Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Dionysius der Kartäuser – WikipediaZum Inhalt springen
Dionysius der Kartäuser (lateinischDionysius Carthusianus oder Dionysius Carthusius, auch Dionysius van Leuven, Dionysius van Rijkel, Dionysius von Rickel oder Dionysius von Roermond, manchmal auch Denis der Kartäuser<ref>Jan Hoeberichts: Franz von Assisi und seine Begegnung mit Muslimen. In: Petrus Bsteh, Brigitte Proksch (Hrsg.): Das Charisma des Ursprungs und die Religionen. Das Werden christlicher Orden im Kontext der Religionen. Lit, Berlin 2011, ISBN 978-3-643-50281-0, S. 206–241 (hier: S. 240, Anm. 73).</ref> oder Dennis der Kartäuser<ref>Charles De Koninck: Über den Primat des Gemeinwohls. Gegen die Personalisten und das Prinzip der neuen Ordnung. Editiones Scholasticae, Neunkirchen-Seelscheid 2021, ISBN 978-3-86838-252-5, S. 108, Anm. 62.</ref> genannt; * 1402 oder 1403 in Rijkel (Rickel), Hochstift Lüttich, heute Belgien; † 12. März1471 in Roermond, Herzogtum Geldern, heute Niederlande) war ein niederfränkischer Theologe, Philosoph, Mystiker und Scholastiker des ausgehenden Mittelalters.
Dionysius van Rijkel stammte aus dem adeligen Geschlecht der Edlen von Leewis oder Leewen. Da er mit 18 Jahren noch nicht bei den Kartäusern eintreten konnte, immatrikulierte er sich an der Universität Köln, absolvierte dort das Artistenstudium und wurde mit 21 Jahren zum Magister artium promoviert. Anschließend trat er in die KartauseBethlehem Mariae in Roermond ein. 1423 begann er auch seine schriftstellerische Tätigkeit. Von 1466 bis 1469 war er Prior der Kartause von ’s-Hertogenbosch und begleitete Nikolaus von Kues auf dessen Visitationsreise durch die Burgundische Niederlande. Er starb am 12. März 1471 in Roermond.
Seine visionären Schriften und seine asketischen Lebensweise brachten ihm den Titel „Doctor Ecstaticus“ ein. Johan Huizinga beschreibt seinen Geist als „für jede heftige Erregung durch das Übernatürliche empfänglich“.<ref>Johan Huizinga: Der Herbst des Mittelalters. 11. Aufl., Stuttgart 1975, S. 266 f.</ref> So habe er ein „unbegreiflich tätiges Leben“ geführt und „die Ekstasen der großen Mystiker, die wildeste Askese, die fortwährenden Gesichte und Offenbarungen des Geistersehers mit einer fast unabsehbaren Tätigkeit als theologischer Schriftsteller und praktischer geistlicher Ratgeber“ vereint. Seine Arbeitskraft müsse „unverwüstlich gewesen sein“.<ref>Johan Huizinga: Der Herbst des Mittelalters. 11. Aufl., Stuttgart 1975, S. 265.</ref> Dionysius gilt als der Verfasser von 187 Schriften; sein reichhaltiges Werk ist ein letzter Höhepunkt und zugleich Zusammenfassung spätmittelalterlicher Philosophie und Theologie. Huizinga zufolge wirke es so, „als ob die ganze mittelalterliche Theologie noch einmal aus ihm zurückflutet“. Seine Arbeit sei „zusammenfassend, folgernd, nicht neuschöpferisch“ gewesen.<ref>Johan Huizinga: Der Herbst des Mittelalters. 11. Auflage. Stuttgart 1975, S. 266.</ref> Dionysius entwickelte ein partnerschaftliches Modell der ehelichen Lebensgemeinschaft, nach dem der Ehe- und Hausfrau als „socia und amica des paterfamilias“<ref>Harald Dickerhof: Aszetischer Rigorismus und pastorale Lebensweisheit. Zur Ehelehre des Dionysius Carthusianus. In: M. Miedaner, M. Rath, H.