und die Beschlüsse bei nächster Gelegenheit zu widerrufen. Diese Phase der taktischen Verhandlungen endete schließlich in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 1649 mit der heimlichen Flucht der königlichen Familie nach Saint Germain, was den unmittelbaren Übergang zum bewaffneten Bürgerkrieg und zur Belagerung der Hauptstadt einleitete.<ref>Perkins: 1886, S. 438–446.</ref>

Der Rückzug des Hofes nach Saint-Germain markierte den Übergang zum offenen Kriegszustand, wobei die Regentin und Mazarin beabsichtigten, das Parlement durch eine Blockade der Hauptstadt politisch zu isolieren und militärisch zur Unterwerfung zu zwingen. Während Condé und der Herzog von Orléans dem Regenten treu blieben, bekannten sich Condés jüngerer Bruder Conti, der Herzog und die Herzogin von Longueville sowie der Prinz von Marsillac zum Pariser Parlement. Die wiederholte kleinere Gefechte mit der königlichen Armee Condés trugen zur Eskalation des Bürgerkriegs bei und führten zu Unruhen in der Normandie, der Provence, Anjou, Maine und Poitou.<ref>Moote: 1972, S. 186, 190 f.</ref> Die Auseinandersetzungen fanden Anfang Februar 1649 ihren Höhepunkt in der Belagerung von Paris. Die sich daraus entwickelnde Pattsituation führte zu Verhandlungen zwischen Parlement und Krone. Am 12. März unterzeichneten beide Parteien den Vertrag von Rueil. Der Vertrag bestätigte das königliche Edikt vom Oktober 1648. Dies beinhaltete Steuererleichterungen und den Schutz vor willkürlichen Verhaftungen. Allen Teilnehmern des Aufstandes – sowohl den Richtern des Parlements als auch den kriegsführenden Adeligen – wurde Straffreiheit zugesichert.<ref>Perkins: 1902, S. 26.</ref><ref>Godley: 1915, S. 266f.</ref>

Fronde des Princes

Der Übergang zur Fronde des Princes wurde durch die wachsende Arroganz und die Forderungen Condés ausgelöst. Obwohl er die Krone während der parlamentarischen Fronde militärisch unterstützt hatte, forderte Condé als Gegenleistung für seine militärische Unterstützung der Krone eine maßgebliche Kontrolle über die personellen und politischen Entscheidungen der Regierung. Sein Ziel war die Etablierung einer weitgehenden Autonomie für sein Haus und seine Klientel. Konkret forderte Condé das Amt der Admiralität, das zuvor sein Schwager Maillé-Brézé innehatte, sowie die Kontrolle über die Festung Pont-de-l’Arche, die als strategischer Zugang zur Normandie galt. Zudem zwang er Mazarin am 2. Oktober 1649 zu einer schriftlichen Vereinbarung, nach der keine wichtigen Ämter oder klerikalen Positionen ohne Condés Zustimmung besetzt werden durften. Mazarin nutzte diese Forderungen, um Condé politisch zu isolieren, indem er konkurrierenden Adelsfamilien wie den Vendôme ebenfalls Ämter in Aussicht stellte.<ref>Bertière: 2007, S. 357–360.</ref> Der offene Konflikt begann am 18. Januar 1650, als Mazarin die Verhaftung von Condé, seinem Bruder, dem Prince de Conti, und seinem Schwager, dem Duc de Longueville, anordnete.<ref>Bertière: 2007, S. 368.</ref><ref>Godley: 1915, S. 291.</ref> Nach der Verhaftung der Prinzen verlagerte sich das militärische Geschehen zunächst in die Provinzen, Normandie, Berry, Bourbonnais und Guyenne, wo lokale Adlige wie der Herzog von Bouillon Anne Geneviève de Bourbon-Condé Herzogin von Longueville und Claire Clémence de Maillé-Brézé den Widerstand gegen die Krone organisierten.<ref>Goubert: 1990, S. 243 f.</ref> In Lorraine verbündete sich Marschall von Turenne, mit Leopold Wilhelm von Österreich. Im Juni schloss sich Erzherzog Leopold persönlich Turenne an und eroberte daraufhin Rethel, Château-Porcein und Neufchâtel, während Turenne den Marquis von Hocquincourt bei Fismes besiegte. Im Oktober rückte er nach Mouzon vor, das sich am 6. November ergab. Da seine Kommunikations- und Versorgungswege von königlichen Truppen bedroht waren, zog er sich in seine Winterquartiere in Flandern zurück.<ref>Treasure: 1997, S. 167.</ref>

Die Truppen des Königs waren unterdessen im Juli erfolgreich vorgerückt, hatten das Poitou durchquert und Bordeaux belagert, das sich am 29. September ergab.<ref>Treasure: 1997, S. 168.</ref> Am 15. Dezember 1650 kam es zur Schlacht von Rethel, in der die königlichen Truppen unter dem Kommando von César de Choiseul, Comte du Plessis-Praslin, einen entscheidenden Sieg über das spanisch-frondistische Heer errangen.<ref>Bertière: 2007, S. 382 f.</ref> Nach der Schlacht bei Rethel war die militärische Lage für die Opposition der Fronde angespannt. Die Anhänger Condés, die Jeune Fronde, nahmen Gespräche mit der Vieille Fronde über ein mögliches Bündnis auf. Auch innerhalb des Parlements von Paris festigte sich der Widerstand gegen Mazarin. Unter zunehmendem Druck und nachdem Verhandlungsversuche gescheitert waren, verließ Mazarin Paris in Richtung Saint-Germain, während Anna von Österreich in der Hauptstadt unter Bewachung gestellt wurde. Das Parlement forderte daraufhin die Freilassung der Prinzen und Mazarins Verbannung. In der angespannten Atmosphäre willigte Anna ein. Am 10. Februar wurden Befehle zur Freilassung von Condé, Conti und Longueville erteilt und am 16. Februar zog Condé unter dem Jubel der Bevölkerung in die Stadt ein.<ref>Treasure: 1997, S. 177 ff.</ref><ref>Levi: 2004, S. 66.</ref>

Nach der vorübergehenden Freilassung der Prinzen und dem endgültigen Bruch Condés mit dem Hof im eskalierte der Konflikt erneut. Am 1. April 1652 besiegte Condé den Marschall d’Hocquincourt bei Bléneau vernichtend. Turenne, der zuvor die Seiten gewechselt hatte und nun das Heer des Königs anführte,<ref>Longueville: 1907, S. 149.</ref> konnte den Zusammenbruch der Front bei Bléneau nicht verhindern; seine einzige verbliebene Leistung bestand darin, den direkten Weg nach Paris zu versperren.<ref>Treasure: 1997, S. 196.</ref> Wenige Wochen später, am 4. Mai 1652, trafen die Armeen in der Schlacht von Étampes erneut aufeinander.<ref>Longueville: 1907, S. 170 ff.</ref> Der militärische Höhepunkt der Auseinandersetzung war die Schlacht im Faubourg Saint-Antoine am 2. Juli 1652.<ref>Levi: 2004, S. 74.</ref> Der Konflikt verlagerte sich schließlich zurück in den Südwesten. Die Fronde endete militärisch im Juli 1653 mit der zweiten Belagerung von Bordeaux. Damit war der organisierte bewaffnete Widerstand des Adels endgültig gebrochen.<ref>Bertière: 2007, S. 446.</ref>

Folgen

Das Scheitern der Fronde führte dazu, dass eine parlamentarische Monarchie ähnlich der in England nachhaltig diskreditiert wurde. Das Ergebnis war eine Stärkung des monarchischen Prinzips: Mazarin, der nach dem Konflikt keine Vergeltung suchte, nutzte die Gelegenheit, um den Wiederaufbau der königlichen Macht in die Wege zu leiten. Er umging die großen Adelsfamilien und zog stattdessen Angehörige des niederen Adels und der Bourgeoisie als Amtsträger heran. Diese Strategie erweiterte die soziale Basis der Monarchie und festigte die Verwaltung. Für Ludwig XIV. wurde so schon in seiner Jugend ein Machtfundament geschaffen, das auf einem Herrschkult und der symbolträchtigen Selbstdarstellung des Königtums beruhte.<ref>Birn: 1992, S. 83 ff.</ref>

Mit dem Regierungsantritt Ludwigs und dem Tod Mazarins wurde die absolute Monarchie endgültig etabliert. Ludwig verkündete, dass er keinen Ersten Minister mehr akzeptieren und selbst die Regierungsgeschäfte übernehmen werde. Das Ende der Fronde verdeckte jedoch nur vorübergehend die anhaltenden sozialen und finanziellen Missstände: Das Steuersystem blieb ungerecht, Ämter wurden weiterhin verkauft und die Lasten der Staatsverschuldung wurden letztlich auf die breite Bevölkerung, vor allem auf die Bauern, abgewälzt. Die politischen und gesellschaftlichen Spannungen blieben also auch nach dem formalen Sieg der Monarchie bestehen, aber die Mittel, sie zu kontrollieren und zu verwalten, wurden wesentlich gestärkt.

Literatur

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Anmerkungen

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Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="Perkins399.">Perkins: 1886, S. 399.</ref> <ref name="Levi54.">Levi: 2004, S. 54.</ref> </references>–