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Fremdkörper in Anus und Rektum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Klassifikation nach ICD-10
T18.5 Fremdkörper in Anus und Rektum
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11

Ein Fremdkörper in Anus und Rektum, häufig auch rektaler Fremdkörper ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) genannt, ist ein meist durch den After in den Mastdarm (Rektum bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) eingeführter und dort befindlicher Gegenstand. Er kann klinisch relevant werden, wenn er sich vom Patienten nicht in der vorgesehenen Weise problemlos wieder entfernen lässt. Der umgekehrte Weg eines Fremdkörpers – Aufnahme über den Mund und Passage durch den gesamten Magen-Darm-Trakt bis ins Rektum – ist nur selten klinisch relevant.

Datei:Magendarmkanal.JPG
Übersicht über den menschlichen Magen-Darm-Kanal:
1 = Speiseröhre, 2 = Magen, 3 = Zwölffingerdarm, 4 = Dünndarm, 5 = Blinddarm, 6 = Appendix, 7 = Grimmdarm, 8 = Mastdarm, 9 = Anus – Musculus sphincter internum und Musculus sphincter externum

Rektale Fremdkörper gehören zu der Gruppe der gastrointestinalen Fremdkörper (Fremdkörper in den Verdauungsorganen).<ref>A. A. Ayantunde, T. Oke: A review of gastrointestinal foreign bodies. In: Int J Clin Pract 60, 2006, S. 735–739. PMID 16805760 (Review)</ref><ref name="PMID17556153">M. T. Smith, R. K. Wong: Foreign bodies. In: Gastrointest Endosc Clin N Am 17, 2007, S. 361–382. PMID 17556153 (Review)</ref>

Häufigkeit

Datei:Rectal foreign body 04 (cropped).jpg
Röntgenaufnahme einer Mineralwasserflasche aus Kunststoff, die vom Rektum bis in das Colon sigmoideum reicht.<ref>B. B. Pandey u. a.: Embolic stroke complicating Staphylococcus aureus endocarditis circumstantially linked to rectal trauma from foreign body: a first case report. In: BMC Infectious Diseases 5, 2005, 42. doi:10.1186/1471-2334-5-42 (Open Access) PMID 15921523.</ref>

Es gibt keine zuverlässigen Daten über die Häufigkeit von klinisch relevanten rektalen Fremdkörpern. Sie dürfte langfristig betrachtet zugenommen haben<ref name="Munter2009">D. W. Munter: Foreign Bodies, Rectum. Vom 28. September 2009, abgerufen am 15. April 2010.</ref> und ist in jüngster Zeit ein häufiger zu beobachtendes Phänomen.<ref name="PMID18662236">N. Manimaran, M. Shorafa, J. Eccersley: Blow as well as pull: an innovative technique for dealing with a rectal foreign body. In: Colorectal disease: the official journal of the Association of Coloproctology of Great Britain and Ireland Band 11, Nummer 3, März 2009, S. 325–326, ISSN 1463-1318. doi:10.1111/j.1463-1318.2008.01653.x. PMID 18662236.</ref> Die Dunkelziffer ist vermutlich sehr hoch.

Fremdkörper in Anus und Rektum finden sich bei Männern erheblich häufiger als bei Frauen. Das Geschlechterverhältnis beträgt ungefähr 28:1.<ref name="Munter2009" /><ref name="PMID15606596">D. L. Clarke u. a.: Colorectal foreign bodies. In: Colorectal Dis 7, 2005, S. 98–103. PMID 15606596</ref><ref>L. B. Stack, D. W. Munter: Foreign bodies in the gastrointestinal tract. In: Emerg Med Clin North Am 14, 1996, S. 493–521. PMID 8681881 (Review)</ref> Eine Metastudie aus dem Jahr 2010 kommt zu einem Geschlechterverhältnis von ungefähr 37:1. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 44,1 Jahren mit einer Standardabweichung von 16,6 Jahren.<ref name="PMID19895597">M. A. Kurer, C. Davey, S. Khan, S. Chintapatla: Colorectal foreign bodies: a systematic review. In: Colorectal disease: the official journal of the Association of Coloproctology of Great Britain and Ireland Band 12, Nummer 9, September 2010, S. 851–861, ISSN 1463-1318. doi:10.1111/j.1463-1318.2009.02109.x. PMID 19895597 (Review).</ref>

Der erste in der Literatur beschriebene Fall stammt aus dem 16. Jahrhundert.<ref name="PMID18925957" /><ref>J. S. Haft, H. B. Benjamin: Foreign bodies in the rectum: some psychosexual aspects. In: Medical Aspects of Human Sexuality 7, 1973, S. 74–95.</ref>

Ursachen

Die Gründe für Fremdkörper in Anus und Rektum sind sehr unterschiedlicher Natur, in den meisten Fällen aber sexuell oder kriminell motiviert.<ref name="Messmann2004">H. Messmann: Lehratlas der Koloskopie. Georg Thieme Verlag, 2004, ISBN 3-13-136441-6, S. 219. ISGN eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> In der überwiegenden Anzahl der Fälle wird der Fremdkörper freiwillig in das Rektum eingeführt. Darunter fallen vor allem sexuell motivierte Praktiken, die die häufigste Ursache für klinisch relevante rektale Fremdkörper darstellen. Bodypacking, der illegale Transport von Drogenbehältern in Körperöffnungen (hier: im Rektum), ist eine weitere – eventuell – freiwillige Form des Einführens von Fremdkörpern in Anus und Rektum.<ref>M. C. Laitenberger: Klinische und rechtsmedizinische Aspekte des intestinalen Rauschmitteltransportes in Hamburg 1989 bis 2004. Dissertation, Universität Hamburg, 2005.</ref> Dazu gehören auch Versuche, Gegenstände wie Waffen, beispielsweise Messer, oder Munition zu transportieren. In einer Studie war sexuelle Stimulation für etwa 80 Prozent der Fälle verantwortlich, in denen ein Fremdkörper in Anus und Rektum klinisch relevant wurde. In den 80 Prozent eingeschlossen sind etwa zehn Prozent Fälle von sexueller Nötigung.<ref name="PMID8908954">J. S. Cohen und J. M. Sackier: Management of colorectal foreign bodies. In: J Roy Coll Surg Edin 41, 1996, S. 312–315. PMID 8908954.</ref>

Selten werden vom Patienten Fremdkörper, die eigenständig nicht mehr entfernt werden können, mit dem Ziel in den Anus eingeführt, Zuneigung und Mitleid von Ärzten und Pflegern zu bekommen. In diesen Fällen wird das Verhalten dem Münchhausen-Syndrom zugeordnet.<ref name="PMID18925957">S. A. Khan u. a.: Munchausen’s syndrome presenting as rectal foreign body insertion: a case report. In: Cases J 1, 2008, 243. PMID 18925957 (Open Access)</ref>

Eine andere Ursache kann eine versuchte Selbstbehandlung von Erkrankungen sein. So versuchte beispielsweise ein Patient, durch das Einführen eines Maiskolbens in sein Rektum einen hartnäckigen Durchfall bei sich zu therapieren.<ref>V. Stenz u. a.: Fremdkörpergeschichten. In: Ther Umsch 65, 2008, S. 699–702. PMID 19048523</ref> Ein anderer Patient versuchte, den durch sein Hämorrhoidalleiden verursachten chronischen Juckreiz (Pruritus ani) mit Hilfe einer Zahnbürste zu lindern. Die Zahnbürste geriet ihm dabei außer Kontrolle und verschwand in seinem Rektum.<ref name="PMID11491473">M. Kumar: Don’t forget your toothbrush! In: British dental journal Band 191, Nummer 1, Juli 2001, S. 27–28, ISSN 0007-0610. doi:10.1038/sj.bdj.4801082a. PMID 11491473.</ref>

Durch Unfälle oder Folter können Fremdkörper gegen den Willen des Patienten in das Rektum gelangen.<ref>F. Nuschler u. a.: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bericht über die internationale Folterforschung. (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive) (PDF; 4,6 MB) Universität Duisburg, 1992.</ref> Ein Quecksilber-Fieberthermometer, das zur Temperaturmessung in das Rektum eingeführt wurde und dabei abbrach, ist ein Beispiel für einen unfallbedingten Fremdkörper.<ref name="PMID19444034">B. Azman, B. Erku, B. H. Güvenç: Balloon extraction of a retained rectal foreign body under fluoroscopy, case report and review. In: Pediatric emergency care Band 25, Nummer 5, Mai 2009, S. 345–347, ISSN 1535-1815. doi:10.1097/PEC.0b013e3181a3494f. PMID 19444034.</ref> Im antiken Griechenland existierte für männliche Ehebrecher die Rettichstrafe, bei der dem Ehebrecher ein Rettich in den Anus eingeführt wurde. Viele selbst eingeführte Fremdkörper werden von den betroffenen Patienten aus Scham als Unfall deklariert.

Aus mehreren Gründen können sich Fremdkörper sehr leicht im Rektum festsetzen. Zum einen sind viele der zur sexuellen Stimulation verwendeten Gegenstände an ihrer Spitze konisch geformt, so dass eine leichtere Penetration gewährleistet ist. An ihrem Ende sind sie dagegen meist flach. Passiert das Ende des Gegenstandes den Anus in Richtung des Rektums, ist die Extraktion durch den Betroffenen selbst in vielen Fällen nicht mehr möglich. Häufig wird der Gegenstand – um eine stärkere Stimulation zu erhalten – deutlich tiefer in das Rektum eingeführt als ursprünglich geplant. Die Schließmuskeln verhindern dann auf mechanischem Weg die Extraktion des Fremdkörpers.<ref name="PMID984928" />

Objekte

Datei:Zahnputzbecher im Rektum.png
Zahnputzbecher im Rektum

Art und Größe der rektalen Fremdkörper sind sehr unterschiedlich und übersteigen in manchen Fällen das anatomisch-physiologische Vorstellungsvermögen.<ref name="Messmann2004" /> (siehe auch: Fisting)

Zu den in der Fachliteratur beschriebenen Objekten gehören beispielsweise:

Es muss sich dabei nicht immer um feste Gegenstände handeln. 1987 wurde beispielsweise ein Fall eines Patienten beschrieben, der sich mit einer Zementmischung einen Einlauf verabreichte. Nachdem die Mischung sich verfestigt und verkeilt hatte, musste der entstandene Zementbrocken chirurgisch entfernt werden.<ref>P. J. Stephens, M. L. Taff: Rectal impaction following enema with concrete mix. In: Am J Forensic Med Pathol 8, 1987, S. 179–182. PMID 3649167.</ref> Ein anderes Extrembeispiel ereignete sich im November 1953. Ein depressiver Mann führte sich eine 15 cm lange Pappröhre in sein Rektum ein und warf dann einen angezündeten Feuerwerkskörper in die Öffnung der Röhre, was ein großes Loch in sein Rektum riss.<ref>A. G. Butters: An unusual rectal injury. In: Br Med J 2, 1955, S. 602–603. PMID 13240191, PMC 1980742 (freier Volltext).</ref>

In Großbritannien belaufen sich laut des staatlichen Gesundheitsdienste NHS die Kosten auf jährlich ca. 340.000 Pfund, was 390.000 Euro entspricht (Stand 2022).<ref>Talin Dilsizyan: Krankenhaus evakuiert: 88-Jähriger wegen Granate im Anus behandelt; Ärzte haben aus dem Po eines Seniors einen ungewöhnlichen Gegenstand entfernt. Das Einführen von Gegenständen ist weltweit ein Problem. Neue Westfälische, 22. Dezember 2022, abgerufen am 3. Februar 2026.</ref>

Diagnose

Datei:Rectal foreign body 01.jpg
Röntgenaufnahme, die ein Fragment einer Flasche (Flaschenhals, im Bild oberhalb der Schambeinfuge) im Rektum eines Patienten zeigt.

Viele Patienten geben bei der Anamnese aus Gründen des Schamgefühls nur widerwillig Auskunft über den Hergang, so dass für die Therapie wichtige Informationen unter Umständen fehlen. Zudem erscheinen die Patienten aus dem gleichen Grund erst sehr spät („wenn’s nicht mehr anders geht“) bei einem Arzt. Eine vertrauensvolle, feinfühlige und fürsorgliche Betreuung der meist sehr beschämten und sich unwohl fühlenden Patienten durch das einbezogene klinische Personal ist daher für den Behandlungserfolg von großer Bedeutung<ref name="PMID9887927">R. P. Mackinnon, G. Fulde: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Removing rectal foreign bodies: is the ventouse gender specific? (Memento vom 18. Februar 2012 im Internet Archive) In: Med J Aust 169, 1998, S. 670–671. PMID 9887927</ref> und kann unter Umständen lebensrettend sein.<ref>E. Stein: Proktologie: Lehrbuch und Atlas. Verlag Springer, 2002, ISBN 3-540-43033-4, S. 329f. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>

Vor dem Entfernen des Fremdkörpers werden meist radiologische Bilder in unterschiedlichen Projektionsebenen aufgenommen, um die genaue Lage und Tiefe des Fremdkörpers festzustellen. Dies geschieht in der Regel durch Röntgen. Bei Fremdkörpern aus Materialien, die einen zu geringen Kontrast im Röntgenbild liefern (beispielsweise Gegenstände aus massivem Kunststoff), kann gegebenenfalls auf Sonografie (Ultraschall) oder Computertomographie ausgewichen werden.<ref name="PMID9887927" /> Die Magnetresonanztomographie ist insbesondere bei unbekannten Fremdkörpern kontraindiziert. In das Rektum eingeführte Fremdkörper können unter Umständen bis weit in das Kolon vordringen, in einigen Fällen bis zur rechten Flexur.<ref name="Messmann2004" />

Eine Endoskopie, die auch bei der Therapie hilfreich sein kann, ermöglicht die Identifikation und Lokalisation des Gegenstandes im Rektum.<ref name="Axon2004">A. T. R. Axon und M. Classen: Gastroenterologische Endoskopie. Georg Thieme Verlag, 2004, ISBN 3-13-132401-5, S. 400–401. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>

Die so gewonnenen Informationen über den Fremdkörper sind für sein Entfernen sehr wichtig, da eine Perforation von Rektum und Anus unbedingt zu vermeiden ist.

Therapie

Datei:Rectal foreign body 02.jpg
Endoskopschlinge mit dem Fragment der Glasflasche aus der Röntgenaufnahme.

So vielseitig wie die Objekte im Rektum sein können, so unterschiedlich können auch die therapeutischen Maßnahmen zum Entfernen des Fremdkörpers ausfallen. Häufig bestehen die Fremdkörper aus zerbrechlichen Materialien, wie beispielsweise Glas. Zudem vergehen meist viele Stunden oder gar Tage, bis der Patient einen Arzt aufsucht. Bevor sie einen Arzt konsultieren, versuchen die meisten Patienten mehrmals erfolglos, den Fremdkörper selbst oder durch einen anderen Laien zu entfernen. In vielen Fällen verschlechtert dies die Ausgangslage für eine erfolgreiche Extraktion des Fremdkörpers.

In den meisten Fällen kann der Fremdkörper auf endoskopischem Weg entfernt werden. Vibratoren lassen sich beispielsweise meist mit einer großen Polypektomieschlinge (normalerweise für das Entfernen von Polypen bei der Koloskopie verwendet) greifen und aus dem Rektum entfernen.<ref>D. Hartmann u. a.: Notfallendoskopie – Update. In: Gastroenterologie up2date 5, 2009, S. 321–334. doi:10.1055/s-0029-1215318.</ref> Kleinere Objekte, wie beispielsweise Fieberthermometer, können auch mittels einer Biopsiezange aus dem Rektum extrahiert werden.<ref name="PMID14703278">W. C. Huang u. a.: Retained rectal foreign bodies. In: J Chin Med Assoc, 66, 2003, S. 607–612. PMID 14703278</ref> Große eingeklemmte Objekte sind mit einem flexiblen Endoskop oft nicht zu bewegen. In diesen Fällen sind starre Instrumente häufig besser geeignet.<ref name="Messmann2004" />

In einigen Fällen haben sich normalerweise zur Geburtshilfe verwendete Instrumente bei der Entfernung der Fremdkörper bewährt. Dazu gehören beispielsweise die Geburtszange (Forceps)<ref name="PMID1252815">T. N. Peet: Removal of impacted rectal foreign body with obstetric forceps. In: British Medical Journal 1976, S. 500–501. PMID 1252815, PMC 1638849 (freier Volltext).</ref> und die Saugglocke.<ref name="PMID8756851" /> Des Weiteren wurden hölzerne Objekte mit Korkenziehern und Trinkgläser nach dem Ausgießen mit Gips geborgen.<ref name="PMID1252815" /><ref>H. Bailey und J. Love: A short textbook of surgery. A. J. H. Rains und H. D. Ritchie (Herausgeber), 16. Auflage. Verlag Lewis, 1975, S. 1013.</ref> Bei den Gläsern kann beispielsweise ein Löffel als „Anker“ in den noch flüssigen Gips mit eingegossen werden und nach dem Verfestigen zusammen mit dem Glas herausgezogen werden.<ref name="Spiegel1991" /> Glühbirnen werden meist mit einem Netz aus Verbandgaze umhüllt, im Rektum zertrümmert und danach extrahiert.<ref name="Spiegel1991" />

Auch die Argon-Plasma-Koagulation wurde schon erfolgreich eingesetzt. Beim zu entfernenden Fremdkörper handelte es sich um einen in Cellophan eingewickelten grünen Apfel im Rektum eines 44-jährigen Patienten. Durch die Argon-Plasma-Koagulation konnte der Apfel um über 50 Prozent seiner Größe schrumpfen und letztlich entfernt werden. Vorangegangene Extraktionsversuche mit endoskopischen Instrumenten scheiterten an der glatten Oberfläche des Objektes.<ref name="PMID9201486">J. Glaser u. a.: Unusual rectum foreign body: Treatment using argon-beam coagulation. In: Endoscopy 29, 1997, S. 230–231. doi:10.1055/s-2007-1004178. PMID 9201486.</ref>

Lässt sich der Fremdkörper durch keine der genannten Maßnahmen extrahieren, weil er zu weit oben im Bereich des Colon sigmoideum liegt, so kann in vielen Fällen Bettruhe und Sedierung des Patienten ein Absteigen des Fremdkörpers zurück in das Rektum bewirken. Dort ist der Fremdkörper leichter zu erreichen und besser extrahierbar.<ref name="PMID984928" />

Bei schwierigeren Fällen kann ein Bauchschnitt (Laparotomie) notwendig sein. Dies ist statistisch gesehen in etwa 10 Prozent der Fälle notwendig.<ref name="Messmann2004" /> Über den geöffneten Bauch kann der Dickdarm dann möglicherweise so manipuliert werden, dass der Fremdkörper in Richtung des Anus wandert und dort gefasst werden kann. Die Eröffnung des Dickdarms (Kolotomie) kann in besonders schwierigen Fällen angezeigt sein, insbesondere dann, wenn eine Manipulation des Fremdkörpers die Gesundheit des Patienten ernsthaft gefährden würde. Dies kann beispielsweise bei eingeklemmten Drogenkondomen der Fall sein.<ref name="Axon2004" />

Anästhesie

Bei den leichteren Fällen genügt meist eine Sedierung des Patienten. Häufig werden auch Lokal- und Spinalanästhesie angewendet. Schwierigere Eingriffe werden meist unter Narkose durchgeführt; bei Eröffnung der Bauchhöhle (Laparotomie) und Eröffnung des Kolons (Kolotomie) ist sie zwingend erforderlich. Eine Narkose ist für die Relaxation der Schließmuskeln (Sphinkter) vorteilhaft.<ref name="Messmann2004" />

Nachsorge

Nach der Operation empfiehlt sich eine Sigmoidoskopie – eine Darmspiegelung, bei der 30 bis 40 Zentimeter des Dickdarmes und Enddarmes mit einem flexiblen Endoskop begutachtet werden –, um mögliche Perforationen des Rektums und des Colon sigmoideum auszuschließen, beziehungsweise um Verletzungen an den Schleimhäuten zu erkennen.<ref name="PMID18666334">J. J. Koornstra und R. K. Weersma: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Management of rectal foreign bodies: description of a new technique and clinical practice guidelines. (Memento vom 19. September 2008 im Internet Archive) In: World J Gastroenterol 14, 2008, S. 4403–4406. PMID 18666334</ref> Eine stationäre Nachbeobachtung des Patienten ist in manchen Fällen angezeigt.

Beispielliste

Fremdkörper Technik Anästhesie Quelle
Kugelschreiber Polypektomieschlinge k. A. <ref name="PMID1205104">R. M. Richter und L. M. Littman: Endoscopic extraction of an unusual colonic foreign body. In: Gastrointest Endosc 22, 1975, S. 40. PMID 1205104.</ref>
mit Wasser gefüllter Ballon Punktion k. A. <ref name="PMID892400">L. Wolf und K. Geraci: Colonscopic removal of balloons from the bowel. In: Gastrointest Endosc 24, 1977, S. 41. PMID 892400.</ref>
Hühnerknochen Polypektomieschlinge k. A. <ref name="PMID8056249">P. R. Tarnasky u. a.: Colonoscopic diagnosis and treatment of chronic chicken bone perforation of the sigmoid colon. In: Gastrointest Endosc 40, 1994, S. 373–375. PMID 8056249.</ref>
Zahnstocher Polypektomieschlinge k. A. <ref name="PMID9476787">H. H. Over u. a.: Toothpick impaction: treatment by colonoscopy. In: Endoscopy 29, 1997, S. S60–S61. PMID 9476787.</ref>
Apfel in Cellophan Defragmentierung mit APC keine <ref name="PMID9201486" />
Glasflasche Biopsiezange Vollnarkose <ref name="PMID14703278" />
Vibrator Polypektomieschlinge keine <ref name="PMID14703278" />
Reagenzglas aufgepumpte Sengstaken-Sonde k. A. <ref name="PMID1248348">J. P. Hughes u. a.: Method of removing a hollow object from the rectum. In: Dis Colon Rectum 19, 1976, S. 44–45. PMID 1248348.</ref>
Reagenzglas Polypektomieschlinge k. A. <ref name="PMID3677968">J. C. Kantarian u. a.: Endoscopic retrieval of foreign bodies from the rectum. In: Dis Colon Rectum 30, 1987, S. 902–904. PMID 3677968.</ref>
Spitze eines Klistiers Polypektomieschlinge k. A. <ref name="PMID3677968" />
Vibrator Biopsiezange k. A. <ref name="PMID3677968" />
Bleistift Polypektomieschlinge k. A. <ref name="PMID7129050">N. R. Vemula u. a.: Colonoscopic removal of a foreign body causing colocutaneous fistulas. In: Gastrointest Endosc 28, 1982, S. 195–196. PMID 7129050.</ref>
Eisenstab Zweikanal-Koloskop und Drähte k. A. <ref name="PMID10570362">A. Ahmed und S. A. Cummings: Novel endoscopic approach for removal of a rectal foreign body. In: Gastrointest Endosc 50, 1999, S. 872–874 PMID 10570362.</ref>
Flaschenhals aufgepumpter Foley-Katheter Vollnarkose <ref name="PMID16185979">D. Humes und D. N. Lobo: Removal of a rectal foreign body by using a Foley catheter passed through a rigid sigmoidoscope. In: Gastrointest Endosc 62, 2005, S. 610. PMID 16185979.</ref>
Sprühbehälter Achalasie-Ballon keine <ref name="PMID18666334" />
schwammartiger Spielzeugball Saugglocke Vollnarkose <ref name="PMID17375796">S. Feigelson u. a.: Removal of a large spherical foreign object from the rectum using an obstetric vacuum device: a case report. In: Am Surg 73, 2007, S. 304–306. PMID 17375796.</ref>
Vibrator Geburtszange und Analdilatation Lokalanästhesie <ref name="PMID1252853">J. S. Haft u. a.: Vaginal vibrator lodged in rectum. In: Br Med J 1, 1976, S. 626. PMID 1252853, PMC 1639058 (freier Volltext).</ref>
Vibrator Hakenzange Lokalanästhesie <ref name="PMID902553">S. E: Levin u. a.: The use of a curved uterine vulsellum for removal of rectal foreign bodies: Report of a case. In: Diseases of the Colon & Rectum 20, 1977, S. 532–533. PMID 902553.</ref>
Rasierwasserflasche Knochenhaltezange mit Gummifüßen Spinalanästhesie <ref name="PMID1181166">D. Siroospour und L. R. Dragstedt: A large foreign body removed through the intact anus: report of a case. In: Dis Colon Rectum 18, 1975, S. 616–619. PMID 1181166.</ref>
Hühnerknochen mit Fingern keine <ref name="PMID1854398" />
Sprühdosendeckel spitze Fasszange und Analdilatation Vollnarkose <ref name="PMID3757713">M. M. Aquino und J. W. Turner: A simple technique for removing an impacted aerosol-can cap from the rectum. In: Dis Colon Rectum 29, 1986, S. 675. PMID 3757713</ref>
Vase Ausfüllen mit Gips Vollnarkose <ref name="PMID3713565">C. J. Couch u. a.: Rectal foreign bodies. In: Med J Aust 144, 1986, S. 512–515. PMID 3713565</ref>
Glasgefäß Extraktion mit Gips Spinalanästhesie <ref name="PMID6844979">R. W. Graves u. a.: Anal eroticism: two unusual rectal foreign bodies and their removal. In: South Med J 76, 1983, S. 677–678. PMID 6844979</ref>
Glasgefäß Endotrachealtubus Lokalanästhesie <ref name="PMID7238244">H. I. Garber u. a.: Removal of a glass foreign body from the rectum. In: Dis Colon Rectum 24, 1981, S. 323. PMID 7238244</ref>
Apfel beidhändige Bearbeitung Lokalanästhesie <ref name="PMID17357869">H. Sharma u. a.: A novel technique for nonoperative removal of round rectal foreign bodies. In: Tech Coloproctol 11, 2007, S. 58–59. PMID 17357869.</ref>
Glasgefäß aufgepumpter Foley-Katheter Vollnarkose <ref name="PMID8472230">M. Yaman u. a.: Foreign bodies in the rectum. In: Can J Surg 36, 1993, S. 173–177. PMID 8472230.</ref>
Glasflasche Saugglocke Vollnarkose <ref name="PMID9887927" />
100-Watt-Glühlampe drei aufgepumpte Foley-Katheter k. A. <ref name="PMID7137678">V. S. Diwan: Removal of 100-watt electric bulb from rectum. In: Ann Emerg Med 11, 1982, S. 643–644. PMID 7137678</ref>
Thermometer Biopsiezange Vollnarkose <ref name="PMID14703278" />
Vibrator transanale Kocher-Klemme Lokalanästhesie <ref name="PMID14703278" />
Bowlingflasche (Flasche in Form eines Pins) Geburtszange Vollnarkose <ref name="PMID14703278" />
Parfümflasche manuell Spinalanästhesie <ref name="PMID3738771" />
Holzstück manuell Vollnarkose <ref name="PMID5259744">A. A. Jansen: Foreign body in the rectum. In: N Z Med J 70, 1969, S. 174–175. PMID 5259744</ref>
Zahnbürstenetui aufgepumpter Fogarty-Katheter k. A. <ref name="PMID3291887">R. L. Wigle: Emergency department management of retained rectal foreign bodies. In: Am J Emerg Med 6, 1988, S. 385–389. PMID 3291887 (Review)</ref>
Topfhandschuh Zange nach Analdilatation Vollnarkose <ref name="PMID9950383">J. E. Losanoff und K. T. Kjossev: Rectal "oven mitt": the importance of considering a serious underlying injury. In: J Emerg Med 17, 1999, S. 31–33. PMID 9950383</ref>
Abflussrohr Geburtszange Vollnarkose <ref name="PMID1252815" />
Boulekugel Elektromagnet Vollnarkose <ref name="PMID15322838">C. J. Coulson u. a.: Extraction of a rectal foreign body using an electromagnet. In: International Journal of Colorectal Disease 20, 2005, S. 194–195. PMID 15322838.</ref>
Karotte Myomheber k. A. <ref name="PMID9248200">M. G. Vashist u. a.: Screwing a carrot out of the rectum. In: Indian J Gastroenterol 16, 1997, S. 120. PMID 9248200.</ref>
Glaskörper Saugglocke Spinalanästhesie <ref name="PMID8756851">S. O. Johnson und T. H. Hartranft: Nonsurgical removal of a rectal foreign body using a vacuum extractor. Report of a case. In: Dis Colon Rectum 39, 1996, S. 935–937. PMID 8756851.</ref>
Gummiball manuelle Extraktion mit analer Dilatation Vollnarkose <ref name="PMID16798498">S. Nivatvongs u. a.: A simple technique to remove a large object from the rectum. In: J Am Coll Surg 203, 2006, S. 132–133. PMID 16798498.</ref>
Holzstab beidhändige Analdilatation Spinalanästhesie <ref name="PMID16798498" />
Flasche manuell nach Analdilatation Vollnarkose <ref name="PMID4839771">S. Gopal: A bottle in the rectum. In: J Indian Med Assoc 62, 1974, S. 24–25. PMID 4839771.</ref>
Dildo Myomheber k. A. <ref name="PMID12908471">S. K. Clark und N. D. Karanjia: A cork in a bottle – a simple technique for removal of a rectal foreign body. In: Ann R Coll Surg Engl 85, 2003, S. 282. PMID 12908471, PMC 1964392 (freier Volltext).</ref>
Glühlampe abdominale Kompression Spinalanästhesie <ref name="PMID17164965">T. Konishi u. a.: Impaction of a rectal foreign body: what is the final approach before surgery? In: Dis Colon Rectum 50, 2007, S. 262–263. PMID 17164965.</ref>

Daten nach<ref name="PMID18666334" />

APC = Argon-Plasma-Koagulation
k. A. = keine Angabe

Mögliche Folgen eines nicht entfernten Fremdkörpers

Ist der Fremdkörper so groß, dass kein Stuhl aus dem Grimmdarm ihn passieren kann, so entsteht ein mechanischer Darmverschluss (Ileus). Die Dehnung des Rektums und die dadurch bedingte Störung der Darmperistaltik fördern den Ileus zusätzlich.

Der Fremdkörper kann durch Entzündungsprozesse (Arrosion) die Darmwand zerstören. Dies kann, je nach Ort der Perforation, zu einer kotigen Bauchfellentzündung oder einer retroperitonealen Abszedierung (Bildung eines Abszesses hinter dem Bauchfell) führen.

Kleinere Fremdkörper, die die Darmwand verletzen, aber nicht perforieren, können durch ein Fremdkörpergranulom eingeschlossen werden. Sie verbleiben dann unter Umständen jahrelang als Pseudotumor ohne Folgen im Rektum.

Komplikationen

Die häufigste – insgesamt gesehen jedoch eher seltene – Komplikation ist eine Perforation des Rektums durch den Fremdkörper selbst oder durch die Maßnahmen zu seinem Entfernen. Diagnostizierte Perforationen werden in der Klinik üblicherweise sofort operiert. Dazu wird der Bauch des Patienten geöffnet (Laparotomie) und der perforierte Bereich entweder herausgeschnitten oder durch eine primäre Wundnaht versorgt. Den Patienten werden üblicherweise Antibiotika verabreicht, um Infektionen zu unterdrücken.<ref name="PMID984928" /> Zur Schonung der Wundnähte ist meist eine temporäre Entlastungskolostomie, das heißt ein vorübergehender künstlicher Darmausgang, notwendig.<ref name="PMID8908954" /> Die Rückverlagerung der Entlastungskolostomie erfolgt, nachdem durch ein als Klistier injiziertes Kontrastmittel die vollständige Heilung des zuvor perforierten Bereiches des Rektums nachgewiesen wurde. Dies dauert – vom Zeitpunkt der Operation gerechnet – typischerweise drei bis sechs Monate.<ref>J. Ruiz del Castillo u. a.: Colorectal trauma caused by foreign bodies introduced during sexual activity: diagnosis and management. In: Rev Esp Enferm Dig 93, 2001, S. 631–634. PMID 11767487 (Review)</ref> Der durchschnittliche Klinikaufenthalt nach einer Perforation dauert laut einer Studie 19 Tage.<ref name="PMID984928" />

In der Literatur sind einige Todesfälle durch Fremdkörper in Anus und Rektum beschrieben, aber grundsätzlich sehr selten. Todesfälle werden der Gruppe der autoerotischen Selbsttötungsunfälle zugeordnet. Ein 75 Jahre alter Patient starb beispielsweise durch eine Perforation seines Rektums, die ihm ein Geisteskranker mit einem Spazierstock zugefügt hatte.<ref>N. Ikeda u. a.: Homicide by rectal insertion of a walking stick. In: Nihon Hoigaku Zasshi. Band 45, 1991, S. 341–344. PMID 1766149</ref> Ein anderer Patient mittleren Alters starb an einer Perforation seines Rektums durch einen Vibrator. Die Perforation wurde zwar genäht und der Patient intensiv versorgt, er erkrankte aber als Folge des Traumas am Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS) und dem systemischen inflammatorischen Response-Syndrom (SIRS), was letztlich zu einem Multiorganversagen führte.<ref>N. G. Waraich u. a.: Vibrator-induced fatal rectal perforation. In: New Zealand Medical Journal. Band 120, 2007, S. U2685. PMID 1772649.</ref> Beschrieben ist auch ein Todesfall nach Perforation des Rektums durch einen Schuhanzieher.<ref>R. W. Byard u. a.: Unusual fatal mechanisms in nonasphyxial autoerotic death. In: Am Journal of Forensic Medical Pathology. Band 21, 2000, S. 65–68. PMID 10739230</ref> Das Rektum ist nach einem erfolgten operativen Eingriff bis zur vollständigen Heilung zu schonen. Ein 54-Jähriger, dem zuvor schon zweimal ein rektaler Fremdkörper operativ entfernt werden musste (Gurke und Pastinak), starb an einer Bauchfellentzündung (Peritonitis), da er nach der vorangegangenen Operation – und vor vollständiger Heilung der Wunde – zwei Äpfel in sein Rektum einführte.<ref name="Spiegel1991" />

Rektale Fremdkörper durch orale Aufnahme

Der umgekehrte Weg eines Fremdkörpers – orale Aufnahme und Passage durch den gesamten Magen-Darm-Trakt bis ins Rektum – wird zwar sehr oft durchlaufen, ist aber nur selten klinisch relevant. Andere Engstellen wie beispielsweise Speiseröhre, Magenmund, Pylorus und Ileozäkalklappe führen bei ausreichend großen Fremdkörpern auf diesem Weg meist zu Problemen in anderen Organen. Einige Fremdkörper passieren jedoch die auf dem Weg zum Rektum liegenden Engpässe und können im Rektum zu klinisch relevanten Problemen führen. Dazu gehören beispielsweise Zahnstocher und Knochen.<ref name="PMID17556153" /><ref name="Munter2009" /> Speziell bei Knochen, beispielsweise von Hühnern, besteht die Gefahr einer Perforation des Darms. Nahezu die Hälfte aller Perforationen werden durch Knochen verursacht.<ref name="PMID1854398">D. H. Davies: A chicken bone in the rectum. In: Arch Emerg Med 8, 1991, S. 62–64. PMID 1854398, PMC 1285738 (freier Volltext).</ref><ref>J. E. Manus: Perforation of the intestine by ingested foreign bodies. In: The American Journal of Surgery 53, 1941, S. 392–397.</ref>

Auch pflanzliche Nahrungsmittel, speziell Samen wie etwa Popcorn<ref>R. J. Roberge u. a.: Popcorn primary colonic phytobezoar. In: Ann Emerg Med 17, 1988, S. 77–79. PMID 3337421</ref> oder auch Wassermelonen-, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, können sich im Dickdarm zu Bezoaren zusammenballen, die für eine normale Analpassage zu groß sind und so als rektale Fremdkörper klinisch relevant werden können. Diese Art rektaler Fremdkörper kommt vor allem bei Kindern vor und ist besonders in Nordafrika und im Mittleren Osten klinisch von Bedeutung, wo solche Kerne ein wichtiger Bestandteil des Speiseplans sind.<ref>A. Eitan u. a.: Fecal impaction in children: report of 53 cases of rectal seed bezoars. In: J Pediatr Surg 42, 2007, S. 1114–1117. PMID 17560231, doi:10.1016/j.jpedsurg.2007.01.048.</ref><ref>M. S. Mirza u. a.: Rectal bezoars due to pumpkin seeds. In: Trop Doct 39, 2009, S. 54–55. PMID 19211433.</ref> In seltenen Fällen können Pflanzensamen aus solchen Bezoaren in Dickdarm und/oder Rektum auskeimen und auch auf diese Weise zu Blockaden führen.<ref>F. Mahjoub u. a.: Invading plant material appearing as a colonic tumoural mass in a four-year-old girl. In: Trop Doct 39, 2009, S. 253–254. PMID 19762589.</ref>

Rektale Fremdkörper in der Tiermedizin

Rektale Fremdkörper kommen in der Tiermedizin selten vor. Eine Fremdkörperpassage durch den gesamten Darm mit anschließendem Verbleib im Rektum ist – analog zur Situation beim Menschen – ein eher seltenes Ereignis.<ref>C. B. Webb u. a.: Rectal strictures in 19 dogs: 1997–2005. In: JAVMA. Band 43, 2007, S. 332–336. PMID 17975215.</ref> Auch bei Tieren kommen Bezoare aus verschiedenen Materialien vor, die ins Rektum gelangen und dort zu Problemen führen können.<ref>N. D. Sargison u. a.: Intestinal obstruction in a blue-faced Leicester ram associated with a phytobezoar lodged at the pelvic inlet. In: Veterinary Record. Band 137, 1995, S. 222. PMID 7502475.</ref> Atypische rektale Fremdkörper bei Tieren beiderlei Geschlechts können auch als Folge von sexuell und/oder sadistisch motiviertem Missbrauch auftreten.<ref>H. M. C. Munro, M. V. Thrusfield: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />"Battered Pets": Sexual Abuse. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 6. Dezember 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/canadianveterinarians.net (PDF) In: Journal of Small Animal Practice. Band 42, 2001, S. 333–337. PMID 11480898</ref>

Ig-Nobelpreis

Der Ig-Nobelpreis wurde 1995 an David B. Busch und James R. Starling aus Madison (Wisconsin) für ihren 1986 veröffentlichten Artikel Rectal foreign bodies: Case Reports and a Comprehensive Review of the World’s Literature<ref name="PMID3738771">D. B. Busch und J. R. Starling: Rectal foreign bodies: Case Reports and a Comprehensive Review of the World’s Literature. In: Surgery 100, 1986, S. 512–519. PMID 3738771</ref> (dt.: „Rektale Fremdkörper: Fallstudien und ein umfassender Überblick über die weltweite Literatur“) verliehen (siehe Liste der Träger des Ig-Nobelpreises).<ref>Improbable Research: Winners of the Ig® Nobel Prize. Abgerufen am 24. April 2010.</ref>

Weiterführende Literatur

Fachbücher

  • E. Stein: Proktologie: Lehrbuch und Atlas. Verlag Springer, 2002, ISBN 3-540-43033-4, S. 329f. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.

Übersichtsartikel

Originäre Forschung

  • R. Flores-Suarez, J. Reyes-del Valle: Images in clinical medicine. A foreign body. In: The New England Journal of Medicine, Band 363, Nummer 18, Oktober 2010, S. 1748, ISSN 1533-4406. doi:10.1056/NEJMicm0707656. PMID 20979475.
  • E. J. van der Wouden, B. D. Westerveld: Extraction of a rectal foreign body using a custom-made giant snare. In: Endoscopy, Band 42 Suppl 2, 2010, S. E122, ISSN 1438-8812. doi:10.1055/s-0029-1244009. PMID 20306405.
  • D. Song, C. S. Chen u. a.: Nonoperative management for large rectal foreign body removal. In: Colorectal Disease, Band 13, Nummer 6, Juni 2011, S. e163–e164, ISSN 1463-1318. doi:10.1111/j.1463-1318.2010.02408.x. PMID 20846300.
  • P. Billi, M. Bassi, F. Ferrara, A. Biscardi, S. Villani, F. Baldoni, N. D’Imperio: Endoscopic removal of a large rectal foreign body using a large balloon dilator: report of a case and description of the technique. In: Endoscopy, Band 42 Suppl 2, 2010, S. E238, ISSN 1438-8812. doi:10.1055/s-0030-1255573. PMID 20931459.
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Weblinks

Commons: Fremdkörper in Anus und Rektum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise

<references />

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