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Gewöhnliche Goldrute

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Gewöhnliche Goldrute
Datei:Solidago virgaurea09.jpg

Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Astereae
Gattung: Goldruten (Solidago)
Art: Gewöhnliche Goldrute
Wissenschaftlicher Name
Solidago virgaurea
L.

Die Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea), auch Gemeine Goldrute oder Echte Goldrute genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Goldruten (Solidago) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Trivialnamen sind beispielsweise Petrusstab, Ungsengkraut und Heidnisch Wundkraut.

Beschreibung

Datei:Illustration Solidago virgaurea0 clean.jpg
Illustration aus
Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, Gera 1885
Datei:Solidago virgaurea frucht.jpeg
Fruchtstand und Pappus der Achänen

Vegetative Merkmale

Bei der Gewöhnlichen Goldrute handelt es sich um ausdauernde krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von 10 bis 100 Zentimeter, meist jedoch etwa um die 40 Zentimeter erreichen. Die Stängel sind meist unverzweigt, zumindest im unteren Bereich.

Die wechselständigen Laubblätter sind im unteren Teil des Stängels gestielt und eiförmig und gehen nach oben in schmäler lanzettliche, sitzende Blätter über. Der Blattrand ist meist unregelmäßig gezähnt, nur selten fast ganzrandig.

Generative Merkmale

Die körbchenförmigen Teilblütenstände stehen in endständigen, allseitswendigen, schwach verzweigten rispigen bzw. zusammengesetzten traubigen Blütenständen zusammen. Die Blütenstände sind deutlich lockerer als bei den anderen europäischen Goldruten-Arten. Die Blütenkörbchen sind mit 6 bis 10 Millimetern Länge auch deutlich größer. Die sechs bis zwölf rein gelben Zungenblüten sind viel länger als die Körbchenhülle und stehen seitlich ab, sodass die Körbchen einen Durchmesser von 10 bis 15 Millimeter haben. Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18 für Solidago virgaurea subsp. virgaurea und für Solidago virgaurea subsp. minuta.<ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Bombus cryptarum - Solidago virgaurea - Keila.jpg
Bestäubung mit Kryptarum-Erdhummel

Ökologie

Bei der Gewöhnlichen Goldrute handelt es sich um einen Hemikryptophyten.

Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge oder durch Selbstbestäubung.

Die Ausbreitung der Diasporen, es sind Achänen, erfolgt durch den Wind, durch Ameisen oder durch Klettausbreitung.

Die Gewöhnliche Goldrute wird von den Rostpilzen Puccinia virgae-aureae und Uromyces sommerfeltii mit Telien befallen.<ref name="Zwetko">Peter Zwetko: [[[:Vorlage:ZOBODAT/URL]] Die Rostpilze Österreichs.] Supplement und Wirt-Parasit-Verzeichnis zur 2. Auflage des Catalogus Florae Austriae, III. Teil, Heft 1, Uredinales. (PDF; 1,8 MB).</ref>

Giftigkeit

Die Gewöhnliche Goldrute gilt als praktisch ungiftig für den Menschen. Beim häufigen Umgang kann die Art beim Menschen eine Kontaktallergie auslösen. Das experimentell ermittelte Sensibilisierungsvermögen ist mittelstark. Ursächlich verantwortlich für die Allergieauslösung sind wahrscheinlich bisher unbekannte Sesquiterpenlactone, da Kompositenallergiker auf Solidago-Arten mit Kreuzallergien reagieren. Gleichzeitig stehen die Pollen der Goldrute im Verdacht, Heuschnupfen auszulösen.<ref name="Bains2010">Bains et al.: Identification of Clinically Relevant Cross-Sensitization Between Soliadgo virgaurea (Goldenrod) and Hevea brasiliensis (Natural Rubber Latex). In: Journal of Investigational Allergology and Clinical Immunology, Volume 20, Issue 4, 2010, S. 331–339</ref>

Standorte

Vorlage:Hinweisbaustein Die Gewöhnliche Goldrute wächst an eher trockenen, nährstoffärmeren Standorten wie in lichten Laubwäldern, an trockenen Wald-, Gebüsch- oder Wegrändern und in Magerrasen. An solchen Standorten ist sie in Mitteleuropa weit verbreitet.

Datei:Solidago alpestris a3.jpg
Solidago virgaurea subsp. minuta

Systematik und Verbreitung

Die Erstveröffentlichung von Solidago virgaurea erfolgte 1753 durch Carl von Linné. Synonyme für Solidago virgaurea <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Solidago vulgaris <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. non<templatestyles src="Person/styles.css" /> Mill., Solidago corsica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rouy) A.W.Hill, Solidago minor <templatestyles src="Person/styles.css" />Mill., Solidago nudiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Viv., Solidago pygmaea <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Bertol., Solidago virgaurea subsp. nudiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(Viv.) Nyman.<ref name="Euro+Med" />

Insgesamt kommt die Gewöhnliche Goldrute in Eurasien von den arktischen bis in die subtropischen Gebiete vor, in den subtropischen Gebieten allerdings nur in den Bergregionen.

