Friesenbrücke
| Friesenbrücke | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nutzung | Eisenbahnstrecke, Fuß- und Radweg | |||||
| Unterführt | Ems | |||||
| Ort | Weener, Westoverledingen | |||||
| Unterhalten durch | Deutsche Bahn AG<ref>Wasser- und Schiffahrtsdirektion Nordwest: Planfeststellungsbeschluß für den Ausbau der Bundeswasserstraße Ems von km 0 bis km 40,45, abgerufen am 8. Dezember 2015</ref> | |||||
| Gesamtlänge | 335 m | |||||
| Höhe | 4 m<ref>Schenkelberg: Die Friesenbrücke über die Ems bei Weener. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 46. Jahrgang 1926, Nr. 47 (vom 24. November 1926), S. 530. (vgl. Literatur)</ref> | |||||
| Baubeginn | 1924 | |||||
| Fertigstellung | 1926 | |||||
| Eröffnung | 1926 | |||||
| Schliessung | 2015 | |||||
| Lage | ||||||
| Koordinaten | 53° 9′ 41″ N, 7° 22′ 21″ O
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| Höhe über dem Meeresspiegel | 7 m ü. NN | |||||
Die Friesenbrücke bei der ostfriesischen Stadt Weener in Niedersachsen ist die größte Hub-Drehbrücke für den Eisenbahnverkehr Europas.<ref>Letztes Teil für neue Friesenbrücke über die Ems eingesetzt. In: spiegel.de vom 12. Dezember 2024, abgerufen am 10. März 2026.</ref> Sie überspannt die Ems als eingleisige und nicht elektrifizierte Eisenbahnbrücke im Verlauf der Bahnstrecke Leer–Groningen sowie der Wunderline. Sie verfügt über einen seitlichen Geh- und Radweg und ist nach Vorgängerbauten aus den Jahren 1876, 1926 und 1951 die vierte Brücke an dieser Stelle.
Nach der Zerstörung der dritten Brücke durch einen Schiffsunfall im Jahr 2015 wurde die jetzige Brücke vollständig neu errichtet und am 5. September 2025 für Fußgänger und Radfahrer freigegeben. Der Eisenbahnverkehr folgt bis Mitte 2026.<ref name="NDR">"Wunderline": Züge sollen noch mal Monate später rollen, In: ndr.de vom 23. Oktober 2025, abgerufen am 3. Februar 2026.</ref> Bis dahin ist für Bahnfahrgäste ein Busersatzverkehr zwischen Groningen und Leer eingerichtet.
Geschichte
Erste Brücke: Emsbrücke Hilkenborg
Nachdem schon am 16. November 1864 in Utrecht die Übereinkunft zwischen den Niederlanden und Hannover über den Bau einer Eisenbahnverbindung von Nieuwe Schanz nach Ihrhove (Landkreis Leer) beschlossen und im Dezember ratifiziert worden war<ref name=":0">Eintrag zum Vertrag bei arcinsys.niedersachsen.de</ref>, gingen die Königlich Hannöversche Staatseisenbahnen 1866 auf das Königreich Preußen über. Preußen und die Niederlande trafen dann am 3. Juni 1874 die Übereinkunft zwischen dem Deutschen Reich und den Niederlanden, betreffend die Herstellung einer Eisenbahn von Ihrhove nach Nieuwe Schans<ref>Eintrag zum Vertrag bei wikisource.org</ref> der zufolge die Großherzoglich oldenburgische Regierung in den folgenden drei Jahren den deutschen Teil der Eisenbahnstrecke zu erstellen hatte. Innerhalb dieser Baumaßnahme wurde eine erste Brücke über die Ems am Standpunkt der Friesenbrücke von 1874 bis 1876 errichtet. Es handelte sich um eine 345 Meter lange Brücke mit einer integrierten Drehbrücke.<ref>Schenkelberg: Die Friesenbrücke über die Ems bei Weener. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 46. Jahrgang 1926, Nr. 47 (vom 24. November 1926), S. 530–533 (vgl. Literatur).</ref> Die Brücke verfügte über drei große Stromöffnungen mit einer Länge von jeweils 48 Metern, acht Flutbrücken mit einer Länge von jeweils 14,25 Metern und zwei Flutbrücken mit einer Länge von jeweils 10,50 Metern. Am Weeneraner Ufer befand sich zudem eine Drehbrücke. Hierdurch konnten zwei Schifffahrtsöffnungem mit einer Breite von jeweils 20 Metern freigegeben werden.
Bei einer Sturmflut in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 1877, rund zwei Monate nach der Eröffnung, wurde die Brücke beschädigt, nachdem ein Emsdeich nördlich der Brücke gebrochen war. Zudem wurde der Bahndamm zwischen der Brücke und Weener auf einer Länge von 530 Metern beschädigt. Der Zugverkehr konnte am 27. März 1877 wieder aufgenommen werden. Allerdings konnte die Brücke vorerst nicht überquert werden. Stattdessen mussten die Fahrgäste die Ems über eine provisorisch errichtete Notbrücke überqueren. Der Zugverkehr über die Brücke wurde am 6. April wieder aufgenommen, die Reparatur wurde jedoch erst im Oktober 1877 abgeschlossen.
In der Nacht vom 26. auf den 27. Juli 1913 überfuhr ein Personenzug mit der Lokomotive Venus<ref>Oliver Westerhoff: 25.07.1913 – Eisenbahn-Unglück auf der Emsbrücke bei Hilkenborg – Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn. 21. Dezember 2022, abgerufen am 14. Januar 2026.</ref> bei Nebel das haltzeigende Ausfahrsignal von Hilkenborg, das zugleich als Deckungssignal für die zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschlossene Brücke fungierte. Als der auf der Westseite stationierte Brückenwärter den Zug herankommen sah, leitete er die Schließung ein; auch der Lokomotivführer hatte die Situation bemerkt und eine Bremsung ausgelöst. Dennoch fuhr der vordere Teil der Dampflokomotive in die Lücke, aber da die Kupplung hielt, verhinderte der übrige Zug als Gegengewicht ihren Absturz in die Ems. Menschen kamen nicht zu Schaden.<ref>Bernhard Püschel: Historische Eisenbahn-Katastrophen. Eine Unfallchronik von 1840 bis 1926. Freiburg 1977, ISBN 3-88255-838-5, S. 96f.</ref><ref>25.07.1913 – Eisenbahn-Unglück auf der Emsbrücke bei Hilkenborg. In: laenderbahn.info. Abgerufen am 20. September 2025.</ref> Die herabhängende Lokomotive wurde am 30. Juli mittels Schwimmkran geborgen und der Verkehr noch am selben Tag wieder aufgenommen.
Am 14. Juni 1922 kollidierte der im Schlepp des Dampfers Theseus fahrende Leichter Hohenfelde mit der Brücke. Zwar wurde die Brücke daraufhin wieder instand gesetzt, dennoch machte der Unfall einen Neubau erforderlich.<ref name="Geschichte der Friesenbrücke">Oldenburg – Leer – Nieuweschans → Strecken & Stationen → Emsbrücke Hilkenborg. In: ed-muenster.de. Abgerufen am 6. März 2022.</ref>
Friesenbrücke von 1926
Zwischen dem 1. April 1924 und dem 1. Juni 1926 ersetzte MAN/Gustavsburg die ursprüngliche Anlage einige Meter südlich durch eine Fachwerkbrücke, die erstmals Friesenbrücke hieß.<ref name="Bautechnik_1925A" /> Der Stahlbau bestand seitdem aus sechs Abschnitten mit jeweils rund 50 Metern Stützweite und einer Rollklappbrücke Bauart Scherzer mit 30 Metern Spannweite. Er war 335 Meter lang. Die Pfeiler waren 12,7 bis 15,5 Meter tief gegründet, die Stützweiten der festen Brückenfelder betrugen 50,64 Meter.<ref name="Bautechnik_1925A" /> Es handelte sich um eine Konstruktion aus Fachwerkträgern. Die Brücke bestand aus sechs festen Überbauten mit einer Länge von jeweils etwa 50 Metern und einer Rollklappbrücke mit einer Länge von 29 Metern. Die Durchfahrtsbreite betrug 25 Meter.
Als am frühen Morgen des 10. Mai 1940 der Überfall der Wehrmacht auf die Niederlande, Belgien und Luxemburg begann, starteten sieben deutsche Panzerzüge mit dem Ziel, die niederländische Grenze zu überqueren. Einer der sieben versuchte es erfolglos an der Friesenbrücke.<ref>Heimat- und Verkehrsverein Uedem: Panzerzug aus Uedem vor 80 Jahren</ref>
Zeitweise war die Friesenbrücke die längste Eisenbahnklappbrücke in Deutschland.<ref name="baw">www.baw.de: Friesenbrücke bei Weener mit Unterems. Bildarchiv der Bundesanstalt für Wasserbau, abgerufen am 10. Februar 2015.</ref> Mitte April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde sie von Wehrmachtsoldaten gesprengt, um die heranrückenden kanadischen Soldaten an der Ems aufzuhalten.<ref name="Geschichte der Friesenbrücke" />
Wiederaufbau 1950/1951
Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Friesenbrücke von 1950 bis Mai 1951 in der gleichen Form wie bisher wiederaufgebaut. Am 20. Mai 1951 wurde die Brücke eröffnet.<ref name="Geschichte der Friesenbrücke" />
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Tafel am Brückenhaus, vor Juli 2021 gestohlen, nicht wieder aufgetaucht (Stand: August 2023)<ref>BauInfoPortal. Deutsche Bahn, abgerufen am 3. Januar 2023.</ref><ref>Brücken-Tafeln nie wieder aufgetaucht. In: Rheiderland Zeitung. 1. September 2023, abgerufen am 1. September 2023.</ref>
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Luftaufnahme 2013
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Brücke für die Schifffahrt geöffnet
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Gegengewicht des Klappüberbaues im Detail
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Diese Stelle war verschraubt statt vernietet, um das Brückenmittelteil herausnehmen zu können
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Ausbau des mittleren Überbaus mit einem Schwimmkran am 8. Februar 2013 für die Durchfahrt der AIDAstella
Verbreiterung der Durchfahrt
Die Durchfahrtsbreite des geöffneten Klappüberbaues von 25 Metern reichte für viele Schiffsneubauten der Meyer Werft nicht aus. So konnte etwa die im Jahr 1980 abgelieferte Viking Sally nur durch Krängung durch die Brücke manövriert werden.<ref>Kopf im Schlick … 4. Dezember 2020, abgerufen am 5. März 2022.</ref> Daher wurde in den 1980er Jahren eine neue Öffnung geschaffen.<ref>Erster Meyer-Cruiser vor dem Abbruch. In: Täglicher Hafenbericht. 8. November 2021, abgerufen am 2. Januar 2023.</ref> Hierzu wurde der neben dem beweglichen Überbau liegende Stromüberbau durch einen Schwimmkran ausgehängt. Dieses verblieb während der Überführung am Schwimmkran neben der Brücke. Neben diesem Brückenelement befand sich eine weitere Klappsektion, welche mittels zwei Hydraulikzylindern über den folgenden Überbau geklappt wurde, wodurch die Durchfahrtsbreite zusätzlich erhöht wurde.<ref>Oldenburg – Leer und Ihrhove – Nieuweschans#Die Friesenbrücke als „Bausatz“. In: ed-muenster.de. Abgerufen am 11. März 2021.</ref> So entstand eine zweite, mit 46,6 Meter deutlich breitere Durchfahrt. Zudem wurde auch der bewegliche Überbau geöffnet. In diesem Zustand konnte er nicht mehr geschlossen werden, statt Zügen wurde Schienenersatzverkehr eingesetzt.
Unfall am 3. Dezember 2015
Am Abend des 3. Dezember 2015 rammte das mit 4563 BRZ vermessene Frachtschiff Emsmoon der Papenburger Reederei Grona Shipping den Klappteil der geschlossenen Brücke, zerstörte ihn und verschob durch die Wucht des Aufpralls die Aufbauten der Brücke um einige Meter.<ref name="NOZ_2015-12-03" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zerstörte Friesenbrücke: Schiff hatte keine Mängel ( vom 13. Dezember 2015 im Internet Archive), NDR, 6. Dezember 2015.</ref> Die Brücke wurde dadurch unbenutzbar.<ref>Pieter de Hart: Deze dag: Friesenbrücke kapotgevaren. 3. Dezember 2022, abgerufen am 13. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Der Emsabschnitt wurde wegen der Trümmer sofort für die Schifffahrt gesperrt. Für Binnenschiffe wurde die Unfallstelle am Mittag des 4. Dezember wieder freigegeben.<ref>Frachterunfall auf der Ems: Havarie mit fatalen Folgen. In: Nordwest-Zeitung vom 5. Dezember 2015, abgerufen am 9. Dezember 2015.</ref> In den folgenden Tagen nach der Kollision wurde der zerstörte Brückenteil mithilfe des Schwimmkrans Triton geborgen.<ref>Kran hebt Brückenteil heraus. 9. Dezember 2015, abgerufen am 7. November 2022.</ref><ref>Bergungsarbeiten an zerstörter Emsbrücke beginnen. 8. Dezember 2015, abgerufen am 7. November 2022.</ref><ref>Wie eine zerstörte Brücke die Region zerschneidet. 11. Dezember 2015, abgerufen am 7. November 2022.</ref> Die Bergung wurde von der DUC Marinegroup und Wagenborg durchgeführt.<ref>Wreck bridge removed. In: DUC Marine Group. 20. Dezember 2015, abgerufen am 3. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein Bagger stellte die normale Solltiefe im Bereich der Friesenbrücke wieder her. Am 10. Dezember 2015 gab das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden die Ems auch für die Seeschifffahrt wieder frei.<ref>Friesenbrücke: Ems ist für Seeschiffe wieder frei. 10. Dezember 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. März 2016; abgerufen am 7. November 2022.</ref> Die Lichtzeichen stehen dauerhaft auf Grün.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Friesenbrücke: Ems ist für Seeschiffe wieder frei ( vom 13. Dezember 2015 im Internet Archive), NDR, 10. Dezember 2015.</ref> Der Leitstand ist nicht mehr besetzt.
Von der Staatsanwaltschaft Aurich wurden Unfallermittlungen veranlasst. Hinweise auf technische Defekte wurden weder beim Schiff noch bei der Klappbrücke gefunden. Zunächst war nicht geklärt, wer das Kommando über den Havaristen gehabt hatte: der Kapitän oder der Lotse.<ref>Zerstörte Brücke In Weener: Jetzt übernimmt die Staatsanwaltschaft. In: Nordwest-Zeitung vom 8. Dezember 2015, abgerufen am 9. Dezember 2015.</ref> Der Schiffsfahrtenschreiber des Frachters wurde ausgewertet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Friesenbrücke: Stimmrekorder ausgewertet. ( vom 12. März 2016 im Internet Archive) NDR, 11. März 2016.</ref> Die Staatsanwaltschaft Aurich teilte nach Abschluss der Ermittlungen im Juli 2016 mit, gegen den Lotsen und den Kapitän beim Amtsgericht Leer Antrag auf Erlass eines Strafbefehls gestellt zu haben. Der Lotse soll das Schiff entgegen den Vorschriften selbst geführt und ohne Durchfahrerlaubnis des Brückenwärters in Richtung Brücke gefahren haben. Der Kapitän soll dem Lotsen das Ruder überlassen und weder Ausguck noch Radarbeobachtung eingesetzt haben.<ref>Friesenbrücke in Weener – Ermittlungen abgeschlossen. 29. Juli 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. August 2016; abgerufen am 1. August 2016.</ref>
Nach dem letztinstanzlichen Urteil des Landgerichts Aurich erging gegen den Kapitän und den Lotsen kein Strafbefehl,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Friesenbrücke: Schiffsbesatzung bleibt straffrei ( vom 19. Januar 2017 im Internet Archive), NRD, 18. Januar 2017.</ref> da sie zwar „fahrlässig gehandelt, nicht aber entscheidend ihre Pflichten verletzt“ hätten. Laut dem am 23. Februar 2017 veröffentlichten Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung wurde die Zerstörung der geschlossenen Klappbrücke durch einen beidseitig missverstandenen Funkverkehr zwischen Brückenwärter und Lotsen hervorgerufen.<ref>Untersuchungsbericht 470/15 – Kollision der Emsmoon mit der Eisenbahnbrücke (Friesenbrücke) in Weener/Ems am 3. Dezember 2015, Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung vom 23. Februar 2017</ref><ref>Friesenbrücke: Funkverkehr neu regeln, Nordwest-Zeitung, 28. Februar 2017, S. 16.</ref><ref>Der Dialog ist abgedruckt bei Braun, S. 62.</ref>
Dem Bericht zufolge trugen folgende Faktoren zu dem Unfall bei:
- informelle Kommunikation zwischen Lotse und Brücke, keine verbindlichen Statusmeldungen durch Schiff und Brücke
- Lotse und Brücke führten den Sprechfunkverkehr auf Deutsch, der Kapitän verstand ihn nicht, sondern musste sich auf die Aussagen des Lotsen über die geöffnete Brücke verlassen.
- eventuelle Verminderung der Aufmerksamkeit des Lotsen durch Übernahme der Kommandoelemente und des Funkverkehrs
- fehlende Verfahrensanweisungen für den Funkverkehr zwischen Brücke und Schiffen
- keine Radarüberwachung des Abschnitts durch die Verkehrszentrale in Emden, dort auch keine Information über den Status der Brücke vorhanden außer dem mitgehörten Sprechfunk
- Das Aufstoppen eines größeren Seeschiffes auf einem längeren Flussabschnitt vor der Brücke ist zumindest bei Ebbstrom nicht möglich, das Schiff kann lediglich seine Fahrt etwas an die geplanten Öffnungszeiten der Brücke anpassen
- Es fehlen geeignete Warteplätze mit sicher ausreichendem Tiefgang für große Seeschiffe in ausreichendem Abstand von der Brücke.
- Die optischen Signale an der Brücke sind für eine Erkennung aus einer für die Seeschifffahrt ausreichenden Entfernung nicht ausgelegt und wurden vom Schiff aus nicht erkannt
- Offenbar aufgrund der Brückenkonstruktion kann die Brückenöffnung auf den meisten Radarschirmen nicht sicher als geöffnet/geschlossen dargestellt werden.
- Seeseitig hinter der Brücke befindet sich eine hell erleuchtete Fabrik und zum Unfallzeitpunkt lag dort ein Bagger, der ebenfalls durch seine eingeschaltete Decksbeleuchtung die Sichtbarkeit der Brücke und ihrer Signale erschwerte.
Die BSU spricht in ihrem Bericht mehrere Empfehlungen zur Verbesserung der Situation auf der Ems aus, die sich zumindest teilweise auch auf die Jann-Berghaus-Brücke in Leer beziehen, u. a. eine klare Einbeziehung der Verkehrszentrale als verkehrslenkende Instanz vor den Brücken (Zitat: „die Vereinbarungen […] über den Meldeweg zum Öffnen der Friesenbrücke […] sind für den reibungslosen Betrieb der Brücke […] ungeeignet“), eine verbesserte Statusmeldung der Brücken z. B. auf den portablen Navigationssystemen der Lotsen, Aufstellung von Brücken-Vorsignalen für die Schifffahrt in ausreichendem Abstand und die Sicherstellung von ausreichend tiefen Warteplätzen vor den Brücken, falls die Brücke unvorhergesehen nicht geöffnet werden kann.
Rückbau
Am 3./4. März 2016 wurde für die Emsüberführung der Ovation of the Seas das Brückenmittelteil mithilfe des Schwimmkrans Triton letztmals ausgehängt und nach Papenburg gebracht.<ref>Brücken-Segment reist über die Ems. In: Rheiderland Zeitung. 7. März 2016, abgerufen am 6. September 2023.</ref><ref>Holger Szyska: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mittelsegment der Friesenbrücke wird ausgehängt. ( vom 13. September 2018 im Internet Archive) Neue Osnabrücker Zeitung, 7. März 2016.</ref> Zuvor verblieb das Brückenteil während jeder Überführung, bei der ein Aushängen des Brückenmittelteils erforderlich war, an einem Schwimmkran neben der Brücke. 2019/2020 wurde es in Papenburg verschrottet.<ref>Holger Szyska: Brücken-Element verschrottet. Rheiderland-Zeitung, 25. Januar 2020, abgerufen am 10. November 2022 (kostenpflichtiges Login nötig).</ref> Am 12. Juni 2016 wurde mithilfe des Schwimmkrans Enak die 370 Tonnen<ref>Holger Szyska: Bahn birgt Brücken-Ballast. In: Rheiderland Zeitung. 4. Juni 2016, abgerufen am 4. März 2024.</ref> schwere Gegenmasse des Rollklappüberbaues geborgen.<ref>Brückengewicht an der Ems gibt klein bei. Kreiszeitung, 15. Juni 2016, abgerufen am 7. November 2022.</ref>
Im August 2016 wurden Teile der Brücke abgebaut, um die Durchfahrtsbreite zur Überführung der Genting Dream zu erhöhen. Hierdurch konnten schon auf der Werft auf beiden Seiten des Schiffes Rettungsboote angebracht werden, statt erst in Eemshaven. Die abgebauten Teile wurden in Papenburg gelagert, um bei Bedarf wieder eingebaut werden zu können.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Meyer Werft lässt Friesenbrücke wegen Überführung umbauen. ( vom 2. Oktober 2018 im Internet Archive) Neue Osnabrücker Zeitung, 1. August 2016.</ref>
Nachdem die Entscheidung zur Errichtung eines Neubaus gefällt worden war, wurde die Brücke ab November 2021 abgerissen.<ref>Abbruch der alten Friesenbrücke über die Ems beginnt. Zeit Online, 7. November 2021, abgerufen am 8. November 2021.</ref> Am 15. Dezember 2021 wurde das verbliebene Brückenelement auf der Westseite mit dem Schwimmkran Enak ausgebaut und zur Verschrottung nach Papenburg auf das Gelände der Meyer Werft transportiert.<ref>Spezialkran hebt die Friesenbrücke aus. General-Anzeiger, 15. Dezember 2021, abgerufen am 15. Dezember 2021.</ref><ref>Andreas Unterberg: Erstes Brückenteil nach Papenburg transportiert. Nordwest-Zeitung, 15. Dezember 2021, abgerufen am 15. Dezember 2021 (kostenpflichtiges Login nötig).</ref><ref>Friesenbrücke bei Weener: Teilabbau glückt im dritten Anlauf. NDR, 5. Dezember 2021, abgerufen am 3. März 2022.</ref>
Im März und April 2022 wurden alle Brückenpfeiler im Fluss mithilfe des Schwimmkrans Enak entfernt.<ref>Carsten Ammermann: Friesenbrücke: Letzter Pfeiler in der Ems wird beseitigt. Ostfriesen-Zeitung, 25. April 2022, abgerufen am 8. November 2022 (kostenpflichtiges Login nötig).</ref><ref>Hannah Gerke: Schwimmkran ist wieder an der Friesenbrücke im Einsatz. Ostfriesen-Zeitung, 11. März 2022, abgerufen am 8. November 2022 (kostenpflichtiges Login nötig).</ref><ref>Pfeiler der alten Friesenbrücke abgetragen. In: Rheiderland Zeitung. 2024, abgerufen am 4. März 2024.</ref> Bis Mai 2022 wurden alle Überbauten auf der Ostseite entfernt.<ref>Carsten Ammermann: Sockel der neuen Friesenbrücke so groß wie ein Schwimmbad. General-Anzeiger, 27. April 2022, abgerufen am 26. Oktober 2022 (kostenpflichtiges Login nötig).</ref><ref>Neues zur Friesenbrücke: Die drei Pfeiler im Deichvorland werden entfernt. General-Anzeiger, 17. Mai 2022, abgerufen am 26. Oktober 2022 (kostenpflichtiges Login nötig).</ref><ref>Carsten Ammermann: Bahnverkehr: Zerstörte Friesenbrücke wird jetzt fachgerecht zerlegt. General-Anzeiger, 6. Mai 2022, abgerufen am 26. Oktober 2022 (kostenpflichtiges Login nötig).</ref> Anschließend wurden auch die drei verbliebenen Pfeiler im Deichvorland auf der Ostseite abgebrochen.<ref>Carsten Ammermann: Die drei Pfeiler im Deichvorland werden entfernt. Ostfriesen-Zeitung, 17. Mai 2022, abgerufen am 8. November 2022 (kostenpflichtiges Login nötig).</ref>
Ersatzverkehr
Zwischen Leer und Weener ist seit der Sperrung der Brücke Schienenersatzverkehr für die Bahnstrecke Leer–Groningen eingerichtet, die sonst mit Zügen von Arriva Nederland bedient wird.<ref name="NOZ_2015-12-03" /> Zwischen Groningen und Leer verkehrt zweistündig ein Expressbus.<ref>Schienenersatzverkehr Groningen – (Weener) – Leer (RS6). Abgerufen am 10. November 2022.</ref>
Für die Übergangszeit bis zur Fertigstellung der neuen Brücke war die Überquerung der Ems durch die Friesenfähre<ref>ENI 04813280</ref> tideabhängig in den Monaten April bis Oktober kostenlos<ref>Mit der Friesenfähre über die Ems | Ostfriesland. Abgerufen am 25. August 2023.</ref> möglich.<ref>Holger Szyska: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Probebetrieb für Emsfähre bei Weener ab August. ( vom 8. Juli 2018 im Internet Archive) Neue Osnabrücker Zeitung, 21. Juni 2018.</ref> Die Fähre wird von der Meyer Werft und der Reederei Schulte & Bruns betrieben<ref>Friesenfähre Weener. Touristik GmbH „Südliches Ostfriesland“, abgerufen am 2. Mai 2023.</ref> und hat eine Kapazität von zwölf Fußgängern oder acht Radfahrern. Die Aufnahme des Fährbetriebs war ursprünglich für Juni 2017 geplant, wurde aber mehrfach verschoben. Später war die Betriebsaufnahme für den 8. September 2018 geplant, dies scheiterte jedoch an der nicht fertiggestellten Zuwegung.<ref>Zugang ungeklärt. Emsfähre bei Friesenbrücke kann nicht ablegen, Kreiszeitung, 5. September 2018, abgerufen am 13. September 2018.</ref> Am 6. Oktober 2018 nahm die Fähre den Betrieb auf. Von November bis März hat der Fährverkehr Winterpause.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Endlich losgelöst: Fähre bringt Passagiere über die Ems ( vom 7. Oktober 2018 im Internet Archive), NDR, 6. Oktober 2018.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mit einem Jahr Verspätung: Emsfähre ist da ( vom 23. Juli 2018 im Internet Archive), NDR, 23. Juli 2018.</ref> Die Fähre entstand bei einer Werft am Rhein.<ref>Start der Emsfähre bei Weener verzögert sich weiter. Nordwest-Zeitung, 21. April 2018, abgerufen am 1. Mai 2023.</ref> Ursprünglich war eine gebrauchte Fähre aus Großbritannien beschafft worden,<ref>Gerd Schade: Fährverbindung an der Friesenbrücke. Neue Osnabrücker Zeitung, 7. April 2017, abgerufen am 1. Mai 2023 (kostenpflichtiges Login nötig).</ref> diese konnte jedoch nicht zum Einsatz kommen, da auf der Ems keine Personenfähren mit Benzinmotor eingesetzt werden dürfen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Friesenbrücke: Meyer Werft macht bei Fähre Druck ( vom 30. Juli 2018 im Internet Archive), NDR, 30. Juli 2018.</ref> Im Oktober 2024 wurde der Betrieb eingestellt.<ref>Fährmann hol über – Die letzte Fahrt für die Friesenfähre über die Ems. Norddeutscher Rundfunk, abgerufen am 4. Oktober 2024.</ref><ref>Friesenfähre // Gemeinde Westoverledingen. Abgerufen am 4. Oktober 2024.</ref><ref>Südliches Ostfriesland: Friesenfähre. Abgerufen am 4. Oktober 2024.</ref><ref>Fahrplan. (PDF) Abgerufen am 4. Oktober 2024.</ref> 2025 wurde das Schiff verkauft und soll auf dem Rhein zum Einsatz kommen.<ref>»Friesenfähre« zum Rhein. In: Rheiderland Zeitung. 9. Juli 2025, abgerufen am 9. Juli 2025.</ref><ref>Bahnrampe nimmt Formen an. In: Rheiderland Zeitung. 9. Juli 2025, abgerufen am 9. Juli 2025.</ref> Im Sommer soll die Brücke für Menschen freigegeben werden.<ref>Friesenbrücke in Weener: Bahn plant baldige feierliche Eröffnung mit Rad- und Fußweg. In: NWZonline.de. 9. Juli 2025, abgerufen am 9. Juli 2025.</ref>
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| Neue Friesenbrücke | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nutzung | Eisenbahnstrecke, Fuß- und Radweg | |||||
| Unterführt | Ems | |||||
| Ort | Weener | |||||
| Unterhalten durch | Deutsche Bahn AG | |||||
| Konstruktion | Hub-Drehbrücke | |||||
| Gesamtlänge | 335 m<ref name="PDF DB AG">Baubeschreibung Friesenbrücke PDF der Deutschen Bahn AG. Abgerufen am 25. Januar 2025</ref> | |||||
| Breite | 5 + 2,5 m Fuß- und Radweg | |||||
| Anzahl der Öffnungen | 1<ref name="PDF DB AG" /> | |||||
| Längste Stützweite | 2 × 72,45 m<ref name="PDF DB AG" /> | |||||
| Pfeilerachsabstand | 69; 2 × 72,45; 55,20; 62,10 m von West nach Ost<ref name="PDF DB AG" /> | |||||
| Lichte Weite | 56,50 m<ref name="PDF DB AG" /> | |||||
| Konstruktionshöhe | 14,85 m<ref name="PDF DB AG" /> | |||||
| Höhe | 20,83 m<ref name="PDF DB AG" /> | |||||
| Durchfahrtshöhe | 56,5 m<ref name="PDF DB AG" /> | |||||
| Baukosten | ? | |||||
| Baubeginn | 2021<ref name="PDF DB AG" /> | |||||
| Fertigstellung | Juli 2025 | |||||
| Eröffnung | voraussichtlich Mitte 2026<ref name="PDF DB AG" /> | |||||
| Planer | Bauunternehmen: ARGE Friesenbrücke Adam Hörnig Baugesellschaft mbH & Co. KG, MCE GmbH, Depenbrock Ingenieurwasserbau GmbH & Co. KG; Entwurfsplanung: MKP GmbH, Hannover, DR. SCHIPPKE+PARTNER mbB, Hannover; Ausführungsplanung: schlaich bergermann partner, Stuttgart, MCC Dipl.-Ing. Cerin Consulting ZT Gesellschaft m.b.H., Salzburg, edi, eberhardt – die ingenieure GmbH, Barleben; Maschinenbau: Hermann GmbH Maschinenbautechnologie, Weiden; Steuerungstechnik: Actemium Cegelec Mitte GmbH, Frankfurt; Prüfingenieur: Stahlbau: Dipl.-Ing. Joachim Stavesand, G+S Planungsgesellschaft mbH, Hamburg Maschinentechnik: Dipl.-Ing. André Zühlke, SFI ANWIKAR CONSULTANTS GmbH, Würzburg; ZTV-Ing. Koordinator: mlIng GmbH, Horgenzell; Bauüberwachung: Leitende Bauüberwachung: IBL Ingenieurgesellschaft Behnen mbH, Klein Berßen Nautische Bauüberwachung: Nautitec GmbH & Co. KG, Leer Bauüberwachung MTA: Dr. Schippke+Partner mbB, Hannover <ref>Projektseite Schlaich, Bergmann Partner. Abgerufen am 23.04.2026</ref> | |||||
| Lage | ||||||
| Koordinaten | 53° 9′ 41″ N, 7° 22′ 21″ O
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Der Neubau der Friesenbrücke ist Teil des Ausbaus der sogenannten Wunderline, wobei die Fahrtzeit auf der 173 Kilometer langen Strecke zwischen Groningen und Bremen von bisher 2 Stunden und 43 Minuten auf 2 Stunden und 28 Minuten gesenkt werden soll.<ref>„Wunderline“: Bahn will Planung bis Sommer einreichen. 6. Januar 2022, abgerufen am 23. Januar 2022.</ref><ref>Schneller über die Ems. 19. Januar 2022, abgerufen am 23. Januar 2022.</ref> Auch können so Verbindungen aus Amsterdam direkt nach Hamburg bzw. Kopenhagen realisiert werden.
Politische Diskussion
Die Errichtung einer neuen Brücke mit größerer Durchfahrtbreite anstelle einer bloßen Reparatur der Bestandsbrücke wurde politisch etwa gefordert vom Papenburger Bürgermeister und CDU-Mitglied Jan Peter Bechtluft, um „die Brücke fit zu machen für die nächsten Jahrzehnte, indem wir die Durchfahrt für die Schiffe auf der Ems breiter machen“. Die moderne Brücke solle „den Ansprüchen der Bürger und der Hafenwirtschaft gleichermaßen“ entsprechen.<ref>Stadt begrüßt möglichen Neubau der Friesenbrücke. Stadt Papenburg, 26. Mai 2017, abgerufen am 30. April 2023.</ref><ref>Papenburg setzt sich für Neubau der Friesenbrücke ein. Stadt Papenburg, 1. Dezember 2016, abgerufen am 30. April 2023.</ref><ref>„Die Friesenbrücke muss wieder aufgebaut werden – aber richtig“. Stadt Papenburg, 2. November 2016, abgerufen am 30. April 2023.</ref><ref>Bürgermeister Brechtluft begrüßt Lösung zur Friesenbrücke. Stadt Papenburg, 28. August 2017, abgerufen am 30. April 2023.</ref> Zuspruch erhielt er hierbei von der Papenburger CDU. Ein Wiederaufbau „wie vor 100 Jahren“ sei „kurzsichtig und verantwortungslos“. Hierdurch böten sich dem Papenburger Seehafen neue Chancen, und ein gefährliches Nadelöhr für die Sicherheit des Schiffsverkehrs auf der Ems würde beseitigt werden. Auch würde dies die Überführung von Neubauten der Meyer Werft erleichtern.<ref>Erneutes Spitzentreffen zur Friesenbrücke abgesagt. In: CDU Stadtverband Papenburg-Aschendorf. Abgerufen am 2. Mai 2023.</ref>
Bernard Meyer, Chef der Papenburger Meyer Werft, sprach sich 2016 für einen Neubau aus, um nicht den Status quo zu zementieren, sondern die Chance für eine historische Entscheidung zu nutzen. Dies könne den Schiffsverkehr auf der Ems erleichtern und den Aufwand bei Überführungen von Schiffsneubauten reduzieren.<ref>Meyer Werft wünscht Neubau von zerstörter Friesenbrücke. Nordwest-Zeitung, 3. November 2016, abgerufen am 30. April 2023.</ref><ref>Wolfhart Fabarius: Meyer Werft schlägt Neubau der zerstörten Friesenbrücke vor. Täglicher Hafenbericht, 3. November 2016, abgerufen am 30. April 2023 (kostenpflichtiges Login nötig).</ref><ref>Hans-Christian Wöste: Brücken-Neubau stößt auf Kritik. Weser-Kurier, abgerufen am 30. April 2023.</ref> Bislang musste die Brücke für die Überführung von Neubauten und großen Schiffsblöcken mehrfach im Jahr mehrtägig gesperrt werden.<ref name=":0" />
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Ems Dollart Region drängten auf eine Reparatur der beschädigten Brücke. Die IHK für Ostfriesland und Papenburg sprach 2018 mit Blick auf die lange Dauer bis zur Fertigstellung von einem „Armutszeugnis“, das Projekt wurde mit dem Hauptstadtflughafen BER verglichen.<ref>Friesenbrücke: Stunde der Wahrheit. In: Rheiderland Zeitung. 30. November 2016, abgerufen am 5. März 2024.</ref><ref>IHK zum Teilneubau der Friesenbrücke: 'Ein Armutszeugnis'. In: NWZonline.de. 6. April 2018, abgerufen am 5. März 2024.</ref><ref>Friesenbrücke: IHK erwartet Durchbruch. In: Rheiderland Zeitung. 2024, abgerufen am 5. März 2024.</ref><ref>Julian Binn: Drama um Friesenbrücke macht IHK fassungslos. In: AHA24x7.com. 30. April 2018, abgerufen am 5. März 2024.</ref><ref>Schienenverkehr. Abgerufen am 5. März 2024.</ref><ref>IHK beklagt Diskussion über Friesenbrücke bei. In: NOZ. 9. April 2018, abgerufen am 5. März 2024.</ref>
Ein weiterer Grund für den Neubau war, dass die bisherige Brücke nur für den Bahnverkehr und als Dienstweg der Bahn gewidmet war. Die Benutzung als öffentlicher Weg für den Geh- und Radverkehr wurde nur geduldet. Bei Verkehrsfreigabe nach Abschluss der Reparatur hätte die zuständige Aufsichtsbehörde dies unterbinden müssen. Die neue Brücke soll hingegen auch dem Geh- und Radverkehr gewidmet werden.<ref name="Planfeststellungsbeschluss">Planfeststellungsbeschluss gemäß § 18 Abs. 1 AEG für das Vorhaben „Erneuerung der EÜ Friesenbrücke bei Weener“. (PDF) Eisenbahn-Bundesamt, 1. Juli 2021, S. 72 f. (74), abgerufen am 9. November 2022.</ref><ref>Holger Szyska, Gerd Schade: An der neuen Friesenbrücke wird nachts nicht gearbeitet. (PDF; 693 kB) Meppener Tagespost, 8. Juli 2021, abgerufen am 25. Oktober 2022.</ref> Als Alternativen waren während der Vorplanungen die Null-Variante, ein teilweiser beziehungsweise vollständiger Neubau der Brücke im Stil der Bestandsbrücke, ein teilweiser Neubau in Form einer Hub-Dreh-Brücke mit Drehpfeiler auf Weeneraner Seite sowie ein vollständiger Neubau mit Drehpfeiler auf Ihrhover Seite erwogen worden. Die Nullvariante hätte nicht der Wiederherstellung des Eisenbahnbetriebs gedient. Ein Neubau in Form der Bestandsbrücke hätte keine Verbesserung der Verkehrssituation zur Folge gehabt und wäre zudem ähnlich teuer gewesen wie der Neubau einer Drehbrücke.<ref>Erläuterungsbericht (S. 9). (PDF) Abgerufen am 1. Mai 2023.</ref> Die Errichtung eines Drehpfeilers auf Weeneraner Seite erwies sich als nicht realisierbar.<ref>Vergleich des ursprünglichen mit dem neuen Entwurf. Abgerufen am 25. Oktober 2022.</ref><ref>Groningen – Bremen (Wunderline). Abgerufen am 25. Oktober 2022.</ref><ref>Bauprojekt Friesenbrücke. Abgerufen am 25. Oktober 2022.</ref><ref>Video des ursprünglichen Entwurfs auf YouTube, 29. Juni 2017, abgerufen am 25. Oktober 2022.</ref><ref>GROOTSTE DRAAIBRUG VOOR SPOORLIJN GRONINGEN EN HET DUITSE LEER. 13. Juli 2018, abgerufen am 25. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Entwurf des Neubaus (II). Abgerufen am 25. Oktober 2022.</ref><ref>Entwurf des Neubaus (I). Abgerufen am 25. Oktober 2022.</ref><ref>Entwurf des Neubaus (II). Abgerufen am 25. Oktober 2022.</ref> Des Weiteren war auch über eine Reparatur der Brücke als Klappbrücke mit größerer Durchfahrtbreite nachgedacht worden. Diese wäre jedoch zu windanfällig gewesen.<ref>Unwägbarkeiten mit Millionensummen. In: Rheiderland Zeitung. Abgerufen am 21. November 2023.</ref><ref>Betriebskosten schnellen in die Höhe. In: Rheiderland Zeitung. Abgerufen am 21. November 2023.</ref> Die Entscheidung fiel letztendlich auf die Errichtung eines vollständigen Neubaus mit Drehpfeiler auf Ihrhover Seite.<ref>Wie wurde entschieden, welche Variante umgesetzt wird? Deutsche Bahn, abgerufen am 1. Mai 2023.</ref>
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hat durchgesetzt, dass die Brücke pro Stunde 15,5 Minuten für den Öffnungs- und Schließvorgang, 24,5 Minuten für die Schifffahrt und 20 Minuten für den Bahnverkehr zur Verfügung steht.<ref>Fahrgastverbände kritisieren Pläne für Friesenbrücke Weener. 14. August 2023, abgerufen am 28. März 2024.</ref> Zeitweise war befürchtet worden, dass aufgrund der längeren Öffnungs- und Schließdauer einer Drehbrücke nicht zwei Züge pro Stunde die Brücke überqueren könnten, was die Provinz Groningen jedoch wünschte. Mittlerweile kann jedoch sichergestellt werden, dass zwei Züge pro Stunde die Brücke passieren können,<ref>Martijn Folkers: Nieuwe Friesenbrücke komt drie jaar later, maar wel zoals Groningen hem wil. RTV Noord, 28. August 2017, abgerufen am 2. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> die Brücke soll für 20 Minuten pro Stunde für den Bahnverkehr freigegeben werden.<ref>Heijnen: Wunderline loopt geen gevaar door brugtijden. 19. Juli 2023, abgerufen am 2. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Sommer 2023 kam jedoch erneut Kritik auf. Die Fahrgastverbände Pro Bahn und Rover halten eine nur 20-minütige Freigabe für Züge pro Stunde für nicht ausreichend zur Realisierung der schnelleren Verbindung zwischen Bremen und Groningen in geplanter Form (Wunderlinie).<ref>Einschränkungen für Züge auf künftiger Friesenbrücke sorgen für Kritik. 14. August 2023, abgerufen am 2. Oktober 2023.</ref> Es müssten insgesamt vier Züge in einer Stunde die eingleisige Brücke passieren, was in 20 Minuten nicht möglich sei. In der übrigen Zeit habe der Schiffsverkehr Vorrang, obwohl nur ein bis zwei Mal pro Tag überhaupt große Schiffe die Brücke passieren. Die Nutzungszeit sei falsch zwischen dem Bahn- und dem Schiffsverkehr verteilt.<ref>Fahrgastverbände kritisieren Pläne für Friesenbrücke Weener. 14. August 2023, abgerufen am 2. Oktober 2023.</ref><ref>Friesenbrücke: Fahrgastverbände bemängeln Planungen. In: Rheiderland Zeitung. 14. August 2023, abgerufen am 2. Oktober 2023.</ref><ref>Was blockiert die „Wunderlinie“ wirklich? Bahn und Schifffahrtsamt kontern Kritik. 15. August 2023, abgerufen am 2. Oktober 2023.</ref>
Technische Daten
Gebaut wurde eine Hub- und Drehbrücke von 335 m Länge. Der bewegliche Mittelteil ist 145 m lang und wiegt 1800 t. Es ist die größte Brücke dieser Bauart in Europa. Der Drehpfeiler wurde auf der Ihrhover Seite errichtet. Das Mittelstück kann innerhalb von ca. 8½ Minuten um 90° gedreht werden.<ref>Die neue Friesenbrücke – hier entsteht Europas größte Hub-Drehbrücke. (pdf) In: DB BauInfoPortal. DB InfraGO AG, 26. Mai 2023, S. 2, abgerufen am 28. August 2025.</ref> Die Durchfahrtsbreite wurde auf 56,5 Meter<ref>Informationsveranstaltung Ersatzneubau Friesenbrücke, S. 4. (PDF) Deutsche Bahn, 22. Oktober 2019, abgerufen am 31. Dezember 2022.</ref> vergrößert, so dass bei der Durchfahrt von breiten Schiffen, insbesondere der Überführung der Neubauten von der Meyer Werft in die Nordsee, die Demontage eines Brückenteils entfällt<ref group="Anm.">Die Maße der Brückendurchfahrt waren Grund auch für konstruktive Kompromisse, insbesondere bei der Größe der Schiffe.</ref> und damit auch die hiermit verbundene mehrtägige Unterbrechung des Bahnverkehrs. Bei der neuen Konstruktion wurde der Lastfall Schiffsanprall berücksichtigt, außerdem wurden Leitwerke vorgesehen.
Neben der Bahntrasse hat die neue Brücke auch einen 2,5 m breiten Fuß- und Radweg.<ref>schr: Neue Friesenbrücke deutlich teurer. In: Eisenbahn-Revue International 11/2022, S. 558.</ref>
Bauarbeiten
Das Eisenbahn-Bundesamt hat den Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben „Erneuerung der EÜ Friesenbrücke bei Weener“ am 1. Juli 2021 erlassen.<ref>Planfeststellungsbeschluss gemäß § 18 Abs. 1 AEG für das Vorhaben „Erneuerung der EÜ Friesenbrücke bei Weener“ in den Gemeinden Weener und Westoverledingen im Landkreis Leer (Ostfriesland), Bahn-km 5,667 bis 6,001 der Strecke 1575 Ihrhove–Weener. (PDF) Eisenbahn-Bundesamt, Außenstelle Hannover, 1. Juli 2021, S. 81, abgerufen am 16. September 2021.</ref> Der symbolische Baustart erfolgte am 23. Juli 2021.<ref>Weener: Symbolischer Baustart für die neue Friesenbrücke. NDR, 23. Juli 2021, abgerufen am 24. Juli 2021.</ref><ref>Erster Spatenstich für den Neubau der Friesenbrücke. (PDF) Dezember 2021, S. 3, abgerufen am 7. November 2022.</ref> Ab November 2021 wurde die bisherige Brücke abgebrochen. Im Januar und August 2022 erfolgten Rodungsarbeiten unweit der Brücke, um die Einrichtung der Baustelle zu ermöglichen.<ref>Säge schafft Platz für Brücken-Baustelle. In: Rheiderland Zeitung. 20. Januar 2022, abgerufen am 6. November 2022.</ref><ref>Infos zur Friesenbrücke direkt auf der Baustelle. 25. März 2022, abgerufen am 6. November 2022.</ref><ref>Weitere Bäume werden für Bauarbeiten an Friesenbrücke gefällt. 8. August 2022, abgerufen am 6. November 2022.</ref><ref>Leitungen unter der Ems: Baumfällung und neue Baustelle wegen der Friesenbrücke. Abgerufen am 1. Juli 2024.</ref> Im November 2023 wurden erneut mehrere Bäume – Hybridpappeln – gefällt.<ref>Axel Pries: Bahnstrecke Oldenburg-Groningen in Niedersachsen – Friesenbrücke bei Weener: Für Kabel wird beim Neubau eine Reihe von Bäumen gefällt. In: NWZonline.de. 6. November 2023, abgerufen am 6. November 2023.</ref><ref>Vera Vogt: Trotz nistender Vögel: „Keine andere Möglichkeit“ – Bahn wird Bäume in Weener fällen. In: Ostfriesen Zeitung. 3. November 2023, abgerufen am 6. November 2023.</ref>
Im Sommer 2022 wurde mit dem Bau eines Dükers unterhalb der Ems begonnen, durch den die für die neue Brücke notwendigen Kabel unter der Ems durchgeführt werden.<ref>Objektbericht: Verlegung einer Dükerleitung für die neue Friesenbrücke in Westoverledingen. (PDF) FRANK GmbH, abgerufen am 2. Oktober 2023.</ref> Hierfür wurden zwei horizontale Bohrungen unter der Ems vorgenommen und anschließend Kabelkanäle gebaut. Die Arbeiten wurden Mitte 2023 abgeschlossen.
Während beim ersten Spatenstich am 23. Juli 2021 noch von Baukosten in Höhe von 125 Mio. € ausgegangen wurde, lag die Schätzung im August 2022 bei 200 Mio. Euro.<ref>schr: Neue Friesenbrücke deutlich teurer. In: Eisenbahn-Revue International 11/2022, S. 558.</ref> Am 10. November 2022 genehmigte der Haushaltsausschuss des Bundes die Übernahme von Mehrkosten in Höhe von 57 Millionen Euro.<ref>Friesenbrücke: Bund beteiligt sich an Mehrkosten für Neubau auf ndr.de vom 10. November 2022, abgerufen am 11. November 2022.</ref> Das Land Niedersachsen trägt die Mehrkosten anteilig mit.<ref>Land trägt Mehrkosten für neue Friesenbrücke anteilig mit. In: Die Welt. 23. Dezember 2022 (welt.de [abgerufen am 24. Dezember 2022]).</ref><ref>Jetzt steht‘s fest: Auf wessen Kappe gehen die Kosten bei der Friesenbrücke? Abgerufen am 29. Juli 2023.</ref>
Im Sommer 2023 schlossen das Land Niedersachsen, DB Netz und die Kommunen Westoverledingen und Weener einen Vertrag über die Kostenaufteilung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf mehr als 200 Millionen Euro. Das Land übernimmt 12,6 Millionen Euro, darin enthalten sind die Kosten für den Rad- und Gehweg in Höhe von 6,1 Millionen Euro. Die Straßenbaulast und damit die Unterhaltungskosten für den Rad- und Gehweg liegen bei den beiden Anrainerkommunen.<ref>Finanzierung der Friesenbrücke vertraglich gesichert! Nds. Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung, abgerufen am 29. Juli 2023.</ref><ref>Friesenbrücke: Land zahlt 12,6 Millionen. In: Rheiderland Zeitung. Abgerufen am 29. Juli 2023.</ref><ref>Jetzt steht‘s fest: Auf wessen Kappe gehen die Kosten bei der Friesenbrücke? Abgerufen am 29. Juli 2023.</ref><ref>Mirco Moormann: Finanzierung gesichert: Friesenbrücke kostet 200 Millionen Euro. 27. Juli 2023, abgerufen am 29. Juli 2023.</ref> Der Bau der Fahrradrampen wird vom Land Niedersachsen bezuschusst. Die Stadt Weener erhält hierfür einen Landeszuschuss in Höhe von 179.000 Euro, die Gemeinde Westoverledingen in Höhe von 159.000 Euro.<ref>Friesenbrücke: Land gibt Geld für Rad-Rampen. In: Rheiderland Zeitung. Abgerufen am 17. Januar 2024.</ref><ref>Hunderttausende: Geld vom Land für Rad-Rampen zur Friesenbrücke. Abgerufen am 17. Januar 2024.</ref><ref>Nico Bloem: Zuschüsse für Fahrradrampen zur Friesenbrücke. 17. Januar 2024, abgerufen am 17. Januar 2024.</ref>
Mit dem Neubau der Brücke wurde die Arbeitsgemeinschaft Friesenbrücke bestehend aus den Unternehmen MCE GmbH (Linz), Depenbrock Bau (Niederlassung Hamburg) und Adam Hörnig Baugesellschaft (Aschaffenburg) beauftragt.<ref>Vera Vogt: Best of 2022: 2024 fahren wieder Züge über die Friesenbrücke. In: Ostfriesen-Zeitung. 28. Dezember 2022, abgerufen am 2. März 2024.</ref> Der Auftrag zum Bau der neuen Brückenelemente ging an die MCE GmbH.<ref>Bahn hält am Ziel fest: Friesenbrücke soll Ende 2024 stehen. NDR, abgerufen am 30. Dezember 2022.</ref> Die Elemente werden in Slaný in Tschechien und Nyíregyháza in Ungarn vorgefertigt.<ref>Brückenbau in Ungarn und Tschechien. In: Rheiderland Zeitung. Abgerufen am 30. Dezember 2022.</ref> Seit August 2023 werden die Bauteile per Schwertransport nach Papenburg geliefert.<ref>Werkbank für Friesenbrücke. In: Rheiderland Zeitung. 17. August 2023, abgerufen am 22. August 2023.</ref><ref>Die ersten tonnenschweren Brückenteile sind angekommen. 16. August 2023, abgerufen am 22. August 2023.</ref><ref>Neue Friesenbrücke wird in Papenburg zusammengebaut. 18. August 2023, abgerufen am 22. August 2023.</ref> Dort werden sie verschweißt und seit Juli 2023 über den Wasserweg per Schwimmkran nach Weener transportiert.<ref>Neues Montagekonzept: Friesenbrücken-Bauteile über Ems. Süddeutsche Zeitung, 1. Juli 2023, abgerufen am 7. August 2023.</ref><ref>Gigantische Dimension: Neue Friesenbrücke bekommt heute erstes Bauteil. Norddeutscher Rundfunk, 29. Juli 2024, abgerufen am 29. Juli 2024.</ref><ref>Schwimmkran bringt erstes Bauteil für neue Friesenbrücke über die Ems. In: buten un binnen. Radio Bremen, 29. Juli 2024, abgerufen am 29. Juli 2024.</ref><ref>Erstes Bauteil für neue Friesenbrücke erwartet. In: Welt. 29. Juli 2024, abgerufen am 29. Juli 2024.</ref> Der östliche Brückenteil (Vorlandbrücke) wurde im Juli 2024 in vier jeweils rund 30 Meter langen und 300 Tonnen schweren Brückenelementen angeliefert, der westliche, 70 Meter lange und rund 700 Tonnen schwere Brückenteil am 30. Oktober in einem Stück.<ref>Arbeiten an Friesenbrücke: 70 Meter langes Brückenteil wird über die Ems zur Baustelle gebracht. Abgerufen am 30. Oktober 2024.</ref><ref>Bild. Abgerufen am 30. Oktober 2024.</ref><ref>Arbeiten an Eisenbahnbrücke: 70 Meter langes Brückenteil auf dem Weg zur Friesenbrücke. Abgerufen am 30. Oktober 2024.</ref><ref>Bild. Abgerufen am 30. Oktober 2024.</ref><ref>Emsrevier – Bilder und Berichte – Seite 29 – Forum Schiff. Abgerufen am 30. Oktober 2024.</ref> Am 31. Oktober wurde es in Position gehoben.<ref>Friesenbrücke bei Weener: XXL-Schwertransport bringt Bauteil über die Ems. In: NWZonline.de. 31. Oktober 2024, abgerufen am 31. Oktober 2024.</ref><ref>Bild. 31. Oktober 2024, abgerufen am 31. Oktober 2024.</ref><ref>XXL-Schwertransport auf dem Wasser – 70 Meter langes Brückenteil erreicht Weener unter Augen zahlreicher Zuschauer – Millimeterarbeit beim Verladen auf der Ems. Abgerufen am 31. Oktober 2024.</ref><ref>NonstopNews – Galerie. Abgerufen am 31. Oktober 2024.</ref>
Im April 2023 wurde auf dem Deich auf der rechten Flussseite bei Hilkenborg eine Aussichtsplattform zur Verfolgung der Arbeiten eröffnet.<ref>Friesenbrücke: Neue Aussichtsplattform am Deich eröffnet. Deutsche Bahn, 28. April 2023, abgerufen am 29. April 2023.</ref> Auch wurde ein multimediales Bauinformationscenter zur Friesenbrücke und Wunderlinie im Dezember 2023 eröffnet.<ref>Info-Box bietet Einblicke in Brückenbau. 27. Februar 2024, abgerufen am 27. Februar 2024.</ref><ref>Besuchstermine Infobox und Baustelle. Abgerufen am 27. Februar 2024.</ref> Im Februar 2024 wurde der Grundstein für den Drehpfeiler gelegt.<ref>1100 Kubikmeter Beton in der Baugrube. In: Rheiderland Zeitung. 2024, abgerufen am 4. März 2024.</ref> Der Zugverkehr über die neue Brücke sollte ursprünglich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024 aufgenommen werden.<ref>Ein Jahr noch bis zur ersten Bahnfahrt. 16. Dezember 2023, abgerufen am 23. Januar 2024.</ref><ref>Europas größte Hub-Dreh-Brücke entsteht: Deutsche Bahn baut neue Friesenbrücke. Deutsche Bahn, 23. Juli 2021, abgerufen am 24. Juli 2021.</ref> Im Mai 2024 wurde jedoch eine Verspätung von rund einem halben Jahr bekannt.<ref>Wunderline hat Verspätung. In: Rheiderland-Zeitung. 18. Juli 2017, abgerufen am 23. Mai 2024.</ref><ref>Sebastian Jaspers: „Wunderline“ zwischen Bremen und Groningen startet 2025. In: NOZ. 23. Mai 2024, abgerufen am 23. Mai 2024.</ref><ref>Bahnlinie: Friesenbrücke und Wunderline später fertig. Abgerufen am 23. Mai 2024.</ref><ref>Jetzt doch: Friesenbrücke und Wunderline verspäten sich. Abgerufen am 23. Mai 2024.</ref><ref>Bauprojekt ″Wunderline″ verzögert sich um ein halbes Jahr wegen Lieferengpässen und wetterbedingten Herausforderungen, teilt die Bahn heute mit. Abgerufen am 23. Mai 2024.</ref><ref>Bahnlinie: Friesenbrücke und Wunderline später fertig. n-tv, abgerufen am 23. Mai 2024.</ref><ref>Zugstrecke zwischen Bremen und Groningen später fertig als geplant – buten un binnen. Abgerufen am 23. Mai 2024.</ref>
Am 2. September 2024 wurde per Schwimmkran Enak eine Kabelverbindung zur Verbindung von Festland und Drehpfeiler angeliefert.<ref>https://www.forum-schiff.de/phpBB3/viewtopic.php?p=214428#p214428</ref> Am 30. Oktober wurde das zweite Bauteil per Ponton nach Weener transportiert und am 31. Oktober 2024 Bauteil installiert. Es ist 70 Meter lang und wiegt rund 700 Tonnen.<ref>ndr.de: Friesenbrücke: Zweites Bauteil installiert</ref><ref>Friesenbrücke bei Weener: XXL-Schwertransport bringt Bauteil über die Ems. In: NWZonline.de. 31. Oktober 2024, abgerufen am 4. November 2024.</ref><ref>XXL-Schwertransport auf dem Wasser – 70 Meter langes Brückenteil erreicht Weener unter Augen zahlreicher Zuschauer – Millimeterarbeit beim Verladen auf der Ems. Abgerufen am 4. November 2024.</ref><ref>Arbeiten an Friesenbrücke: 70 Meter langes Brückenteil wird über die Ems zur Baustelle gebracht. Abgerufen am 4. November 2024.</ref><ref>Baufortschritt der Friesenbrücke: 70 Meter langes Brückenteil ist in Weener angekommen. Abgerufen am 4. November 2024.</ref> Ende November 2024 wurde das Hub-Drehwerk per Schwimmkran angeliefert.<ref>Das Herzstück ist an Ort und Stelle! In: Facebook. MCE, 28. November 2024, abgerufen am 6. Dezember 2024.</ref> Das dritte und letzte Brückenteil, das 145 Meter lange Drehelement, wurde in der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 2024 montiert. Für die Montage wurde die Ems mittels des Emssperrwerks bei Gandersum aufgestaut,<ref>Neue Friesenbrücke über die Ems: Letztes Bauteil ist eingesetzt. 12. Dezember 2024, abgerufen am 12. Dezember 2024.</ref><ref>Bekanntmachung für Seefahrer (T)281/24. WSA Ems-Nordsee, 9. Dezember 2024, abgerufen am 12. Dezember 2024.</ref> um ein tidebedingtes Schwanken des Wasserpegels während der Platzierung des Drehelements zu verhindern.<ref>Engineered Solutions positioniert Friesenbrücke. Abgerufen am 21. September 2025.</ref><ref>EÜ Friesenbrücke in Weener (Ostfriesland). Abgerufen am 21. September 2025.</ref> Das Brückenwärterhaus wurde erhalten und um ein Stockwerk erhöht.<ref>»Weeners schönster Arbeitsplatz«. In: Rheiderland Zeitung. 2017, abgerufen am 18. April 2024.</ref>
Am 2. April 2025 wurde die neue Brücke erstmals gedreht und geschlossen.<ref>Friesenbrücke erstmals gedreht und geschlossen. In: Rheiderland Zeitung. 4. April 2025, abgerufen am 4. April 2025.</ref> Bis zur Inbetriebnahme sind weitere Schließungen inklusive Sperrungen für die Schifffahrt vorgesehen.<ref>ELWIS – ELWIS Module. Abgerufen am 27. Juli 2025.</ref><ref>Friesenbrücke bei Weener: Schienenübergang sorgt für sichere Zugüberfahrten. Teilöffnung noch im Sommer. In: NWZonline.de. 24. Juli 2025, abgerufen am 27. Juli 2025.</ref> Im Mai 2025 wurden die Gleise verlegt.<ref>Schienen an der neuen Friesenbrücke. In: Rheiderland Zeitung. 22. Mai 2025, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref><ref>Ein Mast für mehr Sicherheit. In: Rheiderland Zeitung. 23. Mai 2025, abgerufen am 23. Mai 2025.</ref> Nahezu zeitgleich teilte die DB mit, dass die Aufnahme des Betriebs – zunächst für Ende 2024, zuletzt für Anfang 2026 angekündigt – sich nunmehr auf Mitte 2026 Die Kategorie:Wikipedia:Veraltet nach Juli 2026 existiert noch nicht. Lege sie mit folgendem Text {{Zukunftskategorie|2026|7}} an. verschiebt.<ref name="NDR" /> Im Sommer 2025 begannen Tests mit Lokomotiven.<ref>Historisch: Erster Zug auf der neuen Friesenbrücke. In: Rheiderland Zeitung. 17. September 2025, abgerufen am 17. September 2025.</ref>
Im September 2025 wurde die Brücke in tideabhängigen Zeitfenstern zwischen 7 und 18 Uhr für den Fußgänger- und Fahrradverkehr freigegeben.<ref name="rheiderland">Friesenbrücke: Radler müssen schieben. In: Rheiderland Zeitung. 5. September 2025, abgerufen am 5. September 2025.</ref><ref>Frachter zerstörte Brücke vor 10 Jahren: Jetzt öffnet neue Friesenbrücke für Fußgänger und Rradfahrer. NDR, abgerufen am 5. September 2025.</ref><ref>Premiere an der Ems – neue Friesenbrücke erstmals begehbar. In: WELT. Abgerufen am 5. September 2025.</ref> Ab dem 14. Dezember 2025 schließt die Brücke durchgehend unter Vorbehalt für Fußgänger und Radfahrer von 8 bis 16 Uhr täglich und öffnet sich von 16 bis 8 Uhr für den Schiffsverkehr.<ref>Friesenbrücke - Nutzung des Geh- und Radwegs während der Bauarbeiten. Deutsche Bahn, abgerufen am 22. Dezember 2025.</ref>
Verkehrsbedeutung
Eisenbahn
Die Brücke über die Ems ist Teil der Bahnstrecke Leer–Groningen. Die Bahnstrecke war bis etwa 1975 die kürzeste Verbindung von Hamburg nach Amsterdam. In den letzten Jahren hatte sie im Fernverkehr keine Bedeutung mehr. Zuletzt verkehrten im Stundentakt werktäglich 14 Regionalbahn-Paare der DB-Tochtergesellschaft Arriva Niederlande zwischen Groningen und Leer. Seit der Zerstörung der Brücke enden die Züge, die ursprünglich bis Leer durchfuhren, im ostfriesischen Weener, der letzten auf der westlichen Emsseite gelegenen, deutschen Haltestelle. Von dort kann dann mit einem gewöhnlichen Linienbus der Bahnhof Leer erreicht werden. Außerdem verkehrt ein Schienenersatzverkehr mit Schnellbussen seit dem 11. Dezember 2015 zweistündlich direkt zwischen Groningen und Leer.<ref name="ArrivaNL_2015-12-15" />
Fuß- und Radweg
Auf der südlichen, flussaufwärts gelegenen Seite besaß die Friesenbrücke bis zu ihrer Zerstörung einen nicht genehmigten, aber geduldeten Fuß- und Radweg. Die Brücke war eine wichtige Verbindung sowohl für Einheimische als auch Radtouristen auf der Dortmund-Ems-Kanal-Route, der Deutschen Fehnroute, dem Emsradweg<ref name="NOZ_2015-12-09" /> und dem Kreuzfahrtweg, einer eher lokalen Rad-Themenroute, die die Schiffsüberführungen der Meyer-Werft zum Thema hat.<ref name="OZ_2010-09-20" /> Im Zuge des Neubaus wurde auch ein Fuß- und Radweg vorgesehen, der seit September 2025 mit Einschränkungen nutzbar ist.<ref name="rheiderland" />
Schiffsverkehr
Die Ems ist hier Teil der Seeschifffahrtsstraße Untere Ems bis einschließlich zum Hafen Papenburg, eine Verbindung, die mit dem Dortmund-Ems-Kanal als Binnenwasserstraße bis ins Ruhrgebiet führt. Für Fahrzeuge der Berufsschifffahrt (hauptsächlich der Seeschifffahrt) und Sportschifffahrt mit höheren Aufbauten musste die bisherige Brücke geöffnet werden, was je nach Dauer der Durchfahrt des Schiffes zehn Minuten oder länger andauerte.
Trivia
Im Heimatmuseum in Weener befindet sich ein Modell der ehemaligen Friesenbrücke.<ref>Friesenbrücke steht wieder. In: Rheiderland Zeitung. 5. April 2024, abgerufen am 5. April 2024.</ref>
Siehe auch
Literatur
- Schenkelberg: Die Friesenbrücke über die Ems bei Weener.
In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 46. Jahrgang 1926, - Paul Schlodtmann: Neubau der Eisenbahnbrücke über die Ems bei Weener.
In: Die Bautechnik, 3. Jahrgang 1925, - Joachim Braun: Das Schiff ist durch die Brücke geknallt! In: Eisenbahn Geschichte 91 (Dezember 2018/Januar 2019), S. 58–64.
- Alexander Heinemann: Neubau der „Friesenbrücke“ über die Ems bei Weener. In: Der Eisenbahningenieur. Juli 2022, S. 56–60.
- Gregor Schacht, Jens Kögel, Stefan Schwede, Alexander Heinemann, Georg Haase: Die Neue Friesenbrücke bei Weener – Entwurf der größten Hub-Drehbrücke Europas. In: Bautechnik. Band 100, Nr. 6, Juni 2023, ISSN 0932-8351, S. 334–343 (deutschebahn.com [PDF]).
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Planfeststellungsverfahren Erneuerung der EÜ Friesenbrücke bei Weener. ( vom 20. Mai 2020 im Internet Archive) <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zusammenfassung ( vom 20. Mai 2020 im Internet Archive; ZIP-Archiv; 215 MB)
- Bauprojekt Friesenbrücke auf der Website der Deutschen Bahn
- OZ Online: Friesenbrücke
- eurailpress.de, Friesenbrücke
- Ship TV: Friesenbrücke Weener auf YouTube, 28. März 2013 (Playlist Langzeitbeobachtung, Rückbau 2021 und Neubau 2025, …).
- DB: Friesenbrücke – Einblick in die Konstruktion des neuen Bauwerks auf YouTube, 8. Dezember 2023 (Das Video gibt Ihnen einen Einblick in die Konstruktion der Friesenbrücke.).
Anmerkungen
<references group="Anm." />
Einzelnachweise
<references responsive> <ref name="ArrivaNL_2015-12-15"> Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Bad Nieuweschans-Leer: geen treinen maar bussen.] In: arriva.nl. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 22. Dezember 2015 (niederländisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="Bautechnik_1925A"> Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Neubau der Eisenbahnbrücke über die Ems bei Weener (Teil 1). In: Die Bautechnik. 3. Jahrgang, Nr. 23, Vorlage:Cite book/Date, S. 297–300 (Vorlage:Cite book/URL [PDF; abgerufen am 22. Dezember 2015]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2 </ref> <ref name="NOZ_2015-12-03"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Frachterunfall: Vermutlich Totalschaden an Friesenbrücke ( vom 21. März 2017 im Internet Archive), Neue Osnabrücker Zeitung, 3. Dezember 2015. </ref> <ref name="NOZ_2015-12-09"> Christoph Schillingmann: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Knotenpunkt fällt weg: Unfall an Friesenbrücke wirkt sich auf Radtourismus aus ( vom 27. November 2018 im Internet Archive), Neue Osnabrücker Zeitung, 9. Dezember 2015. </ref> <ref name="OZ_2010-09-20"> Rudi Meyer: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mit Rückenwind von Halte bis Ditzum ( vom 10. Dezember 2015 im Internet Archive), Ostfriesen-Zeitung, 20. September 2010. </ref> </references>
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