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Döbra (Schwarzenbach am Wald)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Döbra
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(389)&title=D%C3%B6bra 50° 17′ N, 11° 39′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(389) 50° 16′ 55″ N, 11° 39′ 28″ O
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Höhe: 699 (690–723) m ü. NHN
Einwohner: 389 (31. Dez. 2020)<ref name="Einwohner">Schwarzenbach am Wald – Einwohnerzahlen. In: schwarzenbach-wald.de. Abgerufen am 7. September 2021.</ref>
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 95131
Vorwahl: 09289

Döbra ist ein Gemeindeteil der Stadt Schwarzenbach am Wald im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Der Ort liegt in der Gemarkung Döbra.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 7. Mai 2025.</ref>

Geografie

Das Pfarrdorf ist mit 699 m ü. NHN die höchstgelegene Ortschaft im Frankenwald.<ref name="K78">O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 78f.</ref> Sie liegt am Osthang des Döbrabergs (794 m ü. NHN), der höchsten Erhebung im Frankenwald. Am östlichen Dorfrand entspringt der Döbrabach, ein linker Zufluss der Selbitz. Die Staatsstraße 2194 führt über Kleindöbra nach Schwarzenbach am Wald (2,5 km westlich) bzw. nach Thron (1 km südlich). Die Staatsstraße 2158 führt nach Marlesreuth (3 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rodeck (2,2 km südwestlich). Bei der St 2194 in Richtung Schwarzenbach gibt es einen ehemaligen Steinbruch, der als Geotop ausgezeichnet ist.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 7. Mai 2025 (Die gemessenen Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Ortsname

Über Jahrhunderte hinweg wurde der Ort auch als Döbrey, Dobra, Tobra, Döbera und Dobera bezeichnet. Obwohl eine slawische Herkunft des Namens als unwahrscheinlich gilt, kann er vom slawischen Dabra als Bezeichnung für gutes Wasser gedeutet werden, insbesondere, weil der Döbrabach in früheren Zeiten zum Waschen der vor Ort geförderten Erze genutzt wurde. Zuerst wurde der angrenzende Bach als Döbra bezeichnet und erst später die Ortschaft danach benannt. Der angrenzende Berg hieß ursprünglich Chulm oder Culm und wurde im 17. Jahrhundert in Döbraberg umbenannt, um Verwechslungen mit dem gleichnamigen Berg im benachbarten Thüringen zu vermeiden.

Geschichte

Der Ort wurde 1401 erstmals im Lehenbuch des Burggrafen Johann III. von Nürnberg erwähnt. Entstanden ist er aber wahrscheinlich bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Zuge der Errichtung des Schlosses in Rodeck, dem Castrum Radekke. 1484 zählte der Ort bereits sieben Höfe, bis 1763 wurden diese in 14 Teilhöfe geteilt.<ref name="K78"/>

Zur Realgemeinde Döbra gehörten Schönwald und Thron. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Döbra aus 35 Anwesen und einer Kirche. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das bambergische Centamt Enchenreuth. Grundherren waren die Gemeinde (3 Tropfhäuser), die Kirche (1 Schule, 1 Haus) und das bambergische Kastenamt Stadtsteinach (2 Höfe, 10 Halbhöfe, 1 Wirtshaus, 2 Viertelhöfe, 3 Sölden, 14 Tropfhäuser).<ref>M. Körner: Naila, S. 280f. Hier werden abweichend 33 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.</ref><ref name="G66">Vorlage:Guttenberg Hofmann Stadtsteinach</ref>

Von 1802 bis 1810 unterstand Döbra dem Justiz- und Kammeramt Naila. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Döbra gebildet.<ref name="OV 1820"/> Zu diesem gehörten Haidengrün, Haueisen, Hohenzorn, Papiermühle, Pillmersreuth, Poppengrün, Rodeck, Schönwald und Thron. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Döbra mit den Orten Hohenzorn, Pillmersreuth, Poppengrün, Rodeck, Schönwald und Thron. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Naila zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenberg (1919 in Finanzamt Lichtenberg umbenannt, seit 1955 Finanzamt Naila). Ab 1862 gehörte Döbra zum Bezirksamt Naila (1939 in Landkreis Naila umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Naila (1879 in Amtsgericht Naila umgewandelt). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 8,016 km².<ref name="OV 1961"/> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 mit sämtlichen Gemeindeteilen nach Schwarzenbach am Wald eingemeindet.<ref> </ref><ref>Schwarzenbach am Wald > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 7. Mai 2025.</ref>

Baudenkmäler

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Bodendenkmäler

In der Gemarkung Döbra gibt es ein Bodendenkmal.<ref name="Denkmalliste"/> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Döbra

Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 506 713 775 785 869 859 912 889 904 840 769 726 753 715 785 749 843 837 781 936 919 862 745 767
Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> 105 111 112 114 134 144 164
Quelle <ref name="OV 1820">Vorlage:Ober-Mainkreis 1820 Für die Gemeinde Döbra inklusive Hohenzorn (S. 53), Pillmersreuth (S. 93), Poppengrün (S. 94), Rodeck (S. 100), Schönwald (S. 111) und Thron (S. 123).</ref> <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 153, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV" /> <ref name="HGV" /> <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 918, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>

Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 143 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1091, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1038 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1089 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1124 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 971 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 714–715 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 155 (Digitalisat).</ref>

Ort Döbra

Jahr 001819 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002020
Einwohner 240 476 534 489 458 526 562 482 554 493 389
Häuser<ref name="Häuser" /> 64 66 79 91 112 166
Quelle <ref name="OV 1820"/> <ref name="OV 1861" /> <ref name="OV 1875" /> <ref name="OV 1885" /> <ref name="OV 1900" /> <ref name="OV 1925" /> <ref name="OV 1950" /> <ref name="OV 1961" /> <ref name="OV 1970" /> <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 308 (Digitalisat).</ref> <ref name="Einwohner" />

Religion

Döbra ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Bartholomäus,<ref name="OV 1961" /> die bis ins 18. Jahrhundert hinein eine Filiale von St. Bartholomäus (Schauenstein) war.<ref>M. Körner: Naila, S. 280.</ref><ref name="G66"/>

Wirtschaft

Ursprünglich wurde gerodet und Erzabbau betrieben. In späteren Jahrhunderten waren die nicht in der Landwirtschaft Tätigen mit der Weberei beschäftigt. Im 20. Jahrhundert gewann die Textilindustrie an Bedeutung und erreichte in den späten 1980ern ihren Höhepunkt. Gegenwärtig gibt es noch einen großen Arbeitgeber im Maschinenbau, einige landwirtschaftliche Höfe und zahlreiche Pensionen. Viele Arbeitnehmer pendeln in die umgebenden Städte.

Verkehrsanbindung

Von 1910 bis 1973 war Döbra über die Bahnstrecke Naila–Schwarzenbach an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Strecke wurde 1994 stillgelegt und später abgebaut, abschnittsweise wurde auf der Trasse ein Radweg errichtet.

Freizeit und Kultur

Döbra bietet im Sommer zahlreiche Wandermöglichkeiten rund um den in ca. zehn Minuten erreichbaren Döbraberg. Im Winter werden zahlreiche Langlaufloipen gespurt, in Döbrastöcken gibt es eine Skiabfahrt mit Schlepplift. Im benachbarten Schwarzenbach am Wald bieten sich ein Hallenbad, eine größere Skiabfahrt mit Schlepplift sowie diverse Sportvereine an.

Literatur

Weblinks

Commons: Döbra (Schwarzenbach am Wald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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