Herbst-Seidelbast
<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />
| Herbst-Seidelbast | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Daphne gnidium3.jpg
Herbst-Seidelbast (Daphne gnidium) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Daphne gnidium | ||||||||||||
| L. |
Der Herbst-Seidelbast (Daphne gnidium) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seidelbast (Daphne) und gehört zur Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae). Das Artepitheton „gnidium“ ist griechisch-lateinischer Herkunft und bezieht sich auf die kleinasiatische Stadt Knidos (kókkos knídios: Knidische Beere).
Beschreibung
Der Herbst-Seidelbast ist ein immergrüner Strauch, der eine Wuchshöhe von etwa 0,6 bis zwei Meter erreicht.<ref name=tela>Daphne gnidium bei Telebotanica (fr.)</ref> Während er im oberen Bereich reich beblättert ist, ist er im unteren Bereich beinahe kahl. Seine, besonders im unteren Teil verzweigten Äste sind nach oben gerichtet. Die glatten, zylindrischen Zweige laufen nach oben spitz zu. Sie sind braun berindet und bilden im oberen Bereich eine flaumige Behaarung aus.<ref name=tela/>
Die einnervigen, kahlen, etwas ledrigen Blätter sind über die ganze Länge der Zweige dicht spiralig angeordnet. Sie entwickeln eine Länge von drei bis vier Zentimetern, ihre Breite variiert zwischen drei und sieben Millimetern. Die Blattform ist linealisch bis lanzettlich, die Blattspitze stachelspitzig ausgeprägt. Durch einen Wachsüberzug erscheinen die Blätter blaugrün. Einmal pro Jahr erneuern sie sich.<ref name="Düll">Ruprecht Düll, Irene Düll: Taschenlexikon der Mittelmeerflora. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 978-3-494-01426-5, S. 129</ref><ref name=tela/>
An den Zweigspitzen entwickeln sich zwischen Juni bis Oktober die zwittrigen Blüten des Herbst-Seidelbasts, die in einer endständigen Rispe zusammengefasst sind.<ref name=tela/><ref>Daphne gnidium bei Plants for a Future</ref> Manche Florenwerke interpretieren den Blütenstand auch als einfache Traube<ref>Julve, Ph.: Baseflor. Index botanique, écologique et chorologique de la flore de France. Version 30 octobre 2015</ref>. Die Einzelblüte besitzt einen weißbehaarten Blütenstiel.<ref name=tela/> Die gelblichweiße, behaarte Blütenhülle wird vom Kelch gebildet. Kronblätter sind nicht vorhanden. Die vier Kelchblätter sind zu einer Kelchröhre verwachsen. Die vier ovalen Kelchlappen sind etwas kürzer als die Röhre.<ref name="Düll"/><ref name=tela/> Staubblätter und Narben sind im Kelch verborgen.<ref name="Düll2">Ruprecht Düll, Irene Düll: Taschenlexikon der Mittelmeerflora. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 978-3-494-01426-5, S. 22</ref> Auffallend ist der Duft der Blüten, der an Tee erinnert.<ref name="Düll"/>
Die ledrigen, einsamigen steinfruchtartigen Diasporen des Herbst-Seidelbasts werden unter Beteiligung der Blütenachse gebildet.<ref name="Düll"/> Manche Florenwerke interpretieren sie auch als Beeren.<ref name=tela/> Sie sind eiförmig, unbehaart und kaum fleischig. Ihre Farbe ist zunächst leuchtend rot, später nimmt sie eine schwärzliche Tönung an.<ref name="Düll"/><ref name=tela/>
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="IPCN" />
Ökologie
Die Blüten des Herbst-Seidelbasts sind nach Kugler Stieltellerblumen mit verborgenen Geschlechtsorganen. Nektar wird am Grund der Kelchröhre aufbewahrt. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch Bienenverwandte und Falter.<ref name="Düll"/><ref name="Düll2"/> Die Ausbreitung der Diasporen wird insbesondere endozoochor über Vögel sichergestellt.<ref name="Düll"/>
Vorkommen
Daphne gnidium kommt im gesamten Mittelmeerraum von den Kanaren bis Nordafrika vor. Er besiedelt Pinienwälder, Macchie und Garigue in Höhenlagen von Meeresniveau bis 1000 Meter. In küstennahen Macchien und Trockengebüschen ist er besonders häufig anzutreffen.<ref name=tela/>
Systematik
Der Herbst-Seidelbast wurde 1753 von Carl von Linné in seinem Werk Species Plantarum Band 1 als Daphne gnidium erstbeschrieben.<ref>Caroli Linnaei: Species plantarum, eingescannt bei Biodiversity Heritage Library </ref> Das griechisch-lateinische Artepitheton „gnidium“ bezieht sich auf die kleinasiatische Stadt Knidos (kókkos knídios: Knidische Beere).<ref>Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Birkhäuser, Basel/Stuttgart, 3. Aufl. 1996, ISBN 978-3-7643-2390-5, S. 181 f.</ref>
Als Synonyme gelten Laureola gnidium <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Samp., Mistralia gnidium <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Fourr. und Thymelaea gnidium <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) All. <ref>Daphne gnidium bei Tropicos</ref> Als Unterart ist Daphne gnidium subsp. mauritanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Nieto Fel.) Halda akzeptiert. Das Synonym von Daphne gnidium subsp. mauritanica lautet Daphne mauritanica <templatestyles src="Person/styles.css" />Nieto Fel.<ref>Daphne gnidium bei The Euro+Med Plantbase Project</ref>
Giftpflanze
Wie viele Seidelbaste ist auch der Herbst-Seidelbast stark giftig. Alle Teile, besonders jedoch Rinde und Samen weisen giftige Scharfstoffe auf, so beispielsweise Daphnetoxin. Bereits der Verzehr weniger Früchte kann zum Tode führen. Bei Berührung frisch abgetrennter Zweige können sich blasenartige Hautausschläge entwickeln.<ref name="Düll"/> Seine Samen wurden früher als schlechte und überschüssige Körpersäfte abführendes Heilmittel verwendet.<ref>Constantinus Africanus: De gradibus quos vocant simplicium liber. In: Constantini Africani post Hippocratem et Galenum ... Heinrich Petri, Basel 1536, S. 342–387; hier: S. 364</ref><ref>Gerhard Bahn (Hrsg.): Das Lexicon plantarum (Handschrift 604 der Münchener Universitätsbibliothek): Ein Vorläufer der deutschen Kräuterbuchinkunabeln. Teil II, Würzburg 1941 (= Texte und Untersuchungen zur Geschichte der Naturwissenschaften, 3), S. 42</ref>
Weblinks
- http://www.tela-botanica.org/eflore/BDNFF/4.02/nn/21581/synonymie
- http://herbarivirtual.uib.es/cas-med/especie/4647.html
- Thomas Meyer, Michael Hassler: Mittelmeer- und Alpenflora. [1]
Einzelnachweise
<references> <ref name="IPCN">Daphne gnidium bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> </references>