Zum Inhalt springen

Colmnitz (Großenhain)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Colmnitz
Große Kreisstadt Großenhain
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(116)&title=Colmnitz 51° 20′ N, 13° 26′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(116) 51° 19′ 52″ N, 13° 26′ 7″ O
 {{#coordinates:51,331111111111|13,435277777778|primary
dim=10000 globe= name=Colmnitz region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 119 m ü. NN
Fläche: 3,81 km²
Einwohner: 116 (Dez. 2021)<ref name="Grh"/>
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1994
Eingemeindet nach: Wildenhain
Postleitzahl: 01561
Vorwahl: 035265
Lage von Colmnitz in Sachsen

Colmnitz ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Großenhain im Landkreis Meißen.

Geografie und Verkehrsanbindung

Das Dorf liegt rund acht Kilometer nordwestlich von der Großenhainer Altstadt entfernt in der Großenhainer Pflege. Über die Kreisstraße 8572 ist der Ort mit der etwa einem Kilometer südlich verlaufenden B98 verbunden. Eine Buslinie zwischen Riesa und Großenhain verbindet Colmnitz mit dem Eisenbahnnetz.<ref>Tarifzonenplan mit Liniennetz 2022</ref>

Nachbarorte

Peritz Pulsen Zabeltitz
Radewitz Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Bauda
Glaubitz Roda

Geschichte

Deutung des Ortsnamens

Datei:Amt Grossen Hayn u Zabeltitz.jpg
Die Ämter Hayn und Zabeltitz um 1752

Der Name Kolmenicz kommt aus dem Altsorbischen und bedeutet so viel wie ‚Ort im hügligen Gelände‘ oder ‚Ort am Hügelbach‘ von Cholm, was Hügel bedeutet.<ref name="Grh"> Ortsteil Colmnitz. In: Internetseite der Stadt Großenhain. Abgerufen am 22. November 2022.</ref>

Entwicklung des Ortsnamens

1378 – 2012

Colmnitz wurde im Jahr 1378 erstmals als zum Besitz des Großenhainer Schlosses gehöriges und dem Meißner Markgrafen zinspflichtiges Dorf erwähnt. Im Jahr 1456 erhielten die Herren von Köckeritz das Dorf als Lehen. Im Jahr 1475 wohnten in Colmnitz fünf Bauern und ein Dorfrichter. 1493 erwarb Colmnitz Dietrich von Schleinitz. Im Besitz der Familie blieb der Ort bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts. Eine Schäferei gab es bereits 1520 im Ort.

Die Pest grassierte 1611 bis 1612 in der Gegend. Immer wieder wüteten Brände im Ort und auch der Dreißigjährige Krieg forderte viele Opfer. 1638 brannte als dessen Folge fast das ganze Dorf nieder.<ref name="Grh" /> Bis 1566 lag der Ort wüst und wurde dann langsam wieder aufgebaut. 1575 gab es wieder neun Hausbesitzer.

Schon früh ist ein beginnendes Schulwesen bekannt. 1555 unterrichtete der Custos zu Bauda die Kinder. Von 1804 bis 1839 gab es eine Wanderschule im Ort, die reihum auf den verschiedenen Bauerngütern unterrichtete. 1853 wurde ein eigenes Schulhaus erbaut.<ref name="SZ">Sächsische Zeitung, Ausgabe Riesa vom 27. April 1993, Seite 12.</ref> Seit dem 28. Juli 1578 ist ein Bierausschank nachgewiesen. Im Jahr 1760 sollen die Bauern auf dem Colmnitzberg lagernde preußische Soldaten mit Vieh versorgt haben, bevor diese in den Siebenjährigen Krieg gegen die Österreicher zogen. 1830 wird zum ersten Mal eine Windmühle im Ort nachgewiesen.

Die LPG Colmnitz wurde 1955 gegründet. Ab 1968 konnten die Erträge auf den kargen Colmnitzer Böden durch Melioration erheblich gesteigert werden, da eine neu erbaute Beregnungsanlage im Grödel-Elsterwerdaer Kanalgebiet in Betrieb genommen wurde. Am 1. Oktober 1960 konnte der Gemeindekindergarten eröffnet werden, den auch viele Kinder der umliegenden Orte besuchten. Im Jahr 1968 wurde die erste Wasserleitung in Colmnitz verlegt und der Ort an das Trinkwassernetz angeschlossen.

Der Gasthof wurde zusammen mit dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der LPG Kanalgebiet Riesa nach der Wende abgerissen, da sich kein Investor fand. Anfang der 1990er Jahre musste der Kindergarten geschlossen werden. Das Gebäude wurde umgebaut und wird nun als Jugendclub genutzt. Durch den Tornado am Pfingstmontag 2010 wurde auch Colmnitz getroffen. Mehrere Häuser im Ort und auch das Kirchendach wurden beschädigt.<ref name="Sturm">@1@2Vorlage:Toter Link/www.kirchenbezirk-grossenhain.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Sturmschäden im Kirchenbezirk Großenhain. Auf der Website des Kirchenbezirks Großenhain. </ref> Im Sommer 2012 wurde die Freiwillige Feuerwehr Colmnitz wegen Personalproblemen abgeschafft.

Datei:Bundesarchiv Bild 183-1983-0518-038, LPG Colmnitz, Besuch von Willi Stoph.jpg
Besuch der LPG Colmnitz durch Willi Stoph, 1983

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1834 195
1871 234
1890 260
1910 214
1925 226
1939 206
1946 299
1950 273
1964 194
1990 184
2011 145
2015 134<ref>Colmnitz - Stadt Grossenhain. In: www.grossenhain.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Oktober 2015; abgerufen am 1. November 2016.</ref>

Sehenswürdigkeiten

Kirche Colmnitz

Die erste bekannte Kirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut und um 1400 um einen Westbau mit Freskenausmalung mit Arkaden, Ranken und Heiligen mit Büchern erweitert. Sie brannte im Dreißigjährigen Krieg, vermutlich 1638 gemeinsam mit dem Dorf, ab und wurde erst 1674 wieder aufgebaut. 1784 wurde das Herrschaftliche Bethäuschen abgerissen und die Kirche 1798 erneut umgebaut und um eine Vorhalle erweitert.<ref name="BKD">Cornelius Gurlitt: Colmnitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 37. Heft: Amtshauptmannschaft Großenhain (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1914, S. 32..</ref>

1910 wurde das alte Kirchengebäude abgerissen und ein neues errichtet. Von der alten Kirche blieben nur zwei Holzsäulen auf beiden Seiten des Altars. Die Decke ist ein mit Engelsköpfen im Jugendstil bemaltes Tonnengewölbe. Die Orgel ist ein Werk der Firma Jehmlich. 1993 wurde ein neues Zifferblatt am Turm angebracht, das dem Jugendstil nachempfunden ist. Der Ort hatte nie einen eigenen Pfarrer und wurde mehrmals wechselnd anderen Gemeinden zugeschlagen.<ref>Kirchenbeschrieb auf der Website des Kirchenbezirks Großenhain, abgerufen am 28. Mai 2013.</ref>

Der Kirchhof wird als Friedhof genutzt. Gottesdienste werden in der Sakristei gefeiert, die zu einem Gemeinderaum umgestaltet wurde.<ref>Kirchenbeschrieb auf der Website des Kirchenbezirks Großenhain, abgerufen am 28. Mai 2013.</ref> Kirchlich gehörte der Ort bis 1540 zum Sprengel Peritz, danach zur Baudaer Kirche. Seit 1925 gehört die Kirche als Filialkirche zu Wildenhain. Colmnitz gehört seit 2001 zur Kirchgemeinde Streumen und seit Anfang 2013 zum Ev.-Luth. Kirchenbezirk Meißen-Großenhain.

Weblinks

Commons: Colmnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende