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DEA Deutsche Erdöl AG

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DEA Deutsche Erdöl AG

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Rechtsform AG
Gründung 1899
Auflösung Mai 2019
Auflösungsgrund Umwandlung in Wintershall Dea GmbH
Sitz Hamburg
Mitarbeiterzahl 1.150
Umsatz 1,5 Milliarden Euro<ref>Öl- und Gasforderung: Wintershall und Dea bei Fusion auf der Zielgeraden. 7. Dezember 2017, abgerufen am 25. Februar 2021.</ref>
Branche Öl und Gas
Stand: 2016

Die DEA Deutsche Erdöl AG war ein Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Hamburg, zuletzt als Beteiligung der L1 Energy, einer Holding des russischen Oligarchen Michail Fridman. Im Jahr 2018 besaß die DEA Anteile an Öl- und Gaslizenzen in verschiedenen Ländern und betrieb unterirdische Lagerstätten für Erdgas in Deutschland. DEA leitet sich ab von Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft, dem ursprünglichen Namen des Unternehmens. Im Mai 2019 fusionierte die DEA mit Wintershall zur Wintershall Dea.

Geschichte

Anfangsjahre

Datei:Deutsche Erdöl-AG 1920.jpg
Aktie über 1000 Mark der Deutschen Erdöl-AG vom 30. Dezember 1920

Die Deutsche Tiefbohr-Actiengesellschaft wurde am 10. Januar 1899 in Berlin gegründet.<ref name=":0">DEA Deutsche Erdoel AG ist 120 Jahre alt – Fusion in Planung. In: Presseportal. 10. Januar 2019, abgerufen am 6. Juni 2020.</ref><ref>Rainer Karlsch, Raymond G. Stokes: Faktor Öl. Die Mineralölwirtschaft in Deutschland 1859–1974. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50276-8.</ref> Im Jahr 1900 wurde der Geschäftssitz nach Nordhausen verlegt.<ref name=":1">H. James, M. L. Müller; Historische Gesellschaft der Deutschen Bank e. V.: Georg Solmssen – ein deutscher Bankier: Briefe aus einem halben Jahrhundert 1900–1956. C. H. Beck, 2012, Fußnoten.</ref> Das neue Unternehmen war spezialisiert auf alle Arten von Erdölprodukten, darunter Rohbraunkohle, Briketts für das Beheizen von Wohnungen und für die Industrie, Braunkohleteer und Paraffin. Geschäftsführer war der Krefelder Geschäftsmann Rudolf Nöllenburg.<ref name=":2">Wintershall Dea – History. Abgerufen am 9. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref> zu Nöllenburg siehe Klaus Brüning: Nöllenburg, Rudolf. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 19. Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref>

Im Jahr 1901 stieß die Gesellschaft mit einer eigenen Bohrung auf Öl, und im Jahr 1906 wurde Rohöl offiziell zum neuen Hauptgeschäftszweig erklärt.<ref name=":2" /> Seit 1907 befand sich die Unternehmenszentrale wieder in Berlin.<ref name=":1" /> Im Jahr 1911 fusionierten die DTA und ihre Tochtergesellschaften Vereinigte Norddeutsche Mineralölwerke AG mit der Deutsche Mineralölindustrie AG zur Deutsche Erdoel-Actiengesellschaft (DEA) mit Sitz in Berlin.<ref name=":2" /><ref>Rainer Karlsch, Raymond G. Stokes: Faktor Öl. Die Mineralölwirtschaft in Deutschland 1859–1974. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50276-8, S. 66 ff.</ref>

Seit 1905/1906 besaß die Gesellschaft Anteile an Ölfeldern im Elsass, in Galizien und in Rumänien. Unter Führung der DEA erlangte 1911/12 bei der Aktiengesellschaft für österreichische und ungarische Mineralölprodukte (kurz OLEX) ein deutsch-britisches Konsortium durch umfangreiche Aktienkäufe eine beherrschende Stellung. Mit dem Kapital der DEA errichtete die OLEX in ganz Europa Vertriebsgesellschaften für das in Galizien geförderte Öl. Zugleich erwarb die DEA die Aktienmehrheit der Raffinerie Trzebinia.<ref>Andreas Resch: Industriekartelle in Österreich vor dem Ersten Weltkrieg. Duncker & Humblot, 2002, S. 193.</ref>

1917 brachte die DEA im elsässischen Pechelbronn den ersten Ölschacht der Welt nieder. Anders als bei der oberflächennahen Gewinnung oder der Gewinnung durch Ölbohrungen wurde hier zum ersten Mal Öl mithilfe eines „bergmännischen“ Schachtbauverfahrens gefördert.<ref name=":2" />

Während das Unternehmen zwischen 1914 und 1918 prosperierte, verlor es mit dem Ende des Ersten Weltkriegs den Hauptteil der Produktion im Ausland. Die Erdölförderung in Deutschland genügte nicht, um das Überleben des Unternehmens zu gewährleisten, weswegen sich die DEA bis zur Mitte der 1930er-Jahre auf die Gewinnung von Mineralöl durch Kohleverflüssigung mit eigenen Bergwerken und Schwelereien konzentrierte.<ref>F. Weber: Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet? diplom.de, 2004, S. 14.</ref>

NS-Zeit

Das Unternehmen profitierte ab 1934 von den nationalsozialistischen Autarkiebestrebungen. Unter anderem beteiligte sich die DEA an der Brabag, die aus Braunkohle synthetische Kraftstoffe herstellte, produzierte aber auch selbst im Blasendestillationsverfahren Diesel sowie Schwer- und Heizöl aus Kohle in eigenen großen Schwelwerken, zum Beispiel in Rositz. Zudem engagierte sich die DEA als ein Hauptinvestor am Reichsbohrprogramm und als einflussreicher Gesellschafter an Erdölkonsortien, wie der Karpaten-Öl AG oder Kontinentale Öl AG, die gemeinsam an der Exploration, Erschließung und Förderung von Erdöl im Elsass, in Galizien, Südmähren und der Slowakei tätig waren.<ref name=":2" /><ref>R. W. Ferrier, A. Fursenko: Oil In The World Economy. Routledge, 2016, S. 105.</ref> Weitere Unternehmensbeteiligungen bestanden an der Deutscher Mineralöl-Verkaufsverein GmbH und der Deutsche Viscobil Oel GmbH.<ref>Deutsche Erdöl-AG. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref>

1937/1938 wurden die jüdischen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder aus dem Unternehmen ausgeschlossen. Die DEA setzte außerdem in großem Maßstab Zwangsarbeiter ein.<ref name=":2" /><ref>Rainer Karlsch, Raymond G. Stokes: Faktor Öl. Die Mineralölwirtschaft in Deutschland 1859–1974. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50276-8, S. 162, 202, 225.</ref> Wie sich die Beziehungen zwischen der Firmenleitung und dem NS-Regime tatsächlich darstellten, wurde bisher noch nicht untersucht.

Damals deckte die Geschäftstätigkeit des Unternehmens einen Großteil der Produktions- und Lieferkette ab: Gewinnung, Weiterverarbeitung und Verwertung von Mineralölprodukten und deren Weiterverkauf, Erwerb von und Handel mit Schürfrechten sowie die Herstellung von Bergbaumaschinen und -ausrüstungen.<ref>T. Kockel: Deutsche Ölpolitik 1928–1938. Walter de Gruyter, 2005, ISBN 3-05-004071-8, S. 176.</ref>

Im Jahr 1938 betrieb das Unternehmen das Steinkohlebergwerk Zeche Graf Bismarck in Gelsenkirchen und die Zeche Königsgrube in Wanne-Eickel.<ref>Graf Bismarck. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref><ref>5 Zeche Königsgrube. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> Die Braunkohleproduktion konzentrierte sich auf Niederlassungen in der Region Borna im Verwaltungsbezirk Leipzig und umfasste diverse Braunkohlewerke, Brikettfabriken, eine Steingutfabrik und eine Ziegelfabrik.<ref>Die Niederlassung der DEA in Borna. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref>

Nachdem die Schöneberger Firmenzentrale durch einen Bombenangriff erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden war, wurde 1945 die DEA-Hauptverwaltung samt der leitenden Mitarbeiter von Berlin nach Wietze im Landkreis Celle umgesiedelt.

Nachkriegszeit

Datei:DEA-Tankstelle an der Hamburger Landstraße, Ecke Mielkendorfer Weg in Schulensee (Kiel 36.852).jpg
DEA-Tankstelle in Molfsee (1965)

Im November 1949 wurden die Hauptverwaltung und die Verkaufsorganisation für Mineralöle von Wietze im Landkreis Celle nach Hamburg in die Spitalerstraße 10 verlegt; der handelsrechtliche Hauptsitz war bereits 1947 von Berlin in die Hansestadt überführt worden.<ref>Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft Hamburg: Geschäftsbericht für die Zeit vom 21.6.1948 bis zum 31.12.1949 und für das Geschäftsjahr 1950, Hamburg 1951, S. 13.</ref> 1977 wurde der Geschäftssitz in die Hamburger City Nord verlegt.<ref>Vom Schinderrasen zum Überseering. Zwei Jahre Baugeschichte in Hamburgs City Nord sind der jüngste Abschnitt einer 78jährigen Firmengeschichte. panorama TEXACO, Heft 3/77, S. 2–7.</ref>

Als Teil der Expansion der Ölproduktion in Deutschland in den 1950er-Jahren erschloss die DEA dort diverse neue Felder. Im Jahr 1956 brachten Wintershall und DEA die Deutsche Gasolin in Aral ein. 1960 verließ die DEA den Aral-Konzern wieder, um ein eigenes Tankstellennetzwerk aufzubauen.<ref>Rainer Karlsch, Raymond G. Stokes: Faktor Öl. Die Mineralölwirtschaft in Deutschland 1859–1974. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50276-8, S. 318 ff.</ref>

Im Jahr 1963 leisteten der DEA-Mitarbeiter Rudolf Dittrich und sein Team in Wietze einen entscheidenden Beitrag für die Rettung von vierzehn Bergleuten, die durch das Grubenunglück von Lengede in Niedersachsen unter Tage eingeschlossen worden waren. Im Zusammenwirken mit anderen Rettern setzten sie dafür ganz neue Bohrtechniken ein. Die erfolgreiche Rettung ist in der deutschen Geschichte als das Wunder von Lengede bekannt.<ref>Arne Grohmann: Ohne ihn hätte es das „Wunder von Lengede“ nicht gegeben. 11. Dezember 2019, abgerufen am 9. Juni 2020.</ref><ref>Lengeder Ausstellung in Hamburg zu sehen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Juni 2020; abgerufen am 9. Juni 2020.</ref>

Im Jahr 1965 erwirtschaftete die DEA-Gruppe einen Umsatz von 2,01 Milliarden DM und hatte 26.400 Beschäftigte. Im Jahr 1966 übernahm die Texaco über 90 % der DEA-Aktien.<ref>Rainer Karlsch, Raymond G. Stokes: Faktor Öl. Die Mineralölwirtschaft in Deutschland 1859–1974. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50276-8, S. 357.</ref> 1970 wurde aus der DEA die Deutsche Texaco AG. Um das Jahr 1970 herum wurde der Bergwerksbesitz in die Ruhrkohle AG (RAG) eingebracht.<ref name=":3">historische alte Aktien und Wertpapiere, Sammleraktien von HAHN: Deutsche Erdöl Aktiengesellschaft. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref>

Übernahme, Umstrukturierung und Verkauf durch RWE

Durch die Übernahme der Deutsche Texaco durch die RWE AG im Jahr 1988 entstand die RWE-DEA Aktiengesellschaft für Mineraloel und Chemie. Ab Juli 1989 wurden die Tankstellen des Unternehmens erneut auf den Namen „DEA“ umgerüstet, die Umbenennung und die dadurch erforderliche Umgestaltung von bundesweit rund 2000 Tankstellen nahm Kosten von ungefähr 50 Millionen D-Mark in Anspruch. Die Maßnahme wurde als „die größte Unternehmens-Umbenennung in der bundesdeutschen Geschichte“ bezeichnet.<ref>Tankstellen-Premiere. In: Hamburger Abendblatt. 4. Juli 1989, abgerufen am 3. August 2022.</ref> Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Tankstellennetzwerk auf Ostdeutschland ausgeweitet.<ref name=":3" />

