Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Rabengeier – Wikipedia Zum Inhalt springen

Rabengeier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Coragyps atratus)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Rabengeier
Datei:Coragyps-atratus-001.jpg

Rabengeier (Coragyps atratus brasiliensis)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)
Familie: Neuweltgeier (Cathartidae)
Gattung: Coragyps
Art: Rabengeier
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Coragyps
Le Maout, 1853
Wissenschaftlicher Name der Art
Coragyps atratus
(Bechstein, 1793)

Der Rabengeier (Coragyps atratus) ist eine in Nord-, Mittel- und Südamerika weit verbreitete Art der Neuweltgeier.

Merkmale

Datei:Coragyps atratus (portrait).jpg
Porträt
Datei:AmericanBlackVultureMap.png
Verbreitungsgebiet des Rabengeiers
Datei:Coragyps atratus (in flight).jpg
Rabengeier im Flug

Der Rabengeier hat eine Körperlänge von 56 bis 74 Zentimetern, eine Flügelspannweite von 133 bis 160 Zentimetern und ist 1,1 bis 1,9 Kilogramm schwer. Sein Gefieder ist glänzend schwarz, Kopf und Hals sind nackt. Er hat sehr breite, verhältnismäßig kurze Flügel und einen kurzen Schwanz. Im Stehen reichen die Spitzen der zusammengelegten Flügel bis zur Schwanzspitze. Die Beine und der Schnabel sind grau, die Iris dunkel.

Bei Altvögeln ist die Schnabelspitze elfenbeinfarben, die Schultern und der Rücken glänzen grünlich, die Haut des Kopfes ist grau und faltig. Die äußersten fünf Handschwingen sind auf der Unterseite hell.

Bei Jungvögeln ist der Schnabel einheitlich grau, das Gefieder glänzt nicht. Die Haut des Kopfes ist schwarz und wenig faltig.

Lebensraum und Verbreitung

Der Rabengeier lebt in offenen und bewaldeten Landschaften sowie Ortschaften bis in eine Höhe von 2700 Metern. Er kommt im Westen der USA, im Großteil Mexikos außer der Baja California, in Mittelamerika außer den Karibischen Inseln sowie in Südamerika mit Ausnahme des Südens und großen Teilen der Westküste vor.

Unterarten

Drei Unterarten wurden beschrieben, die sich in der Größe entsprechend der Bergmannschen Regel unterscheiden, also in kälteren Klimata größer sind.

  • C. a. atratus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Bechstein, 1793)<ref name="bechstein655"></ref>, der nordamerikanische Rabengeier ist die Nominatform.
  • C. a. brasiliensis (<templatestyles src="Person/styles.css" />Bonaparte, 1850)<ref name="bonaparte9">Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte: Conspectus generum avium. Band 1. E. J. Brill, Leiden 1850, S. 9 (biodiversitylibrary.org [abgerufen am 6. Dezember 2025]).</ref>, der südamerikanische Rabengeier ist kleiner und die Unterseite der äußeren Handschwingen ist heller als bei C. a. atratus. Er kommt in Mittel- und im nördlichen und östlichen Südamerika vor.
  • C. a. foetens (<templatestyles src="Person/styles.css" />Lichtenstein, 1817)<ref name="lichtenstein47"></ref>, der Anden-Rabengeier ist etwa so groß wie C. a. atratus, die helle Unterseite der äußeren Handschwingen ist nur angedeutet. Er kommt von Ecuador bis nach Chile und Argentinien vor.

Die International Ornithologists’ Union akzeptiert nur die Nominatform.<ref>IOC World bird list Hoatzin, New World vultures, Secretarybird, raptors</ref>

Verhalten und Nahrung

Aufgrund seiner eher kurzen und breiten Flügel fliegt der Rabengeier weniger majestätisch als andere Neuweltgeier. Flatternder Flug wechselt sich mit kurzen Gleitphasen ab. Der Rabengeier ist gesellig und ernährt sich vorwiegend von Aas, macht aber bei Gelegenheit auch selbst Beute. Als Abfallfresser wird er vielfach als Nützling geschätzt, von Viehzüchtern aber auch als Schädling gesehen, da er zuweilen neugeborenes Vieh erbeutet.

Fortpflanzung

Datei:Coragyps atratus MWNH 0717.JPG
Ei, Sammlung Museum Wiesbaden
Datei:Coragyps.jpg
Junger Rabengeier
Datei:Coragyps atratus rabengeier 02.webm
Rabengeier im wärmenden Sonnen­schein und beim Verzehr von Aas

Die Fortpflanzungszeit des Rabengeiers variiert mit der geographischen Breite. Die meist zwei Eier werden vorwiegend am Boden gelegt, wobei keine Nester gebaut werden. Beide Elternteile bebrüten das Gelege. Nach dem Schlupf nach 28 bis 41 Tagen werden die Nestlinge mit Daunen bedeckt. Die Jungvögel sind Nesthocker. Sie bleiben etwa zwei Monate im Nest.

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung des Rabengeiers erfolgte 1793 durch Johann Matthäus Bechstein unter dem wissenschaftlichen Namen Vultur atratus. Als Verbreitungsgebiet nannte er den St. Johns River.<ref name="bechstein655"/> 1853 führte Jean Emmanuel Marie Le Maout die Gattung Coragyps ein.<ref name="lemaout66"></ref> Der Begriff leitet sich vom griechischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für Raben, krähen und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für Geier ab.<ref>Coragyps The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> Der Artname »atratus« leitet sich aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ab.<ref>atratus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> Brasiliensis bezieht sich auf Brasilien.<ref name="bonaparte9"/> Schließlich hat foetens seinen Ursprung in {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).<ref>foetens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> Alfred Laubmann sah die Unterart C. a. foetens als weitverbreitet in Paraguay. Außerdem nannte er Iribú del iribú von Félix de Azara<ref name="azara19"></ref> unter der Art.<ref name="laubmann143"></ref>

Literatur

  • Félix de Azara: Apuntamientos para la historia natural de los páxaros del Paragüay y Rio de la Plata. Band 1. Impr. de la viuda de Ibarra, Madrid 1802 (google.de).
  • Johann Matthäus Bechstein: Johann Lathams allgemeine Uebersicht der Vögel - Aus dem Englischen übersetzt und mit Anmerkungen und Zusätzen versehen. Band 1, Nr. 2. In der kaiserlich privilegirten Kunst- und Buchandlung A.C. Weigels und Schneiders, Nürnberg 1793 (biodiversitylibrary.org).
  • Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte: Conspectus generum avium. Band 1. E. J. Brill, Leiden 1850 (biodiversitylibrary.org).
  • James Ferguson-Lees, David A. Christie deutsche Übersetzung Volker Dierschke, Jochen Dierschke: Die Greifvögel der Welt. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-440-11509-1.
  • Josep del Hoyo, Andrew Elliott & Jordi Sargatal (Hrsg.): Handbook of the Birds of the World. 2: (New World Vultures to Guinea Fowl). Lynx Edicions, Barcelona 1994, ISBN 84-87334-10-5.
  • Alfred Laubmann: Die Vögel von Paraguay. Band 1. Strecker und Schröder, Stuttgart 1939, S. 143 (google.de).
  • Jean Emmanuel Marie Le Maout: Histoire naturelle des oiseaux suivant la classification de M. Isidore Geoffroy-Saint-Hilaire avec l'indication de leurs mœurs et de leurs rapports avec les arts, le commerce et l'agriculture. L. Curmer, Paris 1853 (biodiversitylibrary.org).
  • Martin Hinrich Carl Lichtenstein: Das Zoologische Museum der Universität zu Berlin. 2. Auflage. Dümmler, Berlin 1817 (google.de – 1816–1818).

Weblinks

Commons: Rabengeier (Coragyps atratus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Rabengeier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references responsive />