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Hypovolämie

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Osmotisches Prinzip

Als Hypovolämie bezeichnet man die Verminderung der zirkulierenden, also sich im Blutkreislauf befindenden Menge Blut oder Plasma.<ref name="Kurzlehrbuch">Hanns-Wolf Baenkler, Robert Bals, Hartmut Goldschmidt, Johannes-Martin Hahn, Martin Hinterseer: Kurzlehrbuch Innere Medizin. 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-13-220000-5, doi:10.1055/b000000422.</ref> Sie ist damit das Gegenteil der Hypervolämie.

Blutverluste nach außen, in Gewebe oder in Körperhöhlen oder Kavernen sowie Plasma- oder Flüssigkeitsverluste (z. B. beim Schwitzen, bei Verbrennungen, bei anhaltendem und heftigem Durchfall) können Ursache für eine Hypovolämie sein.<ref>Volumenmangel – Endokrine und metabolische Krankheiten. Abgerufen am 5. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Diese äußert sich dann durch eine kleine Blutdruckamplitude (Pulsdruck), Abfall des Blutdrucks, Anstieg der Pulsfrequenz, einen Schockindex<ref name="Kurzlehrbuch" /> – also das Verhältnis von Puls zu systolischem Blutdruck – über 1,0/min/mmHg,<ref>Schock-Index. DocCheck Medical Services GmbH, abgerufen am 5. August 2022.</ref> unzureichende periphere Durchblutung, niedrigen zentralen Venendruck und verminderte Harnausscheidung. Hypovolämie kann damit auch eine Komplikation des Diabetes mellitus sein, wo es aufgrund der osmotischen Aktivität der Glucose bei der Urinausscheidung zu einem hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust kommt.<ref>Klinische Pathophysiologie. 11. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-13-243596-4, doi:10.1055/b000000121.</ref>

Die körperliche Registrierung einer Hypovolämie erfolgt in herznahen Gefäßen über Barorezeptoren (siehe Sinus caroticus) und in den Nieren über Volumensensoren. Diese initiieren Veränderungen in den Nieren, die den Erhalt der Wasserreserve bezwecken und zu einem Anstieg des Durstgefühls führen. Die Wirkungsweise ist indirekt per Barorezeptoren über eine gesteigerte Ausschüttung des antidiuretischen Hormons und direkt per Volumenrezeptoren.<ref>Die Anästhesie: Grundlagen, Formen der Allgemeinanästhesie, Lokal- und Regionalanästhesie, Besonderheiten, Narkoseprobleme, Nebenerkrankungen, fachspezifische Anästhesie, Aufwachraum, lebensrettende Sofortmaßnahmen. 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-13-243960-3, doi:10.1055/b-006-163370.</ref>

Abhängig vom auslösenden Mechanismus des Schockgeschehens wird zwischen absoluter und relativer Hypovolämie unterschieden. Die absolute Hypovolämie wird durch den Verlust an zirkulierendem Volumen nach außen oder innen ausgelöst, bei relativer Hypovolämie wird durch Herz- oder Gefäßinsuffizienz Volumen in der Körperperipherie umverteilt.<ref>Anästhesie bei Kindern: Narkosevorbereitung und -dxurchführung, Intensiv- und Notfallmedizin. 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-13-242621-4, doi:10.1055/b-007-170420.</ref>

In beiden Fällen wird der venöse Rückstrom zum Herzen vermindert.

Isovolämie, Normovolämie

Liegt weder Hypovolämie noch Hypervolämie vor, kann man dies als Volumenhomöostase, Isovolämie oder Normovolämie bezeichnen, dem Organismus steht genau die physiologische Flüssigkeitsmenge in der richtigen Verteilung innerhalb der Kompartimente zur Verfügung.<ref>Perioperative Medizin. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-13-177291-6, doi:10.1055/b-004-132227.</ref>

Siehe auch

Wiktionary: Blutverlust – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Hypovolämie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

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