Datei:Dea Haltern.jpg
DEA-Tankstelle in Haltern am See (Kreis Recklinghausen), die letzte DEA-Station in Deutschland, Aufnahme aus dem Jahr 2015

Die Chemiesparte Condea wurde 2001 an das südafrikanische Unternehmen Sasol verkauft. Das Joint Venture Fuchs Dea Schmierstoffe GmbH & Co. KG zwischen den Partnern Fuchs Petrolub AG und DEA Mineraloel AG wurde zum 31. Dezember 2001 beendet. Im Jahr 2002 wurde das Downstreamgeschäft (Raffinerien, Logistik, Tankstellen) unter dem Namen Shell & DEA Oil GmbH in ein Joint Venture mit Shell eingegliedert, das zum 1. Juli 2002 vollständig von Shell übernommen wurde.<ref>Geschichte von Shell in Deutschland. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> Seit Mitte 2002 konzentriert sich RWE-Dea auf das Upstreamgeschäft.<ref name=":0" /> Ab 2004 wurden die meisten DEA-Tankstellen in „Shell“ umgeflaggt, und einige wurden verkauft. Die letzte deutsche DEA-Tankstelle stand zunächst in Haltern. Die Shell AG betrieb sie weiter, um sich die Markenrechte an „DEA“ dauerhaft zu sichern.<ref>Holger Steffe: Die letzte DEA-Tankstelle Deutschlands steht in Haltern. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Juni 2020; abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> Im Jahr 2017 wurde diese Tankstelle geschlossen und durch eine alte Shell-Tankstelle mit DEA-Markenzeichen in Lichtenfels ersetzt (Lage

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  }}).<ref>„Uns stört der Preis“. Obermain-Tagblatt, 3. Februar 2017, abgerufen am 9. Juni 2020.</ref>

Im März 2013 kündigte RWE an, DEA verkaufen zu wollen, um mit dem Erlös einen Teil seiner Schulden in Höhe von 33 Milliarden Euro zu tilgen. Bis Anfang 2014 hatte RWE in einem Auktionsverfahren mindestens drei Angebote erhalten.<ref>RWE erhält mindestens drei Gebote für Öl- und Gasförderer Dea – WSJ.de. 22. Februar 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Februar 2014; abgerufen am 9. Juni 2020.</ref><ref>n-tv Nachrichten: Drei Interessenten geben Angebot für RWE-Tochter DEA ab. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref><ref>RWE-Ölfördertochter Dea kommt unter russische Kontrolle – Wirtschaft-News – Süddeutsche.de. 17. März 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. März 2014; abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> Eines stammte von L1 Energy, einer Tochter der LetterOne Group. Die LetterOne Group ist eine Investmentgesellschaft mit Sitz in Luxemburg, deren Haupteigentümer (indirekt über die Alfa Group) der russische Oligarch Michail Fridman ist. Am 16. März 2014 teilte RWE mit, dass man sich mit LetterOne über den Verkauf der DEA einig geworden sei. RWE Dea wurde auf 5,1 Milliarden Euro bewertet.<ref>Deutsche Welle (www.dw.com): RWE to sell DEA gas and oil division to Russian oligarch | DW | 17. März 2014. Abgerufen am 9. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 30. März 2014 verkündete RWE, dass der Vertrag mit der LetterOne Group unterzeichnet worden sei.<ref>FOCUS Online: Verkauf von RWE Dea an russischen Oligarchen besiegelt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Juni 2020; abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> Im Juni ordnete der damalige deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Untersuchung des Verkaufs an, die zwei Monate andauerte.<ref>Verkauf aufgehalten: Gabriel prüft RWE-Dea-Verkauf an russischen Oligarchen. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (Online [abgerufen am 9. Juni 2020]).</ref> Am 22. August 2014 stimmte die deutsche Regierung der Übernahme zu.<ref>Markus Balser: Verkauf der RWE-Tochter Dea – Hand am Hahn. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> Im Oktober 2014 berichtete die Financial Times, dass der damalige britische Energieminister Edward Davey angesichts verschärfter Sanktionen gegen Russland dem Verkauf nicht zustimmen wollte.<ref>RWE: Briten verweigern Plazet für Dea-Verkauf. In: Der Spiegel. 16. Oktober 2014, abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> Die milliardenschwere Transaktion wurde trotz der Bedenken der britischen Regierung zu Beginn der ersten Märzwoche 2015 abgeschlossen.<ref>Deutsche Welle (www.dw.com): RWE schließt Dea-Verkauf an Russen ab | DW | 2. März 2015. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref><ref>Germany clears $6.9 billion RWE unit sale to Russian investor. In: Reuters. 22. August 2014 (Online [abgerufen am 9. Juni 2020]).</ref>

Fusion mit der Wintershall Holding GmbH

Am 27. September 2018 wurde eine bindende Vereinbarung zur Fusion von DEA und Wintershall bekanntgegeben.<ref>Wintershall, DEA reach agreement on German oil & gas merger – Xinhua | English.news.cn. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. August 2020; abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> Die Fusion erfolgte mit offizieller Genehmigung im Mai 2019.<ref>Wintershall, DEA complete merger. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> Es entstand das führende unabhängige Gas- und Ölunternehmen in Europa.<ref>Chemiebranche: Fusion von BASF-Tochter Wintershall und Dea abgeschlossen. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> BASF hält 67 % und LetterOne 33 % der Stammaktien an Wintershall Dea.<ref>LetterOne and BASF merge businesses to create Wintershall Dea. 1. Mai 2019, abgerufen am 9. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Berücksichtigung des Werts des Midstream-Geschäfts von Wintershall Dea erhielt BASF außerdem Vorzugsaktien, wonach sich der derzeitige Gesamtanteil von BASF auf 72,7 % am gesamten Aktienkapital des Unternehmens beläuft.<ref>BASF, LetterOne complete merger of oil and gas operations. 13. Mai 2019, abgerufen am 9. Juni 2020.</ref> Die Vorzugsaktien sollten am 1. Mai 2022 oder im Zuge eines möglicherweise früheren Börsengangs in Stammaktien umgewandelt werden.<ref>Annual Report 2019. (PDF) In: Wintershall Dea. Abgerufen am 9. Juni 2020.</ref>

Verkauf an die Harbour Energy

Kurz vor Weihnachten 2023 wurde bekannt, dass die Wintershall Dea an die britische Harbour Energy verkauft werden soll. Die beiden deutschen Firmensitze in Kassel und Hamburg sollen in dem Zusammenhang geschlossen werden.<ref>Handelsblatt Online: BASF verkauft Wintershall – Hunderte Jobs fallen weg. Abgerufen am 12. Februar 2024.</ref>

Literatur

  • RWE-DEA-Aktiengesellschaft für Mineralöl und Chemie (Hrsg.): 1899-1999. 100 Jahre RWE-DEA. Hamburg 1999, ISBN 3-00-003548-6.
  • Rainer Karlsch, Raymond G. Stokes: Faktor Öl. Die Mineralölwirtschaft in Deutschland 1859–1974. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50276-8.
  • F. Weber: Warum hat sich in Deutschland kein integrierter nationaler Mineralölkonzern herausgebildet? diplom.de, 20. Juli 2004, ISBN 3-8386-8140-1.
  • H. James, M. L. Müller; Historische Gesellschaft der Deutschen Bank e. V.: Georg Solmssen – ein deutscher Bankier: Briefe aus einem halben Jahrhundert 1900–1956. C. H. Beck, 2012, ISBN 978-3-406-62795-8.
  • R. W. Ferrier, A. Fursenko: Oil In The World Economy. Routledge, 2016, ISBN 978-1-317-23494-4.
  • Manfred Grieger, Rainer Karlsch: Treibstoff für den Weltkrieg. Die Deutsche Erdöl AG 1933-1945. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 2022, ISBN 978-3-95542-511-1.

Weblinks

Commons: DEA – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references />

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