Europäischer Strandling
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| Europäischer Strandling | ||||||||||||
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| Datei:LittorellaUniflora.jpg
Europäischer Strandling (Littorella uniflora) an Land | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Littorella uniflora | ||||||||||||
| (L.) Asch. |
Der Europäische Strandling (Littorella uniflora)<ref name="FloraWeb" /> ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Diese selten gewordene Pflanzenart kommt nur in nährstoffarmen Stillgewässern vor.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Europäische Strandling wächst als immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 3 bis 12 Zentimetern. Er bildet bis zu 15 Zentimeter lange Ausläufer und bildet daher Rasen. Seine Laubblätter stehen bis zu 30 Stück in Rosetten, sie sind sehr veränderlich und variieren je nach Wasser- oder Landform. Die Laubblätter sind jedoch immer kahl bis schwach behaart, erscheinen im Durchmesser rundlich bis oval und sind am Grund scheidig.<ref name="Rothmaler2005" /> Sie sind schmal-linealisch, grasartig, oft rinnig und kahl.<ref name="InfoFlora" />
Generative Merkmale
Der Europäische Strandling ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die männlichen Blüten stehen auf langen Stielen. Sie sind 6 bis 8 Millimeter lang, ihre Krone ist röhrenförmig, vierteilig und weißlich. Die Staubfäden sind sehr lang und ragen weit aus der Blüte heraus. Die weiblichen Blüten stehen am Grund des Stiels der männlichen Blüten. Sie stehen meist zu zweit, haben eine 4 Millimeter lange Krone und eine 12 Millimeter lange Griffel.<ref name="InfoFlora" /> Die unscheinbaren, röhrenförmigen Blüten sind etwa 5 Millimeter lang, hellbraun gefärbt und stehen zu fünft in Blütenständen mit je meist drei männlichen gestielten Blüten und einer am Grund in den Achseln stehenden weiblichen Blüte. Bisher wurde nur die Landform blühend beobachtet.<ref name="Rothmaler2005"></ref> Um Selbstbestäubung zu vermeiden, blühen die weiblichen Blüten etwas früher als die männlichen. Die Hauptblütezeit liegt zwischen Mai und Juni, während der Niedrigwasserphasen der Gewässer. Fällt ein Niedrigwasser aus, ist eine verschobene oder zweite Blüte von August bis September möglich, falls es zu einem Trockenfallen der Wuchsorte kommt.<ref name="lfu" />
Die Früchte bilden kleine, hartschalige Nüsschen, die nach der Reifung nahe der Rosettenbasis verbleiben und auffällige Rasen hervorrufen, wenn sie im Umfeld der Mutterpflanze auskeimen.<ref name="lfu" />
Chromosomenzahl
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="IPCN" />
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst Europa, Marokko<ref name="POWO" /> und die Azoren.<ref name="GRIN" /> In Europa kommt die Art in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Ungarn, im früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Moldau, in der Ukraine und in der Türkei.<ref name="POWO" />
Der Europäische Strandling wächst in nährstoffarmen, oligo- oder mesotrophen Seen und Heideweihern bis zu einer Tiefe von 3 Metern. Er ist jedoch auch an deren zeitweise trockenfallenden Gewässerrändern zu finden. Im Küstenbereich wächst er auch in feuchten Dünentälern. Er kann allerdings nur einen geringen Salzgehalt ertragen.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
Der Strandling ist in ganz Deutschland nur selten anzutreffen, einige seiner Bestände sind stark bedroht. Die stärkste Ausbreitung erfährt er momentan in den Oberharzer Teichen.<ref name="Teicke2010">Justus Teicke, Kathrin Baumann: Talsperrenbetrieb für den Naturschutz in: Wasserwirtschaft Nr. 4/2010 online (PDF; 227 kB)</ref> Weiterhin kommt er am Großen Wusterwitzer See vor.<ref name="wddh">Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada im Auftrag Leibniz-Institut für Länderkunde und Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Brandenburg an der Havel, Pritzerbe, Reckahn und Wusterwitz (= Landschaften in Deutschland. Werte der deutschen Heimat. Band 69). Böhlau Verlag, Köln 2006, ISBN 3-412-09103-0, S. 267.</ref> Der Europäische Strandling wird auf der Roten Liste der Gefäßpflanzenarten Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestuft.<ref>rote-liste-zentrum.de: Europäischer Strandling (abgerufen am 29. September 2023)</ref> Auch in der Schweiz wird er als stark gefährdet bewertet.<ref name="InfoFlora" /> Ursachen für sein zunehmendes Verschwinden sind u. a. die Eutrophierung der Gewässer und das Betreten oder Befahren solcher. Vor allem der Bootsverkehr und der dadurch z. T. starke Wellenschlag machen dem Strandling zu schaffen.<ref name="FloraWeb" /> Der Europäische Strandling ist pflanzensoziologisch Kennart der Ordnung Littorelletalia.<ref name="Oberdorfer2001" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Plantago uniflora durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band I, S. 115. Die Neukombination zu Littorella uniflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Asch. wurde 1864 von Paul Ascherson in Flora der Provinz Brandenburg, Band 1, S. 544 veröffentlicht. Der Europäische Strandling (Littorella uniflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Asch.) wird von manchen Autoren in die Untergattung Littorella der Gattung Plantago gestellt und heißt dann wie schon bei Linné im Jahr 1753 Plantago uniflora <templatestyles src="Person/styles.css" />L.<ref>Littorella uniflora (L.) Asch. In: Info Flora. Abgerufen am 8. Februar 2025.</ref>
Einzelnachweise
<references> <ref name="FloraWeb"> Littorella uniflora (L.) Asch., Europäischer Strandling. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Littorella uniflora bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Littorella uniflora (L.) Asch. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="lfu"> T. Franke, A. Zehm: Strandling, Littorella uniflora (L.) Ascherson. Bayerisches Landesamt für Umwelt, November 2009, abgerufen am 15. März 2018. </ref> <ref name="POWO">Littorella uniflora. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>
Weblinks
- [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021.3. Eingestellt von: Maiz-Tome, L., 2016. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Europäischer Strandling. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Europäischer Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
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