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Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Klassifikation nach ICD-10
K50 - K52 Nichtinfektiöse Enteritis und Kolitis
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Datei:Welt-CED-Tag 19.5..png
Am 19. Mai findet der Welt-CED-Tag statt
Datei:Crohn's Disease vs Colitis ulcerosa.svg
Unterschiedliches Befallsmuster bei Morbus Crohn (links) und Colitis ulcerosa (rechts)

Unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), IBD) versteht man wiederkehrende (rezidivierende) oder kontinuierliche entzündliche Erkrankungen des Darms. Die beiden häufigsten Vertreter sind die Colitis ulcerosa und der Morbus Crohn.<ref name="Baumgart2">D. C. Baumgart, S. R. Carding: Inflammatory bowel disease: cause and immunobiology. In: The Lancet. Band 369, Nr. 9573, 2007, S. 1627–1640, doi:10.1016/S0140-6736(07)60750-8, PMID 17499605.</ref><ref name="Baumgart">D. C. Baumgart, W. J. Sandborn: Inflammatory bowel disease: clinical aspects and established and evolving therapies. In: The Lancet. Band 369, Nr. 9573, 2007, S. 1641–1657, doi:10.1016/S0140-6736(07)60751-X, PMID 17499606.</ref><ref name="pmid17653185">R. J. Xavier, D. K. Podolsky: Unravelling the pathogenesis of inflammatory bowel disease. In: Nature. Band 448, Nr. 7152, 2007, S. 427–434, doi:10.1038/nature06005, PMID 17653185.</ref> Seltener sind die kollagene und lymphozytäre Colitis als Formen der mikroskopischen Colitis, die nur histologisch diagnostiziert werden kann.<ref>Gerd_Herold und Mitarbeiter: Innere Medizin 2020. Selbstverlag, Köln 2020, ISBN 978-3-9814660-9-6, S. 485.</ref>

Am 19. Mai ist der Welt-CED-Tag.<ref>19 May, World IBD Day - Crohn's disease and ulcerative colitis. Abgerufen am 28. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Typische Symptome und Differentialdiagnostik

Unterschiede bei Symptomen und unterschiedliche endoskopische Charakteristika<ref name=":0">Andreas de Weerth, Michael Bläker: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (PDF; 7,6 MB), Hamburger Ärzteblatt, 2016</ref><ref>Carolin Lang: Chronisch-entzündliche Darmerkankungen: Morbus Crohn versus Colitis ulcerosa. In: Pharmazeutische Zeitung. 18. Januar 2024, abgerufen am 28. Januar 2025.</ref><ref>Morbus & Crohn Colitis Ulcerosa. In: Österreichische Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung. Abgerufen am 28. Januar 2025.</ref>
Colitis ulcerosa Morbus Crohn
Entzündungsmuster: kontinuierlicher Befall, erstreckt sich vom Mastdarm aus, nur der Dickdarm ist betroffen, selten Ausbreitung ins Ileum (Backwash-Ileitis) diskontinuierlicher Befall (wird von gesunden Abschnitten unterbrochen), gesamter Verdauungstrakt betroffen (Mund bis Anus)
morphologisch: Granulierung, flächenhafte Blutungen, Pseudopolypen, Ulzera Aphthen, flache Ulzera, einzelne Ulzera, Fissuren, tiefe Ulzera
Stenosen sind immer tumorverdächtig Stenosen häufig
blutig schleimige Durchfälle breiige oder flüssige Durchfälle
Bauchschmerzen, krampfartig, oft mit Stuhlentleerung, oft im linken Unterbauch schmerzhafter Stuhldrang („Tenesmus“) Bauchschmerzen, oft krampfartig, häufig im Unterbauch lokalisiert
aufgehobene Gefäßzeichnung der Darmschleimhaut (nur die oberste Schicht der Darmwand ist betroffen, also Mukosa und Submukosa) Pflastersteinrelief; alle Schichten der Darmwand können betroffen sein (transmural), (epitheloide) Granulome<ref></ref>
selten bis nie Fisteln Fisteln bei schwerem Verlauf, Abszesse und Stenosen bei schwerem Verlauf
Blutarmut Gewichtsverlust, Symptome einer Mangelversorgung mit Nährstoffen (vor allem bei MC des Dünndarms)

Wenn man diagnostisch nicht zwischen einer CD und MC unterscheiden kann, spricht man von einer unklassifizierten Colitis (früher auch Colitis indeterminata).<ref></ref>

Bei einem Viertel der Patienten kommt es zu Beschwerden außerhalb des Verdauungstrakts, insbesondere bei Patienten, die an MC leiden (sogenannte extraintestinale Manifestationen): Periphere Arthritis, Spondylarthropathie, Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum, Uveitis, Skleritis, Primär sklerosierende Cholangitis oder Aphthöse Ulzera.<ref name=":0" />

Pathophysiologie der CED

Die genaue Ursache der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen konnte bisher nicht geklärt werden. Die aktuelle Forschung zeigt ein komplexes Zusammenspiel aus genetischen Faktoren, dem Mikrobiom des Darms, Umweltfaktoren sowie eine abnormale Immunantwort als mögliche Ursachen für diese Erkrankungen.<ref>Qingdong Guan: A Comprehensive Review and Update on the Pathogenesis of Inflammatory Bowel Disease. In: Journal of Immunology Research. Band 2019, 1. Dezember 2019, ISSN 2314-8861, S. 1–16, doi:10.1155/2019/7247238 (hindawi.com [abgerufen am 20. Oktober 2022]).</ref>

Genetische Disposition

Genomweite Assoziationsstudien (GWAS), Sequenzierungsstudien der nächsten Generation und andere Analysen haben über 240 nicht überlappende genetische Risikoorte identifiziert, von denen etwa 30 genetische Orte zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gemeinsam sind (Vgl. Zhang et al.).<ref>Yi-Zhen Zhang: Inflammatory bowel disease: Pathogenesis. In: World Journal of Gastroenterology. Band 20, Nr. 1, 2014, ISSN 1007-9327, S. 91, doi:10.3748/wjg.v20.i1.91 (wjgnet.com [abgerufen am 20. Oktober 2022]).</ref> Diese Gene beeinflussen u. a. die Durchlässigkeit der Epithelbarriere und ermöglichen dadurch das Eindringen von Bakterien. Diese stimulieren das angeborene Immunsystem. Es resultieren entzündliche Reaktionen, teilweise durch Sekretion extrazellulärer Mediatoren. Es werden dadurch andere Zellen angelockt, einschließlich Zellen des adaptiven Immunsystems.<ref>The International IBD Genetics Consortium (IIBDGC), Luke Jostins, Stephan Ripke, Rinse K. Weersma, Richard H. Duerr: Host–microbe interactions have shaped the genetic architecture of inflammatory bowel disease. In: Nature. Band 491, Nr. 7422, November 2012, ISSN 0028-0836, S. 119–124, doi:10.1038/nature11582 (nature.com [abgerufen am 20. Oktober 2022]).</ref>

Psychosomatik

Es wurde angenommen, dass bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen psychosozialer Stress auch zu einer Fehlregulation der Immunantwort und – bei entsprechender Veranlagung – zur Krankheitsaktivierung beitrug. 1950 beschrieben Franz Alexander in den Holy Seven die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen als psychosomatische Krankheit. Diese historische Annahme kann inzwischen als widerlegt gelten; es lassen sich keine Persönlichkeitseigenschaften, psychischen Störungen oder bestimmten Einzelfaktoren bestimmen („CED-Persönlichkeit“), die in enger, kausaler Verbindung zu CED stehen.<ref></ref><ref>Marion Sonnenmoser: Morbus Crohn: Schamgefühle prägen den Alltag. In: Deutsches Ärzteblatt. 10. Januar 2009, abgerufen am 28. Januar 2025.</ref>

Beschwerden wie Angst und Depression, die als Komorbidität verstanden werden, kommen bei Patienten mit CED gehäuft vor und können den Erkrankungsverlauf erschweren.<ref></ref>

Literatur

Leitlinien

Fachliteratur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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