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Erlauf (Fluss)

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Vorlage:Österreichbezogen Vorlage:Infobox Fluss

Die Erlauf ist ein Nebenfluss der Donau im Bezirk Scheibbs und Bezirk Melk in Niederösterreich sowie teilweise auch in der Steiermark. Die Erlauf ist insgesamt etwa 70 km lang und mündet bei Pöchlarn in die Donau.

Etymologie

In der Zeit der Römer hieß der Fluss Arelape, gleich wie das römische Kastell mit Flottenstützpunkt an der Donau, heute die Stadt Pöchlarn und der Zivilsiedlung, die nach dem ursprünglichen Flussverlauf an der früheren Mündung lag, heute die Marktgemeinde Erlauf. Der heutige Name entstand aus der früheren Namensform Erlaf. Der Name stammt vermutlich von den indogermanischen Wörtern *h³rló- mit der ungefähren Bedeutung 'antreibend, losstürzen lassen, sich erhebend' und *apā für 'Wasser'.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>

Geografie

Datei:Erlauf Donau catchment.png
Einzugsgebiet der Erlauf

Verlauf

Datei:Mitterbach am Erlaufsee - Erlaufursprung - 2.jpg
Erlaufursprung in Mitterbach am Erlaufsee

Die Erlauf (am Oberlauf auch Große Erlauf genannt) entspringt am Fuße der Gemeindealpe und ist der Zulauf des Erlaufsees. Danach fließt sie über die Tormäuer durch den Naturpark Ötscher-Tormäuer, am Ötscher vorbei (hier mündet der Trefflingbach, unmittelbar beim Zusammenfluss befindet sich der Trefflingfall), weiter über Kienberg-Gaming, Scheibbs, Purgstall an der Erlauf bis nach Wieselburg. Dort mündet die Kleine Erlauf, die bei Gresten (Vorlage:Coordinate) entsteht und über Randegg, Steinakirchen am Forst bis zur Mündung in Wieselburg weiterfließt. Danach verläuft der Fluss in nordnordöstliche Richtung und mündet bei Pöchlarn in die Donau.

Natur

Fast 40 % des Flussverlaufes sind noch als naturnah zu bezeichnen. Eine Fischwanderung ist aufgrund mehrerer Kraftwerke allerdings nicht mehr möglich. Eine kleine Sensation war um 1985 die Entdeckung des hier längst ausgestorben geglaubten Bachneunauges (Lampetra planeri) in der Großen Erlauf.

Im Gemeindegebiet von Purgstall an der Erlauf hat sich der Fluss im Laufe der Jahrtausende tief in den seit den Eiszeiten aufgelandeten Schotter eingegraben. Die dadurch entstandene Erlaufschlucht („Prater“ genannt) gilt seit 1972 aufgrund der einmaligen landschaftlichen Eigenheiten als Naturdenkmal (Listeneintrag).

Wirtschaft

An der „Großen Erlauf“ wird in mehreren Kraftwerken elektrische Energie gewonnen. Das erste Kraftwerk in der Erlaufklause nach dem Erlaufsee ist das Kraftwerk Erlaufboden, das älteste am Fluss. Es ist im Eigentum der EVN und liefert Energie für die Mariazellerbahn. Weiter flussabwärts im Zentrum von Scheibbs das Kraftwerk Mühlhof, in Mühling bei Wieselburg, Wieselburg (E-Werk Fahrner - gleich hinter dem Zusammenfluss von großer und kleiner Erlauf) und in Erlauf liegen weitere Kraftwerke.

Zuflüsse

Die größten Nebenbäche der Erlauf sind:<ref>Vorlage:HydrographischeBeitraegeOesterreich</ref>

Name Mündungsseite Mündungsort Einzugsgebiet
in km²
Weißenbach rechts Weißenbach bei Mariazell 4,9Vorlage:0
Lurggraben rechts vor Mitterbach 3,0Vorlage:0
Bach von Bodenbauer links vor Mitterbach 3,0Vorlage:0
Mitterbach links Mitterbach 2,8Vorlage:0
Mühlgraben rechts vor dem Erlaufstausee 4,4Vorlage:0
Eseltal rechts in den Erlaufstausee 5,1Vorlage:0
Ötscherbach links im Ötschergraben 38,2Vorlage:0
Lassingbach rechts Stierwaschboden 32,0Vorlage:0
Angerbach rechts Erlaufboden 14,3Vorlage:0
Trübenbach links Teufelskirche 2,4Vorlage:0
Weidachgraben rechts Toter Mann 2,0Vorlage:0
Brandbach rechts Brandgegend 2,9Vorlage:0
Trefflingbach rechts 13,7Vorlage:0
Nestelbergbach links Vordere Tormäuer 11,9Vorlage:0
Hundsgraben links Vordere Tormäuer 4,6Vorlage:0
Sulzgraben links Sommersberg 2,1Vorlage:0
Filzmoosbach links Urmannsau 4,2Vorlage:0
Gamingbach links Kienberg 54,0Vorlage:0
Peutengraben rechts Grafenmühl 4,8Vorlage:0
Jeßnitz rechts Neubruck 36,8Vorlage:0
Lueggraben links vor Scheibbs 5,3Vorlage:0
Reithgraben rechts Scheibbs 2,3Vorlage:0
Saffenbach links Saffen 5,6Vorlage:0
Feichsen links Purgstall 26,4Vorlage:0
Schluchtenbach rechts Pratersiedlung 4,7Vorlage:0
Schaubach links Schauboden 9,3Vorlage:0
Grubbach rechts Rottenhaus 3,7Vorlage:0
Kleine Erlauf links Wieselburg 171,2Vorlage:0
Mühlbach rechts Kendl 8,1Vorlage:0
Dollbach rechts Erlauf 10,1Vorlage:0
Bach von Harlanden rechts Steinwand 2,9Vorlage:0

Bilder

Literatur

  • Irene M. Weiß: Brücken und Stege über die Große Erlauf. Verein Erlauftaler Bildungskreis, Purgstall 2003, ISBN 3-900019-00-2.
  • Georg Holzer: Die Slaven im Erlaftal. Eine Namenlandschaft in Niederösterreich. Herausgeber Anton Eggendorfer und Willibald Rosner, NÖ Institut für Landeskunde, St. Pölten 2001, ISBN 3-85006-135-3.
  • Roman Josef Hödl: Die epigenetischen Täler im Unterlaufe der Flüsse Ybbs, Erlauf, Melk und Mank. In: LIV. Jahresbericht über das k. k. Staatsgymnasium im VIII. Bezirke Wiens für das Schuljahr 1903/1904. Wien 1904 (Vorlage:ULBDD).

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />