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Flüssigei

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Flüssigei ist die aus Eiern gewonnene Flüssigmasse.<ref>Flüssigei. In: Duden. Abgerufen am 1. Januar 2023.</ref> Für gewöhnlich werden für die Herstellung pasteurisierte Hühnereier verwendet. Das Flüssigei wird entweder getrennt, als Flüssigeiklar und Flüssigeigelb, oder als Flüssigvollei produziert.<ref>Flüssigeier, was ist das? In: Lebensmittellexikon. Abgerufen am 1. Januar 2023.</ref> In der industriellen Lebensmittelproduktion ist es ein häufiger Bestandteil von Nudeln, Backwaren und Mayonnaisen (Eigelb). Die üblichen Gebindegrößen reichen vom 1-Liter-Tetrapak über Kanister bis zu Tankwagen.

Um mikrobielle Risiken zu verringern, kann Flüssigei neben der Pasteurisierung auch mit einer anderen keimhemmenden oder -tötenden Methoden (Zusatz von Kochsalz oder Konservierungsstoffen: Benzoesäure, Sorbinsäure) behandelt werden. Dabei werden auch die resistenten Salmonellen (Salmonella paratyphi) inaktiviert. Flüssigei kann bis zu sechs Wochen bei 4 °C gelagert werden.<ref>Ternes, Täufel, Tunger, Zobel: Lebensmittel-Lexikon. Behr’s Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-89947-165-2.</ref>

Flüssigei-Skandal

Der Flüssigei-Skandal im Jahr 1985 führte zu einer Krise bei deutschen Nudelherstellern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der schwäbische Flüssigei-Skandal (Memento vom 21. Oktober 2011 im Internet Archive), Stuttgarter Zeitung vom 21. Oktober 2005</ref> Das Stuttgarter Regierungspräsidium unter Regierungspräsident Manfred Bulling warnte damals vor „mikrobiell verseuchten“ Produkten. Der Vorwurf betraf unter anderem den deutschen Nudelhersteller Birkel, der vor Gericht auf Schadenersatz klagte. Der Rechtsstreit zog sich jahrelang hin. Das Gericht stellte fest, dass das Land Baden-Württemberg massive Fehler begangen habe, und rehabilitierte Birkel vollständig. Birkel wollte ursprünglich 43,2 Millionen DM (nach heutigem Wert etwa 48 Mio. Euro) als Schadensersatzsumme vom Land. Man einigte sich 1991 schließlich auf 12,75 Millionen DM (nach heutigem Wert etwa 13 Mio. Euro), die das Land zu zahlen habe.<ref name="Vorlage-Inflation">Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, auf volle Millionen EUR gerundet und gilt für den zurückliegenden Januar.</ref>

Nach späteren Pressemeldungen sollen tatsächlich mikrobielle Verunreinigungen vorgelegen haben, die durch das Zusammenwirken von Unternehmen, einem beteiligten Gutachter und der damaligen Landesregierung verschleiert wurden.<ref>Stuttgarter Regierung unterdrückte Beweise, Stern-Artikel aus Heft 12/2008</ref> Aus Unterlagen, die dem Stern vorlagen, ergaben sich Hinweise darauf, dass in Birkel-Produkten tatsächlich befruchtete und bebrütete Eier sowie Schmutzeier und auch Schlachtabfälle verarbeitet worden waren.<ref>Stern: Darmpakete und Persilscheine, 14. März 2008</ref><ref>Stern: Birkel-Affäre - Es waren Ekel-Eier drin!, 21. März 2008, S. 174 ff.</ref>

Einzelnachweise

<references />