Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft
Die Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft, kurz DEWAG, war ein SED-eigener Monopolbetrieb für die Werbung in der DDR.
Tätigkeit
Die DEWAG war für Werbung sowie öffentliche Informationstafeln und -plakate verschiedener Art zuständig. „Bei der DEWAG bündelte man ab 1949 alle Aktivitäten: Messebau, Plakatdruck, Papierkontingente, politische Werbung, Broschüren, Verlagswesen usw. Ab 1953 übernahm die DEWAG jegliche Werbetätigkeit von bis dahin nicht oder halbstaatlichen Produzenten.“<ref>René Grohnert: Plakat und öffentlicher Raum. Ein historischer Blick. In: Kai-Marcus Thäsler. Out-of-home-Kommunikation. Springer Gabler, Wiesbaden 2024, ISBN 978-3-658-38119-6, S. 39.</ref>
Ab 1954 wurde eine eigene Zeitschrift herausgegeben („Neue Werbung“), 1956 wurde das „Institut für Werbemethodik“ als zentrale Forschungsstätte gegründet.<ref>Simone Tippach-Schneider: Tausend Tele Tipps: Das Werbefernsehen der DDR. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-478-7.</ref> Der Verlag für Agitations- und Anschauungsmittel wurde 1975 ausgegründet.<ref>Christoph Links: Das Schicksal der DDR-Verlage. Ch. Links Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-523-2.</ref>
Organisation
Die Zentrale hatte ihren Sitz in Berlin, und in jeder der 14 Bezirksstädte gab es eine Niederlassung. Die DEWAG wurde nach Erteilung der SMAD-Lizenz am 1. Oktober 1945 von der KPD in Dresden gegründet und 1990 aufgelöst.
Rechtlich war die DEWAG ein Parteibetrieb und gehörte zum Vermögen der SED. Politisch unterstand sie unmittelbar der Abteilung Agitation des ZK der SED, die auch über Inhalt und Prioritäten bei der politischen Werbung befand. Zugleich war sie dem Ministerrat insofern unterstellt, als dieser bei der Verwirklichung von Regierungsbeschlüssen – in Abstimmung mit dem ZK – auch über durchzuführende Werbemaßnahmen verfügte.
Die Mitarbeiterzahl der DEWAG wurde von der „Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR“ mit mehr als 4000 ermittelt.<ref>Deutscher Bundestag: Stellungnahme der Bundesregierung zum zweiten Zwischenbericht der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR. In: Bundestags-Drucksache 12/6515. 22. Dezember 1993, abgerufen am 13. April 2026.</ref>
Direktoren bzw. Generaldirektoren
- 1950–1959: Alfred Adolph
- 1959–1974: Ulrich Osche
- 1974–1990: Manfred Böttcher
Literatur
- Simone Tippach-Schneider: Das große Lexikon der DDR-Werbung. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2002, S. 71–73
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sammlung zur DDR Alltagskultur (Version vom 11. März 2008) ( vom 11. März 2008 im Internet Archive)
- Wirtschaftswundermuseum: Werbung in der DDR abgerufen am 20. Januar 2022.
- Werbung in der DDR mdr.de, 4. Februar 2022
Einzelnachweise
<references />