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Kupfer(II)-hydroxid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Cu(OH)2)
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Kupfer(II)-hydroxid
Vorlage:Farbe Cu2+ 0 Vorlage:Farbe O2−0 Vorlage:Farbe H+
Allgemeines
Name Kupfer(II)-hydroxid
Andere Namen
  • Kupferhydroxid
  • Kupferdihydroxid
  • Blaukupfer
  • Kupferoxidhydrat
Verhältnisformel Cu(OH)2
Kurzbeschreibung

geruchloses hellblaues Pulver<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 243-815-9
ECHA-InfoCard 100.039.817
PubChem 164826
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 97,56 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte

3,37 g·cm−3<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

229 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser (2,9 mg·l−1)<ref name="GESTIS"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.039.817">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​330​‐​318​‐​410
P: 260​‐​273​‐​280​‐​301+312+330​‐​304+340+310​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
MAK

0,1 mg·m−3<ref name="GESTIS" />

Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Kupfer(II)-hydroxid ist ein Hydroxid-Salz des Kupfers. Es ist ein blauer Feststoff, der allein oder in Mischung das Farbpigment Bremer Blau (auch Kalkblau genannt) bildet.<ref>uni-bayreuth.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Farbe von Komplexverbindungen am Beispiel von Kupfersalzen (Memento vom 12. Mai 2017 im Internet Archive), abgerufen am 17. Juni 2017.</ref>

Vorkommen

Natürlich kommt Kupfer(II)-hydroxid als Bestandteil der grünen Patina von Kupfer vor, welches auch aus basischem Kupfercarbonat besteht. Ein seltenes reines Kupfer(II)-hydroxid-Mineral ist Spertiniit.

<math>\mathrm{2 \ Cu + H_2O + CO_2 + O_2 \longrightarrow Cu(OH)_2 + CuCO_3}</math>

Gewinnung und Darstellung

Kupferhydroxid kann durch Reaktion von Kupfersalzen mit Alkalilaugen hergestellt werden.<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1335.</ref> Typischerweise wird dazu Kupfersulfat-Pentahydrat in Wasser aufgelöst und unter Kühlung durch Zugabe von Natriumhydroxid zu Kupferhydroxid und Natriumsulfat umgesetzt.

<math>\mathrm{CuSO_4 + 2 \ NaOH \longrightarrow Cu(OH)_2 + Na_2SO_4}</math>

Alternativ kann Kupferhydroxid auch durch die elektrochemische Umsetzung von Kupfer in Wasser hergestellt werden.

Eigenschaften

Datei:Copper(II) hydroxide.JPG
Kupfer(II)-hydroxid
Datei:Kupfer-II-hydroxid-og.jpg
Technisches Kupfer(II)-hydroxid mit hellgrüner Farbe

Kupfer(II)-hydroxid ist unlöslich in kaltem Wasser. In konzentrierten Alkalilaugen ist die Verbindung löslich. Dabei bilden sich Hydroxokomplexe wie das tiefblaue [Cu(OH)4]2−. Ebenso ist frisch gefälltes Kupfer(II)-hydroxid löslich in Ammoniaklösung unter Bildung der Komplexverbindung Tetraamminkupfer(II)-hydroxid. Die Reaktion mit Mineralsäuren führt zu den entsprechenden Kupfer(II)-salzen.

<math>\mathrm{Cu(OH)_2 + 2 \ HCl \longrightarrow CuCl_2 + 2 \ H_2O}</math>
<math>\mathrm{Cu(OH)_2 + 2 \ HNO_3 \longrightarrow Cu(NO_3)_2 + 2 \ H_2O}</math>
<math>\mathrm{Cu(OH)_2 + H_2SO_4 \longrightarrow CuSO_4 + 2 \ H_2O}</math>

Beim Erwärmen zerfällt (frisch gefälltes) Kupfer(II)-hydroxid zu Kupfer(II)-oxid und Wasser.

<math>\mathrm{Cu(OH)_2 \longrightarrow CuO + H_2O}</math>

Bei vorsichtigem Trocknen (100 °C) erhält man nahezu wasserfreies Kupfer(II)-hydroxid in kristallisierter Form.<ref>Remy: Lehrbuch der anorganischen Chemie Band II. 10. Auflage. Akademische Verlagsgesellschaft, Leipzig 1961, S. 455.</ref>

Verwendung

Kupfer(II)-hydroxid wird verwendet als

Zulassung

Kupfer(II)-hydroxid ist als Pflanzenschutzmittel (Handelsnamen Cuprozin, Kocide etc.) in Pflanzenschutzmitteln in vielen Staaten der EU, so auch in Deutschland und Österreich, sowie in der Schweiz zugelassen.<ref name="PSM">Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs (Eingabe von „Kupferhydroxid“ im Feld „Wirkstoff“) und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref>

Literatur

  • Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. ISBN 3-432-26081-4.
  • Pradyot Patnaik: Handbook of Inorganic Chemicals. McGraw-Hill, New York 2002, ISBN 0-07-049439-8 (englisch)

Einzelnachweise

<references />