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Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln

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Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln (EWI)
colspan="2" class="notheme" style="text-align:center; background-color:#Vorlage:Standardfarbe;" | Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln (EWI)
Logo
Bestehen: Gründungsdatum: 1943<ref name="Henny" />
Mitgliedschaft: Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft
Standort der Einrichtung: Köln<ref name="EWI Impressum" />
Fachgebiete: Energiewirtschaft
Leitung: Marc Oliver Bettzüge
Mitarbeiter: 35<ref name="EWI Team" />
Anmerkung: Rechtsform: gGmbH<ref name="EWI Impressum" />
Homepage: www.ewi.uni-koeln.de
Datei:Alte-wagenfabrik 04.jpg
Die Alte Wagenfabrik in Köln-Bickendorf, Sitz des EWI

Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) ist ein An-Institut<ref>An-Institute:Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät. In: portal.uni-koeln.de. Universität zu Köln, abgerufen am 7. Juni 2022.</ref> der Universität Köln. Es betreibt Forschung und Lehre<ref name="Geschichte" /> auf dem Gebiet der volkswirtschaftlichen Energiewirtschaft sowie der Energiemärkte und kooperiert mit der Universität Köln hinsichtlich der Doktorandenausbildung und energieökonomischen Lehrveranstaltungen, Workshops und Summer Schools. Es wird von Direktor und Geschäftsführer Marc Oliver Bettzüge sowie Geschäftsführerin Annette Becker geleitet.<ref>Das Team. In: ewi.uni-koeln.de. Abgerufen am 7. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge. Abgerufen am 12. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Annette Becker. Abgerufen am 12. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das EWI wurde in der Vergangenheit regelmäßig von staatlichen deutschen Stellen wie z. B. den Parlamenten und Regierungen auf Landes- und Bundesebene mit Studien und Gutachten beauftragt. Die Untersuchungsergebnisse des EWI dienten im Rahmen des Enquête-Prozesses mehrfach als Grundlage für energiepolitische Richtungsentscheidungen und die Gesetzgebung.

Organisation

Das EWI ist eine 100-prozentige Tochter der Kölner Universitätsstiftung.

Zuvor war der Förderverein Gesellschaft zur Förderung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln e. V. alleiniger Gesellschafter des EWI, dem hauptsächlich Energieversorgungsunternehmen und Organisationen der deutschen Energiewirtschaft sowie Verbände angehören.<ref name="Henny" /><ref name="Förderverein" /> Mittlerweile werden nur noch weniger als 10 Prozent des Budgets durch projektgebundene Mittel dieser Fördergesellschaft gedeckt.<ref>Über uns. Abgerufen am 12. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Jahr 2015 wurde die Anwendungsforschung in die ewi Energy Research & Scenarios gGmbH (ewi ER&S) ausgegliedert.<ref name="Geschichte" /><ref name="Energiemanagement" /> Diese gGmbH wurde im Herbst 2018 zurück in das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) überführt. Seit dem Jahr 2019 unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen das EWI finanziell. Die Förderung dient zur Absicherung der Grundfinanzierung und kann jährlich bis zu 800.000 Euro betragen.<ref>EWI erhält neue Struktur und Finanzierung. Abgerufen am 26. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Seine Räumlichkeiten hat das EWI in der Alten Wagenfabrik,<ref name="EWI Impressum" /> einem ehemaligen Gebäude des Cölner Elektromobilwerkes von Heinrich Scheele in Köln-Bickendorf, Stadtbezirk Ehrenfeld (siehe Bild).

Institutsleitung

Leitende Direktoren:

Ehemalige Geschäftsführer:

Geschichte

Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F038324-0007, Köln, CDU-Bundestagswahlkampf, Burgbacher cropped.jpg
Fritz Burgbacher, Hauptinitiator und späterer Honorarprofessor des EWI

Das Institut wurde 1943 auf Initiative von Energiewissenschaftlern und -politikern (insbesondere vom damaligen NSDAP-Mitglied Fritz Burgbacher), der Universität Köln und der RWTH Aachen, sowie Vertretern der regionalen Elektrizitäts- und Gaswirtschaft (Rheinische Energie AG, Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk, Rheinisches Braunkohlesyndikat, Ruhrkohlesyndikat, Ruhrgas, Thyssen’schen Gas- und Wasserwerke, Niederrheinische Licht- und Kraftwerke, …) in Köln gegründet.

Obwohl die Institutsgründung und deren Vorgeschichte ab 1935 in die Zeit des Nationalsozialismus fällt, sei das Institut nicht als Werkzeug des NS-Regimes zu sehen. Die Gründung des Institutes sei, so Lennartt Henny in seiner Diplomarbeit, von der NS-Regierung (Reichsgruppe Energiewirtschaft der Reichswirtschaftskammer; Referat Energiewirtschaft des Reichswirtschaftsministeriums, …) eher geduldet als gewünscht oder aktiv unterstützt worden.<ref name="Henny" /> Mit der Institutsleitung wurde nicht der Wunschkandidat der NS-Regierung,<ref name="Henny" /> der Betriebswirt Erwin Geldmacher, sondern der vom NS-Regime wegen kriegswichtiger Raumforschung als unabkömmlich vom Kriegsdienst freigestellte Volkswirt Theodor Wessels beauftragt. Wessels war – wie auch Burgbacher selbst – praktizierender Katholik und vertrat eher liberale Positionen, als dass er die von der NS-Regierung praktizierte staatswirtschaftliche Lenkung der Wirtschaft unterstützte.<ref name="Henny" /> Wie später bekannt wurde, war Wessels unter anderem Mitglied in der regierungskritischen Arbeitsgemeinschaft Erwin von Beckerath.

Neben dem Direktor Wessels erhielt auch der Hauptinitiator Burgbacher einen Lehrauftrag als Honorarprofessor. Noch im Aufbau begriffen, musste das Institut bereits 1944 aufgrund von kriegsbedingten Störungen der Forschungs- und Lehrtätigkeit seinen Betrieb aussetzen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Professoren Burgbacher und Wessels von der Britischen Militärregierung im Rahmen der „Entnazifizierung“ entlastet und rehabilitiert, so dass der Institutsbetrieb 1947 wieder aufgenommen werden konnte.<ref name="Henny" />

Ab 1951 promovierte Alfred Herrhausen, der spätere Vorstand der Deutschen Bank, als Assistent von Wessels am EWI.

In den 1950er-Jahren baute das Institut seinen Lehr- und Forschungsbetrieb aus und etablierte in den folgenden Jahren und Jahrzehnten durch zahlreiche Veröffentlichungen und Reden der Institutsmitarbeiter sowie durch Ausrichtung von Schulungen und Tagungen seine Reputation als Fachinstitut in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Ab den 1950er-Jahren erhielt das EWI auch immer häufiger Forschungs- und Beratungsaufträge von politischen und staatlichen Stellen wie dem Bundeswirtschaftsministerium oder dem Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Unter anderem war das EWI an mehreren Enquête-Kommissionen des Deutschen Bundestages zu energiewirtschaftlichen Themen beteiligt, darunter als erste die „Energie-Enquête“ (1961),<ref name="Henny" /> als weitere unter anderem „Zukünftige Energiepolitik“ (1982), „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“ (1987) und zuletzt „Nachhaltige Energieversorgung“ (2002).

Im Jahre 2010 floss ein vom EWI miterstelltes Gutachten in das Energiekonzept 2050 der Bundesregierung unter Angela Merkel ein.<ref name="Energiekonzept 2050" /> Für die im Gutachten enthaltenen, umstrittenen Empfehlungen wurde das EWI teilweise kritisiert (siehe unten Abschnitt Kritik).<ref name="Leuschner" /><ref name="Spiegel" />

Im Juni 2015 wurde die Struktur des EWI mit der Ausgründung der ewi Energy Research & Scenarios (ewi ER&S) komplett neu aufgestellt. Während sich das EWI An-Institut der Universität Köln insbesondere auf die Grundlagenforschung und Lehre sowie auf die Doktorandenausbildung fokussierte, sollte die ewi ER&S zu Fragen von Energiemärkten und -infrastrukturen vor allem eine praxisorientierte Anwendungsforschung durchführen und Drittmittelprojekte bündeln.<ref name="Geschichte" /><ref name="Energiemanagement" />

Diese Struktur wurde im Herbst 2018 rückgängig gemacht: ewi ER&S sowie An-Institut gingen in einer neuen gGmbH auf, die nun wieder Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln (EWI) heißt. Dies war Voraussetzung für eine finanzielle Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen. Es unterstützt das EWI seit dem Jahr 2019 mit bis zu 800.000 Euro im Jahr.<ref>EWI erhält neue Struktur und Finanzierung. Abgerufen am 26. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Förderverein des Instituts, in dem etwa 40 Unternehmen und Verbände Mitglied sind, fördert das EWI seitdem nur noch projektgebunden.

Kritik

Kritiker bezweifeln die Unabhängigkeit des Institutes, da das EWI über eine Fördergesellschaft bis zum Jahr 2013 auch erheblich von Großkonzernen der Energiewirtschaft mitfinanziert wurde. Die Empfehlungen des EWI seien deshalb nicht neutral, insbesondere soll die Untersuchung der Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke den Interessen der Kernkraftwerksbetreiber RWE, E.ON und Vattenfall Europe gedient haben, die teilweise gleichzeitig Hauptgeldgeber des Institutes gewesen seien.<ref name="Leuschner" /><ref name="Spiegel" /> Seit dem Jahr 2019 wird das EWI nicht mehr von seinem Förderverein (in dem auch Unternehmen Mitglied sind) grundfinanziert, sondern vom Land NRW. Der Förderverein finanziert jedoch weiterhin einzelne Projekte.<ref>EWI erhält neue Struktur und Finanzierung. Abgerufen am 26. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="EWI Impressum"> Impressum. EWI, abgerufen am 28. Juni 2016. </ref> <ref name="Henny"> Lennart Henny: Die Gründung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln. Diplomarbeit im Fach Spezielle Volkswirtschaftslehre. Köln 2008. </ref> <ref name="Leuschner"> Udo Leuschner: Kritik an der Finanzierung des „Energiewirtschaftlichen Instituts“ durch RWE und E.ON. Energie-Chronik. August 2010, abgerufen am 18. Oktober 2010. </ref> <ref name="Spiegel"> Anselm Waldermann: Wichtige Energiestudie. Regierungsgutachter steht Stromkonzernen nahe. Spiegel Online, 27. August 2010, abgerufen am 22. Oktober 2010. </ref> <ref name="EWI Team"> Team. EWI, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. August 2016; abgerufen am 28. Juli 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ewi.uni-koeln.de </ref> <ref name="Energiekonzept 2050">Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung. (PDF) In: archiv.bundesregierung.de. Deutsche Bundesregierung, 28. September 2010, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 30. September 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/archiv.bundesregierung.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> <ref name="Geschichte"> Geschichte des Energiewirtschaftlichen Instituts. In: ewi.uni-koeln.de. EWI, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Juli 2016; abgerufen am 7. Juni 2022. </ref> <ref name="Energiemanagement"> Ralf Köpke: Das U30-Team aus der Wagenfabrik (nur Abo). Energie & Management, abgerufen am 28. Juli 2016. </ref> <ref name="Förderverein"> Förderverein. EWI, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. August 2016; abgerufen am 7. Juni 2022. </ref> </references>

Koordinaten: 50° 57′ 8,9″ N, 6° 53′ 51,9″ O

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