Es gibt einige Unterarten (Auswahl):<ref name="Euro+Med" />

  • Solidago virgaurea subsp. armena <templatestyles src="Person/styles.css" />(Grossh.) Greuter: Sie kommt in Armenien und Georgien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. caucasica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kem.-Nath.) Greuter: Sie kommt im Kaukasusraum und in Transkaukasien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. centiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Velen.: Sie kommt in Bulgarien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. dahurica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kitag.) Kitag.: Sie kommt im europäischen Russland vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. fallit-tirones <templatestyles src="Person/styles.css" />(Font Quer) Rivas Mart. & al.: Sie kommt in Spanien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. jailarum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Juz.) Tzvelev: Sie kommt in der Ukraine vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. lapponica <templatestyles src="Person/styles.css" />(With.) Tzvelev: Sie kommt in Russland vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. macrorrhiza <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lange) Nyman: Sie kommt in Spanien und in Frankreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. minuta <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Arcang. (Syn.: Solidago alpestris <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd.): Sie ist in den Gebirgen Europas und Nordafrikas von Spanien, Großbritannien und Skandinavien über die Alpen, die Karpaten, die Gebirge der Balkanhalbinsel bis zur Türkei und Ukraine verbreitet.<ref name="Euro+Med" /> Sie gedeiht in offenen, bodensauren Magerrasen der hochmontanen und subalpinen Höhenstufe und ist eine Charakterart des Nardion-Verbands. Darüber hinaus kommt sie auch in Gesellschaften des Verbandes Calamagrostion arundinaceae oder im Unterverband Rhododendro-Vaccinienion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie von etwa 1500 Metern bis zu einer Höhenlage von 2300 Metern am Linkerskopf in Bayern auf.<ref name="Dörr-Lippert" />
  • Solidago virgaurea subsp. pineticola <templatestyles src="Person/styles.css" />Sennikov: Sie kommt im Baltikum und in Russland vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. rupicola <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rouy) Lambinon: Sie kommt in Frankreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. talyschensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tzvelev) Sennikov: Sie kommt in Transkaukasien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. taurica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Juz.) Tzvelev: Sie kommt in Russland, in der Ukraine, in Moldawien und in Estland vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea subsp. turfosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Grossh.) Greuter: Sie kommt in Georgien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Solidago virgaurea <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. virgaurea: Sie ist in Eurasien weitverbreitet.<ref name="FloraDe" /> Sie gedeiht in Gesellschaften der Klassen Trifolio-Geranietea, Epilobietea oder Nardo-Callunetea.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Verwendung

Vorlage:Hinweisbaustein Die Gewöhnliche Goldrute wird als Heilpflanze bei Blasen- und Nierenleiden eingesetzt. Die Droge wirkt kräftig diuretisch (harntreibend).<ref name="H-G">Siegrid Hirsch, Felix Grünberger: Die Kräuter in meinem Garten, Freya -Verlag, Linz, 19. Auflage, 2014, S. 271 f</ref><ref>Maria Treben: Gesundheit aus der Apotheke Gottes, Ennsthaler Verlag, Steyr, 78. Auflage, 1997, S. 20 f</ref><ref name="R-S">„Goldrute, Echte - Solidago virgaurea L.“, in: Caroline Rivolier, René Schweitzer u. a.: Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen (Übersetz. aus dem Französischen), Verlag Das Beste, Stuttgart, 1978 / 2. verbesserte Auflage 1980, S. 116</ref> Die Diuresewirkung wird auf den Gehalt an Saponinen zurückgeführt. Der Solidago-Extrakt vermindert die Permeabilität der Gefäßwände und bewirkt gleichzeitig eine Erhöhung der Gefäßresistenz. Für die Gewöhnliche Goldrute wurden auch entzündungshemmende,<ref name="R-S" /><ref name="H-G" /> schwach krampflösende und schmerzstillende Eigenschaften belegt, die auf dem Gehalt an Leiocarposid und Virgaureosid beruhen.

Im Mittelalter fand sie auch als Wundkraut Verwendung.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Phenolglycoside, besonders Leiocarposid und Virgaureosid A, ferner Flavonoide. Das ätherische Öl enthält u. a. das Sesquiterpen γ-Cadinen als Hauptkomponente, das auch im Wacholder vorhanden ist.

Wegen des Gehaltes an Flavonoiden lässt sich die Gewöhnliche Goldrute auch zum Färben von Wolle oder Baumwolle verwenden. Die Stoffe erhalten einen goldgelben Ton.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"></ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 564.</ref> <ref name="Euro+Med">Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae.: Datenblatt Solidago virgaurea In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="FloraDe">Thomas Meyer: Goldrute Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).</ref> <ref name="InfoFlora"> Solidago virgaurea L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>

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