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Friedrich Nerly

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Datei:Friedrich von Nerly Selbstporträt 1828.jpg
Selbstporträt, 1828, Städelsches Kunstinstitut
Datei:Friedrich Nerly "General und Feldmarschall der Tiber und deren Brück", gezeichnet von Leopold Pollak, Rom 1832.jpg
Friedrich Nerly als „General und Feldmarschall der Tiber und deren Brück“ (Cervaro-Fest), gezeichnet von Leopold Pollak, Rom 1832
Datei:Erwin Speckter - Der Künstler und seine Freunde.jpg
Erwin Speckter: Der Künstler und seine Freunde: (v.l.n.r.: Erwin Speckter, Carl Julius Milde, Otto Speckter, Friedrich Nehrlich (Nerly))
Datei:Friedrich Nerly Studie zum Rumohr Porträt (1823).jpg
Studie zum Porträt Carl Friedrich von Rumohr (1823)
Datei:Friedrich Nerly - Piazzetta di San Marco bei Mondschein (1849).jpg
Die Piazzetta und die Markussäule bei Mondschein, Nerlys am häufigsten gemaltes Motiv, das er dreißig Mal variierte
Datei:The Grotto at Posilippo -Friedrich von Nerly - Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud-5953 (without frame).jpg
Die Grotte des Posillipo (1847)
Köln, Wallraf-Richartz-Museum

Friedrich Nerly (ursprünglich Christian Friedrich Ne[h]rlich, auch Federico von Nerly oder Friedrich Nerly der Ältere; * 24. November 1807 in Erfurt; † 21. Oktober 1878 in Venedig) war ein deutscher Maler der Romantik, der unter anderem durch Veduten von Venedig bekannt wurde, einer Stadt, in der er mehr als vier Jahrzehnte lebte und eine Familie gründete.

Leben

Friedrich Nerly wurde nach dem frühen Tod seines Vaters, eines Postsekretärs in Erfurt, ab 1815 vom Bruder seiner Mutter in Hamburg großgezogen. Dieser war Musiker, erkannte dessen künstlerische Begabung schnell und förderte diese. Den ersten Zeichenunterricht bekam er von der Ehefrau seines Onkels, danach von einem weiteren Onkel, Heinrich Joachim Herterich, der ihn später auch als Lehrling in seine lithografische Werkstatt aufnahm. Der junge Nerly verkehrte auch bei der Familie Johann Michael Speckters, des Partners von Herterich. Speckter war ein enger Freund von Philipp Otto Runge, ebenfalls Schüler von Nerlys Onkel. Bald machte Nerly die Bekanntschaft des Mäzens Freiherr Carl Friedrich von Rumohr.

1823 wurde Nerly Schüler von Rumohr und war neben Franz Horny einer seiner wichtigsten. Das wichtigste Credo des Freiherrn war „das immerwährende Studium der realen Natur“. Im Sommer 1827 begleitete Nerly Rumohr auf eine ausgedehnte Reise, die über den Harz, Weimar, Dresden und München schließlich nach Italien führte; dabei machte er in Weimar die Bekanntschaft mit Johann Wolfgang von Goethe.

Ende 1828 reiste er allein nach Rom weiter, um vorerst dort zu bleiben. In diesem Jahr änderte er auch aus seiner Italien-Begeisterung heraus seinen Namen in Nerly. Nach eigenem Bekunden hatte außer Rumohr nur noch Johann Christian Reinhart, den er in Rom kennengelernt hatte, künstlerischen Einfluss auf ihn. In Rom hatte Nerly bis zu seiner Abreise 1835 die Leitung der Cervaro-Feste der Ponte-Molle-Gesellschaft inne.<ref>Vorläufer des Deutschen Künstlervereins von 1845.</ref> Außerdem wurden von dieser Gesellschaft neuankommende deutschsprachige Künstler begrüßt und in die Künstlergemeinschaft aufgenommen. Hierbei gab es humorvolle Initiationsriten.

Nach einer kurzen Reise durch Süditalien ließ sich Nerly Ende Oktober 1835 in Venedig als Künstler nieder. In der Lagunenstadt fand er die Sujets, mit denen er weit bekannt wurde; seine Piazetta bei Mondschein malte er 36 mal. Er gilt als Erfinder des venezianischen Mondscheinbildes.<ref>Louis Gerber, cosmopolis.ch: Friedrich Nerly. 20. März 2025, abgerufen am 20. März 2025.</ref>

In Venedig avancierte Nerly schon bald zum Mitglied der ortsansässigen Kunstakademie. Er heiratete 1840 die Venezianerin Agathe Alginowich (* 10. Dezember 1810, † 17. Juni 1889), mit der zusammen er 1842 den Sohn Friedrich bekam, der ebenfalls Maler wurde († 1919). Einer der wenigen Kontakte zu seiner alten Heimatstadt Erfurt war der Maler Eduard Gerhardt, der ihn nach 1841 mehrfach in Venedig besuchte; die Freunde lernten und arbeiteten in dieser Zeit gemeinsam.

König Wilhelm I. von Württemberg verlieh ihm 1852 als Anerkennung und Dank das Ritterkreuz 1. Klasse des Ordens der Württembergischen Krone, mit dem der persönliche Adel verbunden war.<ref>Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1877, S. 41.</ref>

1878 starb Nerly in Venedig und wurde auf dem Friedhof San Michele in Venedig beerdigt.

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Grab Nerlys und seiner Frau auf dem Friedhof San Michele (Evangelischer Teil)

Sein Sohn Friedrich Paul Nerly legte schon 1883 auf Anregung seines Vetters, des Malers Eduard von Hagen, den Grundstein für die Gemäldegalerie im Angermuseum der Stadt Erfurt, indem er den gesamten künstlerischen Nachlass seines Vaters dessen Heimatstadt vermachte.<ref>Steffen Raßloff: Eduard von Hagen und die Gründung des Angermuseums. In: Kulturjournal Mittelthüringen. 6/2009. S. 32.</ref> Ein Teilnachlass befindet sich seit 1953 in der Kunsthalle Bremen.<ref>Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen, Website der Kunsthalle Bremen. Siehe auch: Friedrich Nerly. Ein deutscher Romantiker in Italien, Kat. Ausst. Bremen, Kunsthalle, Bremen 1957.</ref>

In Erfurt ist die Nerlystraße<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />erfurt.de (Memento vom 28. Februar 2013 im Internet Archive)</ref> nach ihm benannt, in Hamburg-Hamm der Nerlichsweg.<ref>Horst Beckershaus: Die Hamburger Straßennamen. Woher sie kommen und was sie bedeuten. Europ. Verlagsanstalt 2011, ISBN 3-86393-009-6, S. 256.</ref>

Werke

Literatur


  • Friedrich Nerly und die Künstler um Carl Friedrich Rumohr. Bearbeitet von Thomas Gädeke. Katalog. Kloster Cismar, Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum; Landesmuseum Mainz 1991.
  • Julia M. Nauhaus: "… einige interessante Notizen über Kunstgegenstände ..." Friedrich Nerly und die Berliner Gemäldegalerie. In: "Römische Tage – Venezianische Nächte" Friedrich Nerly zum 200. Geburtstag. Ausstellungskatalog des Angermuseums Erfurt. Paderborn 2007, S. 195–205.
  • Julia M. Nauhaus: "Vom Kuhhirten zum kleinen Grafen". Friedrich Nerlys Begegnungen mit Künstlern und herausragenden Persönlichkeiten in Hamburg, Rom und Venedig. In: "Römische Tage – Venezianische Nächte" Friedrich Nerly zum 200. Geburtstag. Ausstellungskatalog des Angermuseums Erfurt. Paderborn 2007, S. 11–31.
  • Julia M. Nauhaus: Friedrich Nerly: The island of San Michele, Venice, around 1850. In: Venice in Peril. The British Committee for the Preservation of Venice. Newsletter, Sommer 2008, S. 3.
  • Julia M. Nauhaus: Nerly – Vater und Sohn. In: SammlerJournal. Reichertshausen Juli 2011, S. 86–91.
  • Dietrich Lückoff: Friedrich Nerly in Porto Venere, Sommer 1838 / Friedrich Nerly a Porto Venere, Estate 1828. Verlag Melangolo, Genua 2014. (Text italienisch und deutsch).
  • Claudia Denk, Kai Uwe Schierz, Thomas von Taschitzki (Hrsg.): Reframing Friedrich Nerly. Landschaftsmaler, Reisender, Verkaufstalent. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2022, ISBN 978-3-422-98950-4.
  • Claudia Denk, Kai Uwe Schierz, Thomas von Taschitzki (Hrsg.): Friedrich Nerly - von Erfurt in die Welt. die Gemälde und Ölstudien des Nerly-Bestandes im Angermuseum Erfurt, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-422-80257-5

Weblinks

Commons: Friedrich von Nerly – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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