Rasen-Glockenblume
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| Rasen-Glockenblume | ||||||||||||
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| Datei:Campanula cespitosa1.jpg
Rasen-Glockenblume (Campanula cespitosa) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Campanula cespitosa | ||||||||||||
| Scop. |
Die Rasen-Glockenblume (Campanula cespitosa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Glockenblumen (Campanula) innerhalb der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Rasen-Glockenblume wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 20, selten bis zu 30 Zentimetern. Die Stängelblätter sind im unteren Teil des Stängels dicht gedrängt. Die Blätter der sterilen Rosetten sind keilförmig in den recht breiten Blattstiel verschmälert. Deren Blattstiel ist höchstens so lang wie die Blattspreite. Die Blätter sind kahl, dicklich und glünzend.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von selten Juli, meist August bis September. Selten nur eine, meist 3 bis 15 nickende Blüten stehen in einem meist etwas einseitswendigen Blütenstand. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Anhängsel zwischen den Kelchzipfeln sind nicht vorhanden. Die fünf hellblauen Kronblätter sind glockenförmig verwachsen. Die 10 bis 15, selten bis zu 18 Millimeter lange Krone besitzt zarte etwas dunklere Längsnerven, von denen je drei zu einem Kronzipfel verlaufen. Die Kronzipfel neigen nach außen und die Kronröhre ist unterhalb der Kelchzipfel etwas verengt. Die Staubbeutel sind etwa so lang wie die Staubfäden (der verbreiterte Teil mit eingerechnet) und zur Blütezeit untereinander frei.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.<ref name="Oberdorfer2001" />
Unterschiede zu ähnlichen Arten
Die Rasen-Glocknblume blüht später als die ähnliche Zwerg-Glockenblume (Campanula cochlearifolia).<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet der Rasen-Glockenblume reicht vom nordwestlichen Italien (nur in den Regionen Trentino-Südtirol, Veneto, Friaul-Julisch Venetien)<ref name="FloraItaliana" /> und Österreich bis Slowenien und das nordwestliche Kroatien.<ref name="WCSP" /> In Österreich kommt sie häufig bis zerstreut in Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark sowie Kärnten vor. In der Schweiz fehlt sie.<ref name="InfoFlora" />
In den Alpen gedeiht sie in der montanen bis subalpinen Höhenstufe in Höhenlagen von 600 bis 2200 Meter Meereshöhe.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Die Rasen-Glockenblume ist nur über frischem, kalkhaltigem Boden oder auf Dolomit anzutreffen. Als Standort bevorzugt die Rasen-Glockenblume meist Fels- und Schuttfluren; oft findet man sie in Föhrenwäldern. Sie ist pflanzensoziologisch eine Art der Klasse Thlaspietea rotundifolii.<ref name="Oberdorfer2001" />
Taxonomie
Die Rasen-Glockenblume wurde 1771 von Giovanni Antonio Scopoli in Flora Carniolica 2. Auflage Band 1 Seite 143–144 Tafel 4 als Campanula cespitosa erstbeschrieben.
Trivialnamen
Für den Bereich St. Gallen bei Werdenberg ist als Trivialname auch die Bezeichnung Glöggli belegt.<ref name="Pritzel1882" /> Damit kann jedoch wohl nicht die Rasen-Glockenblume gemeint sein, da die Art in der Schweiz, in Vorarlberg und in Nordtirol fehlt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />
Literatur
- Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
- Schmeil, O. & Fitschen, J. 2011: Die Flora von Deutschland und angrenzender Länder, 95. Auflage. Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Oberdorfer2001"></ref> <ref name="WCSP">Rafaël Govaerts (Hrsg.): Campanula cespitosa - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 6. April 2016.</ref> <ref name="FloraItaliana">Datenblatt mit Verbreitung in Italien und Fotos bei Flora Italiana bei Schede die Botanica.</ref> <ref name="Pritzel1882">Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 75. (online).</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Gerald Parolly: Campanulaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 744.</ref> <ref name="InfoFlora">Campanula cespitosa Scop. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>