Conrad Artmüller
Conrad Artmüller (* 21. Juli 1944<ref>Conrad Artmüller in Who’s Who in Austria, 1996.</ref> in Wien; † 28. September 2025<ref name=":0">Traueranzeige R.I.P. Conrad Artmüller (21.7.1944-28.9.2025). In: Wiener Volksoper, freie Diskussionsgruppe auf Facebook. Abgerufen am 6. Oktober 2025.</ref>) war ein österreichischer Dirigent und Komponist.
Leben und Wirken
Conrad Artmüller erhielt als Sohn eines Beamten im Alter von 12 Jahren ersten Klavierunterricht. Zu seinen Lehrern zählte der Wiener Stadtkantor Adolf Wurm (1913–1998). Nach der Matura studierte er an der Wiener Musikhochschule bei Hans Swarowsky und schloss 1966 mit dem Diplom als Magister ab.<ref name=":1">Portrait: Ein glückseliger Katholik (2/2018). In: Vision 2000. Abgerufen am 6. Oktober 2025.</ref> Im selben Jahr erhielt er an der Volksoper Wien ein Engagement, zunächst als Korrepetitor, und leitete dort von 1969 bis 1991 als Dirigent über 520 Vorstellungen.<ref name=":4">Zum Gedenken an Conrad Artmüller. In: Volksoper Wien. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref> Zu den von ihm geleiteten Premieren zählten zum Beispiel Brittens Albert Herring (1976), Lortzings Wildschütz (1977), Orffs Die Kluge (1980) sowie Bernsteins West Side Story (1982).<ref name=":4" /> Ab 1991 wechselte er als Studienleiter und Dirigent an die Wiener Staatsoper, wo er bis 2004 über 70 Vorstellungen<ref>Vorlage:Genitiv-s Auftritte an der Wiener Staatsoper</ref> dirigierte, überwiegend Ballette wie Schwanensee, Die Puppenfee, Giselle und La Fille mal gardée. Gastspiele führten ihn in viele europäische Länder, nach Japan und nach Brasilien.<ref name=":5">Conrad Artmüller bei der Interessengemeinschaft Niederösterreichische Komponistinnen (INÖK)</ref>
Neben seiner Tätigkeit an den Opernhäusern war Artmüller von 1983 bis 1990 Musikdirektor der Mödlinger Singakademie,<ref name=":1" /> darüber hinaus gründete er 1983 die Wiener Evangelische Kantorei,<ref name=":2">Conrad Artmüller. In: Evangelisches Museum Österreich. Abgerufen am 6. Oktober 2025.</ref> die er bis 2005 leitete.<ref name=":2" /> Dabei brachte er große Werke zur Aufführung wie zum Beispiel Beethovens Missa Solemnis, Haydns Schöpfung, Mendelssohns Elias, Verdis Messa da Requiem und das Deutsche Requiem von Brahms, auch unter Zusammenarbeit mit dem Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester.<ref name=":1" /><ref name=":5" /> Von 1986 bis 2017 wirkte er als Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Mödlinger Symphonischen Orchesters.<ref>Unser Orchester. In: Mödlinger Symphonisches Orchester. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref>
Artmüller wurde auch als Komponist von zahlreichen geistlichen Werken bekannt. Seine Vertonung des Cantico delle creature des heiligen Franz von Assisi wurde 2009 uraufgeführt und 2010 in der Basilika San Francesco zu Assisi zur Aufführung gebracht. Die Uraufführung seines 2010/2011 entstandenen Oratoriums INRI erfolgte 2012 in Mödling bei Wien.<ref>Roland Weber: Umjubelter Konzertauftritt mit Uraufführung. In: Meinbezirk.at. 17. Juli 2012, abgerufen am 6. Oktober 2025.</ref> Seine auf Wunsch der Mönche von Stift Heiligenkreuz<ref name=":1" /> komponierte Heiligenkreuzer Messe wurde 2013 uraufgeführt.<ref>Uraufführung der "Heiligenkreuzer Messe" von Conrad Artmüller (26.05.13.). In: Stift Heiligenkreuz. 27. Februar 2017, abgerufen am 6. Oktober 2025.</ref> 2019 fand die Uraufführung der Missa Sanctae Trinitatis statt.<ref name=":3">Uraufführung der „Missa Sanctae Trinitatis“ von Conrad Artmüller. In: KMBWIEN. Abgerufen am 6. Oktober 2025.</ref> Ferner instrumentierte er Schumanns Liederzyklus Frauenliebe und -leben für Orchester und Gesang;<ref>Werk Details: Frauenliebe und Leben. INÖK, abgerufen am 6. Oktober 2025.</ref> unter anderem wurde diese Bearbeitung im Bremer Konzerthaus Die Glocke mit der Sopranistin Chen Reiss und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Tarmo Peltokoski aufgeführt.<ref>Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Chen Reiss, Sopran Großer Saal der Bremer Glocke, 19. Januar 2024. In: Klassik begeistert. 20. Januar 2024, abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref>
Als Pianist und Organist<ref>Einkehrtag mit Bischof DDr. Küng. In: KMBWIEN. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref><ref>Bischofsmesse für Hl. Oscar Romero: Ermordet, weil er sich aus dem Glauben heraus für Arme eingesetzt hat. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref> spielte Artmüller begleitend bei Konzerten und Festivals, unter anderem im Wiener Konzerthaus, im Brucknerhaus Linz oder bei den Bregenzer Festspielen.<ref>Wiener Konzerthaus: Marcel Prawy präsentiert Verbotene Lieblingslieder Teil 2. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref><ref>Wiener Konzerthaus: Anton von Webern-Fest II. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref><ref>Sonstige Konzerte. In: Bregenzer Festspiele. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref><ref>Künstler: Conrad Artmüller. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref> Im Rahmen seines Engagements für wohltätige Zwecke wirkte Artmüller auch bei zahlreichen Benefizveranstaltungen mit.<ref name=":3" /><ref>katholisch.at: "Mary's Meals": Schulmahlzeit für bereits 1,5 Mio. Kinder täglich. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref><ref>Perchtoldsdorf/Konzertsaal der Burg: Adventkonzert (Camille Saint-Saëns zugunsten der Ernährungsinitiative Mary’s Meals. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref>
Conrad Artmüller starb am 28. September 2025 nach langer Krankheit.<ref name=":0" />
Auszeichnungen
- 1994: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
- 2003: Verleihung des Berufstitel Professor
Weblinks
- Conrad Artmüller auf der Website Evangelisches Museum Österreich
- Conrad Artmüller bei der Interessengemeinschaft Niederösterreichische Komponistinnen (INÖK)
- Vorlage:Genitiv-s Auftritte an der Wiener Staatsoper
Einzelnachweise
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Artmüller, Conrad |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Dirigent |
| GEBURTSDATUM | 21. Juli 1944 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 28. September 2025 |