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Ammern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Emberizidae)

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Ammern
Datei:Reed Bunting male and female.jpg

Rohrammer (Emberiza schoeniclus), oben Männchen, unten Weibchen.

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Emberizoidea
Familie: Emberizidae
Gattung: Ammern
Wissenschaftlicher Name der Familie
Emberizidae
Vigors, 1831
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Emberiza
Linnaeus, 1758

Ammern (Emberizidae; Einzahl: die Ammer) sind eine Familie und eine artenreiche Gattung (Emberiza) von Vögeln, die mit den Finken (Fringillidae) nahe verwandt sind. Es handelt sich um kleine, sowohl Samen und Früchte als auch Insekten verzehrende Singvögel mit einem finkenartigen konischen Schnabel. Es handelt sich überwiegend um Zugvögel, die bevorzugt im offenen Gelände mit Büschen, Bäumen und exponierten Singwarten nisten. Ihre Nester befinden sich meistens am Boden in niedriger Vegetation.

Merkmale

Ammern sind kleine bis mittelgroße Vögel, die eine Länge von zehn bis 24 Zentimeter (Gattung Pipilo) erreichen. Die meisten Arten erreichen eine Körperlänge von 15 Zentimeter. Männchen sind für gewöhnlich etwas größer als die Weibchen. Beide Geschlechter ähneln sich in der meist braunen oder grauen Grundfarbe, allerdings sind die Männchen fast immer kontrastreicher gezeichnet. Insgesamt weisen die Arten dieser Familie einen sehr ähnlichen Körperbau und ähnliche Proportionen auf. Obwohl die Arten entweder überwiegend Boden- oder aber Baumbewohner sind, ist die Größe der Beine und Füße bei allen Arten vergleichbar.<ref>Fry et al., S. 564</ref> Als Samenfresser haben Ammern konische Schnäbel, die spitz zulaufen.

Verbreitung und Lebensraum

Ammern kommen in der Paläarktis, Afrika und Südasien vor. Generell bevorzugen sie offene Habitate wie Grasland, Wüsten, Buschland, Feuchtgebiete, Waldränder, landwirtschaftlich genutzte Flächen und Stadtränder.

Mindestens 39 Arten kommen in der Paläarktis, Afrika und Südasien vor. 21 Arten sind in Afrika vertreten, davon sind acht allein auf dem afrikanischen Kontinent zu finden. Andere Arten finden sich nur während des Winterhalbjahres auf dem afrikanischen Kontinent ein und brüten hier nicht.<ref>Fry et al., S. 565</ref>

Lautäußerungen

Männliche Ammern singen, um ihr Territorium kenntlich zu machen und um Weibchen anzulocken. Weibchen singen selten. Der Gesang einiger Arten ist nur einfach, andere, z. B. die Goldammer, haben melodischere Gesänge. Gesungen wird von einem hervorragenden Platz des Territoriums, einige Arten singen auch im Flug. Paare kommunizieren untereinander und mit ihren ausgeflogenen Jungen mit einem Signalruf.

Ernährung

Ammern sind Allesfresser, die im Sommer vor allem Insekten und während des Winters Sämereien fressen. Die Nahrung wird vor allem am Boden gesucht.

Fortpflanzung

Die meisten Ammern sind monogam, einige Arten auch polygam. Brutzeit ist die Jahreszeit mit dem größten Angebot von wirbellosen Tieren, um die Jungvögel zu füttern, in den gemäßigten Zonen die Sommermonate, bei tropischen Arten die Regenzeit. Viele Arten brüten mehr als einmal im Jahr. Die meist offenen Nester werden eher in Bodennähe bis in einer Höhe von einem Meter, maximal bis in einer Höhe von sechs Metern gebaut. Die Weibchen legen drei bis fünf Eier. Diese haben eine helle Grundfärbung und sind manchmal gefleckt und gekleckst. Bei den meisten Arten weisen die Eier jedoch Schnörkel, Kritzel und sehr feine Linien auf. Normalerweise brütet allein der weibliche Elternvogel, der während der Brutzeit vom Männchen mit Futter versorgt wird.<ref>Harrison et al., S. 440</ref> Die geschlüpften Jungen werden vor allem mit Insekten gefüttert und sind neun bis zwölf Tage nach dem Schlupf flügge.

Systematik

Ammern gehören zur Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes) und zur Unterordnung der Singvögel (Passeri). In der Vergangenheit wurden sie als Unterfamilie der Finken (Fringillidae), der Tangaren (Thraupidae) oder der Kardinäle (Cardinalidae) geführt. Heute gelten sie als eigenständige Familie. Ihre nächsten Verwandten sind die Tangaren, die Kardinäle, die Waldsänger (Parulidae), der Zuckervogel (Coereba flaveola) und die Stärlinge (Icteridae). Die Neuweltammern (Passerellidae) gehörten längere Zeit zur Familie der Ammern (Emberizidae), sie werden jedoch gegenwärtig aufgrund phylogenetischer Unterschiede als eigenständige Familie aufgefasst. Viele Arten wurden auch in die Familien der Tangaren (Thraupidae) und Kardinäle (Cardinalidae) überführt. Die Schneeammer (Plectrophenax nivalis) und die Spornammer (Calcarius lapponicus) wurden zur neuen Familie der Sporn- und Schneeammern (Calcariidae) gestellt. Damit enthält die Familie nur noch eine einzige Gattung Emberiza.

Die Ammernverwandten entwickelten sich wahrscheinlich in der Neuen Welt, wo sie auch heute noch ihre größte Diversität haben, und breiteten sich über die Beringstraße nach Asien und Europa aus.

Arten

Datei:Emberiza buchanani - Steinortolan 191475621.jpg
Steinortolan (Emberiza buchanani)
Datei:Emberiza citrinella 1 (Marek Szczepanek).jpg
Goldammer (Emberiza citrinella)
Datei:Houjiro male.JPG
Wiesenammer (Emberiza cioides), Männchen
Datei:Emberiza rutila - Rötelammer, Weibchen 172845812.jpg
Rötelammer (Emberiza rutila), Weibchen

Literatur

  • Einhard Bezzel: Vögel. BLV Verlagsgesellschaft, München 1996, ISBN 3-405-14736-0.
  • C. Hilary Fry, Stuart Keith (Hrsg.): The Birds of Africa. Band 7, Christopher Helm, London 2004, ISBN 0-7136-6531-9.
  • Collin Harrison, Peter Castell: Jungvögel, Eier und Nester der Vögel Europas, Nordafrikas und des Mittleren Ostens. Aula Verlag, Wiebelsheim 2004, ISBN 3-89104-685-5.

Weblinks

Commons: Ammern (Emberizidae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege

<references />