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Chrom(III)-chlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von CrCl3)
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Chrom(III)-chlorid
Vorlage:Farbe Cr3+ 0 Vorlage:Farbe Cl
Allgemeines
Name Chrom(III)-chlorid
Andere Namen

Chromtrichlorid

Verhältnisformel CrCl3
Kurzbeschreibung
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 233-038-3
ECHA-InfoCard 100.030.023
PubChem 24808
ChemSpider 23193
DrugBank DB09129
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse
  • 158,35 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 266,41 g·mol−1 (Hexahydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,87 g·cm−3<ref name="GESTIS"/>

Schmelzpunkt
  • 1152 °C (wasserfrei)<ref name="GESTIS"/>
  • 80–83 °C (Hexahydrat)<ref name="GESTIS"/>
Löslichkeit
  • wasserfrei: schwerlöslich in Wasser<ref name="GESTIS"/> und Ethanol<ref name=roempp/>
  • Hexahydrat: 590 g/l in Wasser<ref name="GESTIS"/>
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 290​‐​302​‐​317​‐​411
P: 234​‐​261​‐​273​‐​280​‐​301+312​‐​302+352<ref name="GESTIS"/>
Toxikologische Daten

1870 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS"/>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Chrom(III)-chlorid ist das Chromsalz der Salzsäure mit der Summenformel CrCl3. Mit Hydratwasser kristallisiert es auch als Chrom(III)-chlorid-hexahydrat (CrCl3 · 6 H2O).

Gewinnung und Darstellung

Chrom(III)-chlorid kann durch Reaktion von Chrom mit Chlor gewonnen werden.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1481.</ref>

<math>\mathrm{2 \ Cr + 3 \ Cl_2 \longrightarrow 2 \ CrCl_3}</math>

Die wasserfreie Verbindung ist im Labor aus dem Hexahydrat über dessen Umsetzung mit Thionylchlorid<ref name="IS5"></ref> oder die Chlorierung von frisch hergestelltem Chrom(III)-oxid mit Tetrachlormethan bei 620 °C<ref name="IS6"></ref> zugänglich:

<chem>CrCl3 * 6 H2O + 6 SOCl2 -> CrCl3 + 6 SO2 + 12 HCl</chem>
<chem>Cr2O3 + 3 CCl4 ->2 CrCl3 + 3 COCl2</chem>

Eigenschaften

Es bildet kristalline Schichtstrukturen, in denen zwischen den Schichten Van-der-Waals-Kräfte auftreten. Das Salz, das rotviolett glänzende Kristalle bildet, ist in reiner Form in Wasser unlöslich<ref name="Holleman"/> und in Ethanol schwer löslich. Erst in Anwesenheit von Spuren Chrom(II)-chlorids (CrCl2) (oder eines anderen Reduktionsmittels) ist ein Lösungsvorgang in Wasser katalytisch unter starker Wärmeabgabe möglich.<ref name="Riedel">Erwin Riedel, Christoph Janiak: Anorganische Chemie. 8. Auflage. de Gruyter, 2011, ISBN 3-11-022566-2, S. 813 f.</ref> In Lösung können sich unterschiedlich gefärbte hydratisomere Aquakomplexe bilden, beispielsweise das dunkelgrüne Dichlorotetraaquachrom(III)-chlorid, das hellgrüne Chloropentaaquachrom(III)-chlorid oder das violette Hexaaquachrom(III)-chlorid. Hierbei stellen sich zwischen diesen Komplexen folgende Gleichgewichte ein:<ref name="Holleman" />

<math>\rm [CrCl_2(H_2O)_4]Cl \rightleftarrows [CrCl(H_2O)_5]Cl_2 \rightleftarrows [Cr(H_2O)_6]Cl_3 </math>

Herstellung

Chrom(III)-chlorid kann aus metallischem Chrom im Chlorstrom bei 600 °C synthetisiert werden.<ref name="Riedel" /> Ebenso ist die Herstellung aus Chrom(III)-oxid und Kohle im Chlorstrom oberhalb von 1200 °C möglich.<ref name="Holleman" />

Verwendung

Chrom(III)-chlorid wird als Katalysator, zur Herstellung anderer Chromverbindungen, zur Verchromung in der Galvanotechnik und zur Wasserdichtimprägnierung verwendet.<ref name="roempp" />

Chrom(III)-chlorid darf in der EU bei der Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden.<ref>Richtlinie 2002/46/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. Online Verfügbar. Abgerufen am 28. März 2024.</ref> In Nahrungsergänzungsmitteln wird neben Chrom(III)-chlorid auch Chrom(III)-nicotinat und Chrom(III)-picolinat verwendet.<ref name="Adolph">Michael Adolph: Ernährungsmedizin nach dem neuen Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer; 276 Tabellen. Georg Thieme Verlag, 2010, ISBN 978-3-13-100294-5, S. 205 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, das Nahrungsergänzungsmittel höchstens 60 µg Chrom pro Tagesverzehrempfehlung enthalten sollen.<ref name="BFR-HM"> Höchstmengenvorschläge für Chrom in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln. Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung. Online Verfügbar. Abgerufen am 28. März 2024.</ref> Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz für positive gesundheitliche Effekte einer Chromaufnahme bei gesunden Menschen.<ref name="BFR-HM" />

Weblinks

Commons: Chrom(III)-chlorid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Oxidationsstufe (II):

Chrom(II)-fluorid | Chrom(II)-chlorid | Chrom(II)-bromid | Chrom(II)-iodid

Oxidationsstufe (III):

Chrom(III)-fluorid | Chrom(III)-chlorid | Chrom(III)-bromid | Chrom(III)-iodid

Oxidationsstufe (IV):

Chrom(IV)-fluorid | Chrom(IV)-chlorid | Chrom(IV)-bromid | Chrom(IV)-iodid

Andere Oxidationsstufen:

Chrom(V)-fluorid | Chrom(VI)-fluorid

Vorlage:Klappleiste/Ende