Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Alpenbalsam – Wikipedia Zum Inhalt springen

Alpenbalsam

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Erinus alpinus)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Alpenbalsam
Datei:Erinus alpinus.JPG

Alpenbalsam (Erinus alpinus)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Tribus: Digitalideae
Gattung: Erinus
Art: Alpenbalsam
Wissenschaftlicher Name
Erinus alpinus
L.

Der Alpenbalsam (Erinus alpinus), meist Alpen-Steinbalsam genannt,<ref name="FloraWeb" /> ist eine der beiden Pflanzenarten der Gattung Erinus innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Weitere Trivialnamen des Alpenbalsam sind Steinbalsam, Alpenleberbalsam oder irreführend Leberbalsam, denn so wird üblicherweise die meist blaublühende Beetpflanze Ageratum houstonianum genannt.

Beschreibung

Datei:Erinus alpinus 01.jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstände
Datei:Atlas der Alpenflora (10192535794).jpg
Illustration aus Atlas der Alpenflora

Vegetative Merkmale

Der Alpenbalsam wächst als ausdauernde krautige Pflanze lockerrasig und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimetern.

Die in grundständigen Rosetten angeordneten Laubblätter sind gestielt, aber die am Stängel wechselständig verteilt angeordneten Laubblätter sind sitzend. Die Stängelblätter sind bei einer Länge von bis zu 2 Zentimetern spatelig, grob kerbrandig und zerstreut behaart.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht, laut einer Veröffentlichung von 1974, von Juni bis Juli. In den obersten Blattachseln stehen in anfangs doldigen Blütenständen jeweils 10 bis 15 Blüten zusammen. Während der Anthese streckt sich aber die Blütenstandsachse. Von den lanzettlichen Deckblättern sind die untersten sind laubblattähnlich, die übrigen kleiner und ganzrandig. Der Blütenstiel ist etwa so lang wie der Kelch.<ref name="Hegi1974" />

Die zwittrigen Blüten ist nur schwach zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen. Die rotlilafarbene, selten weiße Blütenkrone ist bis zu 10 Millimeter lang. Der flach trichterförmige Kronsaum ist zweilippig mit fünf Kronzipfeln. Die 5 Millimeter lange Kronröhre ist außen und innen kurz behaart. Die vier Staubblätter sind der Blütenkrone auf etwa halber Höhe eingefügt und zwar die beiden hinteren über den beiden vorderen. Die kahlen Staubfäden sind nur etwa halb so lang wie die Staubbeutel. Die Staubbeutel sind unterhalb des Konnektivs nach vorn gekniet und um 90 Grad verdrillt, sodass sie waagrecht abstehen. Der Fruchtknoten ist kahl. Die Narbe stark kopfig.<ref name="Hegi1974" />

Die Frucht ist bei einer Länge von 3 bis 4 Millimetern eiförmig<ref name="InfoFlora" /> und so lang wie der Blütenkelch. Die Samen sind 0,6 bis 0,8 Millimeter lang, braun und glänzend.<ref name="Hegi1974" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Erinus alpinus kommt in den Pyrenäen, in Alpen sowie im Apennin und außerdem in Marokko und Algerien vor.<ref name="GRIN" /> In Europa gibt es Fundorte in Gibraltar, Spanien, Andorra, Frankreich, Monaco, Sardinien, Italien, der Schweiz, Liechtenstein und früher Österreich.<ref name="Euro+Med" /> Der Alpenbalsam ist in den westlichen und mittleren Kalkalpen verbreitet. Gelegentlich kommt der Alpenbalsam auch außerhalb der Alpen an feuchtem Mauerwerk als Neophyt vor wie zum Beispiel auf den Britischen Inseln.<ref name="ukwildflowers" /> In Irland kommt Erinus alpinus als Neophyt vor.<ref name="Euro+Med" />

In Österreich ist der Alpenbalsam autochthon ausgestorben; ehemaliges Verbreitungsgebiet war Vorarlberg und Nordtirol.

Diese kalkliebende Art gedeiht am besten in steinigen Rasen und auf Hängen, Geröll und Felsen. Pflanzensoziologisch gehört der Alpenbalsam in den Verband Potentillion caulescentis, er kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Ordnung Seslerietalia albicantis vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er steigt bis zu einer Höhenlage von 2400 Metern auf.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Erinus alpinus erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 630.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Erinus alpinus L., Alpen-Steinbalsam. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Erinus alpinus L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Hegi1974"> Dimitri Hartl: Scrophulariaceae. In: </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Erinus. Datenblatt Erinus alpinus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="ukwildflowers"> Scottish Scenery: Carrbridge. Abgerufen am 12. Oktober 2025. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Michael Koltzenburg: Erinus. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage, Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 664. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Alpenbalsam (Erinus alpinus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien