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Dürrwurz

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Dürrwurz
Datei:Inula conyzae 260807.jpg

Blütenstand mit Blütenkörbchen der Dürrwurz (Inula conyzae)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Inuleae
Gattung: Pentanema
Art: Dürrwurz
Wissenschaftlicher Name
Pentanema conyzae
(Griess.) D.Gut.Larr., Santos-Vicente, Anderb., E.Rico & M.M.Mart.Ort.

Die Dürrwurz (Pentanema conyzae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Griess.) D.Gut.Larr., Santos-Vicente, Anderb., E.Rico & M.M.Mart.Ort., Syn.: Inula conyzae <templatestyles src="Person/styles.css" />Griess. <templatestyles src="Person/styles.css" />DC. Augustin Pyrame de Candolle), auch Dürrwurz-Alant genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Pentanema innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung

Datei:Inula conyzae - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-192.jpg
Illustration aus Köhler's Medizinalpflanzen, 1887
Datei:Inula conyzae 2005.08.28 09.33.54-p8280036.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes mit Blütenkörbchen im Detail
Datei:Inula conyzae sl1.jpg
Fruchtstand mit Achänen mit Pappus
Datei:Inula conyzae 1.jpg
Habitus

Die Dürrwurz unterscheidet sich durch die fehlenden Zungenblüten und die zurückgekrümmten Hüllblätter des Blütenkörbchen von anderen Arten dieser Gattung.

Vegetative Merkmale

Bei der Dürrwurz handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 40 bis 80, selten bis zu 120 Zentimetern erreicht. Ihr „Wurzelstock“ ist verholzt, kurz und dick.<ref name="Wagenitz1979" /> Der Stängel wächst aufrecht und ist meist erst im Bereich des Blütenstandes verzweigt. Die oberirdischen Pflanzenteile sind dünn und weich filzig behaart, allerdings nicht oder nur wenig drüsig.

Die Laubblätter sind eiförmig bis lanzettlich, wobei sie nach oben am Stängel immer kleiner werden. Die unteren und mittleren Laubblätter sind gestielt und stumpf, die oberen Laubblätter sind in den Blattgrund verschmälert und kurz gestielt oder sitzend. Bei der Blattunterseite tritt des Nervennetz deutlich hervor.<ref name="Wagenitz1979" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. In einem doldig ausgebreiteten rispigen Gesamtblütenstand stehen die körbchenförmigen Teilblütenstände zusammen. Die Blütenkörbchen haben einen Durchmesser von 5 bis 10 Millimetern und sind ungefähr doppelt so hoch. Die Hüllblätter, insbesondere die äußeren, sind zurückgekrümmt und stehen vom Blütenkörbchen ab. Die äußeren Hüllblätter sind grün, die inneren oft rötlich überlaufen. Zungenblüten fehlen oder sind kürzer als die Hüllblätter. Die Röhrenblüten sind hell bräunlich bis gelb.

Es werden Achänen mit Pappus gebildet.<ref name="Wagenitz1979" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die Dürrwurz kommt in Mittel- und Südeuropa vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Norden bis nach Dänemark, im Süden und Osten bis zum Kaukasusraum und in den Iran.<ref name="Wagenitz1979" /> In Algerien ist die Dürrwurz sehr selten.<ref name="Wagenitz1979" /> In Deutschland fehlt sie im Norden fast völlig, in den Mittelgebirgen ist sie zwar weit verbreitet, kommt aber nur recht zerstreut vor. In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil nahe dem Bernhardseck bei Elbigenalp bis in eine Höhenlage von 1800 Meter auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" />

Die Dürrwurz wächst an trockenen Waldrändern und Kahlschlägen oder an Trockenhängen. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Ordnung Origanetalia, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Ordnungen Prunetalia, Quercetalia pubescentis oder des Verbands Erico-Pinion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung erfolgte 1836 durch Ludwig Griesselich unter dem Namen (Basionym) Aster conyzae <templatestyles src="Person/styles.css" />Griess. in Kleine Botanische Schriften ... Erster Theil, S. 122.<ref name="Tropicos" /> Noch im selben Jahr wurde diese Art durch Augustin Pyramus de Candolle unter dem Namen Inula conyzae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Griess.) DC. zur Gattung Inula gestellt.

Nach Gutiérrez-Larruscain et al. 2018 sind einige Arten aus der Gattung Inula in die Gattung Pentanema zu stellen. Es erfolgte eine Neukombination zu Pentanema conyzae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Griess.) D.Gut.Larr., Santos-Vicente, Anderb., E.Rico & M.M.Mart.Ort. in David Gutiérrez-Larruscain, Maria Santos-Vicente, Arne A. Anderberg, Enrique Rico, María Montserrat Martínez-Ortega: Phylogeny of the Inula group (Asteraceae: Inuleae): evidence from nuclear and plastid genomes and a recircumscription of Pentanema. In: Taxon, Volume 67, Issue 1, März 2018 auf Seite 159.<ref name="Gutiérrez-Larruscain2018" /><ref name="GRIN" /> Weitere Synonyme für Pentanema conyzae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Griess.) D.Gut. Larr. et al. sind:<ref name="Tropicos" /> Conyza squarrosa <templatestyles src="Person/styles.css" />L. non Aster squarrosus <templatestyles src="Person/styles.css" />All., Conyza vulgaris <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. nom. illeg., Inula squarrosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Bernh. non <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Inula vulgaris <templatestyles src="Person/styles.css" />Trevis. nom. illeg. und Jacobaea conzyae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Griess.) Merino.<ref name="Euro+Med" />

Nach Gutiérrez-Larruscain et al. 2018 ist diese Art besser als Pentanema conyzae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Griess.) D.Gut.Larr., Santos-Vicente, Anderb., E.Rico & M.M.Mart.Ort. in die Gattung Pentanema zu stellen.<ref name="Gutiérrez-Larruscain2018" /> Dieser Ansicht folgen nicht alle Arbeitsgruppen und erörtern stattdessen einen noch größeren Umfang der Gattung Inula.<ref name="Hand2019" />

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-060-12539-2.
  • Otto Schmeil, Jost Fitschen, Werner Rauh: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. 84. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg 1968.

Weblinks

Commons: Dürrwurz (Pentanema conyzae) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Pentanema conyzae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Inula conyzae (Griess.) Meikle In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 922. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 587. </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae.: Datenblatt Inula conyzae, In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Gutiérrez-Larruscain2018"> David Gutiérrez-Larruscain, Maria Santos-Vicente, Arne A. Anderberg, Enrique Rico, María Montserrat Martínez-Ortega: Phylogeny of the Inula group (Asteraceae: Inuleae): evidence from nuclear and plastid genomes and a recircumscription of Pentanema. In: Taxon, Volume 67, Issue 1, März 2018, S. 149–164. doi:10.12705/671.9 </ref> <ref name="Hand2019"> Ralf Hand, Karl Peter Buttler: Beiträge zur Fortschreibung der Florenliste Deutschlands (Pteridophyta, Spermatophyta) – Elfte Folge. In Kochia, Volume 12, Februar 2019, S. 139–148. hier S. 143. </ref> <ref name="Wagenitz1979">Gerhard Wagenitz: Inula conyza. In: .</ref> </references>