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Chromhexacarbonyl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Chromcarbonyl)
Strukturformel
Struktur von Chromhexacarbonyl
Allgemeines
Name Chromhexacarbonyl
Andere Namen
  • Hexacarbonylchrom
  • Chromcarbonyl
Summenformel C6CrO6
Kurzbeschreibung

weiße Kristalle<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 235-852-4
ECHA-InfoCard 100.032.579
PubChem 25589
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 220,06 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,77 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

149–150 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

Zersetzung<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301
P: 264​‐​270​‐​301+310​‐​405​‐​501<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

230 mg·kg−1 (LD50Mausoral)<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Chromhexacarbonyl ist eine chemische Verbindung mit der Formel [Cr(CO)6]. Diese farblose Verbindung ist wie seine Molybdän- und Wolfram-Analoga ein flüchtiger, relativ luftstabiler Komplex von Chrom in der Oxidationsstufe Null.

Geschichte

Die Verbindung wurde erstmals im Jahr 1927 von den französischen Chemikern André Job und A. Cassal hergestellt.<ref name="Soukup_anorg">Rolf Werner Soukup: Chemiegeschichtliche Daten anorganischer Substanzen, Version 2020, S. 62, PDF.</ref><ref name="Job">A. Job, A. Cassal: Le chrome-carbonyle. In: Bull. Soc. Chim. Fr. 41 (1927) 1041–1046.</ref>

Darstellung

Chromhexacarbonyl wird dargestellt durch die Reduktion von Chrom(III)-chlorid (CrCl3) mit Aluminium in Benzol unter Kohlenstoffmonoxiddruck. Auch große Ansätze im Autoklaven gelingen in guter Ausbeute.<ref>Ernst Otto Fischer, Walter Hafner, Karl Öfele: Über Aromatenkomplexe von Metallen, XXXI. Eine Synthese für Chromhexacarbonyl. In: Chemische Berichte, Volume 92, Issue 12, S. 3050–3052, Dezember 1959; doi:10.1002/cber.19590921207.</ref>

<math>\mathrm{CrCl_3\ +\ Al\ +\ 6\ CO\ \xrightarrow \ \ [Cr(CO)_6]\ +\ AlCl_3}</math>

Ebenfalls möglich ist die Verwendung von Triethylaluminium anstelle von Aluminium<ref name="brauer" /> sowie die Darstellung bei Atmosphärendruck unter Verwendung einer Grignard-Verbindung<ref name="IS3" />:

<chem>CrCl3 + C6H5MgBr ->[CO][] [Komplex] ->[H_2O][] Cr(CO)6</chem>

Eigenschaften und Struktur

Datei:Cr(CO)6 sample&bottle.jpg
Probe von Cr(CO)6

Das Chromatom ist im Komplex oktaedrisch von sechs Carbonylliganden umgeben (Oh). Das Dipolmoment des Komplexes beträgt 0 Debye. Der Cr-C-Abstand beträgt 191 pm.<ref>A. Whitaker, J. W. Jeffery: The Crystal Structure of Chromium Hexacarbonyl. In: Acta Crystallographica, 23, 1967, S. 977–984; doi:10.1107/S0365110X67004153.</ref> Die Wellenzahl der C-O-Streckschwingung νCO des freien Kohlenstoffmonoxids liegt bei 2000 cm−1.<ref name="Elschenbroich_330">Christoph Elschenbroich: Organometallchemie, 6. Auflage, Teubner, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8351-0167-8, S. 330.</ref> Es handelt sich um einen stabilen 18-Valenzelektronenkomplex, der bei 150 °C unzersetzt schmilzt, und sich bei schnellem Erhitzen und Temperaturen über 210 °C explosiv zersetzen kann. Im Vakuum kann die Verbindung unzersetzt sublimiert werden.<ref name="IS3" />

Chromhexacarbonyl ist eine farblose, flüchtige, luftbeständige, kristalline und toxische Verbindung. Zudem besteht der Verdacht auf eine cancerogene Wirkung.<ref name="GESTIS" /> Wie alle Metallcarbonyle ist Chromhexacarbonyl bei unsachgemäßem Umgang eine Quelle von flüchtigem Metall sowie Kohlenstoffmonoxid. Es ist unlöslich in Wasser und begrenzt löslich in organischen Lösungsmitteln wie Diethylether und Trichlormethan<ref name="IS3"></ref>. Seine Lösung ist licht- und oxidationsempfindlich.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1818.</ref>

Reaktionen

Die Carbonylliganden können oxidativ, photolytisch oder thermisch abgespalten werden. Die entstehenden freien Koordinationsstellen können durch Lösungsmittelmoleküle besetzt werden. So entsteht beim Erhitzen in aromatischen Lösungsmitteln durch Abspaltung von drei Carbonylliganden ein neuer Komplex der einen aromatischen Liganden besitzt.

<math>\mathrm{[Cr(CO)_6] + C_6H_6\longrightarrow [Cr(\eta^6-C_6H_6)(CO)_3] + 3 \ CO}</math>

Die Bildung solcher Komplexe ist für elektronenreiche Aromaten begünstigt.

Auch andere Lösungsmittel, die zu einer Koordination befähigt sind, können als labile Liganden am Komplex koordinieren.

<math>\mathrm{[Cr(CO)_6] + THF\longrightarrow [Cr(CO)_5(THF)] + CO}</math>
Abspaltung eines Carbonylliganden beim Erhitzen in Tetrahydrofuran

Verwendung

Chromhexacarbonyl kann zur Darstellung chromhaltiger Fischer-Carbene benutzt werden. Hierzu wird es mit Kohlenstoff-Nukleophilen, wie beispielsweise Lithiumalkylen umgesetzt, die sich an den Carbonylkohlenstoff addieren. Eine wichtige Anwendung ist die Dötz-Reaktion, die in der Synthese von aromatischen Verbindungen, wie Vitamin K oder Vitamin E, eine Bedeutung hat.

Einzelnachweise

<references />