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Flugplatz Samedan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Engadin Airport)
Engadin Airport
Datei:Aerial image of the Samedan airfield.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LSZS
IATA-Code SMV
Koordinaten 46° 32′ 4″ N, 9° 53′ 3″ OKoordinaten: 46° 32′ 4″ N, 9° 53′ 3″ O
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Höhe über MSL 1.707 m (5.602 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1 km östlich von Samedan,
5 km nordöstlich von St. Moritz
Strasse Plazza Aviatica 2
Basisdaten
Eröffnung 27. Januar 1938, seit 2004 zivil
Betreiber Engadin Airport AG
Passagiere 34'000
Flug-
bewegungen
15'923 (2021)<ref>JAHRESRECHNUNG ENGADIN AIRPORT AG GESCHÄFTSJAHR 2021. (PDF; 278 KB) Engadin Airport AG, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Dezember 2022; abgerufen am 7. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.engadin-airport.ch</ref>
Start- und Landebahn
03/21 1840 m × 40 m Asphalt
Webseite
engadin-airport.ch

Der Flugplatz Samedan (Marketingname: Engadin Airport, Vorlage:Flughafen-Codes) ist mit 1707 m ü. M. einer der höchstgelegenen Flugplätze Europas; auf der Website bezeichnet er sich als «Europas höchstgelegener Flughafen», was sich auf die Eignung für Verkehrsflugzeuge bezieht – auch wenn er nicht die Definition eines Flughafens erfüllt (regelmässiger kommerzieller Flugverkehr). Der einzige Regionalflughafen Graubündens liegt beim Engadiner Dorf Samedan, rund fünf Kilometer nordöstlich des Schweizer Touristenorts St. Moritz.

Geschichte

Datei:Samedan-Airport.jpg
Tower, Betriebsgebäude und Hangar des Flugplatzes; der Zivile Tower war links im Betriebsgebäude im ersten Stock, solange das Militär seinen eigenen hohen Tower belegte.
Standorte der 11 Schweizer Regionalflughäfen

Ein Anziehungspunkt für Flugzeuge seit den ersten Pionierjahren war der mondäne Kurort St. Moritz, wo in den Pionierjahren der zivilen Luftfahrt Flugzeuge auf dem gefrorenen See landeten. Im Jahr 1926 sicherte sich die Armee einen Landeplatz im Bereich des heutigen Flugplatzes, erst 1937 wurde die Graspiste vorbereitet. Schon zuvor waren Segelflugzeuge auf der Ebene in die Luft geschleppt worden. Eine Genossenschaft wurde gegründet, welche das Areal kaufte und einen Hangar errichtete. Am 27. Januar 1938 wurde der Platz eröffnet, schon kurz danach landete erstmals eine Douglas DC-2 direkt aus London kommend.

Im Jahr 1950 übernahm die Eidgenossenschaft den Flugplatz und sicherte eine zivile Mitbenützung zu. Der Flugbetrieb der Flugwaffe beschränkte sich auf Schulung und Zielschlepp. Zum Zielschlepp kamen mit roten Streifen bemalte C-3603 zum Einsatz, anfangs der 1970er-Jahre wurden die Flugzeuge umgebaut zu C-3605 und waren gelb-schwarz bemalt. Solche Maschinen flogen bis 1987 für die Schiessplätze der Fliegerabwehr in Brigels und S-chanf. Als weitere Luftziele flogen bis 1990 orange-schwarze Jets vom Typ De Havilland DH.100 Vampire der Schweizer Flugwaffe.

Im Jahr 1987 fand der Flugtag 50 Jahre Flugplatz Oberengadin Samedan statt, zu welchem die Patrouille Suisse eine Vorführung flog und ein Airbus A310 der Swissair versehentlich während seiner Vorführung auf der Piste aufsetzte.<ref>Flugtag, 50 Jahre Flugplatz Oberengadin Samedan, Dossier der Luftwaffe im Bundesarchiv</ref> Im Jahr 1987 fanden 15'475 Flugbewegungen statt, auch in jenen Jahren gab es Linienflüge von London Luton oder Direktflüge von Geschäftsreiseflugzeugen aus New York. Mit der Aero-Leasing wurden Passagierflüge durchgeführt, zur Vermeidung von Lärm gab es keinen Segelflugschlepp, sondern nur Windenstarts, die Grundschulung von Piloten war damals verboten.<ref>Flugplatz Samedan (1988) | SRF «Karussell» vom 16. Februar 1988</ref>

Ab dem 1. Januar 2004 war der Flugplatz im Eigentum des Kantons Graubünden. Zum Betrieb des Flugplatzes schloss der Kanton im Sommer 2004 einen Vertrag mit der Engadin Airport AG ab, welche im Dezember den Betrieb übernahm.

Um einen Mangel an Flugzeug-Abstellflächen zu beheben, ist seit 2007 eine erhebliche Erweiterung des Vorfelds geplant, Baubeginn einer ersten Phase soll 2021 sein.<ref>Entwicklung Regionalflughafen Samedan / Oberengadin, auf engiadinaota.ch, zur Informationsveranstaltung vom 27. August 2018</ref>

Flugbetrieb

Datei:LSZS-03.jpg
Flugplatz Samedan, Blickrichtung mit Landebahn 03 nach NNO.

Einen regelmässigen Linienbetrieb kennt der Flugplatz nicht mehr, jedoch wird er vor allem im Winter von verschiedensten Privatjet-Anbietern angeflogen. Es herrscht reger Segelflugverkehr. Beliebt ist der Flugplatz auch bei Fallschirmspringern und ähnlichen Sportarten, die von hier aus in die Berninagruppe starten. Auf dem Gelände befindet sich auch die Flugschule der Motorfluggruppe Oberengadin.

Der Flugplatz ist ganzjährig tagsüber geöffnet und hat eine Zollabfertigung sowie einen Hangar. Die Piste ist lang und breit genug, so dass auch schon vergleichsweise grosse Flugzeuge wie Boeing 737 und Super Constellation dort landeten.<ref name="baz" /> Im Winter ist die Piste nicht immer schneefrei, aufgrund der Lage im Gebirge gehört deshalb eine Pistenraupe (hier Pistenfahrzeug genannt) zum Fuhrpark der Schneeräumung.<ref>arrival – magazin des Flugplatzes Samedan 2011</ref> Jährlich finden auf dem Flugplatz rund 14'000–22'000 Flugbewegungen statt.<ref name="aerosuisse">Swiss Aerospace Facts 2020. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. November 2020; abgerufen am 3. Januar 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/aerosuisse.ch</ref><ref>Flughafen Samedan. In: Gemeinde Samedan. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Dezember 2010; abgerufen am 20. Dezember 2010.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.samedan.ch</ref>

Der Flugplatz verfügt nicht über ein Instrumentenlandesystem, so dass die Landung nur auf Sicht erfolgen kann. In Verbindung mit der Lage in einem Bergtal, der für Europa ausserordentlichen Höhe über Meer und schwierigen Windverhältnissen gilt die Landung als besonders anspruchsvoll.<ref name="baz">«Samedan gilt als anspruchsvollster Flughafen weltweit». In: Basler Zeitung online. 20. Dezember 2010, abgerufen am 20. Dezember 2010.</ref>

In der Folge des Unfalls vom 19. Dezember 2010 erliess das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt neue strengere Richtlinien für Piloten vor und beim Anflug des Flugplatzes. Unmittelbar nach dem Unfall wurde für Piloten ein elektronisches Briefing verpflichtend, das vor dem Abflug zum Flugplatz Samedan wichtige Grundkenntnisse über die Besonderheiten des Flugplatzes abfragt. Anfang 2011 wurde die Verpflichtung eingeführt, dass alle Piloten, die den Flugplatz noch nicht beflogen haben, ihren Erstanflug als Einweisungsflug in Begleitung eines Fluglehrers absolvieren müssen, bevor sie die Erlaubnis zum Anflug im Alleinflug erhalten. Die Limits für den Sichtflug wurden angehoben, so dass ein Anflug nur noch bei einer Mindestsicht von 5 Kilometern und einer Wolkenhöhe von mindestens 700 Metern über Grund erfolgen darf.<ref>Piloten beim Anflug auf Samedan unterstützen. Medienmitteilung. In: admin.ch. Bundesamt für Zivilluftfahrt, 22. Dezember 2010, abgerufen am 11. Juni 2017.</ref>

