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Chemin de fer de l’État de Genève

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Annemasse–Genève-Eaux-Vives
Datei:091103 Genf IMG 8032.JPG
Elektrischer Doppelstocktriebwagen der SNCF in Genève-Eaux-Vives, 2009
Elektrischer Doppelstocktriebwagen der SNCF in Genève-Eaux-Vives, 2009
Streckennummer (SNCF):894 000
Streckenlänge:6 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:25 kV 50 Hz ~
Maximale Neigung: 20 
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Strecke von Évian-les-Bains
0.00 Annemasse 435 m ü. M.
Strecke nach Longeray, Strecke nach Aix-les-Bains
CEVA nach Genève-Cornavin
1.05 Ambilly 427 m ü. M.
2.00 Staatsgrenze Frankreich/Schweiz, Foron 425 m ü. M.
(zugleich Eigentumsgrenze SNCF/CFEG)
Chêne-Bourg (bis 1983<ref>Christiane Genequand: Chêne-Bourg. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref> und 2011–2013) 421 m ü. M.
Tunnel du Grange-Canal (359 m)
5.99 Genève-Eaux-Vives 401 m ü. M.

Die Chemin de fer de l’État de Genève (CFEG) war die «Eisenbahn des Standes Genf» in der Schweiz.<ref>Bemerkung zur Nomenklatur: wörtlich übersetzt wäre zwar «Eisenbahn des Staates Genf» denkbar, da aber die heutigen Schweizer Kantone keine unabhängigen Staaten mehr sind, dennoch innerhalb der föderalen Schweiz eine gewisse Eigenständigkeit innehaben, ist der entsprechende Ausdruck im offiziellen eidgenössischen Amtsdeutsch Stand und nicht Staat, wenn dies nicht näher spezifiziert ist (wie bei Staatsrat o. ä.), wie dies auch beim Ständerat am sichtbarsten zutage tritt.</ref>

Die CFEG war eine reine Eisenbahn-Infrastrukturgesellschaft; ihr gehörte der auf Schweizer Boden liegende Abschnitt der am 1. Juni 1888 eröffneten Eisenbahnstrecke GenèveAnnemasse.

Da es sich um keine Eisenbahn-Verkehrsgesellschaft handelte, war insbesondere für den durchgehenden Bahnbetrieb auch der Name Genève–Annemasse (GA) in Gebrauch. In amtlichen Werken wie Staatsverträgen wird hingegen stets der offizielle, amtliche Name Chemin de fer de l’État de Genève verwendet.

Bahnstrecke

Datei:091103 Genève-Eaux-Vives IMG 8026.jpg
Alter Bahnhof Genève-Eaux-Vives, im Vordergrund ein Gleis der Strassenbahn Genf, 2009
Datei:091103 Genève-Eaux-Vives railway station IMG 8039.jpg
Gleisseite des alten Bahnhofs Genève-Eaux-Vives, 2009
Datei:Trains S.N.C.F. ligne Gare des Eaux-Vives Annemasse (Suisse et France) (2).jpg
Sonderzug mit 230 G 353 im Bahnhof Eaux-Vives zum hundertsten Jubiläum der Strecke am 28. Mai 1988

Die rund sechs Kilometer lange normalspurige Einspur-Strecke hatte auf Schweizer Boden keine Verbindung zum übrigen Schweizer Normalspurnetz. Zwei Kilometer der Strecke zwischen Annemasse und der Staatsgrenze bei Ambilly in Frankreich gehörten der staatlichen Eisenbahn-Infrastrukturgesellschaft SNCF Réseau. Die Staatsgrenze zur Schweiz bildete gleichzeitig die Eigentumsgrenze zur CFEG, der die übrigen vier Kilometer zwischen der Grenze bei Moillesulaz (Gemeinde Thônex) und dem Kopfbahnhof Genève-Eaux-Vives im gleichnamigen Genfer Stadtquartier gehörten.

Der Betrieb auf der CFEG-Strecke — dem Abschnitt Genève-Eaux-Vives–Grenze (Moillesulaz) — erfolgte auf Kosten des Kantons Genf durch die staatliche französische Eisenbahngesellschaft (SNCF).

Während des Zweiten Weltkrieges war die Strecke nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht bis 1942 die einzige Bahnverbindung zwischen der Schweiz und Frankreich, die nicht direkt von der Wehrmacht kontrolliert wurde, da Annemasse im unbesetzten Teil Frankreichs lag. Normalspurige Güterwagen wurden auf Rollschemeln und Rollböcken der meterspurigen Strassenbahn zwischen Eaux-Vives und dem Schweizer Normalspurnetz befördert.

Datei:Sncf-triebzug-z-9517-gen232ve-756923.jpg
Bahnhof Genève-Eaux-Vives mit Z2-Zweisystemtriebwagen Z 9517 der SNCF, 1990

Der elektrische Betrieb auf der Strecke wurde erst am 28. September 1986 aufgenommen. Aufgrund der Isolation vom Schweizer Bahnnetz und dem Betrieb durch die SNCF wurde die Strecke mit dem französischen 50-Hz-System (25 kV) elektrifiziert.

Bereits vor der Elektrifikation wurde 1983 die Station Chêne-Bourg in der gleichnamigen Gemeinde aufgehoben, der einzige Haltepunkt in der Schweiz zwischen Moillesulaz und Eaux-Vives. Ende 1991 wurde schliesslich auch der Güterverkehr auf der Strecke eingestellt.

Am 9. Oktober 2013 hob der Bundesrat die Eisenbahninfrastruktur-Konzession des Kantons Genf für die Strecke auf, da der Kanton die neue Strecke nicht betreiben wird.<ref>news.admin.ch: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bundesrat hebt Eisenbahninfrastruktur-Konzession des Kantons Genf auf (Memento vom 6. Mai 2016 im Internet Archive)</ref>

Vertragswerke und Ausbaupläne

Die Schweiz und Frankreich haben am 14. Juni 1881 einen Staatsvertrag über die Bahnstrecke Genf–Annemasse abgeschlossen.<ref>«Übereinkunft vom 14. Juni 1881 zwischen der Schweiz und Frankreich betreffend den Anschluss der Eisenbahn Genf–Annemasse an das savoyische Bahnnetz bei Annemasse» (SR 0.742.140.334.93)</ref> Weiter existiert ein Vertrag von 1912 zwischen dem Kanton Genf und der Eidgenossenschaft, wonach eine Verbindung von Cornavin nach Eaux-Vives erbaut werde.<ref>«Bundesgesetz vom 10. Juli 1912 betreffend die Ausdehnung des Netzes der Bundesbahnen auf Genfer Gebiet» (SR 742.32)</ref> Der Kanton musste einen Drittel der Baukosten tragen.

Die am 22. Juni 1877 erteilte Konzession des Kantons Genf, welche eigentlich am 25. Juni 1957 verfallen wäre, wurde am 17. Januar 1968 erneuert. Dabei wurde das neue Verfallsdatum auf den 31. Dezember 1987 festgelegt, mit der Klausel eines konditionalen, vorzeitigen Verfalls der Konzession, im Falle einer Übernahme durch die SBB.<ref>Neue Zürcher Zeitung Nr. 37 18. Januar 1968</ref>

Mit dem Projekt CEVA, ein Akronym für die Genfer Verbindungsbahn Cornavin–Eaux-Vives–Annemasse, wurde der Vertrag rund hundert Jahre nach seinem Abschluss verwirklicht. In dessen Rahmen wurde die CFEG-Trasse auf Schweizer Boden tiefergelegt, doppelspurig ausgebaut und überdeckt. Vorher mussten Fahrgäste zwischen Eaux-Vives und dem Genfer Hauptbahnhof Cornavin Bus oder Tram benutzen.

Am 25. November 2011 wurde das Teilstück vom Bahnhof Eaux-Vives bis zum als Wendehaltestelle am 11. Dezember 2011 wiedereröffneten ehemaligen Bahnhof Chêne-Bourg stillgelegt und die Gleise entfernt.<ref>Eisenbahn Amateur, Ausgabe 2/2012, S. 69.</ref> Am 1. April 2013 wurde der Verkehr auch zwischen Annemasse und Chêne-Bourg für mindestens fünf Jahre eingestellt. Als Ersatz gab es eine neue schnelle Buslinie ins Zentrum von Genf.<ref>Chêne-Bourg: Fermeture de la gare Nouvelle ligne de bus 61</ref>

Am 15. Dezember 2019 wurde die CEVA in Betrieb genommen. Mit dem Tage der Betriebseröffnung ging die Strecke gemäss Artikel 7 des Vertrags von 1912<ref>[1]</ref> in das Eigentum der SBB über.


Weblinks

Commons: Chemin de fer de l’État de Genève – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />