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Erika Pohl-Ströher

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Erika Pohl-Ströher (* 18. Januar 1919 in Wurzen; † 18. Dezember 2016 in Ferpicloz) war eine deutsch-schweizerische Chemikerin, Biologin und Unternehmerin (Wella). Teile ihrer umfangreichen Sammlungen übergab sie als terra mineralia und Manufaktur der Träume einer öffentlichen Präsentation.

Leben

Datei:Museum Kulturpunkt Ströher-Haus Rothenkirchen.jpg
Museum Kulturpunkt Ströher-Haus (Rothenkirchen)

Pohl-Ströher, gebürtig aus Wurzen,<ref>Dr. Erika Pohl mit Ehrensenatorwürde der TU Bergakademie Freiberg geehrt. Zeitschrift Bergbau des Rings Deutscher Bergingenieure, Recklinghausen, 2006, Heft 2, gesichtet 24. Dezember 2016.</ref><ref name="Medienservice">Ministerpräsident Milbradt verleiht Sächsischen Verdienstorden an Dr. Erika Pohl. Medienservice Sachsen, 17. November 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Januar 2013; abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref><ref name="TM">Lutz Geißler: terra mineralia – Fakten und Richtigstellungen. Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit, 22. Januar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. März 2013; abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref><ref name="Ehrenmedaille"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ehrenmedaille an Freiberger Mäzenin verliehen: Dr. Erika Pohl-Ströher erhält Ehrung durch Oberbürgermeister und Prorektor in ihrem Schweizer Wohnort (Memento vom 24. Dezember 2016 im Internet Archive). Mitteilung der Stadt Freiberg, 17. Oktober 2012, abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref> wuchs im vogtländischen Rothenkirchen auf,<ref name="TM" /> wo ihre Großeltern Franz und Marie Ströher 1880 die Kosmetikfirma Wella gegründet hatten. Ihr Vater war Karl Ströher.<ref name="Knöfel">Ulrike Knöfel: Verlage: Weißwaschen. In: Der Spiegel 36/2013, S. 130.</ref> Die Familie Ströher verließ nach dem Zweiten Weltkrieg die Heimat und ließ sich im osthessischen Hünfeld nieder, wohin sie auch das Wellawerk verlegten.

Pohl-Ströher studierte an der Universität Jena die Fächer Biologie und Chemie und promovierte 1944 bei Gerhard Heberer<ref name="Knöfel"/> zur Thematik Beiträge zur Zytodynamik des Wachstums: Quantitativ-statistische Untersuchungen an den Larven von Drosophila melanogaster Meigen. Bis zum Verkauf der Wella AG im Jahr 2003 an Procter & Gamble hielt sie 23 % der Anteile an dem Familienunternehmen.<ref>Was machen eigentlich die Wella-Erben heute? HairWeb.de, abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref> Ihr Anteil an dem Verkaufspreis betrug etwa 818 Millionen Euro.<ref>Procter & Gamble Co – ‘10-Q’ for 3/31/03 – EX-2 — Purchase Offer. Securities Information from the US SEC EDGAR, Fran Finnegan & Company, Section A, SS. 1, abgerufen am 24. Dezember 2016 (Verkauf von Wella 2003).</ref> Erika Pohl-Ströher lebte zuletzt in der Schweiz in Ferpicloz im Kanton Freiburg,<ref name="Bau">Preisträger „Stein im Brett“: Stein im Brett an Erika Pohl-Ströher. Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) e. V., abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref> wo sie am 18. Dezember 2016 starb.<ref>Trauerfall Pohl-Ströher Erika. todesanzeigenportal.ch: Todesanzeigen Schweiz, abgerufen am 24. Dezember 2016.
Gabi Thieme: Die Mäzenin des Erzgebirges ist tot. Freie Presse, 22. Dezember 2016, abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref><ref>Nachruf auf Dr. Erika Pohl-Ströher – Stifterin und Ehrensenatorin der TU Bergakademie Freiberg, abgerufen am 27. Dezember 2016.</ref>

Sammlerin und Mäzenin

Datei:Manufaktur der Träume (Annaberg) (1).jpg
Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz
Datei:Gelenau. Schwibbogen am Depot Pohl-Ströher 2H1A4531WI.jpg
Depot Pohl-Ströher in Gelenau

Pohl-Ströher war eine der bedeutendsten Mäzeninnen der Gegenwart in Deutschland. Ihre in sechs Jahrzehnten zusammengetragene, aus etwa 80.000 Exemplaren bestehende wertvolle Mineraliensammlung brachte sie 2004 in die Pohl-Ströher Mineralienstiftung ein, um so ihren Bestand, eine wissenschaftliche Betreuung und öffentliche Zugänglichkeit dauerhaft zu gewährleisten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eintrag der «Pohl-Ströher Mineralienstiftung» (Memento vom 9. August 2014 im Internet Archive) im Handelsregister des Kantons Freiburg, Stand 23. Dezember 2016, abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref> Sie wurde als Dauerleihgabe der TU Bergakademie Freiberg zur Verfügung gestellt. Nach der erforderlichen Sanierung von Schloss Freudenstein werden seit dem 20. Oktober 2008 rund 3500 Exponate in der Ausstellung Terra mineralia präsentiert.<ref name="TM" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Metropole der Minerale (Memento vom 19. September 2011 im Internet Archive).</ref> Eine weitere Sammlung, die etwa 1500 Exponate vorwiegend an Volkskunst und Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge umfasst, wurde am 29. Oktober 2010 in Annaberg-Buchholz in der Manufaktur der Träume der Öffentlichkeit übergeben.<ref>Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz. Website der Stadt Annaberg-Buchholz, abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref> Die Sammlung umfasst eine Zeitspanne zwischen dem 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. In Gelenau zeigt das Depot Pohl-Ströher kunsthandwerkliche Sammlungsobjekte und thematische Sonderausstellungen. Die im November 2016 eröffnete ortsgeschichtliche Ausstellung in Rothenkirchen, in der einer der Schwerpunkte auf der Geschichte des Wella-Unternehmens liegt,<ref>Wella-Erbin Erika Pohl-Ströher spendet. Freie Presse, 21. November 2016, abgerufen am 24. Dezember 2016.
Rothenkirchen erinnert an die Anfänge der Firma Wella. Freie Presse, 29. November 2016, abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref> verdankt ihre Entstehung der finanziellen Unterstützung von Pohl-Ströher.<ref>Bekannte Kunstmäzenin unterstützt kleines vogtländisches Museum. Freie Presse, 25. November 2016, abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref>

Ehrungen

Datei:Pohl-Ströher 2.jpg
Gedenkplakette vor dem Eingang zur terra mineralia

Für „die beabsichtigte öffentliche Präsentation ihrer Mineraliensammlung“ erhielt sie 2004 vom Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler den Preis „Stein im Brett“.<ref name="Bau" /> Am 17. November 2005 wurde ihr von Ministerpräsident Georg Milbradt der Sächsische Verdienstorden verliehen. Am folgenden Tag wurde sie von der TU Bergakademie Freiberg zu einer Ehrensenatorin ernannt.<ref name="Medienservice" /><ref>Ordensträger von O–S: Dr. rer. nat. Erika Pohl-Ströher. Freistaat Sachsen, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. April 2009; abgerufen am 24. Dezember 2016.</ref> Der Freiberger Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm und der Prorektor für Bildung der TU Bergakademie Freiberg, Dirk Meyer, überreichten ihr in Anerkennung ihres Engagements zugunsten der Stadt Freiberg und der dortigen Bergakademie im Oktober 2012 die Ehrenmedaille der Stadt Freiberg.<ref name="Ehrenmedaille"/> Im Juli 2022 wurde ein von der Frauensteiner Künstlerin Antje Müller-Palástí entworfenes und von ihrem Ehemann Ferenc Palástí gefertigtes Bronzerelief mit Pohl-Ströhers Konterfei im Schlosshof von Schloss Freudenstein enthüllt. Es war bereits Anfang Dezember 2020 am Eingang zur terra mineralia angebracht worden.<ref>Wieland Josch: Postum-Ehrungen für Freibergs bedeutende Mäzenin, in: Freie Presse, Freiberger Zeitung vom 12. Juli 2022, S. 9.</ref><ref>Freiberg ehrt Stifterin Erika Pohl-Ströher, Pressemitteilung der TU Bergakademie Freiberg vom 3. Dezember 2020.</ref>

Das Mineral Erikapohlit ist nach ihr benannt.

Werke

  • Beiträge zur Zytodynamik des Wachstums: Quantitativ-statistische Untersuchungen an den Larven von Drosophila melanogaster Meigen. 1944
  • Karl Ströher, Sammler und Sammlung. 1982

Weblinks

Commons: Erika Pohl-Ströher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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