Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Primärberührungseffekt – Wikipedia Zum Inhalt springen

Primärberührungseffekt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Dentalberührung)

Als Primärberührungseffekt bezeichnet man in der Sprachwissenschaft ein bestimmtes Lautgesetz, das in der urindogermanischen Sprache gewirkt hat.

Beschreibung

Wenn im Urindogermanischen Plosive aufeinander oder auf /s/ getroffen sind, hat sich der vordere bezüglich der Stimmhaftigkeit an den hinteren angepasst. Es wurde also (in beliebiger Kombination) /p/, /t/, /k/ vor /b/, /d/, /g/ stimmhaft, also zu /b/, /d/, /g/. Umgekehrt wurde /b/, /d/, /g/ vor /p/, /t/, /k/, /s/ stimmlos, also zu /p/, /t/, /k/.

Beispiele:

  • uridg. *skabtis > *skaptis ( > urgerm. *skaft- > ahd. gi-scaft ‚Geschöpf‘)
  • uridg. *h₃réǵ-os > urgerm. *rekaz ( > on. folkrekr; vgl. lat. rēx ‚Recht‘)

Dadurch können zwei Formen desselben Wortes einen entsprechenden Wechsel von Medien und Tenues aufweisen.

Beispiel:

  • lat. scrībere ‚schreiben‘ : lat. scrīptum ‚Geschriebenes‘

Durch spätere Lautveränderungen, wie z. B. die Urgermanische und die althochdeutsche Lautverschiebung können sich diese Unterschiede noch vergrößern.

Beispiele:

  • mhd. decken : dahte / gedaht
  • mhd. mugen : mohte / gemoht
  • mhd. würken : worhte / geworht

Siehe auch

Literatur

  • Hans Krahe: Indogermanische Sprachwissenschaft (= Sammlung Göschen. Band 59). Berlin 1943, S. 69–70.