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Baumspinat

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(Weitergeleitet von Chenopodium giganteum)

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Baumspinat
Datei:MagentaSpreen Chenopodium giganteum EdibleOffice.jpg

Baumspinat (Chenopodium giganteum)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Chenopodioideae
Gattung: Gänsefüße (Chenopodium)
Art: Baumspinat
Wissenschaftlicher Name
Chenopodium giganteum
D.Don
Datei:Kluse - Chenopodium giganteum - Magentaspreen 14 ies.jpg
Habitus
Datei:Wiki Baumspinat.JPG
Baumspinat kurz vor der Blüte
Datei:MagentaSpreen Chenopodium giganteum close-up EdibleOffice.jpg
Obere Blätter der Kulturform 'Magenta Spreen'

Baumspinat (Chenopodium giganteum), auch Riesengänsefuß genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gänsefüße (Chenopodium) innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Beschreibung

Der Baumspinat<ref name="FOC" /><ref name="Sukhorukov" /> ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen bis zu 3 Meter erreicht. Die Sprossachse steht aufrecht und ist im oberen Teil stark verzweigt. Der kräftige Stängel ist rötlich-grün oder rötlich-purpurn gestreift und durchmisst an der Basis bis zu 5 Zentimeter. Die jungen Triebe sind besonders auf den Blattunterseiten und auf der Oberseite gegen die Blattbasis dicht mit anfänglich (seltener bleibenden) violettroten Blasenhaaren besetzt.<ref name="Aellen1979" />

Die oberseits hellgrünen, unterseits dunkelgrünen Laubblätter sind gestielt. Sie sind fast kahl oder oberseits mehlig bestäubt. Die Spreiten sind rhombisch bis eiförmig oder dreilappig mit längerem Mittellappen und messen bis zu 20 Zentimeter in der Länge und 16 Zentimeter in der Breite, die Blätter nehmen oberwärts in der Größe ab. Der Blattgrund ist breit keilförmig und der Blattrand unregelmäßig wellig gezähnt. Die Spitze ist in der Regel stumpf. Die oberen Blätter sind eiförmig oder eiförmig-lanzettlich und jung mit gold-gelben oder rötlichen Blasenhaare bedeckt, die den Blättern ein bemehltes Aussehen verleihen.

Der Baumspinat blüht von Juni (Nepal) oder Juli (China) bis September. Der Blütenstand besteht aus großen, endständigen, bemehlten Rispen, die zur Fruchtreife herabhängen. Die zwittrigen Blüten sitzen zu mehreren in Knäueln oder einzeln. Die Blütenknäuel sind klein, kugelig und haben einen Durchmesser von 2 bis 3 Millimetern.<ref name="Aellen1979" /> Die Blütenhülle besteht aus fünf grünen oder dunkel-purpurnen, eiförmigen Tepalen mit häutigem Rand. Es sind fünf Staubblätter vorhanden.

Die Frucht ist linsenförmig, mit häutiger Fruchtwand. Der horizontale Samen erreicht einen Durchmesser von 1,5 mm. Die schwarze oder rötlich-schwarze Samenschale zeigt netzartige Linien.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 54.<ref name="Marhold2006" />

Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Baumspinats liegt vermutlich im Himalaya, in Indien und Nepal, östlich bis Tibet.<ref name="POWO" /> Die Art tritt hier in Unkrautvegetation und in Gärten, kultiviert als Gemüsepflanze, auf. Es wird von einigen Botanikern vermutet, dass sie erst in Kultur, durch Auslese großwüchsiger Wildsippen aus dem Artenaggregat von Chenopodium album, entstanden sei<ref name="FOC" /> und später rückverwildert ist. Möglicherweise breitete die Art sich archäophytisch in China und ganz Südostasien aus, in vielen Ländern, so auch in China, wird sie bis heute gern als Gemüsepflanze in Gärten kultiviert. Neophytisch ist sie heute in allen warmgemäßigten Gebieten anzutreffen, in Europa fast ausschließlich in der Mittelmeerregion. In Deutschland gelten alle Verwilderungen der Art als unbeständig.<ref name="floraweb" /> Auch im nördlichen und südlichen Afrika, in Argentinien, Indien, im Iran und in Neuseeland wurde der Baumspinat eingeschleppt.<ref name="POWO" />

Systematik

Die Erstbeschreibung von Chenopodium giganteum erfolgte 1825 durch David Don.<ref name="Don1825" />

Als Synonyme werden in der Plant List (herausgegeben von Royal Botanic Gardens, Kew und Missouri Botanical Garden) angegeben: Chenopodium giganteum <templatestyles src="Person/styles.css" />D.Don sind Chenopodium album subsp. amaranthicolor <templatestyles src="Person/styles.css" />H.J.Coste & A.Reyn., Chenopodium album var. centrorubrum <templatestyles src="Person/styles.css" />Makino, Chenopodium album var. purpurascens <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) Kuntze, Chenopodium amaranticolor <templatestyles src="Person/styles.css" />(H.J.Coste & A.Reyn.) H.J.Coste & A.Reyn., Chenopodium atriplicis <templatestyles src="Person/styles.css" />L.f., Chenopodium bonariense <templatestyles src="Person/styles.css" />Moq. (nom. invalid.), Chenopodium centrorubrum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Makino) Nakai, Chenopodium elegantissimum <templatestyles src="Person/styles.css" />Koidz., Chenopodium leucospermum <templatestyles src="Person/styles.css" />Schrad., Chenopodium mairei <templatestyles src="Person/styles.css" />H.Lév., Chenopodium punctulatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Scop., Chenopodium purpurascens <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq., Chenopodium purpurascens <templatestyles src="Person/styles.css" />Gadec. und Chenopodium rubricaule <templatestyles src="Person/styles.css" />Schrad. ex Moq.<ref name="PlantList" />

Die Sippe ist in ihrer Abgrenzung und Namensgebung schwierig. Obwohl bereits im 18. und 19. Jahrhundert auffallende, teilweise rot gefärbte Gänsefuß-Arten aus Indien die Botanischen Gärten Europas erreichten, konnten sich die Botaniker jahrzehntelang nicht auf den korrekten Namen verständigen. Die Zuschreibung wurde auch dadurch erschwert, dass es zahlreiche, morphologisch abweichende, variable Formen und Sippen gibt und dass diese leicht mit anderen Gänsefuß-Arten hybridisieren, so dass einige in Garten kultivierte Formen sich als Hybride herausstellten.<ref name="Aellen" /> Möglicherweise verbergen sich unter dem Namen Chenopodium giganteum tatsächlich mehrere Arten.<ref name="FOC" /> Nach einer taxonomischen Revision der nepalesischen Arten der Gattung von 2014 wäre der korrekte Name der Sippe tatsächlich Chenopodium bengalense <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lam.) Spielm. ex Steud. Da die Originalbeschreibung von Atriplex bengalensis durch Lamarck auf Pflanzen in einem frühen Stadium des Aufblühens beruhte, ist die Zuordnung möglicherweise lange übersehen worden. Ob die Auffassung der Autoren sich durchsetzen wird, ist noch nicht absehbar. Der Name wurde in die Datenbank der EPPO übernommen.<ref name="EPPO" />

Verwendung

Die Blätter des Baumspinats können wie Spinat (Spinacia oleracea) verwendet gekocht oder als Salat gegessen werden. Allerdings enthalten die Pflanzen in geringen Mengen Saponine und größere Mengen Oxalsäure, die der Verträglichkeit abträglich sein können. Auch die Samen können gekocht verzehrt werden.<ref name="PFAF" />

Die kräftigen Stängel werden als Wanderstöcke verwendet.<ref name="PFAF" />

Wegen der auffälligen Blattfärbung wird die Art auch gelegentlich als Zierpflanze angebaut. Beliebt ist vor allem die Sorte Chenopodium giganteum 'Magenta Spreen'<ref name="Damrosch" /><ref name="Fowler" />, die etwas niedriger bleibt und besonders auffällige Blätter hat.

Quellen

Literatur

  • Gelin Zhu, Sergei L. Mosyakin, Steven E. Clemants: Chenopodium giganteum. In: , PDF (Abschnitte Beschreibung, Verwendung).

Einzelnachweise

<references> <ref name="FOC"> Gelin Zhu, Sergei L. Mosyakin, Steven E. Clemants: Chenopodium giganteum. In: , PDF-Datei (Abschnitte Beschreibung, Verwendung). </ref> <ref name="Sukhorukov"> Alexander P. Sukhorukov & Maria Kushunina (2014): Taxonomic revision of Chenopodiaceae in Nepal. Phytotaxa 191 (1): 10–44. </ref> <ref name="Marhold2006"> Karol Marhold: IAPT/IOPB chromosome data 1. In: Taxon. Band 55, Nr. 2, Mai 2006, S. 443–445 (iopb.org [PDF]). <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF (Memento vom 26. Juli 2011 im Internet Archive) </ref> <ref name="Don1825"> David Don: Prodromus Florae Nepalensis. J. Gale, London 1875, S. 75, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fpage%2F392972~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D </ref> <ref name="PlantList"> Eintrag bei The Plant List, abgerufen am 25. Januar 2012 </ref> <ref name="PFAF"> Eintrag bei Plants For A Future </ref> <ref name="Aellen"> Paul Aellen (1929): Chenopodium amaranticolor : Coste und Reynier, Ch. purpurascens „Jacquin“, Ch. giganteum Don, Ch. Quinoa Willd., Ch. Moquinianum Aellen und X Ch. Reynieri Ludwig und Aellen : eine nomenklatorische und systematische Studie. Berichte der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft (= Bulletin de la Société Botanique Suisse) 38: 5-23. </ref> <ref name="Damrosch"> A leafy green named magenta spreen, by Barbara Damrosch. The Washington Post, 29. August 2012. </ref> <ref name="Fowler"> Alys Fowler: Tree spinach. Artikel, The Guardian (International Edition), 8. Juli 2011. </ref> <ref name="EPPO"> Chenopodium bengalense. EPPO Global Database </ref> <ref name="floraweb"> Chenopodium giganteum Don, Riesen-Gänsefuß. in FloraWeb, Online-Informationsangebot des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) über die wildwachsenden Pflanzenarten Deutschlands. </ref> <ref name="Aellen1979">Gustav Hegi et al. 1979: Chenopodium. In: .</ref> <ref name="POWO"> Chenopodium giaganteum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> </references>

Weblinks

Commons: Baumspinat Chenopodium giganteum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien