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Knorpellattiche

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(Weitergeleitet von Chondrilla)

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Knorpellattiche
Datei:ChondrillaJuncea1.jpg

Großer Knorpellattich (Chondrilla juncea)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Knorpellattiche
Wissenschaftlicher Name
Chondrilla
L.

Die Knorpellattiche (Chondrilla), auch Knorpelsalate genannt, bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Cichorioideae innerhalb Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung

Datei:Chondrilla juncea Sturm42.jpg
Illustration des Großen Knorpellattich (Chondrilla juncea)
Datei:Chondrilla juncea f6339.jpeg
Blütenkörbe des Großen Knorpellattich (Chondrilla juncea), gut zu erkennen sind die zwei Griffeläste der Blüten.
Datei:Chondrilla chondrilloides ENBLA02.jpg
Fruchtstand mit Achänen und Pappus vom Alpen-Knorpellattich (Chondrilla chondrilloides)
Datei:Chondrilla juncea (5391612644).jpg
Grundblätter und behaarte Stängel des Großen Knorpellattich (Chondrilla juncea)

Erscheinungsbild und Blätter

Chondrilla-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen, die Wuchshöhen zwischen 40 und 150 cm erreichen. Sie bilden Pfahlwurzeln. Jede Pflanze kann aus ein bis sechs verzweigten Stängeln bestehen, die an der Basis borstig behaart und oben glatt sind.

Die Laubblätter stehen in grundständigen Blattrosetten zusammen und befinden sich auch am Stängel verteilt. Die Blattstiele sind geflügelt. Die Blattspreite der Grundblätter ist buchtig bis fiederspaltig. Die Stängelblätter sind kleiner und einfacher.

Blütenstände, Blüten und Früchte

Die end- und seitenständigen körbchenförmigen Blütenstände stehen meist einzeln oder zu wenigen zusammen. Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von 2,5 bis 5 mm auf. Es ist eine Reihe mit fünf bis neun gleichgestaltigen Hüllblättern vorhanden. In einem Blütenkörbchen stehen nur sieben bis fünfzehn zwittrige, fertile, zygomorphe Zungenblüten zusammen. Die früh welkenden Blütenkronen sind gelb.

Die hellbraunen bis schwarzen, fast zylindrischen Achänen besitzen mehr als fünf Rippen, sind deutlich geschnäbelt und mit Höckern und Fortsätzen besetzt. Der Pappus besteht aus einer Reihe mit 40 bis über 50 weißen, glatten Borsten.

Ökologie

Es sind Hemikryptophyten.

Einige Arten pflanzen sich apomiktisch oder fakultativ apomiktisch fort.<ref name="Wisskirchen1998" />

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Chondrilla wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 796–797 aufgestellt. Der Name Chondrilla wurde von Dioscorides für Pflanzenarten benutzt, die Milchsaft (Latex) enthalten. Deshalb verwendete Linné diesen Namen für die Gattung Chondrilla.

Chondrilla-Arten kommen natürlicherweise in Eurasien vor. In Nordamerika gilt der Große Knorpellattich (Chondrilla juncea) als eine invasive Pflanze.<ref name="invasive" /> In Deutschland kommen nur die beiden Arten Alpen-Knorpellattich (Chondrilla chondrilloides) und Großer Knorpellattich (Chondrilla juncea) vor<ref name="Wisskirchen1998" />.

Die Gattung Chondrilla enthält 25 bis 50 Arten:<ref name="GCC" /><ref name="cichorieae" />

  • Chondrilla acantholepis <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss.
  • Chondrilla ambigua <templatestyles src="Person/styles.css" />Fisch. ex Kar. & Kir.: Sie kommt im südlichen europäischen Russland, in Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan und Xinjiang vor.<ref name="FoC"/> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 10.<ref name="FoC"/>
  • Chondrilla aspera <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schrad. ex Willd.) Poir.: Sie kommt im südlichen und zentralen Russland, in Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Xinjiang vor.<ref name="FoC"/>
  • Chondrilla bosseana <templatestyles src="Person/styles.css" />Iljin: Sie kommt in Kasachstan vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla brevirostris <templatestyles src="Person/styles.css" />Fisch. & C.A.Mey.: Sie kommt im südlichen und östlichen europäischen Rusland, im westlichen asiatischen Russland, in Kasachstan, Kirgisistan und Xinjiang vor.<ref name="FoC"/> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 15.<ref name="FoC"/>
  • Chondrilla canescens <templatestyles src="Person/styles.css" />Kar. & Kir.: Sie kommt von Afghanistan bis Zentralasien und dem südwestlichen Sibirien vor.<ref name="POWO" />
  • Alpen-Knorpellattich (Chondrilla chondrilloides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ard.) H.Karst., Syn.: Chondrilla prenanthoides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Scop.) Vill.):<ref name="Euro+Med" /> Er kommt in den Alpen von Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Slowenien und in Italien, hier auch im Apennin vor.<ref name="Sell1976" /> Sein Vorkommen in Korsika ist fraglich.<ref name="Euro+Med" />
  • Chondrilla crepoides <templatestyles src="Person/styles.css" />L.
  • Chondrilla evae <templatestyles src="Person/styles.css" />Lack: Sie kommt in Afghanistan vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla gibbirostris <templatestyles src="Person/styles.css" />Popov
  • Chondrilla graminea <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Bieb.: Sie kommt von Osteuropa bis Sibirien und im Himalaja vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla hookeriana <templatestyles src="Person/styles.css" />Iljin
  • Großer Knorpellattich (Chondrilla juncea <templatestyles src="Person/styles.css" />L.) Er ist ursprünglich von Westeuropa über Nordafrika bis Zentralasien weitverbreitet. In vielen Gebieten der Welt ist er ein Neophyt.
  • Chondrilla kusnezovii <templatestyles src="Person/styles.css" />Iljin: Sie kommt in Zentralasien vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla laticoronata <templatestyles src="Person/styles.css" />Leonova: Sie kommt im südlichen und zentralen Russland, in Kasachstan und in Xinjiang vor.<ref name="FoC"/>
  • Chondrilla latifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Bieb.: Sie kommt ursprünglich in Bulgarien, der Türkei, Weißrussland, im europäischen Russland, in der Ukraine und in Transkaukasien vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla leiosperma <templatestyles src="Person/styles.css" />Kar. & Kir.: Sie kommt in Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Xinjiang und in der Mongolei vor.<ref name="FoC"/> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 15.<ref name="FoC"/>
  • Chondrilla macra <templatestyles src="Person/styles.css" />Iljin: Sie kommt in Kasachstan vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla macrocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />Leonova: Sie kommt in Kasachstan vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla maracandica <templatestyles src="Person/styles.css" />Bunge: Sie kommt in Tadschikistan und Afghanistan vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla mariae <templatestyles src="Person/styles.css" />Podlech: Sie kommt in Afghanistan vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla mujunkumensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Iljin & Igolkin: Sie kommt in Kasachstan vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla ornata <templatestyles src="Person/styles.css" />Iljin: Sie kommt in Kirgisistan und in Xinjiang vor.<ref name="FoC"/> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.<ref name="FoC"/>
  • Chondrilla pauciflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Ledeb.: Sie ist im östlichen europäischen Russland, in Kasachstan, Usbekistan und Xinjiang vor.<ref name="Sell1976" /><ref name="FoC"/> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 15.<ref name="FoC"/>
  • Chondrilla phaeocephala <templatestyles src="Person/styles.css" />Rupr.: Sie kommt in Afghanistan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und Xinjiang vor.<ref name="FoC"/>
  • Chondrilla piptocoma <templatestyles src="Person/styles.css" />Fisch. & C.A.Mey.: Sie kommt im südlichen und zentralen Russland, in Kasachstan und Xinjiang vor.<ref name="FoC"/> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 10.<ref name="FoC"/>
  • Chondrilla ramosissima <templatestyles src="Person/styles.css" />Sm.: Sie kommt nur in Griechenland und auf den südlichen griechischen Inseln vor.<ref name="Sell1976" /><ref name="Euro+Med" />
  • Chondrilla rouillieri <templatestyles src="Person/styles.css" />Kar. & Kir.: Sie kommt im südlichen und zentralen Russland, in Kasachstan und in Xinjiang vor.<ref name="FoC"/> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 15.<ref name="FoC"/>
  • Chondrilla setulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />C.B.Clarke ex Hook. f.: Sie kommt von Pakistan bis zum westlichen Himalaja vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla spinosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Lamond & V.A.Matthews: Sie kommt im asiatischen Teil der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Chondrilla tenuiramosa <templatestyles src="Person/styles.css" />U.P.Pratov & Tagaev: Sie kommt in Usbekistan vor.<ref name="POWO" />
  • Chondrilla uniflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Larrañaga
  • Chondrilla urumoffii <templatestyles src="Person/styles.css" />Degen (Syn.: Chondrilla lenae <templatestyles src="Person/styles.css" />Papan.): Sie kommt in Bulgarien, Mazedonien und Griechenland vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Chondrilla yossii <templatestyles src="Person/styles.css" />Kitam.: Sie kommt in Afghanistan und in Pakistan vor.<ref name="POWO" />

Nicht mehr zu dieser Gattung wird gerechnet:

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="GCC">@1@2Vorlage:Toter Link/compositae.landcareresearch.co.nzDatenblatt bei Global Compositae Checklist. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2022. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> <ref name="cichorieae"> Taxon in Suchmaske eingeben beim Cichorieae Portal. </ref> <ref name="invasive"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Invasive Pflanzen. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. Juni 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.invasive.org </ref> <ref name="Wisskirchen1998"> Rolf Wisskirchen, Henning Haeupler: Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands mit Chromosomenatlas. Eugen Ulmer, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-3360-1. </ref> <ref name="Sell1976"> Peter Derek Sell: Chondrilla L. In: </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae.: Datenblatt Chondrilla In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="FoC"> Zhu Shi, Norbert Kilian: Chondrilla Linnaeus, S. 242-245 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 20–21: Asteraceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010, ISBN 978-1-930723-91-7. </ref> <ref name="POWO">Datenblatt Chondrilla bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Knorpellattiche (Chondrilla) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien