Weiß-Esche
<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />
| Weiß-Esche | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Fraxinus americana 002.jpg
Weiß-Esche | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Fraxinus americana | ||||||||||||
| L. |
Die Weiß-Esche (Fraxinus americana) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Eschen (Fraxinus) in der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae).
Beschreibung
Die Weiß-Esche ist ein laubabwerfender Baum der Wuchshöhen bis 26 m (zuweilen bis 40 m) erreicht. Der Stammdurchmesser erreicht über 1,7 Meter.<ref>Nathan H. Parker: Missouri as it is in 1867. 1867, S. 160.</ref> Die raue, braun-graue bis gräuliche Rinde ist rissig furchig und manchmal abblätternd. Die Baumkrone ist hoch gewölbt und offen. Die Zweige sind dünn und gerade. Die Knospen sind hellbraun, klein und kegelförmig.
Die gegenständigen, gestielten und oft hängenden Laubblätter sind 12 bis 35 cm lang<ref name="Roloff" /><ref name="Fitschen" /> und unpaarig gefiedert mit 5 bis 9 (meist 7) Fiederblättchen.<ref name="Roloff" /> Die fast sitzenden oder bis 1,5 cm lang gestielten<ref name="Roloff" /> Blättchen sind in der Form variabel, von eiförmig bis elliptisch, seltener verkehrt-eiförmig, ganzrandig bis schwach gesägt und gekerbt sowie zugespitzt,<ref name="Roloff" /><ref name="Fitschen" /> sie weisen eine Länge von 5 bis 15 (18) cm<ref name="Roloff" /><ref name="Fitschen" /> sowie eine Breite von 3 bis 7 cm<ref name="Fitschen" /> auf. Sie sind oben dunkelgrün und unten weißgrün bis weißlich.<ref name="Roloff" /> Der Blattaustrieb erfolgt in Mitteleuropa nach der Gemeinen Esche. Die Blüten und einseitig geflügelten Früchte ähneln jenen.
Die Weiß-Esche ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch).<ref name="ncp" /><ref name="nb" /> Die Blüten erscheinen vor den Blättern in Rispen. Die Blüten mit einfacher Blütenhülle sind eingeschlechtlich, die Kronblätter fehlen.
Als Früchte werden 3 bis 5 Zentimeter lange, flache, einseitig geflügelte und einsamige Nussfrüchte gebildet.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 46.<ref name="IPCN" />
Vorkommen
Die Weiß-Esche ist die häufigste und forstlich wichtigste Eschenart Nordamerikas. Ihr Verbreitungsgebiet liegt in der östlichen Hälfte Nordamerikas, und zwar von Nordflorida und Osttexas im Süden bis nach Neubraunschweig und Ontario in Kanada.<ref name="GRIN" /> Die Weiß-Esche stellt hohe Ansprüche an die Nährstoffversorgung und Bodenfeuchte. Sie wächst entlang von Bächen und auf feuchten Böden und verträgt zeitweilige Überflutungen. In der Jugend ist sie relativ schattentolerant, stellt aber im Alter hohe Ansprüche an den Lichteinfall. Sie kommt in Laubmischwäldern mit Zuckerahorn, Tulpenbaum, Amerikanischer Buche, Amerikanischem Amberbaum, Sumpfeiche und verschiedenen Hickorynussarten vor. Sie ist eine Art der Liriodendretalia-Wälder sowie der Ulmen-Silberahornwälder (Ulmo-Aceretalia sacharini).<ref name="Oberdorfer2001" /> Sie steigt im Norden bis auf Höhenlagen von 600 Meter, im Süden bis auf 1500 Meter.
Die Weiß-Esche wurde 1724 nach Europa eingeführt und wächst verbreitet in Mitteleuropa.
Taxonomie und Systematik
Fraxinus americana wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, S. 1057 erstveröffentlicht. Synonyme für Fraxinus americana <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Fraxinus americana var. biltmoreana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Beadle) J.Wright ex Fernald, Fraxinus biltmoreana <templatestyles src="Person/styles.css" />Beadle. Fraxinus americana gehört zur Sektion Melioides aus der Gattung der Fraxinus.<ref name="GRIN" /> Nach R. Govaerts ist auch Fraxinus albicans <templatestyles src="Person/styles.css" />Buckley ein Synonym von Fraxinus americana <templatestyles src="Person/styles.css" />L.<ref name="WCSP" /> Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich dann auch bis Mexiko.<ref name="WCSP" />
Nutzung
Das ringporige Holz der Weiß-Esche ist hart, zäh, schwer und sehr elastisch. Der Splint ist hell-weißlich, das Kernholz braun. Es wird ähnlich dem Holz der Gemeinen Esche verwendet.
Schädlinge
Der Hauptschädling der Weiß-Esche ist der Asiatische Eschenprachtkäfer (Agrilus planipennis, Emerald ash borer). Dieses Insekt wurde erstmals im Jahr 2002 als Schadorganismus bei verschiedenen Eschenarten auf dem amerikanischen Kontinent entdeckt. Es handelt sich um eine invasive Spezies, der Käfer ist eigentlich in Asien und im östlichen Russland heimisch und wurde vermutlich mit Verpackungsholz wohl schon in den 1980er oder 1990er Jahren von dort eingeschleppt. Bisher wurden vor allem Eschenbestände in Michigan (USA), Ohio (USA) und Ontario (Kanada) geschädigt.<ref>T. Schröder: Der Asiatische Eschenprachtkäfer. waldwissen.de, 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Oktober 2013; abgerufen am 14. Oktober 2013.</ref> Es wird geschätzt, dass mittlerweile etwa 60 Millionen Weiß-Eschen dem Käfer zum Opfer gefallen sind und das Insekt wird als das zerstörerischste Schadinsekt angesehen, das jemals in den Wäldern der Vereinigten Staaten aufgetreten ist. Der zu erwartende wirtschaftliche Schaden in der Dekade 2011–2021 wird auf mindestens $ 20 Milliarden geschätzt.<ref>Biological Control. emeraldashborer.info, abgerufen am 14. Oktober 2013.</ref>
Der Rostpilz Puccinia sparganioides befällt die Weiß-Esche.<ref>Ash Rust, University of Delaware <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online Fact Sheet ( vom 7. Mai 2015 im Internet Archive).</ref>
Literatur
- Leopold Dippel: Handbuch der Laubholzkunde. Erster Teil, Parey, 1889, S. 74 ff.
- Charles Sprague Sargent: The Silva of North America. Volume VI, 1894, S. 43, Plate CCLXVIII, CCLXIX, online auf biodiversitylibrary.org.
Weblinks
- [1] und [2] Fraxinus americana bei Vanderbilt University.
- NRCS: USDA Plants Profile: Fraxinus americana.
- USDA Forest Service description.
- Fraxinus americana bei Tree Library (Bilder).
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Fraxinus americana – Eintrag bei GRIN.</ref> <ref name="ncp"> Fraxinus americana bei Common Trees of the North Carolina Piedmont.</ref> <ref name="nb"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fraxinus americana bei New Brunswick tree and shrub. ( vom 11. März 2008 im Internet Archive)</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="IPCN">Fraxinus americana bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Roloff">Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. 2. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-8001-4832-5, S. 303.</ref> <ref name="Fitschen">Ulrich Hecker, Peter A. Schmidt, Bernd Schulz (Bearbeiter): Fitschen – Gehölzflora. Ein Buch zum Bestimmen der in Mitteleuropa wild wachsenden und angepflanzten Bäume und Sträucher. Hrsg.: Peter A. Schmidt, Bernd Schulz. 13. Auflage. Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim 2017, ISBN 978-3-494-01712-9, S. 553.</ref> </references>