Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 – WikipediaZum Inhalt springen
Neben Deutschland hatten die Fußballverbände Australiens, Frankreichs, Kanadas, Perus und der Schweiz bis zum 1. März 2007 fristgerecht ihr Interesse an der Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2011 angemeldet. Die sechs Verbände hatten bis zum 3. Mai 2007 Zeit, der FIFA eine Bestätigung über die Bewerbung zukommen zu lassen. Die endgültigen Bewerbungsunterlagen mussten der FIFA bis zum 1. August 2007 vorgelegt werden.<ref>FF Magazin Nr. 20, Seite 18</ref> Am 29. Mai 2007 zog die Schweiz ihre Bewerbung zurück, denn „weil sich alles in Europa auf die Bewerbung von Deutschland und Frankreich fokussiert, ergibt eine dritte europäische Bewerbung keinen Sinn“. Am 27. August 2007 zog auch Frankreich seine Bewerbung zurück.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />DFB einziger europäischer Kandidat für Frauen-WM 2011. (Memento vom 3. November 2007 im Internet Archive) In: dfb.de.</ref> Als Ausgleich hat der DFB den französischen Verband bei der Bewerbung für die Europameisterschaft der Männer 2016 unterstützt.<ref>WM 2011: Frankreichs Rückzug offenbar beschlossene Sache. In: womensoccer.de.</ref> Später schieden auch Australien (am 12. Oktober) und Peru (am 17. Oktober) freiwillig aus dem Rennen um die Austragung aus, so dass bei der endgültigen Vergabe des Turniers nur noch Deutschland und Kanada Kandidaten für die Ausrichtung des Turniers waren. Am 30. Oktober 2007 vergab der Weltverband FIFA in Zürich die Weltmeisterschaft schließlich an Deutschland.<ref name="deutschland2011" />
Spielorte
Auswahl der Stadien
Es bewarben sich insgesamt 23 Städte um die Ausrichtung von Spielen. Zu den ursprünglichen Bewerbern zählte auch das als Hochburg im deutschen Frauenfußball geltende Duisburg. Die Stadt hatte jedoch ihre Bewerbung aus finanziellen Gründen zurückgezogen. Weiterhin beworben hatten sich Aachen, Freiburg im Breisgau, Karlsruhe und Mannheim. Diese wurden aber nicht vom DFB in die Bewerbung aufgenommen. Die Bewerbungen aus Dortmund, Hamburg, Hannover, Kaiserslautern, Köln und Leipzig wurden nicht berücksichtigt, da in diesen Städten Spiele der Männer-Weltmeisterschaft 2006 ausgetragen wurden.<ref>dfb.de: 23 Städte bewerben sich um die WM 2011 in Deutschland</ref> Bereits im Oktober 2007 sicherte DFB-Präsident Theo Zwanziger Berlin für das Eröffnungsspiel und Frankfurt für das Endspiel die Teilnahme zu.<ref>faz.net: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Frankfurt soll WM-Finale der Frauen ausrichten (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)</ref> Von den 23 Bewerbern wurden zunächst zwölf Städte für das offizielle Bewerbungsdossier des DFB für die Ausrichtung der WM ausgewählt.<ref>dfb.de: DFB benennt zwölf Städte und Stadien für Frauen-WM 2011</ref> Als weitere Stadt bekam Wolfsburg im Mai 2008 vom DFB die Zusage für die WM.<ref>dfb.de: Wolfsburg als dritte WM-Stadt für 2011 benannt</ref> Von der Liste der zwölf Bewerber wurde jedoch im Juli 2008 Essen aufgrund der fehlenden Zusicherung für einen Stadionneubau wieder gestrichen.
1000 Tage vor der Eröffnung der Weltmeisterschaft wurden am 30. September 2008 im Kanzleramt in Berlin unter den Augen von Kanzlerin Angela Merkel die neun Austragungsorte bekannt gegeben. Neben den neun Austragungsorten waren auch Bielefeld und Magdeburg Teil des Bewerbungsdossiers. Diese Städte wurden vom DFB im letzten Auswahlverfahren ausgeschlossen.<ref name="Neun" />
Die neun WM-Stadien
Laut DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach hatten alle elf Bewerber ausgezeichnete Bewerbungen abgegeben. Weil Magdeburg zu nah an Wolfsburg liegt, wurde Dresden, das außerdem das größere Umland besitzt, als Vertreter des Nordostdeutschen Fußballverbands vorgezogen. In Nordrhein-Westfalen sollten alle drei Landesverbände mit jeweils einem Austragungsort bedacht werden, wodurch Bielefeld gegenüber Leverkusen den Kürzeren ziehen musste.<ref name="Neun" />
Die Gesamtzuschauerkapazität der neun Stadien belief sich auf 330.000 Zuschauer, wobei ausschließlich die Nutzung von Sitzplätzen vorgesehen war. Alle Zahlen beruhen auf den offiziellen Angaben des DFB. Die Stadien, bei denen die Namensrechte an Sponsoren abgetreten wurden, wurden für das Turnier umbenannt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 3. Dezember 2010 im Internet Archive)</ref>
Augsburg: Die SGL arena wurde im Juli 2009 eröffnet. Die Heimat des FC Augsburg bot während des Turniers Platz für 24.605 Zuschauer.<ref name="KapAugsburg">Reiseziel - Augsburg. FIFA Frauen-WM-Stadion Augsburg. In: FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. FIFA.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Juni 2011; abgerufen am 28. Juni 2011: „Während der FIFA Frauen-WM 2011 fasst das Stadion 24.605 Plätze.“</ref> Im Stadion wurden drei Vorrundenpartien sowie ein Viertelfinale ausgetragen. Während des Turniers trug das Stadion den Namen FIFA Frauen-WM-Stadion Augsburg.
Berlin: Das Olympiastadion war mit einer Kapazität von 73.680 Zuschauern<ref name="KapBerlin">Reiseziel - Berlin. Olympiastadion Berlin. In: FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. FIFA.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Dezember 2010; abgerufen am 28. Juni 2011: „Mit einer Kapazität von 73.680 Plätzen (während der FIFA Frauen-WM 2011) ist es das größte der neun WM-Stadien […].“</ref> das größte Stadion des Turniers. Im Heimstadion von Hertha BSC fand lediglich das Eröffnungsspiel statt. Das Olympiastadion war 2006 Schauplatz des Finales der Männer-Weltmeisterschaft.
Bochum: Mit 20.452 Plätzen<ref name="KapBochum">Reiseziel - Bochum. FIFA Frauen-WM-Stadion Bochum. In: FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. FIFA.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Juni 2011; abgerufen am 28. Juni 2011: „Durch […] Umbauten und auch Renovierungen […] fasste das Stadion zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 20.452 Zuschauer.“</ref> (während der FIFA Frauen-WM 2011) war das Ruhrstadion die kleinste Spielstätte der Weltmeisterschaft. Die Heimat des VfL Bochum wurde bis zur WM 2011 renoviert.<ref>Ruhrstadion: Fans gegen Umbau zur Frauen WM, ruhrbarone.de</ref> Das Stadion war Spielort von vier Vorrundenspielen und trug während des Turniers den Namen FIFA Frauen-WM-Stadion Bochum.
Dresden: Das Glücksgas-Stadion, die Heimspielstätte von Dynamo Dresden, fasste zur WM 25.598 Zuschauerplätze.<ref name="KapDresden">Reiseziel - Dresden. Rudolf-Harbig-Stadion Dresden. In: FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. FIFA.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Juni 2011; abgerufen am 28. Juni 2011: „Mit einer Kapazität von 25.598 Plätzen (während der FIFA Frauen-WM 2011) ist das Stadion Heimspielstätte des Drittligisten SG Dynamo Dresden.“</ref> Es wurden drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale in Dresden gespielt. Für die Dauer der Weltmeisterschaft trug das Stadion wieder seinen alten Namen Rudolf-Harbig-Stadion.
Frankfurt am Main: Im Waldstadion (gegenwärtige offizielle Bezeichnung: Deutsche Bank Park), der Heimat von Eintracht Frankfurt, wurde das Finale ausgetragen. Mit 48.817 Plätzen<ref name="KapFrankfurt">Reiseziel - Frankfurt. FIFA Frauen-WM-Stadion Frankfurt. In: FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. FIFA.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. August 2011; abgerufen am 28. Juni 2011: „Mit einer Kapazität von 48.817 Plätzen (während der FIFA Frauen-WM 2011) steht das heutige Stadion am Platz des legendären Frankfurter Waldstadions […].“</ref> war es das zweitgrößte Stadion des Turniers und neben dem Berliner Olympiastadion die einzige Arena, in der auch Spiele der Männer-WM 2006 ausgetragen wurden. Neben dem Endspiel wurden zwei Vorrundenpartien, darunter ein Spiel der deutschen Mannschaft, und ein Halbfinale in Frankfurt ausgetragen. Während des Turniers trug das Stadion den Namen FIFA Frauen-WM-Stadion Frankfurt.
Datei:Bewerber Frauenfußball-WM 2011.PNGAlle ursprünglichen Bewerber für die WM 2011Leverkusen: Die Heimat von Bayer 04 Leverkusen, die BayArena, wurde bis 2009 auf 29.870 Plätze<ref name="KapLeverkusen">Reiseziel - Leverkusen. FIFA Frauen-WM-Stadion Leverkusen. In: FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. FIFA.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Februar 2011; abgerufen am 28. Juni 2011: „Der bisherige Tribünenbereich wurde dabei ausgebaut und von einer Kapazität von 22.500 auf 29.870 Plätze (während der FIFA Frauen-WM 2011) aufgestockt.“</ref> ausgebaut. In der BayArena fand das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung statt. In der während des Turniers FIFA Frauen-WM-Stadion Leverkusen heißenden Spielstätte wurden drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale ausgetragen.
Mönchengladbach: Drittgrößtes Stadion war der Borussia-Park, in dem Borussia Mönchengladbach seine Heimspiele austrägt. Die Kapazität lag bei 45.867 Plätzen.<ref name="KapMgladbach">Reiseziel - Mönchengladbach. Stadion im Borussia-Park Mönchengladbach. In: FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. FIFA.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Juni 2011; abgerufen am 28. Juni 2011: „Mit 45.867 zum Teil überdachten Plätzen ist es hinter Berlin und Frankfurt das drittgrößte Stadion der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011.“</ref> In Mönchengladbach wurden zwei Vorrundenspiele, davon eines der deutschen Mannschaft, und ein Halbfinale ausgetragen. Mönchengladbach ist die einzige WM-Stadt, in der die deutsche Frauennationalmannschaft vor der WM noch kein Länderspiel ausgetragen hatte.
Sinsheim: Die 2009 eröffnete Rhein-Neckar-Arena, Heimat der TSG 1899 Hoffenheim, bot 25.475 Zuschauern<ref name="KapSinsheim">Reiseziel - Sinsheim. Rhein-Neckar-Arena Sinsheim. In: FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. FIFA.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. August 2011; abgerufen am 28. Juni 2011: „[Das Stadion] bietet während der FIFA Frauen-WM 2011 25.475 überdachte Plätze.“</ref> Platz. Sinsheim ist mit 35.000 Einwohnern der kleinste Spielort. In der Rhein-Neckar-Arena fanden drei Partien der Vorrunde sowie das Spiel um Platz 3 statt.
Wolfsburg: Die Volkswagen Arena fasste 26.067 Zuschauer<ref name="KapWolfsburg">Reiseziel - Wolfsburg. Arena Im Allerpark Wolfsburg. In: FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. FIFA.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. August 2011; abgerufen am 28. Juni 2011: „Die Arena Im Allerpark Wolfsburg bietet während des Turniers Platz für 26.067 Zuschauer […].“</ref> während der WM. Die Spielstätte des VfL Wolfsburg wurde im Jahre 2002 erbaut. In Wolfsburg fanden drei Vorrundenpartien und ein Viertelfinale statt. Während des Turniers wurde das Stadion in Arena im Allerpark Wolfsburg umbenannt.<ref name="KapWolfsburg"/>
Die FIFA dachte im Vorfeld des Turniers über eine Ausweitung des Teilnehmerfeldes von 16 auf 20 oder 24 Mannschaften nach, um der wachsenden Popularität des Frauenfußballs und der Frauenfußball-Weltmeisterschaft gerecht zu werden. Noch während der WM 2007 setzte sich FIFA-Präsident Sepp Blatter für eine Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 24 Mannschaften ein. Die Erweiterung des Teilnehmerfeldes war jedoch umstritten. Besonders der 11:0-Sieg der deutschen Mannschaft bei der WM 2007 gegen Argentinien entfachte eine Diskussion darüber, ob es überhaupt 24 etwa gleich starke Nationalmannschaften gibt.<ref>zdf.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Blatter will WM weiter öffnen (Memento vom 12. Oktober 2007 im Internet Archive)</ref> Am 6. Februar 2008 kam daher auch die Fußballkommission der FIFA zu dem Schluss, das Teilnehmerfeld nicht aufzustocken, da die beträchtlichen Niveauunterschiede zwischen den Teams keine Erweiterung des Teilnehmerfeldes zuließen. Eine Aufstockung auf 20 Mannschaften wurde aus spielplantechnischen und logistischen Gründen abgelehnt.<ref>dfb.de: Fußball – WMFrauen-WM 2011 mit 16 Mannschaften</ref> Ferner vergab die FIFA die U-20-WM 2010 nach Deutschland. In Zukunft soll im Jahr vor der Frauen-Weltmeisterschaft im gleichen Land eine U-20-Weltmeisterschaft stattfinden. Vorbild ist hier die Ausrichtung des Konföderationen-Pokals durch den Gastgeber der Männer-Weltmeisterschaft.<ref>dfb.de: FIFA vergibt U 20-Frauen-WM 2010 an Deutschland</ref>
Teilnehmer
Das FIFA-Exekutivkomitee beschloss auf seiner Sitzung am 23. und 24. Oktober 2008, die Zahl der Startplätze für die Konföderationen neu zu verteilen: Asien erhält statt bisher 2,5 nun drei Plätze in der Endrunde. Dafür wird das europäische Kontingent von fünf auf 4,5 verkleinert. Nordamerika erhält weiterhin 2,5 Plätze, während Südamerika und Afrika jeweils zwei Teilnehmer stellen. Ozeanien kann eine Mannschaft zur Endrunde entsenden. Zwischen dem Fünften der europäischen Zone und dem Dritten der Nordamerikazone werden Entscheidungsspiele in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Dazu kommt der automatisch qualifizierte Gastgeber.
Neu war, dass bei jeder Konföderation mindestens ein Drittel der angeschlossenen Mitgliedsverbände mit ihrer jeweiligen Nationalmannschaft an den Qualifikationsspielen teilnehmen musste. Sollte dies nicht geschehen, würde das FIFA-Exekutivkomitee das Startplatzkontingent bewerten und ggf. reduzieren. Insbesondere in Afrika hatten in der Vergangenheit mehrfach viele Verbände ihre Mannschaften vor Beginn der Qualifikation zurückgezogen.<ref>womensoccer.de: Frauenfußball-WM 2011: Asien erhält dritten Startplatz</ref>
Für die europäischen Mannschaften diente die WM gleichzeitig als Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2012 in London.
Jede Mannschaft spielte in der Vorrunde je einmal gegen jede andere Mannschaft der gleichen Gruppe. Ein Sieg wurde mit drei Punkten, ein Unentschieden mit einem Punkt bewertet. Die Gruppenersten und -zweiten erreichten das Viertelfinale, während die Gruppendritten und -vierten ausschieden. Sollten zwei oder mehrere Mannschaften punktgleich sein, entschieden folgende Kriterien:<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />FIFA.com: Reglement FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011™ (Memento vom 8. Juli 2011 im Internet Archive) (PDF; 281 kB) Artikel 25</ref>
bessere Tordifferenz;
höhere Anzahl erzielter Tore;
höhere Punktzahl aus den Spielen der punkt- und torgleichen Mannschaften untereinander;
bessere Tordifferenz aus diesen Spielen;
höhere Anzahl erzielter Tore aus diesen Spielen;
Fairplay-Wertung;
Losentscheid.
Die beiden besten Mannschaften jeder Gruppe erreichten das Viertelfinale.
Endete ein Spiel ab dem Viertelfinale unentschieden, wurde zunächst eine Verlängerung von zweimal 15 Minuten gespielt. Endet auch die Verlängerung unentschieden, wurde die Begegnung im Elfmeterschießen entschieden.
Am 28. November 2010 gab das FIFA-Exekutivkomitee die Lostöpfe für die Auslosung bekannt. Als Gruppenköpfe wurden Deutschland (Gruppe A), Japan (Gruppe B), die USA (Gruppe C) und Brasilien (Gruppe D) gesetzt. Diese Mannschaften waren in der FIFA-Weltrangliste auf den Rängen 2, 5, 1 und 3 platziert. In Topf 2 befanden sich die gemäß der Weltrangliste nächstbesten Teams außerhalb Europas, in Topf 3 die restlichen außereuropäischen Teams, und in Topf 4 die restlichen europäischen Teilnehmer.
Topf 2: Australien (12), Nordkorea (6), Kanada (9), Mexiko (22)
Topf 4: England (10), Frankreich (8), Schweden (4), Norwegen (7)
Die FIFA legte fest, dass es in jeder Gruppe nur ein Team pro Konföderation geben darf. Eine Ausnahme bildete die Gruppe A, in der zwei Mannschaften aus Europa spielten. Bei Topf 2 konnten Australien und Nordkorea nicht in Gruppe B sowie Kanada und Mexiko nicht in Gruppe C gelost werden. Für Kolumbien war die Gruppe D ausgeschlossen.<ref>fifa.com: Frauen-Fußball-WM 2011 Auslosung, welt.de</ref>
Titelverteidiger Deutschland wurde mit drei Siegen Gruppensieger, konnte dabei allerdings nur im Spiel gegen Frankreich überzeugen. Überschattet wurde die Vorrunde durch die Diskussionen um die Leistungen der deutschen Spielführerin Birgit Prinz, die nach zwei schwachen Auftritten ihren Stammplatz verlor. Frankreich sicherte sich den zweiten Platz in der Gruppe. Die Spielerinnen von Trainer Bruno Bini konnten durch ihre offensive Spielweise – kein Endrundenteilnehmer hat mehr Schüsse auf das gegnerische Tor abgegeben, auch nicht die US-Amerikanerinnen – viele Sympathien gewinnen. Nigeria und Kanada mussten vorzeitig die Heimreise antreten.
Nach einem holprigen Start konnten sich die Engländerinnen erstmals in ihrer WM-Geschichte den Gruppensieg sichern. Mit einem 2:0-Sieg über den Geheimfavoriten Japan sicherte sich das Team von Hope Powell den ersten Platz. Japan zog als Zweiter ins Viertelfinale ein. Homare Sawa gelangen dabei im Spiel gegen Mexiko drei Tore. Die Außenseiter aus Mexiko und Neuseeland schieden vorzeitig aus. Kurios verlief das abschließende Spiel der beiden Mannschaften, wo Mexiko bis zur 89. Minute mit 2:0 führte und noch zwei Treffer kassierte.
In der so genannten „Todesgruppe“ setzte sich etwas überraschend Schweden vor den USA durch. Nach zwei knappen 1:0-Siegen konnten die Skandinavierinnen die USA mit 2:1 besiegen. Das Vorrundenaus ereilte den Geheimfavoriten aus Nordkorea sowie den Außenseiter aus Kolumbien. Beide Mannschaften blieben ohne Torerfolg. Abseits des Platzes machte Nordkorea durch zwei Dopingvergehen Schlagzeilen.
Brasilien gewann seine drei Gruppenspiele und blieb dabei ohne Gegentor. Die einzige große Überraschung der Vorrunde war der 2:1-Sieg von Australien über Norwegen, mit dem die „Matildas“ das Viertelfinale erreichten. Mitfavorit Norwegen musste erstmals bei einer Weltmeisterschaft bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Äquatorialguinea als krasser Außenseiter wurde Gruppenletzter.
Frankreich benötigte das Elfmeterschießen, um erstmals das Halbfinale einer Weltmeisterschaft zu erreichen. Jill Scott brachte die Engländerinnen in Führung, die Élise Bussaglia drei Minuten vor Abpfiff ausgleichen konnte. Im Elfmeterschießen konnte Karen Bardsley den Versuch von Camille Abily halten. Jedoch vergaben auf englischer Seite Claire Rafferty und Faye White ihre Versuche.
Deutschland ging nach 15 Spielen ohne Niederlage bei Weltmeisterschaften erstmals wieder als Verlierer vom Platz. Nach torlosen 90 Minuten erzielte Karina Maruyama in der 108. Spielminute das einzige Tor des Spieles. Bundestrainerin Silvia Neid geriet nach dem Aus in die Kritik.<ref>Harsche Kritik an Silvia Neid wegen WM-Aus. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 11. Juli 2011, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref>
Den einzigen Viertelfinalsieg nach 90 Minuten erreichte Schweden durch ein 3:1 über Australien. Durch den Halbfinaleinzug von Frankreich und Schweden verpasste die deutsche Elf zum ersten Mal die Qualifikation für die Olympischen Spiele.
Brasilien führte gegen die USA in Überzahl mit 2:1, als Abby Wambach in der 122. Minute der Ausgleich gelang. Im anschließenden Elfmeterschießen konnte US-Torhüterin Hope Solo den Versuch von Daiane vereiteln, während alle Schützinnen des US-Teams verwandelten und die USA das Spiel damit für sich entschieden.
Die oft als favorisiert eingestuften US-Amerikanerinnen konnten durch einen 3:1-Sieg zum dritten Mal in ein WM-Finale einziehen. Lauren Cheney brachte die USA nach neun Minuten in Führung. In der Folgezeit wurden die Französinnen stärker und kamen nach 55 Minuten durch Sonia Bompastor zum Ausgleich. Abby Wambach in der 79. Minute und Alex Morgan in der 82. Minute sorgten für die Entscheidung.
Im zweiten Halbfinale gingen die Schwedinnen durch Josefine Öqvist nach elf Minuten in Führung. Acht Minuten später gelang den Japanerinnen durch Nahomi Kawasumi der Ausgleich. Die Asiatinnen bestimmten weite Teile des restlichen Spiels. Homare Sawa in der 60. Minute und erneut Kawasumi in der 64. Minute besorgten den 3:1-Endstand.
Schweden sicherte sich den dritten Platz. Lotta Schelin brachte ihre Mannschaft in der 29. Spielminute mit 1:0 in Führung. Anschließend musste Frankreich verletzungsbedingt Torfrau Bérangère Sapowicz und Spielmacherin Louisa Nécib ersetzen; gleichwohl galten die Französinnen als überlegen und konnten durch Élodie Thomis in der 56. Minute ausgleichen. Schweden musste ab der 68. Minute in Unterzahl spielen, als Josefine Öqvist wegen einer Tätlichkeit (Nachtreten) gegenüber Sonia Bompastor die Rote Karte bekam. Die Skandinavierinnen gewannen die Partie durch einen Treffer von Marie Hammarström in der 82. Minute. Nach einem umstrittenen Eckstoß schoss sie den Ball von der Strafraumgrenze in den kurzen Winkel.<ref>siehe die Spielberichte bei kicker.de</ref>
„Katastrophen vergessen - für einen Tag - Egal ob in Tokio oder anderswo: Der Gewinn der Weltmeisterschaft hat das Japan in Hochstimmung versetzt. Für einen Moment konnten die Zerstörungen durch Erdbeben und Tsunami vergessen werden.“<ref>Katastrophen vergessen - für einen Tag, faz.net</ref> FAZ (Deutschland)
„Ein unverwüstliches Team lindert den Schmerz einer ganzen Nation.“<ref>Originaltext: „A Resilient Team Soothes a Nation“ [1], Übersetzung: Frankfurter Rundschau vom 19. Juli 2011 um S. 25</ref> New York Times
„'Nadeshiko' erhebt die Nation durch überraschenden Sieg über Amerikanerinnen.“<ref>Originaltext: „'Nadeshiko' lift nation with surprise victory over Americans“; <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japan celebrates Women's World Cup win (Memento vom 7. September 2011 im Internet Archive) </ref> Japan Times
„Japans Goliath-Bezwingung bei der Weltmeisterschaft endete im Finale beim glorreichen 3:1-Elfmeter-Sieg über das traditionelle Machtzentrum der Vereinigten Staaten.“<ref>Originaltext: „Japan's giant-killing World Cup campaign ended in glory with a 3-1 penalty shoot-out win over traditional powerhouse the United States in the final.“[2], Übersetzung: Frankfurter Rundschau vom 19. Juli 2011 um S. 25</ref> Daily Mirror
„Ein fantastisches Finale. Japans Sieg über die USA in der WM markiert einen Trendbruch, von dem alle sprachen, aber niemand dachte, dass er schon jetzt kommt. Die Zukunft des Frauenfußballs ist angekommen, ein Barcelona-inspirierter, technischer Fußball, basierend auf Kontrolle, Passgewandtheit und Geduld.“<ref>Originaltext: „En fantastisk final. Japans triumf över USA i fotbolls-VM markerar trendbrottet alla talat om, men som ingen trodde skulle komma redan nu. Framtidens damfotboll har anlänt, en Barcelonainspirerad, teknisk fotboll som bygger på kontroll, passningsskicklighet och tålamod.“[3]</ref> Dagens Nyheter (Schweden)
„Japan hatte niemand auf dem Zettel - WM-Titel der Fussballerinnen gibt dem von Katastrophen geplagten Land wieder Kraft“<ref name="nzz-111473594">Japan hatte niemand auf dem Zettel. In: nzz.ch. 18. Juli 2011, abgerufen am 14. Oktober 2018.</ref> NZZ (Schweiz)
Japan sicherte sich durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen die USA seinen ersten WM-Titelgewinn. In den ersten 45 Minuten war das Team der US-Amerikanerinnen überlegen und hatte mehrere Torchancen. In der zweiten Halbzeit gelang der zuvor eingewechselten Alex Morgan der Führungstreffer für die USA, den Aya Miyama in der 81. Minute ausglich. Es kam zur Verlängerung, in der die USA durch Wambach erneut in Front gingen. Den Japanerinnen gelang durch Sawa wiederum der Ausgleich, so dass nach 120 Spielminuten ein Elfmeterschießen die Entscheidung herbeiführen musste. Zuvor, in der 120. Minute, bekam die Japanerin Iwashimizu wegen einer Notbremse die Rote Karte. Im Elfmeterschießen hielt die japanische Torhüterin Ayumi Kaihori zwei Elfmeter, zudem schoss Carli Lloyd über das Tor. Abby Wambach traf als Vierte, so dass sich Japan bei einem Fehlschuss mit 3:1 durchsetzte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />FIFA.com: Spielbericht (Memento vom 10. August 2012 im Internet Archive)</ref>
Die Japanerin Homare Sawa war mit fünf Toren die erfolgreichste Torschützin des Turniers. Damit stellte sie einen neuen Rekord auf, denn noch nie reichten fünf Turniertore für den Goldenen Schuh. Insgesamt konnten sich 57 Spielerinnen in die Torschützenliste eintragen. Das einzige Eigentor unterlief der Brasilianerin Daiane. Die Mannschaft der USA war mit 13 Treffern die torhungrigste Mannschaft. Während des Turniers fielen 86 Tore, was einem Schnitt von 2,69 Toren pro Spiel entspricht. Beide Werte sind die geringsten der WM-Geschichte.
Eine Publikumsabstimmung auf der FIFA-Webseite über das „Tor des Turniers“, für das der Weltverband zehn Treffer zur Auswahl gestellt hatte, erbrachte eine Mehrheit für Abby Wambachs Kopfball zum 2:2 im Viertelfinale gegen Brasilien. Auf den zweiten Platz kam Nahomi Kawasumis Distanzschuss zum 3:1-Endstand im Halbfinale gegen Schweden, Dritter wurde Marie Hammarströms Siegtreffer im kleinen Finale gegen Frankreich.<ref>siehe <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Tor des Turniers“ (Memento vom 21. August 2012 im Internet Archive) auf der FIFA-Seite (mit Videos der zehn Treffer)</ref>
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Den Goldenen Ball als beste Spielerin des Turniers erhielt die Japanerin Homare Sawa (28,4 % der abgegebenen Stimmen). Den Silbernen Ball erhielt die US-Amerikanerin Abby Wambach (17,6 %) und den Bronzenen Ball ihre Landsfrau Hope Solo (13,3 %).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />FIFA.com: Doppelte Ehre für Sawa (Memento vom 14. August 2017 im Internet Archive) (abgerufen am 20. Mai 2017)</ref> Die Wahl war durch Medienvertreter aus einer FIFA-Vorschlagsliste vorgenommen worden, der außer den drei Ausgezeichneten die folgenden Spielerinnen angehörten: Sonia Bompastor (Frankreich), Lauren Cheney (USA), Kerstin Garefrekes (Deutschland), Marta (Brasilien), Aya Miyama (Japan), Louisa Nécib (Frankreich), Shinobu Ōno (Japan) sowie die beiden Schwedinnen Lotta Schelin und Caroline Seger.<ref>dfb.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kerstin Garefrekes für Goldenen Ball nominiert (Memento vom 11. Oktober 2016 im Internet Archive)</ref>
adidas Goldener Schuh
Den Goldenen Schuh als erfolgreichste Torschützin erhielt ebenfalls die Japanerin Homare Sawa für ihre fünf Turniertore. Den Silbernen Schuh erhielt die Brasilianerin Marta und den Bronzenen Schuh die US-Amerikanerin Abby Wambach. Da beide Spielerinnen je vier Tore erzielt hatten, entschied die Anzahl der Torvorlagen über die Rangfolge.
adidas Goldener Handschuh
Den Goldenen Handschuh für die beste Torhüterleistung des Turniers erhielt die US-Amerikanerin Hope Solo.
FIFA-Fairplay-Auszeichnung
Der FIFA-Fairplay-Preis für die fairste Mannschaft des Turniers ging an Weltmeister Japan.
Hyundai „Beste Junge Spielerin“
Erstmals wurde ein Preis für die beste Spielerin unter 20 Jahren vergeben. Dieser ging an die Australierin Caitlin Foord.
All-Star-Team
Insgesamt 21 Spielerinnen wurden in das All-Star-Team gewählt.<ref>Positionen nach Footofeminin.fr, die FIFA hat einige Spielerinnen anders zugeordnet.</ref>
Das OK bestand aus einem Präsidium unter Vorsitz von Jones, dem DFB-Präsidium als Aufsichtsorgan sowie einem zwanzigköpfigen Kuratorium unter dem Vorsitz von Thomas Bach.<ref>DFB bewirbt sich um die Ausrichtung der Frauen-WM 2011, dosb.de</ref> Bei der Eröffnung der Büroräume am 25. Januar 2008 stellte Jones ihr fünfköpfiges Führungsteam vor. Geschäftsführer des OK war Uli Wolter, der bei der Männer-WM 2006 Leiter der OK-Außenstelle in Leipzig war. Neben Wolter umfasste das Führungsteam vier Abteilungsleiter. Heike Ulrich war für die Turnierorganisation verantwortlich. Die ehemalige Nationalspielerin Doris Fitschen leitete die Marketingabteilung. Winfried Naß stand der Abteilung „Städte/Stadien“ vor. Komplettiert wurde der Führungsstab von Jens Grittner, der bei der Männer-WM 2006 Pressesprecher des Organisationskomitees war.<ref name="Schlüsselübergabe">dfb.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beckenbauer übergab Schlüssel an Steffi Jones (Memento vom 11. Oktober 2016 im Internet Archive)</ref>
2007 erhielten die Teilnehmer erstmals Preisgelder. 2011 wurde der Betrag erhöht, nun erhielten die teilnehmenden Teams je nach Platzierung folgende Preisgelder:<ref>FIFA Women's World Cup Germany 2011™ History & Numbers Statistical Kit 2. (PDF; 972 kB) Prize Money breakdown. fifa.com, 27. Mai 2011, S. 6, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Juli 2014; abgerufen am 26. Juni 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Als Spielball kam der von FIFA-Partner adidas vertriebene Speedcell zum Einsatz.
Eintrittskarten
Insgesamt standen eine Million Karten zur Verfügung, von denen 700.000 in den freien Verkauf gelangten. Die Hälfte dieser 700.000 Karten wurden zu ermäßigten Preisen angeboten und richteten sich in erster Linie an Familien, Vereine und Schulen, der Kernzielgruppe des Organisationskomitees. Der DFB kalkulierte mit einer Auslastung von 80 Prozent, was einem Zuschauerschnitt von 25.000 entsprach. Insgesamt rechnete der DFB mit Erlösen in Höhe von 27 Millionen Euro aus dem Verkauf der Eintrittskarten.
Zum ersten Mal fanden bei einer Frauen-Weltmeisterschaft keine zwei Spiele hintereinander an einem Tag im gleichen Stadion statt. Durch den Verzicht auf die sogenannten „Doubleheader“ versprach sich das Organisationskomitee eine Aufwertung der einzelnen Partien.
Am 22. April 2009 wurde im Internet ein Ticketportal eröffnet, bei dem sich Interessierte für den Kartenkauf registrieren lassen konnten. Die erste Verkaufsphase begann am 29. Oktober 2009 und endete nach einer Verlängerung am 31. August 2010. Angeboten wurden in dieser Phase ausschließlich Städteserien. Jede Städteserie umfasste alle vier Partien an einem Spielort (Mönchengladbach drei Spiele). Lediglich für Berlin wurde keine Städteserie angeboten, da hier nur ein Spiel (Eröffnungsspiel) stattfand. Die Städteserienkarten kosteten zwischen 30 Euro und 415 Euro (Frankfurt-Serie inkl. Finalkarte in der höchsten Preiskategorie). In der zweiten Verkaufsphase, die vom 17. Februar bis 31. August 2010 lief, wurden sogenannte „20Elf-Tickets“ für größere Gruppen angeboten. Jede „Mannschaft“, die aus mindestens elf „Mitspielern“ bestand, erhielt einen Nachlass von 20 Prozent auf die Ticketpreise. Dieses Angebot richtete sich vor allem an Schulen und Vereine. Eintrittskarten für einzelne Spiele wurden ab der dritten Phase verkauft, die am 15. September 2010 startete. Die Preise für die Karten lagen zwischen 10 und 200 Euro. Weitere Einzeltickets wurden zwischen dem 20. Januar und 20. Februar 2011 verkauft. Am 18. März 2011, genau 100 Tage vor dem Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Kanada, hatte die letzte Verkaufsphase für die Eintrittskarten der Weltmeisterschaft begonnen. Die Vergabe erfolgte nach dem Windhundprinzip.
Im Gegensatz zu den Eintrittskarten, die für die Männer-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland angeboten wurden, wurden die Eintrittskarten bei der Frauen-WM 2011 nicht personalisiert. Bei einer Städteserienkarte war es möglich, dass unterschiedliche Personen dieselbe Karte bei verschiedenen Spielen nutzen konnten.<ref>dfb.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />WM 2011: So funktioniert der Ticketverkauf (Memento vom 1. November 2009 im Internet Archive)</ref>
Quartiere
Im Gegensatz zu den Männern, bei denen alle Mannschaften 2006 ein oder zwei (Brasilien) feste Quartiere hatten, reisten die Frauen von Spielort zu Spielort und übernachteten in Hotels am oder in der Nähe des Spielortes. Dabei übernachteten gelegentlich beide Mannschaften im selben Hotel.
Kampagne TEAM 2011
Am 1. Juli 2009 startete der DFB die Schul- und Vereinskampagne TEAM 2011. Mit ihr hatte sich der DFB das Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit zwischen den Fußballvereinen und den Schulen zu intensivieren und mehr Mädchen für den Fußball zu begeistern. Für das Projekt investierte der DFB insgesamt 19,3 Millionen Euro.<ref>dfb.de: Niersbach startet WM-Kampagne TEAM 2011</ref> Die Schirmherren der Kampagne waren die Bundestrainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft Silvia Neid sowie Joachim Löw, der Bundestrainer der deutschen Männer-Nationalmannschaft. Als Paten traten Navina Omilade und Lukas Podolski auf.
Neben dem Turnierlogo wurde für jeden Spielort ein Spielortlogo erstellt, das die jeweiligen Besonderheiten der Stadt repräsentiert. So zeigt beispielsweise das Bochumer Spielortlogo den Förderturm eines Bergwerks.<ref>dfb.de: Spielortlogos "steigern Vorfreude aufs Turnier"</ref> Die Spielortlogos sollen die Vorfreude auf das Turnier forcieren.
Während des Eröffnungsspiels der U-20-Weltmeisterschaft 2010 am 13. Juli 2010 in Bochum wurde mit der KatzeKarla Kick das Maskottchen der Weltmeisterschaft 2011 vorgestellt. Das Maskottchen wurde von der Frankfurter Kreativagentur GMR Marketing GmbH entwickelt und soll laut OK-Präsidentin Steffi Jones „auf beeindruckende Weise für die wichtigsten Attribute des Frauenfußballs stehen: Leidenschaft, Spaß und Dynamik“.<ref>dfb.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eine Katze als neues Maskottchen der FIFA Frauen-WM 2011 (Memento vom 11. Oktober 2016 im Internet Archive)</ref>
Das italienische Unternehmen Panini brachte am 6. Juni 2011 erstmals ein Sammelalbum für eine Frauen-Weltmeisterschaft auf den Markt. Bei den Männer-Weltmeisterschaften veröffentlicht Panini bereits seit 1970 Sammelalben. Pro Mannschaft wurden jeweils 19 der 21 Spielerinnen des Kaders mit Bildern präsentiert. Da das Album – wie auch bei den Männer-Weltmeisterschaften – vor Festlegung der endgültigen Kader gedruckt wurde, enthält das Album teilweise nicht nominierte Spielerinnen, z. B. bei der deutschen Mannschaft ein Bild von Anja Mittag, die jedoch nicht im Kader der deutschen Mannschaft stand.<ref>fifa.com: Erstes weltweites Sammelalbum für den Frauenfußball, panininewsroom.de</ref>
Zum offiziellen Lied der Weltmeisterschaft 2011 wurde der Titel Happiness der US-amerikanischen Sängerin und Schauspielerin Alexis Jordan ausgewählt. FIFA-Marketing-Direktor Thierry Weil bezeichnete das Lied als einen „großartigen Song, der die verspielte Natur des Frauen-Fußballs und der FIFA Frauen-Fußball WM einfängt“.<ref>alexisjordanofficial.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />"Happiness" zum offiziellen Song der FIFA Frauen-Fußball WM 2011 gewählt (Memento vom 20. Juni 2011 im Internet Archive)</ref>
Am 19. Juni 2011, genau eine Woche vor dem Eröffnungsspiel, zeigte Das Erste die Folge 805 der Krimireihe Tatort, die sich mit einem Mordfall im Frauenfußball beschäftigt. In der SWR-Produktion mit dem Titel Im Abseits ermittelt Kommissarin Odenthal den Mörder der (fiktiven) türkischstämmigen Bundesligaspielerin Fadime Gülüc (gespielt von der ehemaligen türkischen Nationalspielerin Filiz Koç), die in der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft spielen sollte. Ihre Lebensgeschichte weist gewisse Parallelen mit Fatmire Bajramaj auf. Der Film zeigt Probleme bei der Integration im Sport und den Kampf der Fußballerinnen um gesellschaftliche Anerkennung. In Nebenrollen sind Theo Zwanziger, Steffi Jones, Célia Okoyino da Mbabi, Joachim Löw und Oliver Bierhoff zu sehen.<ref>Christian Buß: Frauenfußball im "Tatort": Die Rundungen müssen ins Eckige.Spiegel Online, 17. Juni 2011, abgerufen am 20. Juni 2011.</ref>
Auf Einladung der ehemaligen Fußballnationalspielerin Petra Landers wollte die iranische Menschenrechtsaktivistin und Sportfotografin Maryam Majd im Juni 2011 zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen nach Deutschland reisen, um die Spielerinnen fotografisch zu begleiten und ein Buch über das Turnier herauszubringen. Vor ihrer Abreise nach Deutschland wurde sie festgenommen.<ref>spiegel.de: Iran hindert prominente Fotografin an WM-Reise</ref>
Kurz nach Turnierbeginn wurde bekannt, dass die nigerianische Nationaltrainerin Ngozi Eucharia Uche im Vorfeld der Weltmeisterschaft alle lesbischen Spielerinnen aus der Nationalmannschaft verbannt hatte. Uche begründete dies damit, dass sie die „dreckige Lebensweise“ der Lesben nicht tolerieren könne.<ref>t-online.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nigeria sorgt mit Ausschluss lesbischer Spielerinnen für Skandal (Memento vom 1. Juli 2011 im Internet Archive)</ref><ref>Uche erklärte wörtlich: „Ja, die Lesben in unserer Mannschaft waren wirklich ein großes Problem. Aber seitdem ich Trainerin der Falcons bin, hat sich das erledigt. Es gibt keine lesbische Spielerin mehr in meinem Team. Wir brauchen göttliche Intervention, um Homosexualität zu kontrollieren und einzuschränken. Bei uns hat es funktioniert. Ich kann diese dreckige Lebensweise nicht tolerieren.“ Aus fussball.de: Nigerias Trainerin sorgt für ersten WM-Skandal.</ref>
Der Weltverband FIFA reagierte zunächst nicht auf Uches Aussagen. Nach einer Ankündigung von Tatjana Haenni, der FIFA-Abteilungsleiterin für Frauenfußballwettbewerbe, die nigerianische Trainerin auf das Thema anzusprechen, dementierte Uche, jemals derartige Aussagen gemacht zu haben.<ref>Fußball-WM: Homophobie-Debatte über Nigerias Frauenteam</ref>
Äquatorialguinea wird darüber hinaus von anderen afrikanischen Mannschaften beschuldigt, Männer in Qualifikationsspielen eingesetzt zu haben. Verdächtigt werden die Schwestern Bilinguisa und Salimata Simpore, die beide nicht für die Weltmeisterschaft nominiert wurden. Die Vorwürfe konnten bislang noch nicht bewiesen werden.<ref>spiegel.de: Fifa sperrt Nationalspielerin Äquatorialguineas</ref> Darüber hinaus wird die Korrektheit der Einbürgerung von sieben gebürtigen Brasilianerinnen bezweifelt.<ref>faz.de: „Sehen Sie hier Männer auf dem Platz?“</ref>
Im Vorfeld der abschließenden Vorrundenbegegnung der Gruppe C zwischen Nordkorea und Kolumbien wurde in Urinproben der nordkoreanischen Spielerinnen Song Jong-sun und Jong Pok-sim „eine Substanz der Gruppe S1B“ (Steroidhormone) nachgewiesen.<ref>Spielerinnen aus Nordkorea unter Doping-Verdacht, Süddeutsche Zeitung vom 7. Juli 2011 (abgerufen am 7. Juli 2011)</ref><ref>Doping-Skandal bei Nordkorea, kicker.de vom 6. Juli 2011 (abgerufen am 7. Juli 2011)</ref> Der nordkoreanische Verband verzichtete auf eine Analyse der B-Probe, was Experten gemeinhin als Schuldeingeständnis werten.<ref name="SPON2" /> Nach dem Spiel wurde der komplette WM-Kader Nordkoreas zur Dopingkontrolle gebeten.<ref>framba.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Weitere Dopingfälle bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft (Memento vom 10. Januar 2014 im Internet Archive), 7. Juli 2011, Zugriff am 12. Juli 2011</ref> Am 16. Juli teilte die FIFA mit, dass drei weitere nicht namentlich genannte Spielerinnen der Mannschaft Nordkoreas des Dopings überführt wurden. Bei allen Sportlerinnen seien 14 unterschiedliche Steroide gefunden worden, wovon vier auf der Dopingliste stünden.<ref>Drei weitere Nordkoreanerinnen positiv getestet, kicker.de vom 16. Juli 2011 (abgerufen am 12. Oktober 2012)</ref>
Die während der WM des Dopings überführten nordkoreanischen Spielerinnen Jong Pok-sim, Hong Myong-hui, Ho Un-byol, Ri Un-hyang wurden von der FIFA am 25. August 2011 für 18 Monate sowie Song Jong-sun für 14 Monate gesperrt. Die Ärztin des nordkoreanischen Fußballverbands, Nam Jong-ae, wurde für sechs Jahre gesperrt. Darüber hinaus wurde gegen den nordkoreanischen Fußballverband eine Geldstrafe von 400.000 US$ verhängt. Die Nationalmannschaft wurde von der WM 2015 in Kanada ausgeschlossen. Die kolumbianische Spielerin Yineth Varón wurde für zwei Jahre gesperrt.<ref>FIFA schließt Nordkorea von Frauen-WM aus, kicker.de vom 25. August 2011 (abgerufen am 11. April 2013)</ref>
Marta
Die brasilianische Fußballspielerin Marta wurde insbesondere in den Spielen gegen Norwegen und die USA bei ihren Ballkontakten vom Publikum ausgepfiffen. Im Spiel gegen Norwegen war das Foul gegen Nora Holstad Berge, das ihrem ersten Tor vorausging, der Anlass,<ref>Marta macht den Unterschied. Kicker, 3. Juli 2011, abgerufen am 23. Juli 2011.</ref> gegen die USA die Wiederholung des von Cristiane verschossenen Strafstoßes und die Rote Karte für Rachel Buehler. Zudem hat sie in einigen Situationen, als sie mit den Entscheidungen der Schiedsrichterinnen nicht einverstanden war, gestikuliert und „gemeckert“ sowie Karten für die Gegenspielerinnen gefordert, in den Augen der Zuschauer aber selbst als große Schauspielerin geglänzt, die unter „akuter Fallsucht“ litt. Im Spiel gegen Norwegen legten sich die Unmutsäußerungen des Publikums aber nach ihrem zweiten Tor. Auch außerhalb des Platzes hatte sie sich unbeliebt gemacht, da sie Autogrammwünsche nur dann erfüllte, wenn TV-Kameras in der Nähe waren. In Dresden hatte Marta nach dem Verschwinden der Fernsehleute die Fans mitunter angeschrieen.<ref>Marta: Brasiliens divenhafter Superstar verspielt Ansehen. 11. Juli 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Juli 2011; abgerufen am 21. Juli 2011.</ref>
Während fünf Schiedsrichterinnen nur einmal eingesetzt wurden, kamen Carol Chenard, Kirsi Heikkinen, Jenny Palmqvist, Kari Seitz und Bibiana Steinhaus jeweils dreimal zum Einsatz. Das erste Spiel des Turniers wurde von der US-Amerikanerin Kari Seitz, das Finale von Bibiana Steinhaus geleitet. Die Schiedsrichterinnen vergaben 63 gelbe und 4 rote Karten. Es wurden 4 Elfmeter verhängt.
Die Leistungen der Unparteiischen wurden kontrovers diskutiert. Die Südkoreanerin Cha Sung-mi ließ beim Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Nigeria die zahlreichen harten Attacken der Nigerianerinnen weitestgehend unbestraft. Bei der Partie zwischen Äquatorialguinea und Australien fing die äquatorialguineische Verteidigerin Bruna einen Abpraller vom Pfosten mit der Hand auf und hielt das Spielgerät mehrere Sekunden fest. Die ungarische Schiedsrichterin Gyöngyi Gaál gab hier keinen Elfmeter.
Mehrmals hatte das Schiedsrichterinnengespann auch Probleme zu erkennen, welche Spielerin zuletzt den Ball berührt hatte, wenn der Ball ins Seiten- oder Toraus gelangte, so dass es einige Einwürfe für die falsche Mannschaft und ungerechtfertigte Ecken bzw. Abstöße gab. Holger Osieck, der die australische Männernationalmannschaft trainiert und das Spiel im Stadion verfolgte, regte an, (mehr) männliche Schiedsrichter einzusetzen.<ref>kicker.de: "Wenn es auf die Knochen geht, sind sie völlig überfordert"</ref> Allerdings gab es auch bei den Fußball-Weltmeisterschaften der Männer in Deutschland 2006 sowie in Südafrika 2010 erhebliche Kritik an den Schiedsrichtern.
Auswirkungen auf die FIFA-Weltrangliste
In der FIFA-Weltrangliste, die am 22. Juli 2011 neu berechnet wurde,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />FIFA.com: FIFA Frauen-Weltrangliste (Memento vom 16. Juli 2011 im Internet Archive)</ref> gab es gegenüber der letzten Berechnung vom 18. März 2011 auf den ersten fünf Plätzen keine Veränderungen. Die ersten fünf rückten aber dadurch, dass die USA und Deutschland Punkte verloren, während Brasilien, Japan und Schweden Punkte gewannen, näher zusammen. Die Punktdifferenz zwischen dem Ersten (USA) und Fünften (Schweden) wurde nahezu halbiert.
In der Rangliste verbessern konnten sich von den WM-Teilnehmern Äquatorialguinea (sechs Plätze, wobei die meisten Punkte für die Olympia-Qualifikationsspiele gegen Kamerun erhalten wurden, obwohl die Mannschaft wegen des Einsatzes einer nicht spielberechtigten Spielerin nachträglich disqualifiziert wurde), England (vier Plätze), Australien, Kolumbien und Neuseeland (je zwei Plätze). Verschlechtert haben sich Norwegen (ein Platz), Kanada (zwei Plätze) und Nordkorea (vier Plätze). England, Australien, Kolumbien und Äquatorialguinea konnte ihre bisher beste Platzierung erreichen.