-L. Schmidt (Hrsg.): Leben verantworten. Festschrift für Bernhard Schleißheimer zum 65. Geburtstag. 1987, S. 19–33, hier: S. 33.</ref> eigene Rechte zugestanden werden.<ref>Michael Dallapiazza: Sprechen über die Frau. Haushaltsdiskurse bei Wittenwiler und anderen. In: Trude Ehlert (Hrsg.): Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit. Vorträge eines interdisziplinären Symposions vom 6.–9. Juni 1990 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Mit einem Register von Ralf Nelles. Thorbecke, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4156-X, S. 167–180.</ref>
Nach dem Fall von Konstantinopel (1453) verfasste Dionysius mehrere Kampfschriften gegen den Islam und die Türken, darunter eine Widerlegung des Korans (Contra Alchoranum, ca. 1454), deren 1540 in Straßburg gedruckte, gekürzte und paraphrasierte deutsche Übersetzung erstmals Koranverse in deutscher Sprache zugänglich machte.<ref>Steffen Völkel: The anti-Islamic writings of Denis the Carthusian. Seubersdorf 2018, abgerufen im Oktober 2022.</ref><ref>Deutsche Übersetzungen des Qurˈān. In: Virtuelle Qurˈān-Ausstellung Schwerin. Islamisches Zentrum Schwerin, abgerufen im Oktober 2022.</ref> Mit seinen Schriften über die Herz-Jesu-Verehrung übte er großen Einfluss auf weitere Theologen des Mittelalters, wie beispielsweise Johannes Justus von Landsberg, aus. Der JesuitJosef Stierli bezeichnete ihn in seiner Anleitung zur Herz-Jesu-Verehrung in den 1950er Jahren als den „größten deutschen Theologen“ des Mittelalters neben Albertus Magnus.
Liber de statu mundi. Dionysius Cartusianus. Ars moriendi. (Sammelhandschrift) MS-B-197. Düsseldorf, Kreuzherrenkonvent (?), [um 1450 – 1460] (Digitalisat).
Rosario Assunto: Die Theorie des Schönen im Mittelalter. DuMont, Köln 1963.
Hans-Günter Gruber: Christliches Eheverständnis im 15. Jahrhundert. Eine moralgeschichtliche Untersuchung zur Ehelehre Dionysius’ des Kartäusers (= Studien zur Geschichte der Katholischen Moraltheologie. Bd. 29). Regensburg 1989, ISBN 3-7917-1199-7.
{{#if: Samuel Martin Deutsch | Samuel Martin Deutsch: }}{{#if: Dionysius der Karthäuser (Rickel) | Dionysius der Karthäuser (Rickel) | Dionysius der Kartäuser }}. In: Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche (RE). {{#if: | {{{Auflage}}} | 3 }}. Auflage. {{#if: 4 | Band 4, }} Hinrichs, Leipzig {{#switch: {{#if: | {{{Auflage}}} | 3 }}-4
Ferdinand Holböck: Aufblick zum Durchbohrten. Stein am Rhein (Christiana) 1990, ISBN 3-7171-0924-3, S. 177–180.
Stefan Podlech: Discretio. Zur Hermeneutik der religiösen Erfahrung bei Dionysius dem Kartäuser (= Analecta Cartusiana. Bd. 194). Salzburg 2002.
Karl Richstätter: Die Herz-Jesu-Verehrung des deutschen Mittelalters. Pustet, Regensburg 1924, S. 149–152
Josef Stierli: Cor Salvatoris. Wege zur Herz-Jesu-Verehrung. Unter Mitarbeit von Richard Gutzwiller, Hugo Rahner und Karl Rahner. Herder, Freiburg im Breisgau 1954, S. 113–115.
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