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Bahnstrecke Rimini–San Marino – Wikipedia Zum Inhalt springen

Bahnstrecke Rimini–San Marino

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(Weitergeleitet von Eisenbahn Rimini - San Marino)
San Marino–Rimini
Datei:San Marino railway from Valdragone.jpg
Datei:Carte Saint-Marin FR.png
Streckenverlauf
Streckenlänge:31,5 km
Spurweite:950 mm (ital. Meterspur)
Stromsystem:3000 V =
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31,50 Rimini FS Übergang zur FS m s.l.m.
30,20 Rimini Marina m s.l.m.
Via Flaminia
21,70 Coriano-Cerasolo 50 m s.l.m.
19,81 Italien / San Marino
19,54 Ausa (3× 10 m)
18,41 Ausa (3× 5 m)
18,24 Ausa (2× 5 m)
17,90 Dogana 67 m s.l.m.
Kehrtunnel Poggio di Serravalle (102 m)
Sant'Andrea (258 m)
15,00 Serravalle 134 m s.l.m.
Cà Vir (78 m)
Fiorina (65 m)
Lisignano (256 m)
10,31 Straßenüberführung (10 m)
10,25 Viadukt (3× 10 m)
Cà Giannino (250 m)
9,50 Domagnano-Montelupo 314 m s.l.m.
Cà Gozi (126 m)
Cerbaiola (50 m)
7,00 Valdragone 392 m s.l.m.
6,63 Viadukt Fontevecchia mit AB51 (3× 10 m)
Fonte Vecchia (79 m)
Valdragona (43 m)
Calintuffo (186 m)
Santa Maria (698 m)
3,80 Borgo Maggiore 493 m s.l.m.
3,58 Viadukt und Metallbrücke (3× 10 m)
Borgo (173 m)
Montalbo (186 m)
2,82 Unterführung unter Friedhofstraße (5 m)
Kehrtunnel Piagge (515 m)
Via Piana (91 m)
Museumsbetrieb
Montale (502 m)
Museumsbetrieb
0,00 San Marino 643 m s.l.m.

Die Eisenbahnstrecke Rimini–San Marino war eine grenzüberschreitende, elektrifizierte Schmalspurbahn, die die Stadt San Marino (der seit dem Jahr 366 unabhängigen gleichnamigen Republik San Marino) mit der Stadt Rimini in Italien verband. Sie wurde nach vierjähriger Bauzeit 1932 eingeweiht und gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört. Ein kurzer Abschnitt in San Marino wurde 2012 als Touristenattraktion wieder eröffnet.<ref name="SM1712">Vergessene Internationale in: StrassenbahnMagazin 12/2017, S. 64 ff.</ref>

Geschichte

Datei:San-Marino, motorvagono de la eksa fervojo, 2.jpeg
Museumstriebwagen AB 03 am stadtseitigen Endpunkt
Datei:Tracciato Rimini-San Marino.jpg
Streckenverlauf

Seit 1901 gab es Planungen, San Marino an die Bahnstrecke Bologna–Ancona anzubinden. Den Anstoß zum Bau der Strecke gab aber erst ein Staatsbesuch des italienischen Diktators Benito Mussolini im seit 1923 ebenfalls von den Faschisten regierten San Marino.<ref>Eisenbahnatlas Italien und Slowenien.</ref> Am 3. Dezember 1928 wurde mit Hilfe von mehr als 3000 italienischen Arbeitern<ref name="SM1712" /> mit dem Bau begonnen und am 12. Juni 1932 eröffnete die Eisenbahn ihren Betrieb.<ref>http://ifef.free.fr/provo/if2005-6.pdf</ref><ref>Eisenbahnatlas Italien und Slowenien.</ref> Die Betriebsführung übernahm die Società Veneto-Emiliana di Ferrovie e Tranvie (SVEFT), täglich verkehrten fünf bis sechs Zugpaare. Die Fahrzeit zwischen den Endpunkten betrug ca. 50 Minuten. Der Wagenpark umfasste die vierachsigen Triebwagen AB 01 bis AB 04, fünf gleichartige Beiwagen, einen Salonwagen für die „Capitani reggenti“ und 18 Güterwagen.<ref name="SM1712" />

Die Strecke wurde durch ein Bombardement der Alliierten am 26. Juni 1944 stark beschädigt. Besonders im Abschnitt zwischen Domagnano und Valdragone waren die Schäden erheblich. Daraufhin wurde der Betrieb eingestellt und nicht mehr wiederaufgenommen. Die Eisenbahntunnel wurden zur Notunterkunft für Flüchtlinge aus Italien. Im Herbst brach eine Typhusseuche aus, sodass einige Wagen der Bahn genutzt wurden, Kranke unterzubringen.

Die Gleise wurden in den 1950er-Jahren abgetragen. Von der Bahnstrecke sind heute noch die Tunnel erhalten. Manche wurden wegen Einsturzgefahr gesperrt, andere für die Nutzung durch Fuß- und Radwege hergerichtet. Vom Südkopf des ehemaligen Endbahnhofs San Marino Città ausgehend wurde ein ca. 800 Meter langer Abschnitt<ref name="SM1712" /> wiederhergestellt und am 21. Juli 2012 als Museumseisenbahn eingeweiht. Davon verlaufen 500 Meter im Tunnel Montale. Es wird geprüft, ob dieser Betrieb um drei Kilometer durch vier weitere Tunnel, darunter einen Kehrtunnel, bis Borgo Maggiore verlängert werden kann.<ref>gbl: Strecke San Marino – Rimini. In: IBSE-Telegramm 263 (Oktober 2012), S. 7.</ref><ref>https://www.duegieditrice.it/2012/07/quel-treno-per-san-marino/</ref>

Die beiden historischen Triebwagen AB 01 und AB 03 sind erhalten. Letzterer wurde 2011 bis 2012 auf Veranlassung der hierfür gegründeten „Assoziazione Treno Bianco Azzurro“ (Vereinigung Weißblauer Zug) betriebsfähig aufgearbeitet; er verkehrt auf der Museumsstrecke im Bereich des Montale-Tunnels unter einer Gleichspannung von 480 Volt. AB 01 ist in schlechtem Zustand im Depot Galavotto abgestellt und wartet dort auf eine künftige Aufarbeitung. Triebwagen 02 wurde 1995 im Tunnel Montale durch Brandstiftung zerstört und 04 von der Ferrovia Genova–Casella ausgeschlachtet und zerlegt.<ref name="SM1712" />

Ebenfalls restauriert wurde mit AB 51 ein Personenbeiwagen I. und III. Klasse, der als Denkmal auf dem Viadukt Fontevecchia bei Valdragone aufgestellt wurde. Ein zweiachsiger, geschlossener Güterwagen mit der Kennung FC 22 wurde ab 2011 vollständig aufgearbeitet und neubeplankt und steht seitdem zusammen mit dem fahrfähigen Triebwagen im Montale-Tunnel.<ref>Paralleli - il Carro Fc22 di San Marino. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. März 2021; abgerufen am 18. November 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.siciliaintreno.org</ref>

Am 8. November 2022 wurde bekannt, dass Ingenieure der FS die Strecke inspizieren, um die Möglichkeit einer Wiederinbetriebnahme auszuloten.<ref>San Marino: i tecnici della Fondazione FS al lavoro per il ripristino del Treno Bianco Azzurro. Abgerufen am 18. November 2022.</ref>

Eine Verlängerung der Museumsbahn um 140 Meter zum ehemaligen Endbahnhof San Marino befand sich im April 2026 in Zustand kurz vor der Fertigstellung.

Strecke

Technische Parameter

Die Strecke hatte eine Spurweite von 950 mm; sie war 31,50 km lang und vollständig mit 3000 V Gleichstrom elektrifiziert.<ref name="SM1712" /> Sie überwand einen Höhenunterschied von 639 Metern<ref>Eisenbahnatlas Italien und Slowenien.</ref> und führte dabei in ihrem Endabschnitt über drei Viadukte und 17 Tunnel, darunter zwei Kehrtunnel.<ref name="SM1712" />

Geografische Lage

Die Strecke begann in Rimini im Bahnhof der Ferrovie Padane auf einer Höhe von 4 Metern über dem Meeresspiegel<ref>Eisenbahnatlas Italien und Slowenien.</ref> und verlief bis zur Haltestelle Rimini Marina unweit des Meeres einen Kilometer lang parallel zur Bahnstrecke Bologna–Ancona. Anschließend bog sie nach Süd-Westen ab und querte die Via Flaminia, wo sich der einzige beschrankte Bahnübergang befand. Die übrigen 90 Bahnübergänge waren entweder unbeschrankt oder mit einem verschlossenen Tor versehen, dessen Schlüssel nur der jeweilige Grundstückseigner besaß, zu dem der Weg führte. Von der Via Flaminia aus fuhr der Zug durch lange gerade Abschnitte und weite Kurven in Richtung Südwesten zum Monte Titano. Hier lag die Haltestelle Coriano-Cerasolo. Danach wurden die Staatsgrenze überschritten und mit dem Bahnhof Dogana das Territorium von San Marino erreicht.

Hinter Dogana führte der Streckenverlauf in engen Radien weiter. Nach der Brücke über den Fluss Ausa und dem ersten Kehrtunnel unter der Stadt erreichte die Strecke Serravalle. Anschließend unterquerte die Eisenbahn in einem kurzen Tunnel die Landstraße San Marino–Dogana. Der Zug hielt noch an den Haltestellen Domagnano-Montelupo und Valdragone, ehe er drei Kurven später den Bahnhof von Borgo Maggiore erreichte, unterhalb der steilen Felswand des Monte Titano. Von hier aus konnten die Reisenden den schönen Ausblick auf den Montefeltro, San Leo und Verucchio genießen, bevor die Strecke nach fünf Tunneln, davon einem weiteren Kehrtunnel, im Bahnhof San Marino Città auf 643 Metern Höhe endete.

Infrastruktur

Die Bahnstrecke umfasste siebzehn Tunnel, von denen zwei spiralförmig waren, sowie drei Brücken, drei Viadukte, eine Überführung und eine Unterführung. Sie galt zu ihrer Zeit als bedeutende Ingenieursleistung. Die meisten Viadukte und Bahnhöfe sind noch erhalten. Die Mellini-Grenzbrücke, die den Torrente Ausa bei Rovereta überquerte, wurde nach der Stilllegung der Strecke abgerissen. Das Bustrach-Viadukt, das sich hinter dem Bahnhof Borgo Maggiore befand, wurde in den 1960er Jahren abgetragen, um die San-Marino-Autobahn zu verbreitern.

Tunnel der Eisenbahnstrecke Rimini–San Marino<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig I tecnici della Fondazione Fs al lavoro per il progetto di ripristino del Treno Bianco Azzurro.] (deutsch: The technicians of the Fondazione FS at work on the project to restore the Blue and White Train). In: RiminiToday. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Tunnel Länge Aktueller Zustand und Anmerkungen
Montale 502 m Restauriert und in Betrieb. Die Innenkurve hat einen Radius von 109 m und eine Länge von 421 m.
Via Plana 92 m
Piagge 515 m Spiralförmig
Montalbo 185 m Als Fußgängerweg genutzt
Borgo 173 m Als Fußgängerweg genutzt
Santa Maria 697 m
Calintuffo 186 m
Valdragona 43 m
Fonte Vecchia 92 m
Cerbaiola 51 m
Cà Gozi 126 m
Cà Giannino 250 m
Lisignano 246 m Als Fußgängerweg genutzt
Cà Vir 78 m
Sant'Andrea 258 m Als einspurige Straße genutzt
Poggio di Serravalle 367 m Spiralförmig

Weblinks

Commons: Rimini–San Marino railway – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Eisenbahnatlas Italien und Slowenien / Atlante ferroviario d’Italia e Slovenia. Schweers + Wall 2010. ISBN 978-3-89494-129-1, S. IXf.
  • Rimini – San Marino in treno (italienisch, 95 Seiten mit vielen Fotos und Plänen). ETR – Editrice Trasporti su Rotaie, 2. Auflage 2000. ISBN 88-85068-12-X

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende