Zum Inhalt springen

Dōtei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Dōtei ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) wird generell im japanischsprachigen Raum eine männliche Person bezeichnet, die noch keine Erfahrung im Geschlechtsverkehr hat. Da es unterschiedliche Meinungen in Bezug auf die Richtlinie keine Erfahrung im Geschlechtsverkehr gibt wie z. B. Wenn es Penetration und Samenerguss gibt, ist zum ersten Mal das Dōtei verlorengegangen oder auch solche, die die Selbstbefriedigung als Verlust des Dōtei betrachten, ist keine präzise Definition vorhanden<ref>Tomomi Shibuya: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Dōtei in Japan“). Bungei Shunjū, 2003, S. 9–15</ref>.

Begriff

Wenn man die gegenwärtigen Vorstellungen über Dōtei gegenüberstellt, kann Dōtei eines von beiden bezeichnen<ref>Tomomi Shibuya: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), S. 102</ref>:

  1. eine männliche Person ohne sexuelle Erfahrung
  2. den Zustand einer männlichen Person ohne sexuelle Erfahrung

Die im Westen zur Übersetzung von Dōtei üblichen Begriffe wie Virgo oder castus kommen vielmehr den japanischen Wörtern Teiketsu ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Keuschheit“) oder Renketsu ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Läuterkeit“) nahe. Dōtei hat überdies die Bedeutung einer katholischen Nonne, so zum Beispiel hieß Yokohama Futaba Gakuens Vorläufer Futsugō Dōtei Gakkō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Französischsprachige Dōtei-Schule“). Der Roman Die Nacht des Germaniums des Schriftstellers Mangetsu Hanamura<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); Orie Ogō, Beginn der Mädchenerziehung 3, S. 26, S. 39</ref> sowie andere Werke liefern Beispiele für diese Bedeutung. Darüber hinaus wurde das jetzt als Shojo Kaitai ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Die Empfängnis der Jungfrau“) im japanischsprachigen Raum bekannte Werk L’immaculée conception Paul Éluards und André Bretons in der Herausgabe von 1936 Dōteijo Jutai ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Die Empfängnis des Dōtei-Mädchens“) betitelt<ref>Tomomi Shibuya: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), S. 104</ref>.

Dōtei ni naru ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) bedeutet Nonne werden. Das Kanji {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) () bedeutet Kind, Junge, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (tei) bedeutet Keuschheit.

In den 1920er Jahren wird die religiöse Verwendung etwas eingeschränkt, die Bezeichnung des Zustandes ohne sexuelle Erfahrung mit dem anderen Geschlecht wird häufiger. Im 1925 herausgegebenen Wörterbuch Kōjirin ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) wird Dōtei als Die Bewahrung der kindlichen Reinheit eines Knaben oder Mädchens, das Noch-Nicht-Verkehren mit dem anderen Geschlecht definiert, ohne Rücksicht auf Geschlecht. Es wird sogar nicht auf Menschenwesen begrenzt, sondern auch auf deren Besitz angewendet. Selbst in Asada Hajimes Dōteiron ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Abhandlung über Dōtei“) werden die Menschen, die sich im Dōtei-Zustand befinden, als Dōtei Hojisha ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Dōtei befolgende Leute“) bezeichnet<ref>Hajime Asada: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), S. 71</ref>. Im Buch des japanischen Sexologen Sawada Junjirō Shojo to Dōtei ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Jungfrau und Dōtei“) bezieht sich Dōtei oft auf Menschen.

Immer häufiger bezieht sich Dōtei seit den 1950er Jahren auf die Person, aber die Rede ist vorwiegend von männlichen Personen. In Kōjirins Ausgaben von 1955 und 1958 wurde die Anmerkung hauptsächlich in bezug auf männliche Personen nachgetragen. Mit dieser Definition werden seit den 1970er Jahren eindeutig männliche Personen bezeichnet<ref>Tomomi Shibuya: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), S. 110</ref>. Wenngleich auch in Kōjien und im Iwanami Kokugo Jiten diese Anmerkung zu finden ist, wird der Begriff als sowohl auf Männer als auch auf Frauen anwendbar definiert.

In der japanischen Soldatensprache wird die erste Tötung eines Feindes als Dōtei-Bruch bezeichnet.

Wertvorstellungen

Laut der von 1925 bis 1928 durchgeführten Studie von Yasuda Tokutarō und Yamamoto Senji herrschte unter den Arbeitern eine starke Tendenz zur Bewahrung von Dōtei vor der Heirat, Dōtei befolgende Männer wurden entsprechend respektiert und verehrt<ref>Tokutarō Yasuda: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Sexologische Grundkenntnisse“), 1950, S. 132</ref>. Die Bedeutung von Dōtei nahm jedoch im Laufe der folgenden Jahrzehnte stark ab.

1948 verklagte ein frisch vermählter Mann im Dōtei Soshō ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Der Dōtei-Prozess“) seine Gattin auf Schadenersatz für seine verlorengegangene Dōtei und argumentierte, dass seine Gattin nicht die Pflichte des gemeinsamen Lebens erfüllt habe<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Sammlung von Präzedenzfällen in Zivilprozessen der unteren Instanz“), S. 119</ref>. Das Gericht urteilte jedoch, dass der Wert der verlorenen weiblichen Keuschheit gesetzlich dem des verlorenen Dōtei gleich sei.

Seit den 1960er Jahren wandelt sich das Bild der Dōtei in der japanischen Gesellschaft<ref>Tomomi Shibuya: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), S. 111</ref> und die ehemalige Tugend Dōtei wird immer mehr geächtet<ref>Tomomi Shibuya: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), S. 173</ref>.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Tokutarō Yasuda ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)): {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Sexologische Grundkenntnisse“). Hyōronsha, 1950.
  • Takeshi Oshino ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)): {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Miyazawa Kenji als Dōtei“). Chikuma Shobō, 2003, ISBN 978-4-480-06109-6.
  • Tomomi Shibuya ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)): {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Dōtei in Japan“). Bungei Shunjū, 2003, ISBN 978-4-16-660316-9.
  • Shin Watanabe ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)): {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („Dōtei in mittleren Jahren“). Fusōsha, 2007, ISBN 978-4-594-05385-7.