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Sand-Hornkraut

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(Weitergeleitet von Cerastium semidecandrum)

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Sand-Hornkraut
Datei:Cerastium semidecandrum (Sand-Hornkraut) IMG 4928.JPG

Sand-Hornkraut (Cerastium semidecandrum)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Tribus: Alsineae
Gattung: Hornkräuter (Cerastium)
Art: Sand-Hornkraut
Wissenschaftlicher Name
Cerastium semidecandrum
L.

Das Sand-Hornkraut<ref name="InfoFlora" /> (Cerastium semidecandrum), auch Fünfmänniges Hornkraut<ref name="FloraWeb" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hornkräuter (Cerastium) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Beschreibung

Datei:Cerastium semidecandrum Herbar.jpg
Herbarbeleg
Datei:Cerastium semidecandrum W.jpg
Blütenstand
Datei:Cerastium semidecandrum sl11.jpg
Blütenstand, die Zymentragblätter sind breit hautrandig
Datei:Cerastium semidecandrum sl9.jpg
Blüten-/Fruchtstand, die Fruchtstiele sind mehr oder weniger senkrecht nach unten gebogen.

Vegetative Merkmale

Das Sand-Hornkraut wächst als ein- bis zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 20 Zentimetern. Die oberirdischen Pflanzenteile sind gelb- bis gras-grün und besitzen kurze (bis 0,3 Millimeter lange), meist drüsige Trichome. Es sind keine nichtblühenden Triebe vorhanden. Die Stängel sind meist aufrecht und am Grund verzweigt.<ref name="Friedrich1979" />

Die gegenständigen Laubblätter sind kaum über 1,5 Zentimeter lang und oval mit stumpfem oder spitzem oberem Ende. Sie vertrocknen rasch.<ref name="Friedrich1979" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von März bis Juni. Das unterste Deckblattpaar des Blütenstandes ist breit hautrandig mit nur einem kleinen grünen Mittelfeld, ebenso die Kelchblätter. Der Blütenstand ist einfach bis mehrmals gabelig verzweigt.<ref name="Friedrich1979" /> Die Blütenstiele sind so lang oder wenig länger als der Kelch und nach der Anthese zurückgeschlagen.<ref name="Friedrich1979" />

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind bei einer Länge von 3 bis 5 Millimetern lanzettlich mit spitzem oberen Ende, breit hautrandig, kurz und am Rand drüsig behaart und an der oft gezähnelten Spitze kahl.<ref name="Friedrich1979" /> Die fünf weißen Kronblätter sind nur auf etwa 1/8 der Länge ausgerandet und sind kürzer als die Kelchblätter. Es ist nur ein Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden, die halb so lang wie die Kronblätter sind.<ref name="Friedrich1979" />

Die Fruchtstiele sind ein- bis dreimal so lang wie der Kelch und nach der Anthese bis zum Beginn der Reife abwärtsgerichtet und am Grunde gekrümmt. Die Kapselfrucht ist bei einer Länge von 4,5 bis 6,5 Millimetern länglich-walzenförmig und springt mit zehn Zähnen auf. Die gelblich-braunen Samen sind 0,3 bis 0,6 Millimeter lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Cerastium semidecandrum ist ein subatlantisch-submediterranes Florenelement. Cerastium semidecandrum kommt von Süd-Skandinavien bis in den Mittelmeerraum vor und reicht östlich bis Kleinasien, zum Kaukasusraum sowie Russland. Es ist auch in Nordafrika heimisch. In Österreich ist es im pannonischen Gebiet mäßig häufig, ansonsten zerstreut bis selten anzutreffen. In der Schweiz ist es nur an wärmeren Standorten verbreitet zu finden. Das Sand-Hornkraut ist in Deutschland verbreitet und vielerorts häufig. Es steigt in der Schweiz im Vorderrheintal bis 1400 Meter und in Graubünden bei Malix bis 1110 Meter auf.<ref name="Friedrich1979" />

Das Sand-Hornkraut wächst in Mitteleuropa in lückigen Trockenrasen, auf Äckern und an Wegen. Das Sand-Hornkraut gedeiht meist auf sommertrockenen, mäßig nährstoffreichen, humosen, lockeren Sand- oder Steingrusböden. Es ist ein Sandzeiger.<ref name="Oberdorfer2001" /> Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Sileno conicae-Cerastion semidecandri, kommt aber auch in lückigen Pflanzengesellschaften der Klasse Festuco-Brometea oder des Verbands Aperion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w (mäßig trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Cerastium semidecandrum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 438. Das Artepitheton „semidecandrus“ = "mit der Hälfte von zehn Staubblättern" beobachtete schon Linné, dass statt der üblichen zehn Staubblätter nur die Hälfte fertil entwickelt ist.<ref name="Friedrich1979" />

Ähnliche Arten

Das Ligurische Hornkraut (Cerastium ligusticum <templatestyles src="Person/styles.css" />Viv.) hat untere Tragblätter, die ohne häutigen Rand sind. Es ist basal verzweigt und überwiegend nur basal beblättert. Cerastium ligusticum kommt im zentralen Mittelmeerraum vor. Es wurde in der Schweiz im Kanton Tessin, im Kanton Wallis und in Baden-Württemberg als Neophyt beobachtet und kommt meist unbeständig vor.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Cerastium semidecandrum L. (Fünfmänniges Hornkraut). auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Cerastium semidecandrum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Friedrich1979"> Hans-Christian Friedrich: Familie Caryophyllaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band III, Teil 2, Seite 935–936. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1979, ISBN 3-489-60020-7. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Gerald Parolly: Caryophyllaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage, Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 573. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Sand-Hornkraut (Cerastium semidecandrum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien