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Föderation Islamischer Organisationen in Europa

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Die Föderation Islamischer Organisationen in Europa, eigentlich „Federation of Islamic Organisations in Europe“ (FIOE) ist eine Dachorganisation islamischer Organisationen aus europäischen Staaten, die der internationalen Bewegung der Muslimbruderschaft zugerechnet wird.<ref>verfassungsschutz-bw.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sicherheitsgefährdende Bestrebungen von Ausländern (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive; PDF; 1,14 MB)</ref>

Aktivitäten

Die 1989 gegründete FIOE hat ihren Sitz in Markfield, Leicestershire, UK<ref name="CHRC Briefing">lantos.house.gov: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CHRC Briefing: The Muslim Brotherhood in Europe (Memento vom 25. April 2007 im Internet Archive) (englisch)</ref> unter dem Dach der Islamic Foundation, einer Stiftung, die der islamistischen Jamaat-e-Islami von Maududi nahesteht. Erster Generalsekretär war Salah El-Din El Gafrawi, damaliger Präsident des Islamischen Konzil in Deutschland. 1992 war die FIOE an der Einrichtung des „Institut Européen des Sciences Humaines“ (IESH) in der Nähe von Château-Chinon (Burgund, Frankreich) sowie ähnlicher Institute in St. Denis (bei Paris, Frankreich) und Highmead (bei Llanybydder, West Wales, UK) beteiligt.

1996 gründete sich auf Initiative der FIOE der „Europäische Rat für Fatwa und Forschung“ (ECFR), dessen Vorsitzender Yusuf al-Qaradawi ist. Im gleichen Jahr gründete die FIOE auch mit der World Assembly of Muslim Youth (WAMY) und islamischen Jugendorganisationen aus verschiedenen europäischen Staaten das Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO)<ref>Hildegard Becker: Der Vormarsch der Muslimbruderschaft, sicherheit-heute vom 8. Mai 2006</ref>.

Die Organisation gibt das monatliche Magazin „Al-Europiya“ heraus, früher (1997) die arabischsprachige Publikation „Sawt Uruba“ („Die Stimme Europas“)<ref>„Europe’s Muslims find a place for themselves“, Tariq Ramadan, Le Monde diplomatique, April 1998</ref>.

Am 15. November 2014 veröffentlichte das Kabinett der Vereinigten Arabischen Emirate eine Liste mit 83 dem islamischen Terrorismus zuzurechnenden Organisationen, worunter auch die Föderation Islamischer Organisationen in Europa aufgeführt wird.<ref>wam.ae: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />UAE Cabinet approves list of designated terrorist organisations, groups (Memento vom 24. Dezember 2016 im Internet Archive) (englisch)</ref>

Charta für die Muslime in Europa

Die FIOE hat seit 2000 eine „Charta für Europa“ diskutiert und ab 2002 mit maßgeblichem Einfluss des ECFR an einem französischen Entwurf gearbeitet. Im Jahr 2002 wurde bereits in Deutschland eine umstrittene „Islamische Charta“<ref>"Islamische Charta" vom ZMD am 20. Februar 2002</ref> vom Zentralrat der Muslime in Deutschland veröffentlicht. Im September 2006 veröffentlichte die FIOE die von ihren Mitgliedsorganisationen unterschriebene „Charta für die Muslime in Europa“.<ref>islamonline.net: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Muslims in Europe Charter Project (Memento vom 17. März 2007 im Internet Archive) (englisch)</ref><ref>französisch</ref> Laut Generalsekretär Al-Banani ähnelt die Charta einer verbindlichen Verfassung für die Muslime in Europa, die die innerislamischen Beziehungen und auch die Beziehungen zwischen Muslimen und ihren europäischen Gesellschaften regelt. Er erwarte, dass die Charta einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Europa und seinen Muslimen werde.<ref name="einein"/>

Der Text wurde jedoch in der europäischen Öffentlichkeit weitgehend ignoriert und selbst auf der von Qaradawi gegründeten Website islamonline als monologisch<ref>islamonline.net: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />A Religious Muslim Monologue – The Muslims in Europe Charter (Memento vom 30. Mai 2007 im Internet Archive) (englisch)</ref> und lebensfern<ref>islamonline.net: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />What Is the Point of the Muslims in Europe Charter? (Memento vom 20. Mai 2007 im Internet Archive) (englisch)</ref> verworfen.

Im Dezember 2006 wurde ein „Vorschlag einer Charta für das Verstehen der Moslems“<ref>A Proposed Charter of Muslim Understanding (PDF; 656 kB) By Sam Solomon, Foreword by Gerard Batten (UK Independence Party) Member of the European Parliament for London, December 2006</ref> mit gegenläufigen Schwerpunkten und Forderungen an muslimische Organisationen formuliert und im Europäischen Parlament eingebracht.<ref>Jerusalem Post: EU Parliament charter asks Muslims to reject extremism. In: jpost.com. 14. Dezember 2006, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).@1@2Vorlage:Toter Link/fr.jpost.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Auch dies fand wenig Interesse in der europäischen Öffentlichkeit.<ref>mathaba.net: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />EU Charter of misunderstanding Muslims (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (englisch)</ref>

Einen weiteren Versuch der FIOE, die Charta in die europäische Öffentlichkeit zu bringen, war am 10. Januar 2008 ihre Unterzeichnung in Brüssel durch „mehr als 400 muslimische Organisationen aus Europa“. In einer zweiten Phase sollten dann „nicht-muslimische Organisationen“ die Charta unterzeichnen.<ref>demorgen.be: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Europese moslims ondertekenen historische 'gedragscode' (Memento vom 10. Januar 2008 im Internet Archive) (niederländisch)</ref><ref>englisch: Muslims to sign 'historic code of conduct'</ref> Ein von der Zeitung Le Soir befragter Experte bezeichnete es als Non-Event, als wenig erfolgversprechenden Lobbyismus der von der Muslimbruderschaft beeinflussten FIOE.<ref>Un code islamique de bonne conduite, RICARDO GUTIERREZ, lesoir.be, mardi 8. janvier 2008</ref>

Finanzierung

Ein jährliches Budget von ca. 400.000 Euro soll die Organisation finanzieren.<ref name="einein">islamonline.net: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />First European Muslims Charter to See Light (Memento vom 3. Dezember 2008 im Internet Archive) (englisch)</ref> 1996 richtete die FIOE dafür mit dem „European Trust“ eine Stiftung ein, die auch Stipendien für islamische Bildungseinrichtungen vergab. Es wird geschätzt, dass zwei Drittel der finanzierenden Spenden aus der Golfregion kommen.<ref name="CHRC Briefing" />

Mitgliedsorganisationen

  • Union des organisations islamiques de France (UOIF), Frankreich
  • Muslim Association of Britain (MAB), Großbritannien
  • Islamische Gemeinschaft in Deutschland e. V.
  • Ligue des Musulmans de Suisse (LMS)<ref>http://www.rabita.ch/</ref> Schweiz
  • Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland e. V.
  • Associazione della cultura ed educazione islamica in Italia (ACEI), Italien
  • Islamiska Forbundet i Sverige (IFIS), Schweden
  • Danish Islamic Council, Dänemark
  • Liga van de islamitische Gemeenschap in Nederland (L. I. G. N.), Niederlande
  • Union de organizaciones islamicas en Espana, Spanien
  • Muslim Association in Finland, Finnland
  • Liga islamica si culturala – Romania, Rumänien
  • Assalam, Republik Moldau
  • Sanabul Society, Nordmazedonien
  • Hikmah Society for education, friendship & cooperation, Türkei
  • Muslim society of qualification & culture Poland, Polen
  • Ligue islamique interculturelle de Belgique, Belgien
  • The arab hellenic civilised cultural centre, Griechenland
  • Islamische Liga der Kultur, Österreich
  • Iszlam kultur-egyesulet, Ungarn
  • Svaz muslimskych studentu v cr (VSMS), Tschechien
  • Asocijacija za kulturu, Obrazovanje i sport (AKOS), Bosnien-Herzegowina
  • Muslim Association of Ireland (MAI), Irland
  • Unione delle comunità e organizzazioni islamiche in Italia (UCOII), Italien
  • Sveriges Muslimska Råd (SMR), Schweden<ref>Website der FIOE. In: fioeu.org. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im April 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/fioeu.org (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Nach Angaben von FIOE-Vorstandsmitglied Ayman Sayed Ahmed Aly gibt es Mitgliedsorganisationen in insgesamt 27 europäischen Ländern.<ref>islamonline.net: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Veteran Muslim activist Dr. Ayman Ali (Memento vom 17. März 2007 im Internet Archive) (englisch)</ref>

Weblinks

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />