Zum Inhalt springen

Echte Trüffeln

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Echte Trüffeln
Datei:Truffle washed and cut.jpg

Weiße Trüffel (Tuber magnatum)

Systematik
Abteilung: Schlauchpilze (Ascomycota)
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Pezizomycetes
Ordnung: Becherlingsartige (Pezizales)
Familie: Trüffelverwandte (Tuberaceae)
Gattung: Echte Trüffeln
Wissenschaftlicher Name
Tuber
P. Micheli ex F.H. Wigg.

Die Echten Trüffeln (Tuber) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Trüffelverwandten (Tuberaceae). Die Arten gehen eine Mykorrhiza mit Bäumen ein und fruktifizieren unterirdisch in Form von Knollen. Markant ist das marmorierte Fleisch im Querschnitt. Die Gattung enthält einige begehrte Speisepilze, die mit abgerichteten Trüffelhunden aufgespürt, gesammelt und als Delikatesse zu hohen Preisen verkauft werden.<ref name="Gerhardt2002" />

Merkmale

Datei:2013-04-05 Tuber oregonense Trappe, Bonito & P. Rawl 320277.jpg
Ein Schlauch mit 4 Sporen von Tuber oregonense im Lichtmikroskop

Makroskopische Merkmale

Die Echten Trüffeln bilden unterirdische, kugelig-knollige haselnuss- bis kopfgroße Fruchtkörper. Ihre Oberfläche ist häufig höckerig, das Trama ist fleischig-zäh und gelblich bis dunkelbraun gefärbt, es kann vollfleischig oder mit Hohlräumen versehen sein. Die Gleba ist durch verschiedenfarbige Adern marmoriert, helle Adern, die sogenannten „Venae externae“ münden an der Oberfläche der Fruchtkörper. Auffällig ist der oft starke Geruch der Fruchtkörper.

Mikroskopische Merkmale

Ein Hymenium wird nicht ausgebildet, die fast kugelförmigen Asci liegen nesterartig in der Gleba zerstreut, sie enthalten eine reduzierte Zahl von Ascosporen, meist weniger als acht, die breit ellipsoiden Ascosporen sind meist auffallend komplex ornamentiert.

Ökologie

Die Arten der Gattung leben in Ektomykorrhiza-Symbiose mit Laubbäumen, häufig mit Eichen oder Haseln, sie kommen vor allem in wärmebegünstigten Gebieten vor. Sie fruchten mit unterirdischen (hypogäisch), knolligen Fruchtkörpern. Sie ziehen Tiere an, die die Fruchtkörper verzehren und ihre Sporen verbreiten (Zoochorie). Dies geschieht wahrscheinlich durch die besonders zur Reifezeit der Sporen abgesonderten Düfte, attraktive Nährstoffe, jahreszeitlich ausgedehnte Verfügbarkeit der unterirdischen Fruchtkörper.<ref name="leben" />

Arten

Die Gattung umfasst 86 Arten.<ref name="Kirk2008" /> In Europa kommen rund 30 Arten vor bzw. sind dort zu erwarten.<ref name="Bollmann2007" />

Echte Trüffeln (Tuber) in Europa 
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat
Olivbraune Trüffel Tuber anniae <templatestyles src="Person/styles.css" />W. Colgan & Trappe 1997
Mittelmeer-Trüffel Tuber asa <templatestyles src="Person/styles.css" />Tulasne 1851
Bellones Trüffel Tuber bellonei
beschrieben als „Bellonae“
<templatestyles src="Person/styles.css" />Quélet 1888
Weiße Weitmaschen-Trüffel Tuber bernardinii <templatestyles src="Person/styles.css" />L. Gori 2003
Sommer- oder Burgunder-Trüffel Tuber blotii <templatestyles src="Person/styles.css" />Eudes-Deslongchamps 1824
Weißliche oder Frühlingstrüffel Tuber borchii <templatestyles src="Person/styles.css" />Vittadini 1831
Winter-Trüffel Tuber brumale <templatestyles src="Person/styles.css" />Vittadini 1831
Zistrosen-Trüffel Tuber cistophilum <templatestyles src="Person/styles.css" />P. Alvarado, G. Moreno, Manjón, Gelpi & J. Muñoz 2012
Erdigriechende Trüffel Tuber decipiens <templatestyles src="Person/styles.css" />Bozac, Širić & Kos 2012
Knotige Trüffel Tuber donnagotto <templatestyles src="Person/styles.css" />Bozac, Širić & Kos 2012
Schlesische Trüffel Tuber dryophilum <templatestyles src="Person/styles.css" />Tulasne 1844
Ausgehöhlte Trüffel Tuber excavatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Vittadini 1831
Helle Zwerg-Trüffel Tuber exiguum <templatestyles src="Person/styles.css" />R. Hesse 1891
Stinkende Trüffel Tuber foetidum <templatestyles src="Person/styles.css" />Vittadini 1831
Orangerote oder Orangebraune Hart-Trüffel Tuber fulgens <templatestyles src="Person/styles.css" />Quélet 1880
Gennadis Trüffel Tuber gennadi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Chatin 1896) Patouillard 1903
Flaumige Trüffel Tuber gibbosum <templatestyles src="Person/styles.css" />Harkness 1899
Großsporige oder Rheinische Trüffel Tuber macrosporum <templatestyles src="Person/styles.css" />Vittadini 1831
Gefleckte Trüffel Tuber maculatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Vittadini 1831
Piemont-, Alba- oder Weiße Trüffel Tuber magnatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pico 1788) Vittadini 1831
Weiche Trüffel Tuber malacodermum <templatestyles src="Person/styles.css" />Fischer 1923
Malencons Trüffel Tuber malenconii <templatestyles src="Person/styles.css" />Donadini, Riousset, G. Riousset & G. Chevalier 1979
Périgord- oder Schwarze Trüffel Tuber melanosporum <templatestyles src="Person/styles.css" />Vittadini 1831
Glattsporige Trüffel Tuber melosporum <templatestyles src="Person/styles.css" />(G. Moreno, J. Díez & Manjón 2000) P. Alvarado, G. Moreno, J.L. Manjón & Díez 2012
Teer-Trüffel oder Schwarze Gekröse-Trüffel Tuber mesentericum <templatestyles src="Person/styles.css" />Vittadini 1831
Kleinsporige Trüffel Tuber microsporum <templatestyles src="Person/styles.css" />Vittadini 1831
Feinnetzsporige Trüffel Tuber multimaculatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Parladé, Trappe & I.F. Alvarez in I.F. Alvarez et al. 1993 ('1992')
Gelbbraune Trüffel Tuber nitidum <templatestyles src="Person/styles.css" />Vittadini 1831
Sporenarme Trüffel Tuber oligospermum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tulasne & C. Tulasne 1851) Trappe 1979
Kokosnuss-Trüffel Tuber panniferum <templatestyles src="Person/styles.css" />Tulasne & C. Tulasne 1851
Chinesische Hohl-Trüffel Tuber pseudoexcavatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Y. Wang, G. Moreno, Riousset, Manjón & G. Riousset 1998
Flaumhaarige Zwerg-Trüffel Tuber puberulum <templatestyles src="Person/styles.css" />Berkeley & Broome 1846
Meerrettich-Trüffel Tuber rapaeodorum <templatestyles src="Person/styles.css" />Tulasne 1843
Haselnussgroße Trüffel Tuber regianum <templatestyles src="Person/styles.css" />Montecchi & Lazzari 1987
Requiens Trüffel Tuber requienii <templatestyles src="Person/styles.css" />Tulasne & C. Tulasne 1851
Rotbräunliche Trüffel Tuber rufum <templatestyles src="Person/styles.css" />Pollini 1816

Außereuropäische Arten (Auswahl)

Bedeutung

Die Gattung umfasst einige der begehrtesten und teuersten Speisepilze. Sie werden im Mittelmeergebiet und Neuseeland zum Teil in Trüffelwäldern kultiviert, in denen künstlich mit Trüffeln infizierte Eichen gepflanzt werden. In Deutschland sind alle Arten der Gattung nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt und dürfen nicht gesammelt werden.<ref>Deutsche Gesellschaft für Mykologie: Die Positivliste der Speisepilze. 20. Juni 2019, abgerufen am 3. August 2020.</ref>

Quellen

Literatur

  • Heinrich Dörfelt, Gottfried Jetschke (Hrsg.): Wörterbuch der Mycologie. 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2001, ISBN 3-8274-0920-9.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Bollmann2007"> Achim Bollmann, Andreas Gminder, Peter Reil: Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze. In: Jahrbuch der Schwarzwälder Pilzlehrschau. 4. Auflage. Band 2. Schwarzwälder Pilzlehrschau, 2007, ISSN 0932-920X (301 Seiten, Verzeichnis der Farbabbildungen fast aller europäischen Großpilze (> 5 mm) inkl. CD mit über 600 Gattungsbeschreibungen). </ref> <ref name="Gerhardt2002"> Ewald Gerhardt: BLV Handbuch Pilze. 3. Auflage. BLV, München 2002, ISBN 3-405-14737-9 (639 Seiten, einbändige Neuausgabe der BLV Intensivführer Pilze 1 und 2). </ref> <ref name="Kirk2008"> Paul M. Kirk, Paul F. Cannon, David W. Minter, J.A. Stalpers: Dictionary of the Fungi. 10th edition Auflage. CABI Europe, Wallingford, Oxfordshire (UK) 2008, ISBN 978-0-85199-826-8 (784 S.). </ref> <ref name="leben"> </ref> </references>

Weblinks

Commons: Echte Trüffeln (Tuber) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien