Esels-Wolfsmilch
<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />
| Esels-Wolfsmilch | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Euphorbia esula Sturm31.jpg
Esels-Wolfsmilch (Euphorbia esula), Illustration | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Euphorbia esula | ||||||||||||
| L. |
Die Esels-Wolfsmilch oder Scharfe Wolfsmilch (Euphorbia esula) ist eine Pflanzenart in der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia). Etymologisch ist wohl nicht von Esel, sondern über lateinisch esula von keltisch esu „scharf“ abzuleiten.<ref>Vgl. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Birkhäuser, Basel/Stuttgart 1976, ISBN 3-7643-0755-2, S. 161.</ref>
Beschreibung
Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Hinweisbaustein
Vegetative Merkmale
Die Esels-Wolfsmilch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimetern erreicht. Die Wurzeln reichen tief. Die Stängel sind aufrecht oder aufsteigend.
Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind bei einer Länge von 30 bis 60 Millimetern sowie einer Breite von 3 bis 5, selten bis zu 8 Millimetern schmal-lanzettlich, über der Mitte meist am breitesten und sind zum Grund hin verschmälert. Nebenblätter fehlen stets.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Endscheindolde ist vielstrahlig. Die Hochblätter sind frei und nicht verwachsen, ihre Farbe ist grün oder gelblich. Die Nektardrüsen sind mondsichelförmig oder zweihörnig.
Die Kapselfrucht ist fein punktiert und rau. Die Samen sind glatt.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 60 oder 64.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Vorlage:Hinweisbaustein Die Esels-Wolfsmilch ist ein Hemikryptophyt und breitet sich über Wurzelsprosse aus. Die Bestäubung erfolgt durch Zweiflügler (Diptera).
Vorkommen
Vorlage:Hinweisbaustein Euphorbia esula ist ein submeridionales bis boreales, kontinentales Florenelement. Sie ist in Eurasien verbreitet. In Mitteleuropa kommt sie zerstreut vor, in den Alpen fehlt sie. Im östlichen Österreich ist sie häufig, sonst zerstreut bis selten. In Südtirol nimmt sie stark zu, in Liechtenstein fehlt sie. In Dänemark ist sie ein Neophyt.
In Nordamerika ist sie seit dem 19. Jahrhundert ein Neophyt und wird in manchen Gebieten als invasive Art eingestuft.<ref name="National Park Service" /> Euphorbia esula zählt zu den 100 gefährlichsten Neobiota weltweit.
Die Esels-Wolfsmilch wächst in Mitteleuropa in Wiesen, Weiden, auf Äckern, in Gebüschen, an Ufern und auf Ruderalstellen. Die Esels-Wolfsmilch gedeiht meist in frischen bis mäßig trockenen, nährstoffreichen, mehr oder weniger kalkhaltigen Böden. Sie steigt bis in die montane Höhenstufe. Euphorbia esula gedeiht in Pflanzengesellschaften der Verbände Agropyro-Rumicion, Mesobromion oder der Ordnung Onopordetalia, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Klasse Trifolio-Geranietea vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik und botanische Geschichte
Die Erstveröffentlichung von Euphorbia esula (im Mittelalter neben anderen Wolfsmilcharten lateinisch Esula genannt<ref>Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 374 (Esula).</ref><ref>Claudia Erbar, Karin Zimmermann: Der Codex Palatinus germanicus 539 – eine Pflanzenliste aus dem 15. Jahrhundert. 2009 (Digitalisat), S. 29 (bereits Albertus Magnus soll gesagt haben: „Esula ist keine Pflanzenart, sondern eine Gattung“).</ref>) erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 461.<ref name="POWO" />
Je nach Autor gibt es Varietäten, Unterarten und ihre Hybride:<ref name="POWO" />
- Euphorbia esula var. cyparissioides <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss.: Sie ist von der Ukraine und dem europäischen Russland bis zum nordöstlichen China verbreitet.<ref name="POWO" />
- Euphorbia esula <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. esula: Sie kommt in den gemäßigten Gebieten Eurasiens und auf den Azoren vor.<ref name="POWO" />
- Euphorbia esula subsp. maglicensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rohlena) Govaerts, Frodin & Radcl.-Sm.: Dieser Endemit kommt nur in Montenegro vor.<ref name="POWO" />
Nicht mehr hierher gehören:<ref name="POWO" />
- Schein-Ruten-Wolfsmilch (Euphorbia esula nothosubsp. pseudovirgata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schur) Govaerts, Syn.: Euphorbia pseudovirgata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schur) Soó): Sie wird als Synonym von Euphorbia virgata <templatestyles src="Person/styles.css" />Waldst. & Kit. angesehen.<ref name="POWO" />
- Ruten-Wolfsmilch (Euphorbia esula subsp. tommasiniana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bertol.) Kuzmanov): Sie wird auch als eigene Art angesehen: Euphorbia tommasiniana <templatestyles src="Person/styles.css" />Bertol. Dieser Endemit kommt nur im nordöstlichen Italien vor.<ref name="POWO" />
Quellen
Literatur
- Heinrich Marzell: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen. 5 Bände. Leipzig, Band 2, S. 387.
Einzelnachweise
<references> <ref name="POWO"> Euphorbia esula. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Euphorbia esula L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="National Park Service"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />National Park Service ( des Vorlage:IconExternal vom 23. September 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 16. Juni 2008. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 639. </ref> </references>
Weblinks
- Euphorbia esula L., s. str., Esels-Wolfsmilch. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Euphorbia esula agg., Artengruppe Esels-Wolfsmilch. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).