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2,3-Dichlor-5,6-dicyano-1,4-benzochinon – Wikipedia Zum Inhalt springen

2,3-Dichlor-5,6-dicyano-1,4-benzochinon

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2,3-Dichlor-5,6-dicyano-1,4-benzochinon (oder DDQ von englisch 2,3-Dichloro-5,6-dicyano-1,4-benzoquinone) ist eine organische Verbindung und findet als oxidatives Reagenz in der Organischen Chemie Anwendung. DDQ wird zur oxidativen Dehydrogenierung von Alkoholen<ref name="Braude 1956">Vorlage:Literatur</ref>, Phenolen<ref>Vorlage:Literatur</ref> und steroiden Ketonen<ref>Vorlage:Literatur</ref> angewandt. Auch in der Schutzgruppentechnik wird DDQ in der Spaltung von p-Methoxy- (PMB) und 3,4-Dimethoxybenzylethern benutzt.<ref>Yuji Oikawa, Tadao Yoshioka, Osamu Yonemitsu: Specific removal of o-methoxybenzyl protection by DDQ oxidation. In: Tetrahedron Lett., 23, 1982, S. 885–888; doi:10.1016/S0040-4039(00)86974-9.</ref> DDQ wird in Wasser zersetzt, ist jedoch stabil in Gegenwart wässriger Mineralsäuren.

Synthese

Im Jahr 1906 wurde von Johannes Thiele und Fritz Günther eine Reaktionssequenz aus Cyanierung und Chlorierung von 1,4-Benzochinon publiziert.<ref>Johannes Thiele, Fritz Günther: Ueber Abkömmlinge des Dicyanhydrochinons. In: Justus Liebigs Annalen der Chemie. Volume 349, Issue 1, 1906, S. 45–66; doi:10.1002/jlac.19063490103.</ref> Über eine einstufige Reaktion zur Synthese von DDQ wurde 1965 von Derek Walker und Thomas D. Waugh ausgehend von 2,3-Dicyanohydrochinon berichtet.<ref name="Braude 1956" />

Eigenschaften

DDQ wird von Wasser unter Abspaltung der sehr giftigen Blausäure (HCN) hydrolysiert.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Verwendung

DDQ ist ein Reagenz, welches als Oxidationsmittel<ref>Vorlage:Literatur</ref> und als Elektronenakzeptor Anwendung findet.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Reaktionen

Dehydrierung

DDQ kann zur Dehydrierung von α,β-ungesättigten Carbonylverbindungen, wie am Beispiel eines Steroids gezeigt, verwendet werden.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Datei:DDQ dehydrogenation.svg

Aromatisierung

In Anwesenheit von Säuren sind durch Dehydrierung aromatische Steroide zugänglich.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Datei:DDQ aromatization rearrangement.png

Oxidative Kupplungsreaktionen

DDQ kann auch für oxidative Kupplungen verwendet werden.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Datei:DDQ-oxi-coupling1.png
Datei:DDQ-oxi-coupling2.svg

Oxidation von Alkoholen

DDQ kann zur Oxidation von Alkoholen verwendet werden. So z. B. in der Oxidation von 1,2-Diolen. Dabei wird die benzylische (R1=C6H5) oder allylische Position selektiv oxidiert.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Datei:DDQ selective oxidation.svg

Schutzgruppenchemie

Schutzgruppen wie PMB (4-Methoxybenzyl) oder DMPM (3,4-Dimethoxybenzyl) können durch stöchiometrische Mengen DDQ in Dichlormethan mit Wasser bei Raumtemperatur entfernt werden.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref name="Yonemitsu">Vorlage:Literatur</ref> Auch Benzylschutzgruppen können unter wässrigen Bedingungen abgespalten werden.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> Durch gezielte Lichteinstrahlung können diese auch in trockenem Acetonitril abgespalten werden.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Datei:DDQ PMB deprotection.svg

Wird zusätzlich zum DDQ ein Photokatalysator verwendet, so kann das DDQ katalytisch verwendet werden. Auf diesem Weg lassen sich auch Benzylschutzgruppen abspalten.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />