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Der Schrecken vom Amazonas

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Vorlage:Medienbox/Kopf
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1954
Länge 79 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Jack Arnold
Drehbuch Harry Essex,
Arthur Ross
Produktion William Alland
Musik Joseph Gershenson (musikalischer Leiter)
Kamera William E. Snyder
Schnitt Ted J. Kent
Besetzung

sowie ungenannt

Synchronisation

Der Schrecken vom Amazonas (Originaltitel: Creature from the Black Lagoon) ist ein im 3D-Format gedrehter Horrorfilm-Klassiker des US-amerikanischen Regisseurs Jack Arnold aus dem Jahre 1954. Er handelt von einer Forschungsexpedition, die in einem Seitenarm des Amazonas auf einen „Kiemenmenschen“ stößt, der halb Meeres- und halb Landlebewesen ist und zur tödlichen Bedrohung für die Expeditionsteilnehmer wird.

Inhalt

Handlung

Eine Gruppe von Geologen findet bei Grabungen am Amazonas eine versteinerte Hand, die von einem fehlenden Verbindungsglied zwischen Meeres- und Landlebewesen stammen könnte. Um nach weiteren Funden zu forschen, rüstet Dr. David Reed, ein Ichthyologe, eine neue Expedition aus, die neben ihm aus den Wissenschaftlern Williams, Thompson und Maia besteht. Reeds Freundin Kay Lawrence schließt sich der Expedition ebenfalls an.

Mit dem kleinen Dampfer „Rita“ macht man sich auf den Weg zum alten Lager, findet aber die zurückgelassenen Expeditionsmitglieder nur noch tot vor. Kapitän Lucas von der „Rita“ vermutet, dass sie von einem Jaguar getötet wurden, doch die Wissenschaftler können sich der Vermutung nicht anschließen. Als ein Besatzungsmitglied verschwindet, breitet sich unter den Forschern Unbehagen aus.

Weil weitere Grabungen kein Ergebnis bringen, entschließt man sich, weiter stromaufwärts zur sogenannten Schwarzen Lagune zu fahren, aus der der bisherige Fund herausgespült worden sein könnte. Unbemerkt ist ihnen ein „Kiemenmensch“, der sowohl an Land als auch unter Wasser atmen kann, bis in die Lagune gefolgt. Der Kiemenmensch beobachtet unter Wasser, wie Kay Lawrence ein Bad in der Lagune nimmt, und gerät in ein Fischernetz, aus dem er aber entkommen kann. Nachdem er zwei weitere Besatzungsmitglieder getötet hat, gelingt es den Forschern, ihn in einem Käfig zu fangen. In der Nacht kann er erneut entkommen und verletzt Dr. Thompson schwer.

Als sich die Forscher entschließen, die Expedition abzubrechen, finden sie den Ausgang der Lagune von Baumstämmen blockiert. David Reed versucht, die Blockade zu entfernen, wird aber vom Kiemenmenschen angegriffen. Dr. Williams ertrinkt beim Versuch, die Kreatur zu fangen. Kurz danach entführt der Kiemenmensch Kay in seine Höhle an Land. Bei der Befreiungsaktion wird er durch mehrere Gewehrschüsse verletzt und versinkt in den Tiefen der Schwarzen Lagune.

Thematik

Der Schrecken vom Amazonas gilt als Musterbeispiel für das Subgenre des Monsterfilms. Kritiker und Filmhistoriker zogen Parallelen zu King Kong und La Belle et la Bête (Hahn/Jansen<ref>Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction Films, 5. Auflage, Wilhelm Heyne Verlag, München 1992.</ref>) sowie zu Der weiße Hai (Phil Hardy<ref>Phil Hardy (Hrsg.): The Aurum Film Encyclopedia – Science Fiction, Aurum Press, London 1991.</ref>):

Der Schrecken vom Amazonas mag […] als Zusammenfassung der erotischen Mythologie des Genres und zugleich seine poetische Reflexion gelten. […] In Arnolds Film ist die genregemäße Rationalisierung (das Monster ist das letzte einer verschollenen Rasse, die sich in der Evolutionsgeschichte vor dem Menschen herausbildete) kaum noch mehr als eine ‚Zugabe‘ zum gotischen Schrecken und seiner Moral. Es ist der aus dem Horror-Genre bekannte Zyklus: die Beschwörung eines Teufels durch Eintritt in verbotenes Gebiet, durch einen frevelhaften Wissensdrang oder durch leichtsinnigen Umgang mit alten Überlieferungen, seine Erscheinung, seine ersten unbedeutenden und nur der Demonstration seiner Macht dienenden Opfer, seine Begegnung mit der Frau, die seiner Existenz plötzlich einen anderen Sinn zu geben scheint, seine Verletzlichkeit durch sie, seine Rückkehr in die Hölle.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Georg Seeßlen<ref>Georg Seeßlen: Kino des Utopischen. Geschichte und Mythologie des Science-fiction-Films, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1980.</ref>

„Trotz der abstoßenden Hässlichkeit, die auf ihre Weise schon wieder originell war, machte [die Kreatur] aufgrund ihrer Einsamkeit und Leidenschaft für Kay […] eine höchst beeindruckende Figur, die der von King Kong nicht unähnlich war: Der unbestrittene Gott einer abgekapselten Welt wird urplötzlich durch seine Schwäche für eine Schönheit verwundbar gemacht, die ihm nie zuvor begegnet ist.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Douglas Brode<ref>Douglas Brode: The Films of the Fifties, Citadel Press, Secaucus (New Jersey) 1976, zitiert nach Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Der Schrecken vom Amazonas. In dies.: Kultfilme. Von „Metropolis“ bis „Rocky Horror Picture Show“. 2. Auflage. Heyne-Filmbibliothek Nr. 73. Heyne, München 1987, ISBN 3-453-86073-X, S. 245–252.</ref>

Entstehung

Datei:Ricou Browning in his movie costume at Wakulla Springs (15055100304).jpg
Ricou Browning, einer der beiden Darsteller des Kiemenmenschen

Der Schrecken vom Amazonas entstand auf dem Studiogelände des Produktionsstudios Universal und an verschiedenen Drehorten in Kalifornien und Florida. Die Unterwasseraufnahmen wurden von einem Second-Unit-Team unter Leitung von James C. Havens in Wakulla Springs, Florida, gedreht.<ref name="imdb">Der Schrecken vom Amazonas in der Internet Movie Database.</ref>

In dem Kostüm des Kiemenmenschen steckte in den Unterwasseraufnahmen der professionelle Taucher Ricou Browning, der später unter anderem bei der Fernsehserie Flipper mitwirkte und für die Unterwasseraufnahmen in den James-Bond-Filmen Feuerball und Sag niemals nie verantwortlich zeichnete. Der Darsteller Ben Chapman spielte den Kiemenmenschen an Land.

Das Design für Maske und Kostüm des Kiemenmenschen wurde offiziell Bud Westmore, dem Leiter von Universals Make-up-Department, zugeschrieben, stammte aber tatsächlich von der Maskenkünstlerin und Schauspielerin Milicent Patrick (1915–1998), die unter anderem auch, ebenso ungenannt, die Aliens und Mutanten in den Jack-Arnold-Filmen Gefahr aus dem Weltall und Metaluna IV antwortet nicht entworfen hatte. Patrick wurde vom Studio auf Promotiontour für den Film geschickt, unter dem Titel „The Beauty Who Created the Beast“. Auf Betreiben Westmores wurde der Name der Tour dann aber bald auf „The Beauty Who Lives With the Beast“ geändert, um zu verhindern, dass Patrick als Urheberin aufschien.<ref>Mallory O’Meara: The Lady from the Black Lagoon: Hollywood Monsters and the Lost Legacy of Milicent Patrick, Hanover Square Press, Toronto 2019, ISBN 978-1-335-93780-3, S. 204–207</ref> Das Aussehen der Kreatur war unter anderem inspiriert von alten Darstellungen zweier mittelalterlicher Fabelwesen, des Meermönchs und des Seebischofs.

Gleich fünf Musiker waren an der Komposition der Filmmusik beteiligt: Hans J. Salter, Henry Mancini, Herman Stein, Milton Rosen und Robert Emmett Dolan. Keiner von diesen wurde in den Titeln genannt, stattdessen fand Joseph Gershenson Erwähnung für „Musical Direction“. Mancini erklärte in einem Interview, dass es zu jener Zeit bei Universal üblich war, dass Gershenson, Leiter der Musikabteilung, mehreren Musikern gleichzeitig die Komposition für ein Projekt übertrug, um so Zeit zu sparen.<ref>John Stanley: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Composer from the Black Lagoon (Memento vom 13. Mai 2008 im Internet Archive), Dark Corridors Vol. 1, No. 8, 2000, abgerufen auf thecolumnists.com am 3. März 2012.</ref>

Ursprünglich wurde der Film für das Polarisationsverfahren in 3D aufgenommen.<ref>Technische Daten bei der IMDb</ref><ref>3D-Filme in diesem Verfahren</ref> Bei der Projektion wird hierfür jedoch eine teure silberbeschichtete Leinwand benötigt, die in der Lage ist, das polarisierte Licht zurückzustrahlen. Zwei mechanisch gekoppelte Projektoren müssen beide Filme (einen für das linke und einen für das rechte Auge) bildgenau aufführen. Dabei passierte es immer wieder, dass einer der Filme riss und dann eine passgenaue Aufführung kaum mehr möglich war und der Film in der normalen „flachen“ Version fortgesetzt werden musste. Aus diesen Gründen wurde der Film umkopiert in das billigere anaglyphe Rot-Grün-Verfahren, das mit nur einem Film auskommt und auf eine normale Kinoleinwand projiziert werden kann. Diese Fassung wurde am 28. August 2010 von dem TV-Sender ARTE ausgestrahlt. Auch im WDR-Fernsehen wurde der Film im Anaglyphen-Verfahren Anfang der 1980er gezeigt. Vielfach wurde der Film (im Kino, im Fernsehen und auf Video/DVD) aber auch nur in flachem Schwarzweiß gezeigt.

Synchronisation

Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Rank Film Synchronproduktion in Hamburg. Für Dialogbuch und Dialogregie war Edgar Flatau verantwortlich.<ref>Der Schrecken vom Amazonas (1954). In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 12. Februar 2023.</ref><ref>Der Schrecken vom Amazonas. In: synchrondatenbank.de. Abgerufen am 12. Februar 2023.</ref>

Veröffentlichungen

Kinostart

Der Schrecken vom Amazonas startete am 5. März 1954 in den amerikanischen und am 24. September 1954 in den bundesdeutschen Kinos. In Österreich startete der Film im selben Jahr unter dem Titel Das Ungeheuer der schwarzen Lagune.<ref name="imdb" /><ref name="ldif" /><ref>Illustrierter Film-Kurier (Wien), Wien August 1954.</ref>

Rolle Darsteller Synchronsprecher
David Reed Richard Carlson Hermann Lenschau
Kay Lawrence Julie Adams Gertrud Meyen
Carl Maia Antonio Moreno Rudolf Fenner
Mark Williams Richard Denning Rolf Mamero
Dr. Thompson Whit Bissell Friedrich Schütter

DVD/Blu-ray/Super-8

  • In den USA erschien Creature From the Black Lagoon 2000 als Einzel-DVD und 2004 als Teil einer Box mit allen drei Teilen unter dem Titel Creature From the Black Lagoon: The Legacy Collection. In Deutschland erschien Der Schrecken vom Amazonas als Einzel-DVD 2004 und 2010 mit wechselndem Cover und dem Zusatz „Monster Collection“ beziehungsweise „Universal Horror“. Alle diese Veröffentlichungen präsentieren den Film in nicht-stereoskopischem Schwarzweiß und enthalten neben dem Hauptfilm eine Dokumentation und einen Audiokommentar des Filmhistorikers Tom Weaver.
  • 2012 erschien Creature From the Black Lagoon auf Blu-ray als Teil der „Universal Monsters Collection“-Box. Diese Veröffentlichung enthält den Film in einer 3D- und einer nicht-stereoskopischen Version. Gegenüber früheren Fassungen werden beide Versionen statt im 1,33:1-Normalbild- bzw. Open-Matte-Format in einem abgekaschten 1,85:1-Breitwandformat präsentiert.
  • Piccolo Film veröffentlichte in Deutschland eine 110-Meter-Kurzfassung des Films in 3D auf Super-8 (ca. 15 Minuten lang).

Filmmusik

Hans J. Salters Filmmusik erschien wiederholt auf Kompilationsalben, wobei diese zumeist nicht die Originalaufnahmen, sondern Neueinspielungen enthielten.<ref>Übersicht der Veröffentlichungen der Filmmusik auf Soundtrackcollector.com</ref> 1994 erschien ein 15-minütiger Auszug aus den Originalaufnahmen auf dem Album Creature From the Black Lagoon. A Symphony of Film Music by Hans J. Salter auf dem US-Label Intrada. Das Label Monstrous Movie Music veröffentlichte 2000 das Kompilationsalbum Creature from the Black Lagoon (and other Jungle Pictures), das erstmals alle Kompositionen der fünf beteiligten Musiker enthielt, eingespielt vom Radiosinfonieorchester der Slowakei.

Buch zum Film

1954 erschien eine Romanfassung, verfasst von John Russell Fearn unter dem Pseudonym Vargo Statten. Eine weitere, stärker vom Film abweichende Romanadaption erschien 1977, verfasst von Walter Harris unter dem Pseudonym Carl Dreadstone.<ref>Eintrag zur Ausgabe von 1954 auf Isfdb.org</ref><ref>Eintrag zur Ausgabe von 1977 auf Isfdb.org.</ref>

Kritik

Die ersten drei Rezensionen datieren nahe zum Filmstart, die nachfolgenden entstanden in zeitlich größerem Abstand:

„Regisseur Jack Arnold liefert in puncto Schauereffekte und Spannung erstklassige Arbeit ab.“

Variety<ref>“Jack Arnold’s direction does a firstrate job of developing chills and suspense […].” <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein..</ref>

„Die Geschehnisse über und unter Wasser wurden in 3D gefilmt, um eine Illusion der Tiefe zu erzeugen, wenn man sie durch polarisierte Gläser betrachtet. Der Abenteuergeschichte fehlt die Tiefe.“

The New York Times<ref>“The proceedings above and under water were filmed in 3-D to impart an illusion of depth when viewed through polarized glasses. This adventure has no depth.” Besprechung in The New York Times vom 1. Mai 1954, abgerufen am 1. März 2012.</ref>

„Naiv-gruseliger Unsinn.“

6000 Filme<ref>6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage, Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 379.</ref>

„Archetypischer 50er Jahre-Monsterfilm, der so oft kopiert wurde, dass er etwas von seiner Kraft eingebüßt hat, aber die Geschichte […] hat immer noch Unterhaltungswert.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Leonard Maltin<ref>“Archetypal ’50s monster movie has been copied so often that some of the edge is gone, but story […] is still entertaining […].” Leonard Maltin’s 2008 Movie Guide. Signet/New American Library, New York 2007.</ref>

„Die mechanisch ablaufende Geschichte […] wird durch Arnolds Sinn für atmosphärische Schauplätze und die oft sympathische Darstellung des Monsters stark aufgewertet. Interessanterweise wird die Bedrohung auch als sexuell wahrgenommen (insbesondere in der Szene, in der das Wesen gebannt unter der mit einem hautengen Badeanzug bekleideten [Julie] Adams schwimmt), wodurch der Film als Vorläufer des Weißen Hais gesehen werden kann.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Geoff Andrew: Time Out Magazine<ref>“The routine story […] is mightily improved by Arnold’s sure sense of atmospheric locations and by the often sympathetic portrait of the monster. Interestingly, the threat is perceived as partly sexual (notably in the scene where the creature swims mesmerised beneath the tightly swimsuited Adams), and thus the film can be seen as a precursor of Jaws.” Time Out Film Guide, Seventh Edition 1999. Penguin, London 1998.</ref>

„Arnold […] inszenierte das abenteuerliche Geschehen als ‚Ökothriller‘ mit erotischen Akzenten um eine gefährdete und unbekannte Natur. Wertung: 3 Sterne (sehr gut).“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“<ref>Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 722.</ref>

„Seinerzeit im 3-D-Verfahren hergestellter Abenteuerfilm mit raffinierten Unterwasseraufnahmen, der mit seinen naiv-gruseligen Schauereffekten gute und lange Zeit unterschätzte Unterhaltung bietet. Ein Musterbeispiel an filmästhetischer Homogenität, wie man es selten im Genrekino findet.“

Für den Schriftsteller Stephen King war Creature from the Black Lagoon der erste Horrorfilm, den er als Kind gesehen hatte. Er begleitete seine Mutter und ihren damaligen Freund zusammen mit seinem Bruder dafür ins Autokino, wo sie sich den Film gemeinsam ansahen. Er schrieb, er erinnere sich nur an eine Szene aus dem Film, die aber einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe, und in der das Monster den Hauptdarstellern auflauert, die sich mit ihrem Schiff in der Lagune befinden. Er schrieb, in diesem Moment sei das Monster zu „seinem Monster“ geworden und er wusste, dass es ihn „später an der schwarzen Lagune seiner Träume besuchen und dort wesentlich realistischer aussehen würde. Er konnte im Schrank warten, wenn wir zurückkehrten; er konnte zusammengekauert in der Dunkelheit des Badezimmers am Ende des Flurs hocken und nach Algen und Sumpffäulnis stinken und bereit sein für einen kleinen Jungen als Nachmitternachtssnack.“<ref name="Danse Macabre 221">Stephen King: Danse Macabre. Wilhelm Heyne Verlag, München 2010 (Übersetzung von Joachim Körber), ISBN 978-3-453-43573-5, S. 221–223.</ref>

Rezeption und Nachwirkungen

Datei:Eucritta1DB.jpg
Lebendrekonstruktion von Eucritta melanolimnetes

Fortsetzungen

Aufgrund des kommerziellen Erfolgs des Films entstanden zwei Fortsetzungen: Die Rache des Ungeheuers (Revenge of the Creature, 1955), der ebenfalls von Jack Arnold in 3D gedreht wurde, und Das Ungeheuer ist unter uns (The Creature Walks Among Us, 1956) vom Regisseur John Sherwood, der als reiner Schwarzweißfilm in die Kinos kam. In beiden Fortsetzungen spielte wieder Ricou Browning den Kiemenmenschen in den Unterwasseraufnahmen. Für die Aufnahmen an Land schlüpften in Die Rache des Ungeheuers Tom Hennesy, in Das Ungeheuer ist unter uns Don Megowan in das Kostüm. Nestor Paiva, der im ersten Teil Kapitän Lucas verkörperte, trat auch in Die Rache des Ungeheuers auf.

Rezeption im Filmbereich

Daneben taucht der Film oder das Ungeheuer auch in anderen Zusammenhängen auf. So kommen Marilyn Monroe und ihr Filmpartner in Billy Wilders Komödie Das verflixte 7. Jahr aus dem Jahr 1955 aus einem Kino, in dem Der Schrecken vom Amazonas gezeigt wird. 1964 tauchte der Kiemenmensch in der Fernsehserie Die Munsters in der Folge Love Comes to Mockingbird Heights auf und erhielt den Namen „Onkel Gilbert“ (von „Gill Man“, deutsch „Kiemenmensch“).

In dem Rock-’n’-Roll-Film Cry-Baby mit Johnny Depp von 1990 sind im Rahmen einer Gefängnis-Vorführung in einem verdunkelten JVA-Saal während eines Einbruchs einige Szenen aus dem Horrorfilm zu sehen. Der Film Das Flüstern des Wassers aus dem Jahr 2017 wurde ebenfalls von dem Klassiker inspiriert und setzt ihn im ursprünglichen zeitlichen Umfeld der 1950er Jahre, aber an der Ostküste der Vereinigten Staaten neu in Szene, wobei auch die aus moderner Sicht sehr fragwürdigen Gesellschaftsmerkmale (Rassentrennung, Kalter Krieg, Bestrafung von Homosexualität) der damaligen Zeit sowie allgemein das Lebensrecht Andersartiger thematisiert werden.

Rezeption im Musikbereich

Im Musikbereich gibt es mehrere Rezeptionen, bei denen der Film und die Kreatur aufgegriffen wurden oder bei denen sie als Inspiration dienten, vor allem im Bereich des Rockabilly und des Heavy Metal. So benannten zahlreiche Bands und Musiker unterschiedliche Songs als The Creature from the Black Lagoon, darunter der walisische Musiker Dave Edmunds auf seinem Album Repeat When Necessary von 1979,<ref name="Repeat When Necessary" /> die amerikanische Rockabilly-Band The Cramps mit einem Song ihres Albums Stay Sick von 1990,<ref name="Stay Sick" /> The Other auf The Place to Bleed von 2009<ref name="The Place to Bleed" /> und The Monsters auf dem 2013 erschienenen Album The Hunch.<ref name="The Hunch" /> Die Funkband The Jimmy Castor Bunch veröffentlichte 1972 den Song Say Leroy (The Creature from the Black Lagoon in Your Father) auf dem Album Phase Two<ref name="Phase Two" /> und die amerikanische Metal-Band Iced Earth veröffentlichte den Song Dragon’s Child auf ihrem Album Horror Show aus dem Jahr 2001, der ebenfalls von der Kreatur inspiriert wurde.<ref name="Horror Show" />

Sam McKinley benannte sein Harsh-Noise-Wall-Projekt The Rita nach dem Boot im Film und nutzte diverse Anspielungen und Zitate, um sich mit der Dekonstruktion und Abstraktion der Frau in Gesellschaft und Kunst zu befassen.<ref name="Triad">Interview. Archaic Triad zitiert nach The Rita, abgerufen am 9. Oktober 2023.</ref>

Rezeption in der Wissenschaft

Das Filmmonster fand auch Eingang in die Paläontologie. Als Jenny Clack von der Universität Cambridge ein neues Fossil entdeckte, benannte sie es Eucritta melanolimnetes (griechisch für creature from the black lagoon).<ref>Clack (1998) Nature 394: 66-69; und Clack (2001) Transactions of the Royal Society of Edinburgh: Earth Sciences 92, 75-95.</ref>

Literatur

  • Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Der Schrecken vom Amazonas. In dies.: Kultfilme. Von „Metropolis“ bis „Rocky Horror Picture Show“. 2. Auflage. Heyne-Filmbibliothek Nr. 73. Heyne, München 1987, ISBN 3-453-86073-X, S. 245–252.

Weblinks

Commons: Der Schrecken vom Amazonas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="Stay Sick"> The Cramps – Stay Sick!, Album auf discogs.com; abgerufen am 21. April 2025. </ref> <ref name="The Place to Bleed"> The Other – The Place to Bleed, Album auf discogs.com; abgerufen am 21. April 2025. </ref> <ref name="The Hunch"> The Monsters – The Hunch, Album auf discogs.com; abgerufen am 21. April 2025. </ref> <ref name="Repeat When Necessary"> Dave Edmunds – Repeat When Necessary, Album auf discogs.com; abgerufen am 21. April 2025. </ref> <ref name="Phase Two"> The Jimmy Castor Bunch – Phase Two, Album auf discogs.com; abgerufen am 21. April 2025. </ref> <ref name="Horror Show"> Iced Earth – Horror Show, Album auf discogs.com; abgerufen am 21. April 2025. </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang With These Hands | Frauen in der Nacht | Gefahr aus dem Weltall | Das gläserne Netz | Der Schrecken vom Amazonas | Duell mit dem Teufel | Die Rache des Ungeheuers | Metaluna IV antwortet nicht | Tarantula | Auf der Spur des Todes | Du oder Ich | Die unglaubliche Geschichte des Mister C. | Kreuzverhör | Des Teufels Lohn | Immer Ärger mit den Frauen | Mit Siebzehn am Abgrund | The Space Children | Der Schrecken schleicht durch die Nacht | Auf der Kugel stand kein Name | Die Maus, die brüllte | Junggeselle im Paradies | Staatsaffären | Ein tollkühner Draufgänger | Hello Down There | Black Eye | Boss Nigger | Per Saldo Mord | The Wackiest Wagon Train in the West | Marilyn Monroe – Eine wahre Geschichte (TV) Vorlage:Klappleiste/Ende

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