Zwischenfälle

  • Am 12. Februar 2009 kam es zu einem schweren Unfall, als eine Falcon 10/100 (VP-BAF) während einer nicht korrekt ausgerichteten Landung beim unsteuerbaren Abdriften von der Piste einen links parallel zur Piste verlaufenden Schneewall mindestens 5 Meter ausserhalb der Piste auf 1,1 Metern Höhe erfasste und kurz danach durch die darauf erfolgte Drehung mit der rechten Rumpfseite in den quer zur Piste stehenden vier Meter hohen Schneewall im Bereich des Rollwegs neben der Piste prallte.<ref>Schlussbericht Nr. 2074 über den Unfall des Flugzeuges Marcel Dassault/Bréguet Aviation Falcon 10/100, VP-BAF betrieben durch Laret Aviation Ltd. vom 12. Februar 2009 Flughafen Samedan (LSZS), Gemeinde Samedan/GR. (PDF; 3,8 MB) Büro für Flugunfalluntersuchungen, 10. Juni 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Dezember 2012; abgerufen am 7. Oktober 2010.</ref> Beide Piloten starben beim Unfall, der Passagier überlebte.<ref>Alexander Kahane überlebte Flugzeugunglück. In: Vienna Online. 13. Februar 2009, abgerufen am 7. Oktober 2010.</ref> Das Bundesamt für Zivilluftfahrt ordnete danach die Schliessung des Flugplatzes an, bis die Schneewälle abgetragen waren und ein neues Schneeräumungskonzept erstellt war. Die Hauptursachen des Unfalls sah das Büro für Flugunfalluntersuchungen in Fehlern der Piloten, die zu einer Landung geführt hatten, welche mit dem Aufsetzen des rechten Flügels auf der linken Hälfte der Piste begonnen hatte.<ref>Fataler Schnee-Unfall des Falcon 10 in Samedan aufgeklärt, Skynews September 2010, Seite 9</ref> Im September desselben Jahres wurde die Richtlinie zur Schneeräumung definitiv ohne die zuvor formulierte Ausnahmeregelung den Vorschriften der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO angepasst, wonach 5 Meter ausserhalb der Piste nur 0,6 Meter hoch Schnee liegen darf. Die Flugplatzgesellschaft betreibt zu diesem Zweck eine eigene Pistenmaschine, da selbst die natürliche Schneehöhe in Samedan naturgemäss höhere Werte erreicht.

Hochlandbasis der Rega

Im Engadin fliegt die Rega seit 1957 Einsätze, seit 1977 mit einer eigenen Infrastruktur auf dem Flugplatz Samedan. Rega 9 ist eine Hochlandbasis mit einem grossen Spektrum an Einsätzen, wobei es sich hauptsächlich um so genannte Primäreinsätze handelt, bei denen Notarzt und Rettungssanitäter zur Erstversorgung an eine Unfallstelle geflogen werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rega 9: „Hochlandbasis“ im Engadin (Memento vom 27. Januar 2010 im Internet Archive), abgerufen am 1. Juni 2023</ref> Der schweizerdeutsche Spielfilm Heldin der Lüfte wurde mit Unterstützung der Rega unter anderem in Samedan gedreht.<ref>Melanie Winiger rettet Leben im Bündnerland. In: Tages-Anzeiger. 3. Dezember 2008, abgerufen am 4. Dezember 2008.</ref>

Trivia

  • Ab dem 8. Dezember 2003 fanden im Samedan Kältetests mit dem französischen Kampfflugzeug Rafale statt.
  • Die grössten Flugzeuge, die in Samedan angetroffen werden konnten, waren solche des Typs Boeing 737 wie jene des Reeders Niarchos sowie Airbus A320, von denen eine Werksmaschine A320 neo im Jahr 2018 landete.<ref>Grosser «Vogel» auf kleinem Flugplatz, Südostschweiz, 6. Juli 2018</ref>

Literatur

  • Peter Kasper, Giuseppe Lazzarini: Flugplatz Oberengadin. Samedan 1987.
  • Matteo De Pedrini: Die Geschichte des Flugplatzes Samedan in Bündner Monatsblatt 3/2015, S. 272–291

Weblinks

Commons: Flugplatz Samedan – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Landesflughäfen: Basel-Mülhausen | Genf | Zürich. Regionalflughäfen: Bern-Belp | Birrfeld | Bressaucourt | Ecuvillens | Grenchen | Les Eplatures | Lausanne-La Blécherette | Lugano | Samedan | Sitten | St. Gallen-Altenrhein. Stillgelegte Flugplätze: Interlaken Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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