Christian Jürgens (Mediziner)
Christian Jürgens (* 12. Februar 1951 in Hamburg) ist ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer in Hamburg und Lübeck.
Leben
Von 1962 bis 1971 besuchte Jürgens die Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg. Nach dem Abitur studierte er ab 1971 Humanmedizin an der Universität Hamburg. Nach der Medizinalassistentenzeit war er als Stabsarzt bei der Bundeswehr. An der Hamburger Universität erfolgte mit der Dissertation Untersuchung medizinischer und ökonomischer Aspekte in der postoperativen kardiochirurgischen Intensivmedizin seine Promotion.<ref>Datensatz der Dissertation auf d-nb.info (zuletzt abgerufen am 15. Oktober 2021).</ref>
Die chirurgische Ausbildung durchlief er von 1979 bis 1989 im AK Wandsbek und im AK St. Georg. 1989 wurde er Oberarzt bei Dietmar Wolter im Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Hamburg. Nach der Habilitation am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wurde Jürgens 1997 Chefarzt der Unfallchirurgie im Kreiskrankenhaus Itzehoe. Nach zwei Jahren kehrte er nach Boberg zurück und leitete mit Wolter die Unfallchirurgie. 2002 wurde er sein Nachfolger als Ärztlicher Direktor der größten Unfallklinik in Norddeutschland.
Nach der Umhabilitation wurde er 2003 zusätzlich Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck.<ref>Thema der Antrittsvorlesung in Lübeck am 19. November 2002: Minimalinvasive Traumatologie</ref>
Jürgens entwickelte gemeinsam mit H.R.Kricheldorf am Institut für Makromolekulare Chemie der Universität Hamburg eine biologisch abbaubare Wundabdeckung für Brandverletzte und eine resorbierbare Folie zur Vermeidung von Adhäsionen und Vernarbungen für die Chirurgie und Orthopädie von den Grundlagen bis zur klinischen Anwendung. Für beide Entwicklungen hielt er eine Vielzahl nationaler und internationaler Patente und publizierte seine Ergebnisse in nationalen und internationalen Journalen. Die Materialien wurden von den Firmen Merck und später Biomet unter den Produktnamen Topkin® und Mesofol® hergestellt und vertrieben.
Weiterhin war er an der Entwicklung zahlreicher winkelstabiler Implantate zur Behandlung von Knochenbrüchen und -defekten maßgeblich beteiligt, hat endoprothetische Implantate (Recartic®, Agilon®, Epore Diaphyse®) wesentlich gestaltet und die Implementierung sogenannter "intelligenter Implantate" in die klinische Anwendung vorangetrieben. Unter seiner Leitung arbeiteten sowohl in Lübeck als auch am BG Klinikum Hamburg Mediziner und Bioingenieure an vielen Forschungsprojekten in Grundlagenforschung und klinischer Anwendung. Über 40 Dissertationen und 16 Habilitationen wurden von ihm wissenschaftlich betreut.
Er saß im Fachbeirat der Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe (AGS), war Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für winkelstabile Osteosyntheseverfahren (awiso) und Kuratoriumsmitglied der Axis-Forschungsstiftung. Gutachterlich war er für das BMFT und die DFG in mehreren Gremien und Verfahren eingebunden.
Werke
- Entwicklung und experimentelle Untersuchungen einer biologisch abbaubaren Wundabdeckung aus Lactid-Caprolacton-Copolymeren fuer grossflaechige Wunden und Verbrennungen und ihre klinische Erprobung an Spalthautspendebezirken. 1995. Notes: MONO ; DISS Univ., FB Medizin, Habil.-Schr.--Hamburg, 1995,
- Arthroskopische Chirurgie im Schulter- und Kniegelenksbereich. Springer, Berlin 1994
- Untersuchung medizinischer und ökonomischer Aspekte in der postoperativen kardiochirurgischen Intensivmedizin. 1979
Herausgeber
Literatur
- Rüdiger Döhler, Heinz-Jürgen Schröder und Eike Sebastian Debus: Chirurgie im Norden. Zur 200. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Chirurgen in Hamburg 2017. Kaden Verlag, Heidelberg 2017, ISBN 978-3-942825-67-2, S. 158–159.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jürgens, Christian |
| ALTERNATIVNAMEN | Jürgens, Christian Adolf Walter (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Chirurg, Unfallchirurg und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 12. Februar 1951 |
| GEBURTSORT | Hamburg |