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Daniel Kapp

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Daniel Kapp (* 28. April 1968 in Kigali, Ruanda) ist ein deutsch-US-amerikanischer Unternehmer, PR-Berater und Kommunikationsexperte. Zwischen 2000 und 2011 war Kapp Pressesprecher verschiedener österreichischer Regierungsmitglieder der österreichischen Volkspartei, zuletzt von Finanzminister Josef Pröll.<ref>"Als Pressesprecher bin ich Propagandist". Abgerufen am 13. Juli 2025.</ref>

Werdegang

Kapp verbrachte seine Kindheit in Ruanda, Sambia, Malaysia und Burma, besuchte anschließend in Bonn das Collegium Josephinum sowie das Aloisiuskolleg und studierte schließlich ohne Abschluss Geschichte an der Universität Wien. Mit einem Stipendium des David Herzog Fonds forschte er 1996 am Central Archives for the History of the Jewish People zu den sogenannten Kasztner Transporten, Deportationen ungarischer Juden nach Wien und das damalige Niederdonau im Jahr 1944.<ref>Neonazis spotten über „Holo-Kult“. Abgerufen am 17. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seine Mutter ist die aus Chicago stammende Menschenrechtsaktivistin, Ethonolgin und Burma-Expertin Miriam Kapp,<ref name=":2">Helmar Dumbs: „Der Westen sollte die Sanktionen noch nicht aufheben“. In: Die Presse. 2. März 2013, abgerufen am 13. Februar 2023 (Interview mit der Ethnologin Miriam Kapp).</ref> sein Vater ein deutscher Diplomat.<ref name=":0">Oliver Pink: Die Sprecher der Politiker: Stimmen ihrer Herrn. In: Die Presse. 31. Oktober 2009, abgerufen am 16. Juni 2025.</ref><ref name=":3">Gerald John: Niemals nur ein Kofferträger. In: Der Standard. 15. April 2011, abgerufen am 16. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":4">Daniel Kapp. Kapp | Hebein | Partner, abgerufen am 16. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zunächst Mitarbeiter der EU-Abgeordneten Agnes Schierhuber, arbeitete Kapp ab dem Jahr 2000 im Landwirtschafts- und Umweltministerium als Pressesprecher für Wilhelm Molterer und ab 2003 für Josef Pröll (alle ÖVP), dem er 2008 ins Bundesministerium für Finanzen folgte.<ref name=":0" /> Kapp ist Mitglied des ÖVP Bauernbundes.<ref name=":0" /> Nach dem Rücktritt von Josef Pröll im Jahr 2011 zog sich auch Kapp aus der Politik zurück.<ref name=":1">APA: ÖVP-Pressesprecher: Neue schwarze Stimmen. In: Der Standard. 22. April 2011, abgerufen am 13. Februar 2023.</ref> Er gilt als enger Vertrauter Prölls und wurde in den Medien als dessen „alter ego“ bezeichnet.<ref name=":5">Mishpacha: „No regrets“. Abgerufen am 16. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Die Presse: „Job für Pröll-Sprecher Daniel Kapp“. Abgerufen am 16. Juli 2025.</ref> Im Landwirtschafts- und Umweltministerium arbeitete er zunächst als Pressesprecher für Wilhelm Molterer und ab 2003 für Josef Pröll (beide ÖVP), dem er 2008 ins Finanzministerium folgte. Nach dem Rücktritt von Josef Pröll im Jahr 2011 zog sich auch Kapp aus der Politik zurück,<ref name=":1" /> galt aber noch Jahre später als enger Vertrauter des gleichaltrigen Pröll.

Kapp arbeitete anschließend zunächst als Direktor im Wiener Büro der britischen Strategieberatung Brunswick Group LLP.<ref>APA: „Pröll-Sprecher Kapp geht zu Berater Brunswick“. In: Die Presse. 14. Juli 2011, abgerufen am 13. Februar 2023.</ref> Später machte er sich mit einer eigenen PR-Beratungsfirma selbständig.<ref>APA: Kapp Hebein Partner: “5 Jahre am freien Markt”. In: APA ots. 8. Mai 2018, abgerufen am 7. März 2023.</ref>

Im Zuge des Nationalratswahlkampfes 2017 wurde Kapp vom damaligen österreichischen Bundeskanzler Christian Kern für seine Beratertätigkeit für den ukrainischen Oligarchen Dmytro Firtasch öffentlich kritisiert.<ref>"Innenpolitik: Berater Kapp: Nummer zu klein für Kanzler Kern." Die Presse am 17. August 2017. Abgerufen am 22. Februar 2023.</ref> Kapp galt laut Medienberichten als Überbringer geleakter SPÖ-Papiere an Medien, die mit ihren Berichten darüber die Silberstein-Affäre publik machten.<ref>Offener Schlagabtausch um geheime Quellen. In: oe1.orf.at. 7. Oktober 2019, abgerufen am 16. Juni 2025.</ref>

Kapp ist Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem<ref>Homepage der Freunde der Hebräischen Universität: „Vorstand“. Abgerufen am 6. März 2023.</ref> und gemeinsam mit Danielle Spera Jury-Mitglied des von der Botschaft des Staates Israel verliehen „Israel Friendship Award“.<ref>APA: „Israel Friendship Award für Uni Innsbruck“. 27. Juni 2022, abgerufen am 6. März 2023.</ref> Er sitzt im Beirat der European Jewish Association.<ref>Leadership. In: EJA - European Jewish Association. Abgerufen am 16. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Medienberichten zufolge spielte Daniel Kapp gemeinsam mit Peter Launsky-Tieffenthal eine zentrale Rolle bei der Freilassung der österreichisch-israelischen Hamas-Geisel Tal Shoham, der nach dem Angriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 nach Gaza verschleppt worden war.<ref>Kronen Zeitung: „Hamas-Geisel Tal Shoham frei: Wer die Strippen zog“. Abgerufen am 16. Juli 2025.</ref> Dafür erhielt er einen Sonderpreis des Israel Friendship Award 2025 dür seine Rolle bei der Befreiung von Tal Shoham.<ref>Hans Weissenböck: Israel Friendship Award 2025. In: Christen an der Seite Israels Österreich. 31. Mai 2025, abgerufen am 17. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Auszeichnungen

Im Jahr 2015 wurde Kapp der Theodor Herzl Preis der Zionistischen Föderation Österreichs für „unermüdliche und idealistische zionistische Aktivität sowie die Förderung des Verständnisses der österreichischen Zivilgesellschaft und Politik für die Bedürfnisse Israels“ verliehen.<ref>belauscht & beobachtet. In: Illustrierte Neue Welt. Dr. Joanna Nittenberg, 2015, S. 26, abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>

Kontroversen

In seiner Funktion als Pressesprecher des österreichischen Finanzministers und ÖVP-Chefs Josef Pröll, geriet Kapp 2010 in die Kritik im Zusammenhang mit einem „Zeit im Bild“-Beitrag des ORF. Der Beitrag berichtete über angebliche Arbeitsgruppen im Finanzministerium zur höheren Besteuerung des 13. und 14. Monatsgehalts, basierend auf Aussagen eines anonymen Beamten. Kapp bezeichnete die Geschichte als „frei erfunden“ und warf dem ORF schlechten Journalismus oder politische Motivation vor. ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser wies die Kritik zurück und warf Kapp vor, versucht zu haben, die Ausstrahlung des Beitrags zu verhindern, was als Eingriff in die journalistische Unabhängigkeit gewertet wurde. Ebenso teilte Oberhauser mit: „Der gesendete ZiB-Beitrag sei im Unterschied zu den Behauptungen von Pröll-Pressesprecher Kapp ‚sauber recherchiert und ein mit der Materie befasster ÖVP-Experte hatte auch Gelegenheit, im Beitrag dazu Stellung zu nehmen‘.“<ref>"ZiB": ÖVP fühlt sich von ORF schlecht behandelt. 20. August 2010, abgerufen am 13. Juli 2025.</ref>

Kapp äußert sich regelmäßig auf der Plattform X zur Medienberichterstattung über Israel und den Gazastreifen. Dabei kritisiert er Journalisten wie Raimund Löw (Falter), Karim El-Gawhary (ORF) und Florian Scheuba, denen er eine einseitige oder Israel-kritische Berichterstattung vorwirft. Besonders kontrovers war seine Aussage, dass Löw „tote Juden nicht sehr zu rühren scheinen“, was Falter-Chefredakteur Florian Klenk dazu veranlasste Kapp um die Löschung dieses Posts aufzufordern.<ref>Verspielt Daniel Kapp gerade alle Sympathien? Abgerufen am 13. Juli 2025.</ref>

Privates

Daniel Kapp ist jüdischen Glaubens.<ref name=":5" /> Seine Mutter ist die aus Chicago stammende Menschenrechtsaktivistin, Ethonolgin und Burma-Expertin Miriam Kapp,<ref name=":2" /> sein Vater ein deutscher Diplomat.<ref name=":0" /><ref name=":3" /><ref name=":4" />

Weblinks

Einzelnachweise

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