Carl Richtsteig
Carl Eduard Maximilian Richtsteig (* 16. März 1809 in Glogau; † 25. Mai 1879 in Kroppen) war zwischen 1866 und 1871 Oberbürgermeister der Stadt Görlitz. Später übernahm er die Direktion der Berlin-Görlitzer- und Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn.
Leben
Carl Richtsteg wurde 1809 als Sohn eines Arztes im niederschlesischen Glogau geboren und besuchte das städtische Gymnasium. Zwischen 1828 und 1831 studierte er Rechtswissenschaften in Berlin. Anschließend arbeitete er als Auskultator an den Stadtgerichten in Glogau und Sprottau sowie an den Oberlandesgerichten Glogau und Breslau. Später war er Oberlandesgerichtsassessor in seiner Heimatstadt. Ab 1837 war er als Justizkommissar und Notar in Görlitz tätig. Zwischen 1845 und 1860 war er besoldetes Mitglied des städtischen Magistrats und städtischer Kämmerer. Weiterhin saß er 1845 im Oberlausitzer Kommunallandtag und war Präses des evangelischen Gemeindekirchenrats. Während seiner Tätigkeit im Magistrat der Stadt Görlitz arbeitete er ein lokales Baupolizeigesetz aus. Dieses wurde am 24. Dezember 1847 von Liegnitzer Regierung bestätigt.<ref name="slub"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Richtsteig, Maximilian Eduard Carl ( vom 11. März 2016 im Internet Archive), Personen-Wiki der SLUB Dresden</ref> 1851 erreichte er eine bedeutende Erweiterung des inneren Steuerbezirks. An die Erweiterung erinnern heute noch unter anderem die Steuerkontrollhäuser an der Zittauer, der Girbigsdorfer und der Rothenburger Straße.<ref name="altstadt-goerlitz">Carl Eduard Maximilian Richtsteg. In: altstadt-goerlitz.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. August 2010; abgerufen am 26. Februar 2012.</ref>
Im Jahr 1860 wurde er von der Stadtverordnetenversammlung zum Bürgermeister und Stadtsyndikus gewählt. 1866 wurde er schließlich zum Oberbürgermeister der Stadt Görlitz berufen. Auf Grund der guten Beziehungen Richtsteigs zu Bethel Henry Strousberg erhielt Görlitz einen direkten Bahnanschluss an die Hauptstadt Berlin. Richtsteig kündigte unerwartet sein Dienstverhältnis zum 1. Juli 1871 und übernahm den Direktionsposten bei der Berlin-Görlitzer- und Halle-Sorau-Gubener-Eisenbahn. Bereits 1875 wurde Richtsteig auf Grund von Unterschlagungen eines Mitarbeiters ohne Pensionsanspruch zum Rücktritt gezwungen.<ref name="slub" /><ref name="Säbi">Andreas Bednarek: Carl Eduard Maximilian Richtsteig. In: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.): Sächsische Biografie.</ref>
Richtsteig zog sich schließlich verbittert auf sein Gut Kroppen bei Ortrand zurück. Im Jahr 1879 ersuchte er den städtischen Magistrat von Görlitz auf Grund finanzieller Schwierigkeiten um die Genehmigung, seine Kanzlei wieder eröffnen zu dürfen. Doch wenige Tage später verstarb Richtsteig am 25. Mai 1879.<ref name="Säbi" /><ref name="slub" />
Einzelnachweise
<references />
Gottlob Ludwig Demiani (1844–1846) | Gottlob Jochmann (1847–1856) | Hugo Leopold Wilhelm Sattig (1857–1866) | Carl Eduard Maximilian Richtsteig (1866–1871) | Johannes Gobbin (1871–1881) | Clemens Theodor Reichert (1881–1893) | Paul Büchtemann (1894–1906) | Georg Snay (1907–1927) | Georg Wiesner (1927–1931) | Wilhelm Duhmer (1931–1934) | Konrad Jenzen (1934–1938) | Georg Hans Damrau (1938–1941) | Ernst Leichtenstern (1941–1944) | Hans Meinshausen (1944–1945) | Alfred Fehler (1945) | Walter Oehme (1945) | Kurt Prenzel (1946–1950) | Willi Ehrlich (1950–1954) | Bruno Gleißberg (1954–1960) | Charlotte Umlauf (1960–1962) | Gerhard Simon (1962–1964) | Werner Dietrich (1964–1979) | Kurt Butziger (1979–1989) | Gerhard Eichberg (1989–1990) | Matthias Lechner (1990–1998) | Rolf Karbaum (1998–2005) | Joachim Paulick (2005–2012) | Siegfried Deinege (2012–2019) | Octavian Ursu (seit 2019)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Richtsteig, Carl |
| ALTERNATIVNAMEN | Richtsteig, Carl Eduard Maximilian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker |
| GEBURTSDATUM | 16. März 1809 |
| GEBURTSORT | Glogau, Deutschland |
| STERBEDATUM | 25. Mai 1879 |
| STERBEORT | Kroppen, Deutschland |