Dieter Dressler
Dieter Dressler (* 27. März 1932 in Dresden; † 12. Februar 2011 in Bad Reichenhall)<ref>Dieter Dressler – Kunst in der DDR. In: Bildatlas Kunst in der DDR. Abgerufen am 18. Juni 2013.</ref> war ein deutscher Maler und Grafiker.
Leben und Werk
Dressler verbrachte seine ersten Kinderjahre in Dresden. 1939 wurde sein Vater nach Postelberg versetzt, so dass Dressler bis 1945 dort die Schule besuchte. 1945 wurde die Familie aus dem Sudetenland ausgesiedelt und kam nach Dresden zurück. Dort beendete Dressler die Schule. Von 1947 bis 1950 absolvierte er in Dresden eine Lehre als Dekorationsmaler. Von 1950 bis 1953 studierte er bei Hans Christoph und Max Erich Nicola an der Hochschule für Bildende Künste Dresden das er dann nach kurzer Unterbrechung von 1954 bis 1956 bei Rudolf Bergander, Erich Fraaß und Heinz Lohmar fortsetzte. Für sein Diplom schuf er das Tafelbild Demonstration.<ref>Rudolph; Dreßler Kramer: Demonstration. Februar 1962, abgerufen am 13. April 2023.</ref> Er arbeitete dann freischaffend in Schwarze Pumpe. Von 1958 bis 1959 war Dressler in Berlin Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste bei Heinrich Ehmsen. Von 1959 bis 1972 arbeitete Dressler freischaffend in Spremberg. 1960 schloss er einen Werkvertrag mit dem Kombinat Schwarze Pumpe ab und lernte hier die Schriftsteller Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann kennen. 1961 heiratete Dressler, 1972 folgte ein Umzug nach Cottbus. Der Freundschaft mit Brigitte Reimann – Dressler besuchte sie später in Neubrandenburg und in der Klinik in Berlin-Buch – setzte ihr Tod im Februar 1973 ein Ende.<ref>Was ich auf dem Herzen habe – Begegnungen mit Brigitte Reimann, Hrsg.: Helene und Martin Schmidt, Hoyerswerdaer Kunstverein 2008, S. 186</ref>
1982 wurde Dressler mit dem Carl-Blechen-Preis geehrt.
1986 wurde er aus der DDR ausgebürgert und zog nach Bayern. Zuletzt lebte er in Bayerisch Gmain.<ref>Wandbild der „Minute“ ist von Dieter Dressler. In: lr-online.de. Lausitzer Rundschau, 21. Januar 2010, abgerufen am 31. Januar 2012.</ref> Am 12. Februar 2011 starb er nach langer Krankheit in Bad Reichenhall.
Dressler war von 1956 bis 1986 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und dann im Bundesverband Bildender Künstler der Bundesrepublik Deutschland, im Bezirksverband BBK München und Oberbayern, im Neuen Sächsischen Kunstverein und in der Künstlergemeinschaft Wasserburg am Inn. Seine Werke sind Bestandteil bedeutender Museen in Deutschland. Dressler ist durch zahlreiche Ausstellungen in Oberbayern auch in dieser Region bekannt. Zu seinen Studienkollegen gehörten u. a. Strawalde und Gerhard Richter. Dressler gehört zu den bedeutendsten Vertretern des „Realismo“.
Werkbeispiele
Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur<ref>Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex. Abgerufen am 3. April 2026.</ref>
Malerei
- Berliner Landschaft (1959, Öl, 75 × 95 cm)
- Stillleben (1961, Öl, 95 × 60 cm)
- Mein Freund Pjotr Gurow (um 1962, Öl; auf der Fünften Deutschen Kunstausstellung)<ref>Rudolph; Dreßler Kramer: Mein Freund Pjotr Gurow. 1962, abgerufen am 13. April 2023.</ref>
- Martha Israel (1963, Öl)<ref>Dreßler, Dieter: Martha Israel. Abgerufen am 13. April 2023.</ref>
- Selbstbildnis (1965, Öl)<ref>Dreßler, Dieter: Selbstbildnis. Abgerufen am 13. April 2023.</ref>
- Winterlandschaft (1966, Öl)<ref>Dreßler, Dieter: Winterlandschaft. Abgerufen am 13. April 2023.</ref>
- Massaker / Vietnam I (1966, Öl; auf der VI. Deutschen Kunstausstellung)<ref>Dieter Unbekannter Fotograf; Dreßler: Massaker (Vietnam I). 1966, abgerufen am 13. April 2023.</ref>
- Schwarze Pumpe (Öl, 1966; auf der VI. Deutschen Kunstausstellung)<ref>Dieter Unbekannter Fotograf; Dreßler: Schwarze Pumpe. 1966, abgerufen am 13. April 2023.</ref>
- Porträt der Mutter (1970, Öl; auf der VII. Kunstausstellung der DDR)<ref>Waltraud; Dreßler Rabich: Porträt der Mutter. 1970, abgerufen am 13. April 2023.</ref>
- Auf Veli Losinj (1981, Pastell, 42,8 × 54,5 cm)<ref>Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 5/1982, S. 233</ref>
Architekturbezogene Werke
- Landwirtschaft heute, Figuren aus der Folklore (1963, Gestaltung von Säulen, Grobkeramik, 0,50 × 0,60 und 0,60 × 0,80 m; technische Ausführung HB-Werkstätten für Keramik und VEB Niederlausitzer Klinkerwerke Großräschen; Brottewitz, Speisesaal und Treppenhaus des VEB Zuckerfabrik Brottewitz)<ref>Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 124/125</ref>
- Dekorative Malerei (1965, Lackmalerei auf Goldfarbe, 2,10 × 6,00 m; technische Ausführung PGH Holz Hoyerswerda; Hoyerswerda-Neustadt, Bar der damaligen Gaststätte „Libelle“)<ref>Hoyerswerda, HO-Gaststätte "Libelle" - 1968 | DDR-Postkarten-Museum. Abgerufen am 3. April 2026.</ref><ref>Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 96 </ref>
- Marktszene (1969, Fassadengestaltung in Mosaik, 3,20 × 6,30 m; technische Ausführung Heinrich Jungebloedt; Cottbus, damalige HO-Gaststätte „Am Stadttor“)<ref>Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 94/95</ref>
- Zusammenleben mit den Sorben (1972; Fassadengestaltung, Keramik-Spaltplatten, 4,38 m × 24,61 m; techn. Ausführung mit dem VEB Plattenwerk Max Dietel, Meißen; Weißwasser, Kaufhalle im Wohnkomplex IV)<ref>Ruth Pape, Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 6, Ergänzung; Deutsche Bauakademie, Berlin, 1974, S. 116/117</ref>
Ausstellungen (unvollständig)
- 1956 „Junge Künstler“, Städtisches Museum Karl-Marx-Stadt
- 1957 Bezirksausstellung Dresden, Albertinum Dresden
- 1958 bis 1973 Vierte Deutsche Kunstausstellung bis VII. Kunstausstellung der DDR, Albertinum, Dresden
- 1961 Junge Künstler. Malerei. Deutsche Akademie der Künste, Berlin
- 1961 Kunstausstellung der 3. Arbeiterfestspiele, Kulturhistorisches Museum Magdeburg
- 1962 Bezirkskunstausstellung Cottbus
- 1964 Ausstellung „Frieden, Leben, Freude“ Karl-Marx-Stadt
- 1966 Ausstellung „Wir lieben das Leben“, Neue Berliner Galerie
- 1967 Ausstellung „Meisterschüler“ an der Akademie der Künste
- 1967 Ausstellung VII. Parteitag der SED, Altes Museum Berlin
- 1967 Grafik aus der DDR, Phnom Penh, Kambodscha
- 1968 Städtische Kunstsammlungen Görlitz
- 1971 Ausstellung „Antlitz der Arbeiterklasse“ Altes Museum, Berlin
- 1971 Ausstellung Malerei und Grafik aus der DDR, Moskau
- 1973 Ausstellung anlässlich der X. Weltfestspiele, Berlin, Club der DDR, Kongresshalle
- 1976 Ausstellung Cottbuser Künstler in Košice (Slowakei), Targowischte und Sofia
- 1976 Ausstellung Grafik Cottbuser Künstler, Crosetto/Italien;
- 1980 Ausstellung „V. Festival der sorbischen Kultur“, Museum Bautzen;
- 1981 Aquarellausstellung „Galerie am Fischmarkt“, Erfurt;
- 1982 BWA ARSENAL, Stary Rynek, Poznań/Polen;
- 1982 zum 50. Geburtstag in der Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus;
- 1984 Intergrafik '84, Grafik-Biennale in Kraków/Polen;
- 1985 Große Kunstausstellung, Galerie im Ganserhaus in Wasserburg/Oberbayern;
- 1985 International Graficni Biennale Mednarodni, Ljubljana/Slowenien;
- 1986 "Bekenntnis und Tat", Cottbus, Staatliche Kunstsammlungen
- 1986 8. Internationale Grafik Triennale, Frechen
- 1987 Premio Internazionale Biella per l´incisione, Biella/Italien;
- 1997 Kreismuseum des Landkreises Elbe-Elster in Finsterwalde;
- 1997/1998 Kunst in der DDR in der Alte Nationalgalerie Berlin;
- 1999 Kulturforum Haus Dacheröden Erfurt – Projekt Arche Noah-Kulturstadt Weimar 1999;
- 2001 LAUBAG-Zentralverwaltung in Senftenberg;
- 2003 „Malerei & Grafik“, Stadtmuseum Freilassing;
- 2007 Freie Brandenburger Kunstakademie in Brieselang;
- 2007 Rathaus Spremberg
- 2008 Galerie Altes Feuerhaus Bad Reichenhall
Literatur
- Dressler, Dieter. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 165/166
Einzelnachweise
<references />
Literatur
- Ullrich Kuhirt (Hrsg.): Kunst der DDR, 1960–1980. E.A. Seemann Verlag, Leipzig 1983.
- Ausgebürgert – Künstler aus der DDR, 1949–1989. Argon Verlag, 1990, ISBN 3-87024-160-8.
- Monika Flacke (Hrsg.): Bildende Kunst in der DDR zwischen Ästhetik und Politik. Katalog zur Ausstellung des Deutschen Historischen Museums vom 27. Januar bis 14. April 1995.
- Margret Gottlieb: Brigitte Reimann : “… als wär jeder Tag der letzte”. Econ & List, 1999, ISBN 3-612-26600-4.
- Hannelore Offner, Klaus Schroeder (Hrsg.): Eingegrenzt – Ausgegrenzt, Bildende Kunst und Parteiherrschaft in der DDR 1961–1989. 1. Auflage. Akademie-Verlag, 2000, ISBN 3-05-003348-7.
- Dorothea von Törne: Brigitte Reimann – Einfach wirklich leben. Eine Biografie. 2. Auflage. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-7466-1652-2.
- Dieter Dreßler: Eigentlich hätte man sie nur lieben können. In: Helene Schmidt, Martin Schmidt: Was ich auf dem Herzen habe – Begegnungen mit Brigitte Reimann. Hoyerswerdaer Kunstverein, 2008, ISBN 978-3-9808957-2-9, S. 177–186.
- Dressler, Dieter. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 165/166
Weblinks
- Literatur von und über Dieter Dressler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Suche nach „Dieter Dressler“. In: Deutsche Digitale Bibliothek
- Suche nach „Dieter Dressler“ im Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz <ref>Achtung: Die Datenbasis hat sich geändert; bitte Ergebnis überprüfen und
SBB=1setzen, wenn Ergebnis sinnvoll.</ref>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dressler, Dieter |
| ALTERNATIVNAMEN | Dreßler, Dieter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler |
| GEBURTSDATUM | 27. März 1932 |
| GEBURTSORT | Dresden |
| STERBEDATUM | 12. Februar 2011 |
| STERBEORT | Bad Reichenhall |