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Flugplatz Bonn/Hangelar

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Flugplatz Bonn/Hangelar
Datei:Aerial image of the Bonn-Hangelar airfield.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDKB
Flugplatztyp Verkehrslandeplatz
Koordinaten 50° 46′ 8″ N, 7° 9′ 50″ OKoordinaten: 50° 46′ 8″ N, 7° 9′ 50″ O
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Höhe über MSL 60 m (197 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1 km nördlich von Hangelar,
6 km nordöstlich von Bonn
Strasse B56 Bonn – Sankt Augustin, dann laut Beschilderung in die Richthofenstraße
Nahverkehr ab Bonn bzw. Siegburg Stadtbahn Linie 66 bis Hangelar Mitte ca. 10 Min. Fußweg
Basisdaten
Eröffnung 1912
Betreiber Flugplatzgesellschaft Hangelar mbH
Fläche circa 76 ha
Flug-
bewegungen
75.744 (2020)<ref>Internetseite des Flugplatzes Langzeitstatistik1952-2020. In: edkb.de. Flugplatz Hangelar, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref>
Start- und Landebahn
11/29 800 m × 30 m Asphalt
Datei:Tower airfield Bonn Hangelar german federal police headquarter west public day 2009-08-22.jpg
Tower und Hangar der Bundespolizeifliegerstaffel (2009)
Datei:Kontrollturm des Flugplatzes Hangelar.jpg
Tower des zivilen Flugplatzes (2007)

Der Flugplatz Bonn/Hangelar Vorlage:Flughafen-Codes ist ein deutscher Verkehrslandeplatz im Sankt Augustiner Stadtteil Hangelar, gelegen im Süden Nordrhein-Westfalens. Erste Flugversuche in der Hangelarer Heide gab es bereits 1909; in beiden Weltkriegen wurde Hangelar als Militärflugplatz benutzt. Der Flugplatz liegt etwa sechs Kilometer nordöstlich von der Bonner Innenstadt.

Geschichte des Flugplatzes

Der Verkehrslandeplatz Hangelar kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Am 17. Juli 1909 führte Fritz Pullig den ersten erfolgreichen Flugversuch durch. Die Maschine kam frei, stieg auf etwa 6 Meter und legte eine Flugstrecke von 400 Metern in 40 Sekunden zurück. Ende Juli ging die Maschine bei einem Unfall zu Bruch, worauf Fritz Pullig seine Flugversuche auf der Hangelarer Heide einstellte.

1911 fand auf der Hangelarer Heide ein Flugtag mit Bruno Werntgen und Joseph Hoos statt. Das Flugunternehmen Bruno Werntgens zog 1912 von Köln nach Hangelar um, welches auch eine Fliegerhalle baute. Bruno Werntgen bildete Piloten aus und entwickelte neue Flugzeugkonstruktionen. Bereits 1913 kam Bruno Werntgen bei der Erprobung einer Flugmaschine ums Leben. Noch im selben Jahr zog das Flugunternehmen von Reinold Hoos nach Hangelar, welches ebenfalls Piloten ausbildete und eigene Flugzeuge baute. Im Ersten Weltkrieg wurde der Flugplatz als Feldflughafen genutzt. Nach der Besatzungszeit konnte ab der Mitte der 1920er Jahre der zivile Betrieb wiederbelebt werden, von Hangelar wurden – neben Flugschulbetrieb – auch erste Passagierflüge durchgeführt.

Am 19. Februar 1933 flog der drei Wochen vorher ernannte Reichskanzler Adolf Hitler von hier nach München und landete einen Tag später wieder. Weitere Passagiere in der Zeit des Nationalsozialismus waren Joseph Goebbels, Hermann Göring, Heinrich Himmler, Joachim von Ribbentrop, Rudolf Heß und Albert Kesselring.

Im Zweiten Weltkrieg diente der Flugplatz ebenfalls als Militärflugplatz. Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe, die hier zwischen 1939 und 1945 stationiert waren.

Von Bis Einheit<ref>Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders), S. 70–71, abgerufen am 11. September 2014</ref>
August 1939 November 1939 I./JG 52 (I. Gruppe des Jagdgeschwaders 52)
Oktober 1939 Mai 1940 Stab/JG 77
November 1939 Januar 1940 I./ZG 2 (I. Gruppe des Zerstörergeschwaders 2)
Februar 1940 Mai 1940 I./JG 3
Mai 1940 Juni 1940 Stab, III./KG 76
Februar 1941 März 1941 III./JG 26
Juni 1943 Juli 1943 I./JG 300
Juli 1944 August 1944 I./JG 76
September 1944 Oktober 1944 I., II./JG 6
I./SKG 10 (I. Gruppe des Schnellkampfgeschwaders 10)
Dezember 1944 Januar 1945 Stab, I./SG 4 (Stab und I. Gruppe des Schlachtgeschwaders 4)
Dezember 1944 II./SG 4
Januar 1945 Februar 1945 III./NJG 11 (III. Gruppe des Nachtjagdgeschwader 11)

Nach einem ersten Bombenangriff am 24. Dezember 1944 wurde der Flugplatz leicht beschädigt. Ein großer Bombenangriff erfolgte dann am 10. Januar 1945. In drei Wellen warfen 65 Bomber 2425 Bomben mit einem Gewicht von 121 Tonnen ab. Ein eingeschränkter Flugverkehr wurde dennoch aufrechterhalten bis der Platz am 7. März 1945 wegen der über den Rhein vorrückenden Alliierten aufgegeben wurde. Abbaubare Maschinen wurden nach Werl verlagert und das Rollfeld gesprengt. Am 21. März wurde der damalige "Verkehrslandeplatz" von der 78. US-Infanterie-Division "Lightning" besetzt.<ref>Stefan Villinger: „2425 Bomben fielen auf den Flupatz“. Rhein-Sieg Rundschau, 10. Januar 2025, S. 23.</ref>

Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges konnte 1951 mit Segelflugbetrieb der Flugplatz erneut in Betrieb genommen werden, der Bundesgrenzschutz kam aufgrund der Nähe zu Bonn (ab 1949 Regierungssitz) ebenfalls in diesem Jahr nach Hangelar. 1952 wurde die „Flugplatzgesellschaft Hangelar mbH“ ins Leben gerufen. Ende Dezember des Jahres war bereits der 1500. Start zu verzeichnen. Verschiedene Vereine fanden sich nach und nach in Hangelar ein und machten mit zum Teil selbst gebauten Segelflugzeugen ihre ersten Starts. Nachdem die Bundesrepublik am 5. Mai 1955 die Lufthoheit erhalten hatte, konnte auch von Deutscher Seite wieder Motorflugsport betrieben werden. Es folgte eine dynamische Entwicklung des Flugplatzes Hangelar auf dem Motor- und Segelflugbereich; ein vorläufiger Höhepunkt wurde Mitte der 1970er Jahre mit nahezu 92.000 Flugbewegungen verzeichnet.

Am 22. und 23. August 2009 feierte der Flugplatz Hangelar sein 100-jähriges Bestehen mit einem zweitägigen Flugplatzfest inklusive Tag der offenen Tür, bei dem ca. 50.000 Besucher zu Gast waren.

In dieser Zeit wurde mit den Neubauten der ADAC Luftfahrt Technik GmbH, der Hubschraubertochter des ADAC, und der Ansiedlung der ADAC HEMS Academy wichtige Impulse für die wirtschaftliche Weiterentwicklung des Flugplatzes und seiner näheren Umgebung gesetzt.

Im Jahr 2026 folgte dann die zentrale Ansiedlung der ADAC HEMS Academy in Oberpfaffenhofen. Die nun in ADAC Heliservice gGmbH (AHS) umbenannte ADAC Luftfahrt Technik ist weiterhin vor Ort.<ref>Unser Campus. In: ADAC Luftrettung. Abgerufen am 8. April 2026.</ref>

Die verstärkte Ansiedlung von Hubschrauberbetrieben und die Ausweitung der Nutzung führte allerdings auch zur Gründung einer Initiative gegen den zunehmenden Lärm am Flugplatz.<ref>http://www.hubschrauberlaerm.de</ref>

Motorflug in Hangelar

Die ADAC Heliservice gGmbH betreibt am Flugplatz die Instandhaltung von Hubschraubern und bietet weitere Dienstleistungen in diesem Geschäftsfeld an. Am Flugplatz Hangelar befindet sich zudem eine Hubschrauberstaffel der Bundespolizei.

Der Flugplatz Hangelar dient als Schwerpunktlandeplatz für Firmenflüge. Neben einigen Vereinen und Flugschulen haben viele Privatpiloten ihre Flugzeuge am Flugplatz Hangelar stationiert.

Hin und wieder sind auch Zeppeline oder Blimps am Flugplatz anzutreffen.

Segelflug in Hangelar

In Hangelar gibt es zwei Segelflugvereine (Aeroclub Bonn Hangelar und LSV Bonn). Den Piloten bietet sich eine abwechslungsreiche Landschaft. Von der bevölkerungsreichen Gegend rund um den Flugplatz ist es nicht weit zum Siebengebirge und hinein in die Eifel. Der Flugplatz bietet mit seinen zwei Segelflugvereinen gute Schulungs- und Überlandflugbedingungen.

Polizeiliche Nutzung

Direkt angrenzend ist die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin inklusive der GSG 9 beheimatet. Der am westlichen Rand gelegene Bereich des Flugplatzes wird durch die dort stationierte Bundespolizeifliegergruppe mitsamt einer Luftfahrerschule, der zentralen Instandhaltungsstaffel und der Bundespolizeifliegerstaffel West genutzt. Eigene Hangars, ein eigener Hubschrauberlandeplatz sowie ein separater Tower werden von der Bundespolizei betrieben. Obwohl beide Flugbetriebe parallel laufen können und keine Verpflichtung oder technische Notwendigkeit besteht, unterrichten sich die zivilen und polizeilichen Piloten und Towerbesatzungen auch gegenseitig über die Verkehrssituation im Luftraum und auf dem Landeplatz. Sämtliche dort stationierten Hubschrauber der Bundespolizei sind tag- und nachtflugtauglich, die Transporthubschrauber sind darüber hinaus instrumentenflugtauglich.

Besitzverhältnisse

Die Flugplatzgesellschaft Hangelar mbH fungiert als Betreibergesellschaft und als Pächterin des Flugplatzgeländes, einer ca. 76 ha großen Liegenschaft im Bundesbesitz. Sie gehört der Stadt Bonn zu 49,6 Prozent, dem Rhein-Sieg-Kreis zu 38,4 Prozent, der Stadt Sankt Augustin zu 10 Prozent sowie der Fliegergemeinschaft Hangelar (FGH), als Dachverband und Interessenvertretung der Flugvereine, Flugschulen und privater Flugzeughalter zu 2 Prozent.<ref>Infos zum Flugplatzbetreiber auf der Homepage des Flugplatzes</ref>

Zwischenfälle

  • Während des Großflugtages am 27. August 2006 wurden mehrere Zuschauer während eines Unwetters durch einen Blitz verletzt.<ref>Blitz schlug in Menschenmenge ein. In: ksta.de. Kölner Stadt-Anzeiger, 27. August 2006, abgerufen am 4. Juni 2013.</ref> Vier Personen erlitten hierbei schwere Verletzungen, ein Mann starb.<ref>Todesopfer bei Flugfest in Hangelar. Staatsanwaltschaft ermittelt. In: oberberg-heute.de. Verlag GBM e.K, 4. September 2006, abgerufen am 4. Juni 2013.</ref>
  • Am 16. Oktober 2018 stürzte eine zweisitzige Maschine des Herstellers Tecnam kurz nach dem Start in Hangelar ab und stürzte südlich des Wohngebietes „Am Pleiser Wald“ auf ein Feld ein. Beide Insassen starben bei dem Absturz.<ref>Ralf Rohrmoser-von Glasow: Nach Flugzeugabsturz in Sankt Augustin: Fluglehrer und Schüler in Hangelar unter Schock. 19. Oktober 2018, abgerufen am 11. Mai 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="lba_3X176-11">Aktenzeichen: BFU 3X176-11. (PDF) In: Untersuchungsbericht. Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, 9. März 2012, abgerufen am 18. Juli 2016.</ref> </references>

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