Kupfer(II)-hydroxid
| Kristallstruktur | ||||||||||||||||
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| Kristallstruktur von Kupfer(II)-hydroxid | ||||||||||||||||
| Vorlage:Farbe Cu2+ Vorlage:Farbe O2− Vorlage:Farbe H+ | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Kupfer(II)-hydroxid | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Verhältnisformel | Cu(OH)2 | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
geruchloses hellblaues Pulver<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 97,56 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Dichte |
3,37 g·cm−3<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
229 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
nahezu unlöslich in Wasser (2,9 mg·l−1)<ref name="GESTIS"/> | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| MAK |
0,1 mg·m−3<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Kupfer(II)-hydroxid ist ein Hydroxid-Salz des Kupfers. Es ist ein blauer Feststoff, der allein oder in Mischung das Farbpigment Bremer Blau (auch Kalkblau genannt) bildet.<ref>uni-bayreuth.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Farbe von Komplexverbindungen am Beispiel von Kupfersalzen ( vom 12. Mai 2017 im Internet Archive), abgerufen am 17. Juni 2017.</ref>
Vorkommen
Natürlich kommt Kupfer(II)-hydroxid als Bestandteil der grünen Patina von Kupfer vor, welches auch aus basischem Kupfercarbonat besteht. Ein seltenes reines Kupfer(II)-hydroxid-Mineral ist Spertiniit.
- <math>\mathrm{2 \ Cu + H_2O + CO_2 + O_2 \longrightarrow Cu(OH)_2 + CuCO_3}</math>
Gewinnung und Darstellung
Kupferhydroxid kann durch Reaktion von Kupfersalzen mit Alkalilaugen hergestellt werden.<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1335.</ref> Typischerweise wird dazu Kupfersulfat-Pentahydrat in Wasser aufgelöst und unter Kühlung durch Zugabe von Natriumhydroxid zu Kupferhydroxid und Natriumsulfat umgesetzt.
- <math>\mathrm{CuSO_4 + 2 \ NaOH \longrightarrow Cu(OH)_2 + Na_2SO_4}</math>
Alternativ kann Kupferhydroxid auch durch die elektrochemische Umsetzung von Kupfer in Wasser hergestellt werden.
Eigenschaften
Kupfer(II)-hydroxid ist unlöslich in kaltem Wasser. In konzentrierten Alkalilaugen ist die Verbindung löslich. Dabei bilden sich Hydroxokomplexe wie das tiefblaue [Cu(OH)4]2−. Ebenso ist frisch gefälltes Kupfer(II)-hydroxid löslich in Ammoniaklösung unter Bildung der Komplexverbindung Tetraamminkupfer(II)-hydroxid. Die Reaktion mit Mineralsäuren führt zu den entsprechenden Kupfer(II)-salzen.
- <math>\mathrm{Cu(OH)_2 + 2 \ HCl \longrightarrow CuCl_2 + 2 \ H_2O}</math>
- <math>\mathrm{Cu(OH)_2 + 2 \ HNO_3 \longrightarrow Cu(NO_3)_2 + 2 \ H_2O}</math>
- <math>\mathrm{Cu(OH)_2 + H_2SO_4 \longrightarrow CuSO_4 + 2 \ H_2O}</math>
Beim Erwärmen zerfällt (frisch gefälltes) Kupfer(II)-hydroxid zu Kupfer(II)-oxid und Wasser.
- <math>\mathrm{Cu(OH)_2 \longrightarrow CuO + H_2O}</math>
Bei vorsichtigem Trocknen (100 °C) erhält man nahezu wasserfreies Kupfer(II)-hydroxid in kristallisierter Form.<ref>Remy: Lehrbuch der anorganischen Chemie Band II. 10. Auflage. Akademische Verlagsgesellschaft, Leipzig 1961, S. 455.</ref>
Verwendung
Kupfer(II)-hydroxid wird verwendet als
- Pflanzenschutzmittel (Fungizid mit Sonderzulassung im biologischen Obst-, Wein-, Hopfen-, Gemüse- und Bananenanbau)
- zur Herstellung von Pigmenten (z. B. von Peligotblau, welches lichtecht bei künstlichem Licht ist)
- zur Herstellung der unter der Bezeichnung Schweizers Reagens bekannten ammoniakalischen Lösung, die als Reagens für Cellulosefasern dient. Hierin lösen sich regenerierte Cellulosefasern (Kunstseide, Viskose etc.), aber auch entbastete Seide (Serizin ist hingegen unlöslich). Demgegenüber zeigen Fasern aus nativer Cellulose (Baumwolle, Flachs, Hanf, Ramie, Rohseide etc.) nur eine, teilweise für die Faserart typische, Quellung.<ref>Maria Stratmann: Erkennen und Identifizieren der Faserstoffe. In: Oskar Spohr, Erich Wagner (Hrsg.): Handbuch für Textilingenieure und Textilpraktiker. Band 16. Dr. Spohr-Verlag, Stuttgart 1973.</ref>
- zur Herstellung von Cupro<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Kupferseideprozess - Chemische Grundlagen ( vom 20. April 2009 im Internet Archive)</ref>
- zur Herstellung von Beizmitteln, Schiffsbodenfarben, Katalysatoren<ref name="GESTIS" />
Zulassung
Kupfer(II)-hydroxid ist als Pflanzenschutzmittel (Handelsnamen Cuprozin, Kocide etc.) in Pflanzenschutzmitteln in vielen Staaten der EU, so auch in Deutschland und Österreich, sowie in der Schweiz zugelassen.<ref name="PSM">Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs (Eingabe von „Kupferhydroxid“ im Feld „Wirkstoff“) und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref>
Literatur
- Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. ISBN 3-432-26081-4.
- Pradyot Patnaik: Handbook of Inorganic Chemicals. McGraw-Hill, New York 2002, ISBN 0-07-049439-8 (englisch)
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Ätzender Stoff
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Kupferverbindung
- Hydroxid
- Pflanzenschutzmittel (Wirkstoff)
- Fungizid