Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Seiden-Backenklee – Wikipedia Zum Inhalt springen

Seiden-Backenklee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Dorycnium germanicum)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Seiden-Backenklee
Datei:Dorycnium germanicum sl4.jpg

Seiden-Backenklee (Lotus germanicus)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Loteae
Gattung: Hornklee (Lotus)
Seiden-Backenklee
Wissenschaftlicher Name
Lotus germanicus
(Gremli) Peruzzi

Der Seiden-Backenklee (Lotus germanicus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gremli) Peruzzi, Syn.: Dorycnium pentaphyllum subsp. germanicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gremli) Gams, Dorycnium germanicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gremli) Rouy), weitere Trivialnamen sind Seidenhaar-Backenklee und Deutscher Backenklee, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hornklee (Lotus) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung

Datei:Dorycnium germanicum sl6.jpg
Blütenstände
Datei:Dorycnium germanicum sl13.jpg
Zygomorphe Blüten, erkennbar sind die „Backen“ seitlich an den Flügeln
Datei:Dorycnium germanicum sl16.jpg
Fruchtstände

Vegetative Merkmale

Der Seiden-Backenklee wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 10 bis 30, selten bis zu 45 Zentimetern.<ref name="FloraWeb" /> Die Stängel sind niederliegend bis aufsteigend.<ref name="FloraWeb" />

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind fast sitzend.<ref name="FloraWeb" /> Die Blattspreite ist fünfzählig gefingert. Die fünf Blättchen sind anliegend kurz seidig behaart und verkahlen oft.<ref name="FloraWeb" /> Die mittleren Blättchen sind bei einer Länge von 5 bis 15 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 4 Millimetern schmal-lanzettlich.<ref name="FloraWeb" /> Die oberen Blättchen sind 2 bis 4 Millimeter breit. Die Nebenblätter sind verkümmert und winzig klein.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht in der Regel von Juli bis August, teilweise von Juni bis Oktober. Auf einem langen Blütenstandsschaft befindet sich ein köpfchenförmiger Blütenstand in dem 6 bis 14 Blüten zusammenstehen.<ref name="FloraWeb" /> Der Blütenstiel ist kürzer als die Kelchröhre.<ref name="FloraWeb" />

Die zwittrige<ref name="FloraWeb" /> und nicht oder wenig duftende Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der seidig behaarte Kelch ist 2,5 bis 3,5 Millimeter lang.<ref name="FloraWeb" /> Die fünf weißen bis rosafarbenen Kronblätter stehen zu einer bis zu 7 Millimeter langen Blütenkrone mit der typischen Form der Schmetterlingsblütler zusammen. Die Fahne ist 5 bis 7 Millimeter lang.<ref name="FloraWeb" /> Die beiden Flügel weisen eine Aufwölbung („Backe“) auf und sind am oberen Ende verwachsen. Das obere Ende des Schiffchens ist meist schwarzviolett.

Die glatte Hülsenfrucht ist bei einer Länge von 3,5 bis 4,5 Millimetern sowie einem Durchmesser von 2 bis 4 Millimetern eiförmig.<ref name="FloraWeb" />

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 7; es liegt Diploidie oder Tetraploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 14 oder 28 vor.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Beim Seiden-Backenklee handelt es sich um einen skleromorphen Hemiphanerophyten,<ref name="FloraWeb" /> der aber meist nicht verholzt.

Die Blüten sind homogam, also die männlichen und weiblichen Blütenorgane sind gleichzeitig fertil.<ref name="FloraWeb" /> Blütenökologisch handelt es sich Schmetterlingsblumen vom Fabaceentyp mit Pumpeinrichtung. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Bestäuber sind Hymenopteren.<ref name="FloraWeb" />

Die Hülsenfrucht funktioniert als trockene Streufrucht aus einem Fruchtblatt, welche sich an Rücken- und Bauchnaht öffnet. Diasporen sind die Samen die durch Autochorie ausgebreitet werden.<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen und Gefährdung

Der Seiden-Backenklee tritt in Europa von Frankreich über die Schweiz, Italien, Österreich nach Südosteuropa und bis nach Polen und die Ukraine auf.<ref name="GRIN" />

Lotus germanicus ist in Deutschland indigen entlang von Loisach und Isar. Darüber hinaus ist sie an verschiedenen Orten in Bayern angesalbt.<ref name="BIB" />

In Österreich kommt der Seiden-Backenklee in den Bundesländern Burgenland, Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark, Kärnten, Salzburg (unsicher), Tirol und Vorarlberg in der collinen bis montanen Höhenstufe auf (Halb-)Trockenrasen und in Föhrenwäldern vor. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Erico-Pinetum kommt aber auch im Pulsatillo-Caricetum humilis aus dem Verband Xerobromion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Im pannonischen Gebiet tritt er häufig auf, ansonsten selten. Im Rheintal und im nördlichen und südöstlichen Alpenvorland gilt er als gefährdet.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung erfolgte 1889 unter dem Namen (Basionym) Dorycnium jordanii var. germanicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Gremli in August Gremli: Exkursionsflora für die Schweiz, 6. Auflage, S. 496. Sie wurde 1923 unter dem Namen Dorycnium pentaphyllum subsp. germanicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gremli) Gams als Unterart von Dorycnium pentaphyllum <templatestyles src="Person/styles.css" />Scop. in Gustav Hegi: Ill. Fl. Mitt.-Eur., Band 4, 3, S. 1380 eingeordnet. In manchen neueren Florenwerken wird dieses Taxon als Art Dorycnium germanicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gremli) Rouy<ref name="Tropicos" /> geführt. Seit die Gattung Dorycnium mit Lotus vereinigt wird, erfolgte eine Neukombination im Rang einer Art als Lotus germanicus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gremli) Peruzzi durch Lorenzo Peruzzi in Informatore Botanico Italiano; Bolletino della Societa Botanica Italiana. Florence, Volume 42, Issue 2, 2010, S. 528 veröffentlicht worden.<ref name="Peruzzi2010" />

Bilder

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="BIB"> Vorlage:BIB </ref> <ref name="FloraWeb"> Dorycnium germanicum (Gremli) Rikli, Seidiger Backenklee. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Dorycnium germanicum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Dorycnium germanicum (Gremli) Rikli In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 600. </ref> <ref name="Peruzzi2010"> Lorenzo Peruzzi: Notulae alla checklist della Flora vascolare Italiana 10 (1682 - 1750). In: Informatore Botanico Italiano; Bolletino della Societa Botanica Italiana. Florence, Volume 42, Issue 2, 2010, S. 528. Volltext-PDF. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Seiden-Backenklee (Dorycnium germanicum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien